Jedes einzelne Foto kann für sich stark sein, doch eingebettet in ein größeres Projekt entfaltet es oft eine noch viel tiefere Wirkung. Deshalb ist es sinnvoll, fotografisch über das Einzelbild hinaus zu denken und sich auch an ganze Fotoserien zu wagen. Eine gut durchdachte Fotoserie kann Menschen berühren, emotional bewegen und komplexe Themen durch eine visuelle Abfolge verständlich machen. Spannende Fotoserien finden sich in unterschiedlichsten Bereichen – von Zeitungen und Magazinen über PR bis hin zur Wissenschaft. Wenn du ein solches Fotoprojekt angehen möchtest, erfordert das sorgfältige Planung, Kreativität und eine solide Umsetzung. In diesem Artikel teilen Professoren des Studiengangs Visueller Journalismus und Dokumentarfotografie kreative Ratschläge für einen sinnvollen Ansatz. Ob du eine Serie für den Kunstunterricht fotografieren musst, an deinem Bewerbungsportfolio arbeitest oder für die Schülerzeitung recherchierst – dieser Beitrag liefert dir wertvolle Tipps und Tricks für deine Fotostory!
Was ist eine Fotoserie?
Der Begriff „Fotoserie“ wird oft synonym für „Fotostrecke“ verwendet. Im engeren Sinne versteht man unter einer Fotoserie jedoch eine Abfolge von Bildern, die in ihrer Struktur ähnlich sind, zum Beispiel hinsichtlich Perspektive, Distanz, Licht oder Farben. Eine Fotoserie konzentriert sich oft auf ein bestimmtes Motiv oder einen Zustand, der aus verschiedenen Blickwinkeln oder Momenten beleuchtet wird.

Andere fotografische Erzählformen sind das Fotoessay und die Fotoreportage. Der Unterschied liegt darin, dass es bei diesen beiden Formen stärker um einen Wechsel von Rhythmus und Distanz geht. Eine Reportage hat einen Anfang und ein Ende und dokumentiert einen Prozess oder ein Ereignis über einen bestimmten Zeitraum. Ein Fotoessay hingegen erzählt oft mit jedem einzelnen Foto eine eigene Geschichte, die aber im Einklang mit einem übergeordneten Thema steht. Die Bilder können dabei unterschiedlicher in Stil und Komposition sein als bei einer reinen Fotoserie.
Um die Unterschiede zu verdeutlichen, hier eine kleine Übersicht:
| Form | Beschreibung | Struktur/Stil | Fokus |
|---|---|---|---|
| Fotoserie | Abfolge ähnlicher Bilder zum selben Thema/Motiv | Oft ähnliche Perspektiven, Licht, Farben | Beleuchtung eines Zustands oder Objekts aus verschiedenen Blickwinkeln |
| Fotoessay | Sammlung von Bildern, die ein Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchten | Kann stilistisch variieren, jedes Bild kann für sich stehen | Interpretation eines Themas, oft persönlicher Ansatz |
| Fotoreportage | Dokumentation eines Ereignisses oder Prozesses mit Anfang und Ende | Wechselnde Rhythmen und Distanzen, erzählt eine Geschichte chronologisch oder thematisch | Erzählung eines realen Geschehens |
Schritt 1: Das Thema finden
Der erste Schritt ist die Ideenfindung. Suche nach einem Thema, das dich persönlich anspricht oder einen interessanten Blickwinkel bietet. Es ist hilfreich, sich zu informieren, was andere Fotografen bereits gemacht haben. Sieh dir Fotobücher oder erfolgreiche Webseiten an und studiere, wie die Bilder komponiert wurden. Aber es ist auch eine gute Idee, über die Fotografie hinauszublicken: Kunst, Musik, Film und Literatur können ebenfalls eine gute Inspiration für deine Fotoserie sein. Professor Michael Hauri erinnert sich: „Früher bin ich als Student in ein Buch antiquariat gegangen und habe mir alte Zeitschriften und Journale angeschaut.“ Das kannst du nachmachen, indem du zum Beispiel nach alten Ausgaben von Fotografie-lastigen Medien wie National Geographic, mare oder Life suchst. Diese sind oft ein guter Ausgangspunkt.
Was macht eine gute Geschichte aus?
