Was ist mit der Marke Christian Lacroix passiert?

Christian Lacroix: Renaissance einer Marke?

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„It’s Lacroix, sweetie!“ – Diese drei kleinen Worte, berühmt geworden durch die modebegeisterte Edina Monsoon in der britischen Sitcom „Absolutely Fabulous“, könnten Sie bald wieder öfter hören. Die Marke Christian Lacroix, einst ein Synonym für die überschwängliche Mode der 1980er Jahre und verkörpert in aufwendigen, farbenfrohen Designs, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach finanziellen Schwierigkeiten und einem Eigentümerwechsel scheint nun ein neues Kapitel aufgeschlagen zu werden. Die jüngste Übernahme durch ein spanisches Unternehmen lässt die Modebranche aufhorchen und nährt Hoffnungen auf eine Wiederauferstehung des ikonischen Hauses.

Was ist mit der Marke Christian Lacroix passiert?
Der Grund hierfür ist, dass das spanische Unternehmen Sociedad Textil Lonia (STL) eine Vereinbarung zur vollständigen Übernahme von Christian Lacroix getroffen hat , dem französischen Modehaus, das für den Überschwang der 1980er Jahre steht. Das Unternehmen bezeichnet die Transaktion als „private Transaktion“.

Die Nachricht, die Anfang 2025 für Aufsehen sorgte, war die vollständige Übernahme der Marke Christian Lacroix durch das spanische Unternehmen Sociedad Textil Lonia, kurz STL. In einer privaten Transaktion erwarb STL 100 Prozent des französischen Modehauses, das zuvor im Besitz der Falic Group war, Eigentümer des US-Einzelhandelskonzerns Duty Free Americas. Details der finanziellen Vereinbarung wurden nicht öffentlich gemacht. STL begründete die Akquisition mit einer „starken Verbindung zwischen unserer Kreationsphilosophie und unserem Handwerk“. In einer Unternehmensmitteilung erklärte STL, man bewundere „die Vision, die Magie und die Handwerkskunst von Maison Lacroix. Als sich die Gelegenheit ergab, haben wir sie mit Begeisterung ergriffen. Wir werden alles tun, um sicherzustellen, dass das einzigartige Talent seines Schöpfers und sein unschätzbarer Beitrag zur Modewelt ihr volles Potenzial entfalten.“

Christian Lacroix selbst, der Designer hinter dem Namen, ist heute 73 Jahre alt und widmet sich hauptsächlich dem Kostümdesign für die Oper. Er hat der Übernahme seinen Segen gegeben. „Die spanische Familie, der STL gehört, hatte die Eleganz, mich vor der offiziellen Bekanntgabe der Übernahme des Namens und der Archive von Christian Lacroix zu kontaktieren. Wir werden uns wahrscheinlich bald informell treffen“, erzählte der Designer gegenüber Vogue Business. Sein Einverständnis und die respektvolle Annäherung durch den neuen Eigentümer deuten auf eine positive Zusammenarbeit in der Zukunft hin, auch wenn Christian Lacroix selbst nicht mehr aktiv im kreativen Prozess der Marke involviert zu sein scheint.

Eine bewegte Geschichte: Von LVMH zur Insolvenz

Die Geschichte des Hauses Christian Lacroix ist so farbenfroh und dramatisch wie seine Kreationen. Gegründet wurde die Marke 1987 vom gleichnamigen Designer mit der finanziellen Unterstützung von Bernard Arnault und dem Luxuskonzern LVMH. Lacroix' opulente Designs, die oft von seiner südfranzösischen Herkunft und historischen Kostümen inspiriert waren, begeisterten Modekritiker und wohlhabende Modekenner weltweit. Sie verkörperten die Haute Couture in ihrer prächtigsten und extravagantesten Form. Lacroix wurde schnell für seine üppigen Stoffe, kräftigen Farben, Volants, Rüschen und Stickereien bekannt. Seine Mode war ein Ausdruck von Freude und Lebenslust in einer Zeit, die nach Optimismus suchte.

Trotz des kritischen Erfolgs und unermüdlicher Bemühungen, die Produktlinien zu erweitern und den Vertrieb auszubauen, gelang es dem Unternehmen Christian Lacroix nie, profitabel zu werden. Jahr für Jahr schrieb das Haus Verluste. Im Jahr 2005 verkaufte LVMH das angeschlagene Modehaus schließlich an die Falic Group. Doch auch unter neuer Führung stellten sich die finanziellen Probleme nicht ein. Die plötzliche globale Finanzkrise und Rezession ab 2008 behinderten die Versuche, das Unternehmen auf Kurs zu bringen, zusätzlich. Die Nachfrage nach extrem luxuriöser Mode brach ein.