Professor Christoph Bangert, der früher als Fotograf für die New York Times in der ganzen Welt unterwegs war, gibt folgenden Tipp: „Wichtig ist, ein Thema zu finden, das nicht nur dich selbst interessiert. Themen brauchen eine gewisse soziale oder gesellschaftliche Relevanz.“ Wenn du eine Idee hast, kannst du sie zum Beispiel im Freundeskreis diskutieren. Vielleicht gibt es einen bestimmten Aspekt, der dabei besonders spannend ist?
Aber oft ist es dennoch schwierig, ein Thema für ein Fotoprojekt zu finden, das sich relevant anfühlt. Dr. Karen Fromm, Professorin und Kunstwissenschaftlerin, meint dazu: „Um herauszufinden, ob ein Thema gesellschaftliche Relevanz besitzt, gibt es sicherlich kein ideales Bewertungsverfahren. Die Relevanz eines Themas kann sich auch je nach Kontext und Zeit ändern. Der Journalismus hat für die Bestimmung von Relevanz eigene Entscheidungsroutinen entwickelt, die oft als Nachrichtenfaktoren bezeichnet werden.“
Prof. Karen Fromm hat deshalb eine Checkliste mit Fragen entworfen, die du dir bei der Ideenfindung für deine Fotoserie stellen kannst:
- Hat dein Thema Bedeutung für die Öffentlichkeit? Für eine bestimmte Zielgruppe? Für eine größere Gruppe von Menschen?
- Haben die Ereignisse oder das Thema, von dem du erzählen willst, eine größere Auswirkung, z.B. auf eine Region, viele Menschen etc.?
- Hat das Thema einen aktuellen Bezug? Hat es Neuigkeitswert?
- Erzeugt das Thema Aufmerksamkeit für einen Missstand?
- Vermittelt das Thema Orientierungswissen? Klärt es über einen Zusammenhang auf? Vermittelt es Hintergründe?
Weiterhin empfiehlt Prof. Karen Fromm, dass du dir zu deiner Themenidee stets die klassischen W-Fragen stellst: Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu? Grundsätzlich gilt für sie jedoch immer, dass du die Idee für deine Fotoserie auf Fakten und Daten stützen solltest, die erfahrbar und überprüfbar sind. Lass dich von den Kriterien Richtigkeit, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit leiten!
Von der Idee zur Umsetzung
Ein anschauliches Beispiel für eine Fotostory mit gesellschaftlicher Relevanz ist die Arbeit „May I have this dance?“ von Shirin Abedi. Dafür begleitete sie Balletttänzerinnen im Iran. Das Projekt ist wichtig, weil es nicht nur um Ballett geht. Shirins Fotoserie erzählt von der Situation junger Frauen, die sich in einem frauenverachtenden System entfalten wollen.
Natürlich sind solche Recherchereisen ins Ausland kostspielig und erfordern viel Erfahrung. Deshalb ist es ratsam, für deine Fotoserie ein Thema an deinem Ort zu finden. Am besten, du musst dafür nicht weit von zu Hause weg. Christoph Bangert rät: „Es ist immer besser, vom Großen ins Kleine zu gehen. Such dir am besten erst einmal nur einen Protagonisten.“ Zum Beispiel begleitete Nora Börding für die Leipziger Volkszeitung den ehemaligen Förster Gerd Klamer. Dieser wanderte 6000 Kilometer durch Deutschland, um auf die missliche Lage der heimischen Wälder aufmerksam zu machen. Nora Börding erzählt mit dieser Fotoserie im Kleinen eine eindrückliche Geschichte vom Kampf für den Naturschutz.