Im Mai 2009 sah sich das Haus Lacroix gezwungen, Insolvenzschutz zu beantragen. Ein Pariser Handelsgericht musste entscheiden, ob eine Restrukturierung oder die Liquidation eines der ikonischsten und angesehensten Modehäuser Frankreichs erfolgen sollte. Dies war ein trauriger Tiefpunkt für eine Marke, die einst so viel Glanz in die Modewelt gebracht hatte. Letztlich überlebte die Marke, wenn auch in stark reduziertem Umfang und ohne die haute Couture-Linie, die ihr einst so viel Ruhm eingebracht hatte.

Hat Christian Lacroix für Hermes gearbeitet?
Er war Assistent bei Hermes und arbeitete mit dem Modeschöpfer des kaiserlichen Hofes von Tokio zusammen, bevor er 1981 zum Haus Patou kam, wo er die Feinheiten der Haute Couture erlernte.

Der Weg zurück ins Rampenlicht: Prominente und der rote Teppich

Trotz der finanziellen Schwierigkeiten und der gedämpften Präsenz auf dem Markt in den letzten Jahren ist der Name Christian Lacroix in der Modebranche nie ganz verschwunden. Seine Archive und ikonischen Designs übten weiterhin eine Faszination aus. Und in jüngster Zeit hat die Marke dank prominenter Auftritte auf dem roten Teppich eine bemerkenswerte Rückkehr ins Rampenlicht erlebt.

Viele erinnern sich an Rihannas erste Schwangerschaftsankündigung, die sie der Welt mit Fotos enthüllte, auf denen sie eine pinke Chanel-Jacke trug, aber kombiniert mit einem großen goldenen Rosenkranz von Christian Lacroix. Später begeisterte sie bei den Brit Awards in einem schwarzen Minikleid aus der Couture-Kollektion Herbst/Winter 2002, gepaart mit einem türkisfarbenen Pelzmantel und einem passenden übergroßen Hut – beides ebenfalls von Lacroix. Diese Wahl unterstrich die Kühnheit und das dramatische Flair, für das die Marke steht.

Weitere Beispiele für das Wiederaufleben von Lacroix auf dem roten Teppich sind zahlreich. Im November letzten Jahres besuchte Schauspielerin Jennifer Lawrence die Premiere von „Bread & Roses“ in einem fließenden schwarzen Off-Shoulder-Kleid aus Tüll aus der Herbst/Winter 2006 Kollektion, das ihren Babybauch perfekt umschmeichelte. Im Februar 2024 erschien Brie Larson bei den Producers Guild Awards in einem schillernden schwarzen Meerjungfrauenkleid aus der Herbst/Winter 2004 Kollektion. Bei den Oscars entschied sich Kirsten Dunst für ein tiefrosa Tüllkleid aus der Herbst/Winter 2002 Kollektion. Auch die Met Gala sah eine Kreation von Christian Lacroix, als Adut Akech in einem smaragdgrünen Kleid mit tiefem Ausschnitt alle Blicke auf sich zog.

In vielerlei Hinsicht ist Christian Lacroix eine mehr als kluge Wahl für den roten Teppich, wie die genannten Beispiele zeigen. Seine Opulenz überschreitet nie die Grenze zum Übermaß, und seine Stücke verbinden Qualität und Romantik mit genau dem richtigen Hauch von Drama. Während das Haus heute manchmal von populäreren Marken überschattet wird, verdankt die französische Haute Couture sowohl der Marke als auch dem Designer Christian Lacroix viel. Er hatte einen signifikanten Einfluss auf Designer wie John Galliano, dessen große Designs für Dior von Lacroix inspiriert sind. Selbst seine Prêt-à-porter-Mode schöpft aus Lacroix' meisterhaftem Mix aus Mustern und Ornamenten, die das Außergewöhnliche mit dem Gewöhnlichen verbinden.

Was macht Christian Lacroix jetzt?
Das Jahr 2025 begann stark für die Marke Christian Lacroix, die gerade von der spanischen Gruppe Sociedad Textil Lonia (STL) übernommen wurde. Diese übernahm in einer privaten Transaktion 100 % des Couture-Hauses und erklärte, sie spüre „eine enge Verbindung zwischen unserer Kreationsphilosophie und der Handwerkskunst“.