Aber auch ein besonderer Ort kann ein interessantes Thema sein. Die ehemalige Studentin Helena Lea Manhartsberger berichtet in ihrer Arbeit „Fight Club“ über einen Wiener Boxclub. Dieser funktioniert als interkultureller Treffpunkt zwischen verfeindeten Menschen aus Afghanistan und Tschetschenien. Auch diese Fotoserie visualisiert ein größeres Thema in einem einfachen Rahmen. Oft ist die größte Herausforderung jedoch, nicht nur ein Thema, sondern auch einen Protagonisten zu finden. Christoph Bangert erzählt aus eigener Erfahrung: „Es hilft immer, einen großen Bekanntenkreis zu haben. Es gibt immer den Freund eines Freundes, der einen weiterbringen kann.“ Ansonsten hält es Christoph Bangert für wichtig, den Leuten ehrlich zu erklären, was man vorhat. „Nimm deine Verantwortung ernst“, rät er. Und: „Sei nett. Das ist das Wichtigste.“
Schritt 2: Fotografieren vor Ort
Der wichtige Teil bei der Erstellung einer Fotoserie ist natürlich das Fotografieren. Für Prof. Karen Fromm gehört dazu zum einen, eine passende visuelle Sprachklammer für ein Thema zu entwickeln. Das bedeutet für sie: „Dabei geht es nicht nur darum, eine visuelle Handschrift zu entwickeln, mit der man wiedererkannt wird.“ Für sie ist vielmehr essentiell, dass die stilistischen Mittel zum jeweiligen Thema passen. Karen Fromm weist darauf hin: „Die Bildsprache wird Teil der Bedeutung deiner Arbeit.“
Aus Erfahrung ist der Umgang mit der eigenen Fotoausrüstung vor Ort meist schwieriger, als man es sich vorstellt. In der Praxis kann es schnell passieren, dass du in der Aufregung die falschen Einstellungen an deiner Kamera vornimmst. Wenn du Pech hast, stellst du zum Beispiel falsch die Belichtung ein oder kannst nicht fokussieren. Für Professor Michael Trippel, der früher als fester Fotograf beim Stern war, ist eines klar: „Es ist ganz wichtig, dass du deine Kamera blind beherrschst. Du musst wissen, wie du am Einstellrad auf Blende 4 wechselst, auch im Dunkeln.“
Die Macht des Lichts
Ähnlich sinnvoll ist es für Professor Trippel, vorher schon mal vor Ort zu sein und sich etwas umzusehen. Er sagt: „Ich schaue mir immer das Licht an. Gibt es draußen irgendwo Streiflicht oder Gegenlicht, das ich irgendwie benutzen kann? Oder gibt es nur gedämpftes Licht?“ Denn Licht ist essentiell in der Fotografie. Du kannst damit bestimmte Aspekte jedes Bildes hervorheben. Dadurch hilfst du dem Betrachter, sich auf das Wichtige zu konzentrieren. Zum Beispiel dokumentierte Agata Szymanska-Medina in den polnischen Karpaten eine Gruppe von Köhlern, die auf althergebrachte Weise Holzkohle herstellen. Durch den gekonnten Einsatz von Licht erhält ihr Bild von den Kohlemeilern eine besondere Dramatik.
Licht sieht oft am besten aus, wenn es nicht direkt von oben kommt. Gerade Gesichter wirken interessanter, wenn sie von der Seite beleuchtet sind. Eine der besten Lichtquellen sind daher Fenster. Durch sie hast du oft schon am Tag ein weiches Licht von der Seite. Das sorgt für eine gute Beleuchtung, besonders bei Porträts. Deckenlicht sieht dagegen oft viel unattraktiver und langweiliger aus. Gerade wenn du deine Protagonisten zu Hause besuchst, kannst du gut mit Fensterlicht arbeiten.
Ein tolles Beispiel ist ein Porträt aus der Serie „Isaya’s Dream“ von François Klein. Das Bild zeichnet sich durch ein weiches, sanftes Licht von der Seite aus. Für Michael Trippel ist es aus journalistischer Sicht völlig in Ordnung, die Deckenlampe in Innenräumen zur Not auszuschalten. Er erinnert sich: „Ich habe immer möglichst mit vorhandenem Licht und ohne Blitz fotografiert – solange das Bild noch scharf wurde. Das geht bis zu einer Belichtungszeit aus der Hand von 1/30 Sekunde.“
Auch durch die Wahl der Tageszeit kannst du die Lichtstimmung deiner Bilder beeinflussen. Zum Beispiel fotografierte der Student Jonas Kako eine Arbeit über das Austrocknen des Colorado River. Dafür reiste er häufig durch Wüstengebiete in den USA. Das Licht dort ist tagsüber übermäßig hell und hart – für die Fotografie ist das meist eher ungünstig. Jonas Kako entschied sich deshalb, vor allem am Vormittag und am Abend zu fotografieren. Durch den tieferen Sonnenstand kommt das Licht dann aus einem flacheren Winkel und hat eine warme Farbtemperatur. Das sorgt für eine atmosphärische Beleuchtung. Die beiden Fotografen Volker Crone und Rafael Heygster reisten im Sommer 2021 für das Magazin DER SPIEGEL gemeinsam durch Deutschland. Dabei dokumentierten sie die Stimmung vor der Bundestagswahl. Durch den Einsatz von Blitz wirken ihre Bilder wie Szenen aus einem Theaterstück.
Perspektive und Komposition
Ein weiterer wichtiger Faktor beim Aufbau einer Fotoserie ist die Perspektive. Dabei geht es darum, wo du stehst, wenn du jedes Bild aufnimmst, und welche Winkel du für die Aufnahmen wählst. Indem du mit verschiedenen Perspektiven innerhalb einer Serie spielst, kannst du Abwechslung schaffen: Versuche, nicht immer alles auf Augenhöhe zu fotografieren. Gibt es vielleicht eine andere Perspektive, die spannender ist? Durch den Wechsel hältst du den Betrachter bei der Stange und kannst gleichzeitig verschiedene Aspekte deiner Arbeit hervorheben. Der Fotograf Daniel Chatard verwendete in seiner Arbeit über den Kohleabbau in Nordrhein-Westfalen teilweise extreme Panoramaaufnahmen. Dadurch werden die Dimensionen der Braunkohlebagger deutlich. Die betroffenen Menschen und ihre jeweiligen Wohnorte zeigt er dagegen eher im Detail. Es entsteht ein interessanter Kontrast.
Für Professor Michael Trippel ist es jedoch auch wichtig, es bei der Suche nach interessanten Perspektiven nicht zu übertreiben: „Manchmal habe ich gemerkt, dass ich gerade nur ständig in die Knie gehe oder irgendwo hochklettere. Dann war mir eigentlich immer klar, dass ich mich gerade verrannt hatte.“ In solchen Situationen rät er, eine Pause zu machen und tief durchzuatmen, um aus dem Tunnel zu kommen. Du kannst zum Beispiel darauf achten, was du gerade hörst oder riechst. All das kann dir helfen, dich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Die Rolle der Farbe
Wenn du eine Fotoserie erstellst, übersehe schließlich nicht die Farbpalette: Einheitliche Farbtöne in allen Bildern helfen, sie besser miteinander zu verbinden. Natürlich ist es in einer Reportage oft schwierig, die Farben eines Ortes zu kontrollieren. Dennoch gibt es zahlreiche Fotografen, die sich in ihrer Arbeit auf beeindruckende Weise mit Farben auseinandersetzen.
Der Student Emile Ducke zum Beispiel ist ein Meister darin, Farben gekonnt einzusetzen: In seiner mehrfach ausgezeichneten Reportage „Diagnosis“ setzte er vor allem auf zarte Blau- und Pastelltöne. Andy Happel dagegen verwendete in seiner Porträtserie über das Leben junger Menschen in China sehr intensive Farbtöne. Seine Bilder erinnern dadurch an die Beleuchtung berühmter Neo-Noir-Filme.
Schritt 3: Bildauswahl und Bearbeitung
Wenn du nach dem Fotografieren wieder zu Hause bist, ist der nächste Schritt die Bildauswahl und die Bearbeitung. Professor Lars Bauernschmitt, der von 1993 bis 2008 Geschäftsführer der Fotoagentur VISUM in Hamburg war, rät zur Bildbearbeitung: „Weniger ist mehr. Vermeide Effekte. Arbeite am Anfang mit den Automatik-Bearbeitungsoptionen. Vertrau deinem Bild.“ Wenn du im RAW-Format fotografiert hast, solltest du allerdings unbedingt den Weißabgleich anpassen. Dadurch sehen die Bilder einheitlicher aus.
Die Auswahl treffen und Feedback einholen
Lars Bauernschmitt empfiehlt, danach die zehn bis zwanzig besten Fotos herauszusuchen und auszudrucken: „Du kannst die Bilder nach der chronologischen Reihenfolge anordnen, in der etwas passiert ist.“ Das ist für Lars Bauernschmitt die einfachste Möglichkeit, Ordnung in deine Bilder zu bringen. Zum Beispiel folgt die berührende Arbeit von Patrick Junker Gerd Kuck, der an einer unheilbaren Herzmuskelentzündung litt. Er musste über zehn Jahre auf ein Spenderherz warten. Patrick thematisiert in seiner finalen Bildauswahl die Zeit vor der Operation, die Operation selbst und auch die Zeit danach.