Herausforderungen und die Zukunft

Trotz des erneuten Interesses von Prominenten und der Eignung für den roten Teppich bleibt die Seltenheit der Stücke eine Herausforderung. Dies liegt nicht am Design, sondern an der begrenzten Verfügbarkeit. „Es liegt nicht am mangelnden Interesse: Lacroix Couture ist unglaublich selten und schwer zu finden“, erklärt Jefferson Ihenacho, Gründer von One of a Kind Archive, der das handbestickte Schmetterlingskorsett aus der Frühlingskollektion 1996 beschaffte, das Mona Patel bei den Fashion Awards trug. „Der Zugang zu seinen Archiven ist praktisch unmöglich, da sie Stücke selten verleihen. Darüber hinaus behalten viele ursprüngliche Couture-Kunden ihre Kleider, sodass nur sehr wenige Stücke auf dem Markt verfügbar sind.“

Aber das bedeutet nicht, dass die Dinge für immer so bleiben werden. Mit dem neuen Eigentümer, Sociedad Textil Lonia (STL), und dem wachsenden Interesse von Prominenten scheint ein umfassendes Comeback von Christian Lacroix ins Rampenlicht unmittelbar bevorzustehen. Die Übernahme im Jahr 2025 symbolisiert zweifellos einen Neuanfang für die Marke. Die Modebranche und Fans des Hauses hoffen, dass STL in die Marke investieren und möglicherweise den Zugang zu den Archiven erleichtern oder sogar neue Couture- oder hochwertige Ready-to-Wear-Kollektionen auf den Weg bringen wird, die den Geist von Lacroix einfangen. Mit der laufenden Award-Saison könnte das Haus erhebliche Sichtbarkeit gewinnen und endlich beweisen, dass es an der Zeit ist, dass Christian Lacroix den Erfolg zurückerobert, den es verdient.

Fragen und Antworten zu Christian Lacroix

Was ist mit der Marke Christian Lacroix passiert?

Die Marke Christian Lacroix hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Nach Jahren des kritischen Erfolgs, aber finanzieller Unrentabilität unter LVMH und später der Falic Group, musste das Unternehmen 2009 Insolvenz anmelden. Anfang 2025 wurde die Marke zu 100 % vom spanischen Unternehmen Sociedad Textil Lonia (STL) übernommen, was als Neuanfang und Potenzial für ein Comeback gesehen wird.

Wer hat Christian Lacroix gekauft?

Die Marke Christian Lacroix wurde Anfang 2025 von der spanischen Gesellschaft Sociedad Textil Lonia (STL) gekauft. Zuvor war sie im Besitz der Falic Group.

Was macht Christian Lacroix (der Designer) heute?

Christian Lacroix, der Gründer des Modehauses, ist heute 73 Jahre alt und konzentriert sich hauptsächlich auf das Design von Kostümen für die Oper. Er hat der Übernahme der Marke durch STL seinen Segen gegeben.

Ist Christian Lacroix eine gute Marke?
Lacroix' opulente Kreationen begeisterten Moderedakteure und wohlhabende Fashionistas weltweit und verkörperten Haute Couture in ihrer prachtvollsten und extravagantesten Form. Trotz jahrelanger Anerkennung durch die Kritiker und dem unermüdlichen Engagement, die Produktlinien zu erweitern und den Vertrieb auszubauen, erzielte das Unternehmen nie Gewinn.

Warum war die Marke Christian Lacroix nicht profitabel?

Trotz großer Anerkennung und Bemühungen, die Marke zu erweitern, gelang es Christian Lacroix nie, Gewinne zu erzielen. Die sehr aufwendige und damit teure Haute Couture-Produktion sowie die allgemeine Wirtschaftslage, insbesondere die Finanzkrise ab 2008, trugen zu den finanziellen Schwierigkeiten bei, die schließlich zur Insolvenz führten.

Warum sieht man Christian Lacroix Kleider jetzt öfter auf dem roten Teppich?

Die Designs von Christian Lacroix eignen sich hervorragend für den Roter Teppich durch ihre Opulenz, Qualität, Romantik und einen Hauch von Drama. Das erneute Interesse von Stylisten und Prominenten, wie Rihanna, Jennifer Lawrence oder Kirsten Dunst, hat die Marke in jüngster Zeit wieder stärker ins Rampenlicht gerückt und ihren Wert für besondere Anlässe unterstrichen.

Hat Christian Lacroix für andere Häuser gearbeitet?

Ja, Christian Lacroix arbeitete vor der Gründung seines eigenen Hauses für andere Modeunternehmen. Er war Assistent bei Hermes, arbeitete mit dem Couturier des japanischen Kaiserhofs zusammen und lernte die Feinheiten der Haute Couture im Haus Patou, wo er ab 1981 tätig war. Von 2002 bis 2005 war er zudem künstlerischer Leiter des italienischen Modehauses Pucci.

Die Zukunft von Christian Lacroix unter der Führung von Sociedad Textil Lonia bleibt spannend. Die Kombination aus der reichen Geschichte des Hauses, dem unbestreitbaren Talent seines Gründers und dem neu entfachten Interesse von Prominenten lässt die Hoffnung auf ein echtes Comeback der Marke aufleben. Es wird faszinierend zu beobachten sein, wie STL das Erbe von Christian Lacroix ehren und gleichzeitig in eine neue Ära führen wird.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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