Doch Lars Bauernschmitt gibt auch zu bedenken: „Du selbst weißt, was du fotografiert hast. Wenn du deine Bilder ansiehst, kommen all die Erinnerungen ans Fotografieren wieder hoch. Dir fallen beim Ansehen deiner Bilder auch Geräusche oder Gerüche wieder ein. Aber du musst dich fragen: Transportieren meine Fotos wirklich Informationen für Leute, die nicht dabei waren?“ Er gibt daher den Tipp, mit Freunden über deine Bilder zu sprechen: „Gib ihnen am Anfang möglichst keine Erklärungen zu den Bildern, sondern lass sie ihre Eindrücke formulieren. Erkennen sie, was du zeigen wolltest? Oder sehen sie wichtige Details nicht – weil sie vielleicht im Bild nicht gut sichtbar sind?“ In dem Fall rät er, die Situation noch einmal zu fotografieren – vielleicht aus einer anderen Perspektive und Distanz. Dieses Feedback ist Gold wert.
Schließlich gibt Lars Bauernschmitt den Tipp, deine Geschichte in so wenigen Bildern wie möglich zu erzählen. Liefert ein Bild wirklich einen neuen Aspekt oder ist es nur eine Wiederholung von etwas, das du bereits gezeigt hast? „Das kannst du auch überprüfen, indem du die Bilder mit Worten beschreibst – sprich mit dir selbst“, empfiehlt Lars Bauernschmitt.
Fazit: Vom Konzept zur fertigen Serie
Die Erstellung einer überzeugenden Fotoserie ist ein Prozess, der weit über das reine Fotografieren hinausgeht. Er beginnt mit einer tiefen Auseinandersetzung mit einem Thema, das nicht nur dich selbst, sondern auch ein breiteres Publikum interessiert. Die Suche nach Relevanz, das Stellen der richtigen Fragen und das Finden passender Protagonisten oder Orte sind entscheidende erste Schritte. Vor Ort kommt es darauf an, die Kamera blind zu beherrschen und bewusst mit den gestalterischen Mitteln wie Licht, Perspektive und Farbe umzugehen, um die visuelle Sprache deiner Geschichte zu formen. Die abschließende Auswahl und Bearbeitung erfordert Disziplin und die Fähigkeit, sich von Bildern zu trennen, die die Geschichte nicht voranbringen. Hol dir Feedback und sei bereit, deine Arbeit kritisch zu hinterfragen. Eine gelungene Fotoserie ist das Ergebnis von Planung, technischem Können, kreativer Vision und der Bereitschaft, eine Geschichte kohärent und eindrucksvoll zu erzählen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum Thema Fotoserien:
F: Was ist der Unterschied zwischen Fotoserie, Fotoessay und Fotoreportage?
A: Eine Fotoserie besteht oft aus stilistisch ähnlichen Bildern, die ein Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. Ein Fotoessay kann stilistisch variabler sein und interpretiert ein Thema, wobei jedes Bild oft eine eigene kleine Geschichte erzählt. Eine Fotoreportage dokumentiert ein Ereignis mit Anfang und Ende und weist oft einen Wechsel von Rhythmus und Distanz auf.
F: Wie finde ich ein relevantes Thema für meine Fotoserie?
A: Suche ein Thema, das dich persönlich interessiert, aber auch eine gesellschaftliche oder soziale Relevanz hat. Stelle dir die W-Fragen (Wer, Was, Wann, Wo, Warum, Wie, Wozu?) und prüfe, ob das Thema Bedeutung für eine größere Gruppe hat, einen aktuellen Bezug aufweist oder auf einen Missstand aufmerksam macht.
F: Wie wichtig ist Licht beim Fotografieren einer Serie?
A: Licht ist extrem wichtig, da es die Stimmung und den Fokus deiner Bilder beeinflusst. Achte auf vorhandenes Licht (Fensterlicht ist oft ideal) und nutze es bewusst. Die Wahl der Tageszeit kann ebenfalls die Lichtstimmung stark verändern.
F: Sollte ich meine Fotoserie bearbeiten?
A: Ja, eine moderate Bearbeitung kann helfen, die Bilder einheitlicher zu gestalten und die gewünschte Stimmung zu unterstreichen. Konzentriere dich auf grundlegende Anpassungen wie Weißabgleich und vermeide übermäßige Effekte. Weniger ist oft mehr.
F: Warum ist Feedback zur Bildauswahl wichtig?
A: Du bist oft betriebsblind, wenn es um deine eigenen Bilder geht. Freunde oder Kollegen können dir helfen zu erkennen, ob deine Bilder die Geschichte so erzählen, wie du es beabsichtigt hast, und ob alle wichtigen Informationen für Außenstehende erkennbar sind.
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