Wie viele Arten der Porträtfotografie gibt es?

Das Portrait: Definition, Arten und Geschichte

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Das Portrait ist weit mehr als nur ein Bild einer Person. Abgeleitet vom französischen Wort, versteht man darunter ein Bildnis oder eine fotografische Aufnahme einer Person. Im Kern geht es beim Portrait darum, die Persönlichkeit des Abgebildeten einzufangen und zum Ausdruck zu bringen. Dies geschieht in der Regel durch den Fokus auf das Gesicht, insbesondere auf die Augen des Modells. Ein einfaches, alltägliches Beispiel für eine Portraitaufnahme ist ein Passbild, das primär das Gesicht zeigt.

Was gehört alles zu einem Portrait?
Beim Bildausschnitt eines Portraits wird der ganze Körper, ein Brustbild, der Kopf oder nur das Gesicht der Person abgebildet. Ziel ist der Fokus möglichst auf das Gesicht bzw. auf die Augen des Modells, um die Persönlichkeit zum Ausdruck zu bringen. Beispiel für eine Portraitaufnahme wäre ein Passbild.

Die grundlegende Aufgabe eines Portraits besteht darin, eine Person zu „vertreten“, wenn sie nicht physisch anwesend ist, oder einem Menschen ein bleibendes Andenken zu bewahren. Die Anerkennung und der Stil des Portraits haben sich im Laufe seiner langen Geschichte immer wieder gewandelt.

Was gehört alles zu einem Portrait?

Wenn wir von einem Portrait sprechen, beziehen wir uns auf die Darstellung einer Person, bei der der Fokus auf deren Äußeres und oft auch auf deren Persönlichkeit liegt. Der Bildausschnitt kann dabei sehr variieren. Er kann den ganzen Körper umfassen, sich auf ein Brustbild beschränken, nur den Kopf zeigen oder sogar nur das Gesicht abbilden. Das entscheidende Element ist, dass die abgebildete Person das zentrale Motiv ist.

Das Ziel, die Persönlichkeit der Person zum Ausdruck zu bringen, wird oft durch die Komposition, die Beleuchtung und den Gesichtsausdruck erreicht. Die Augen gelten dabei traditionell als „Fenster zur Seele“ und stehen daher oft im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Die korrekte Schreibweise: „Portrait“

Im Deutschen schreibt man das Wort, das ein Bildnis einer Person bezeichnet, korrekt „Portrait“. Es beschreibt eine künstlerische Darstellung – sei es ein Gemälde, eine Zeichnung, eine Fotografie oder eine andere Form –, bei der das Gesicht und der Ausdruck des Porträtierten im Mittelpunkt stehen. Obwohl es auch die Schreibweise „Porträt“ gibt, ist „Portrait“ die hier verwendete und ebenfalls korrekte Form.

Vielfalt der Portraits: Arten der Darstellung

Portraits lassen sich nach verschiedenen Kriterien unterscheiden. Eine gängige Unterscheidung erfolgt nach dem gewählten Bildausschnitt oder der Form der Darstellung. Hier sind einige gängige Typen:

  • Bildniskopf: Zeigt primär den Kopf, oft unter Einbeziehung des Halses.
  • Büste: Eine Darstellung, die die Schulterpartie und einen großen Teil des Oberkörpers umfasst, als Weiterführung von Kopf und Hals.
  • Bruststück: Bildet den Großteil des Oberkörpers ab, wobei die Arme ganz oder teilweise zu sehen sein können.
  • Halbfigur: Die Person wird bis zur Taille gezeigt.
  • Kniestück: Der Porträtierte ist bis zu den Knien dargestellt.
  • Ganzfigur: Zeigt die abgebildete Person in ihrer gesamten Körpergröße.

Eine weitere wichtige Unterscheidung erfolgt nach dem Grad der Drehung oder der Ansicht, aus der die Person dargestellt wird:

  • Vorderansicht: Das Gesicht wird direkt von vorne gezeigt.
  • Halbprofil: Das Portrait ist halb von der Seite gemalt oder fotografiert.
  • Dreiviertelansicht: Eine Kopfseite ist vollständig zu sehen, während die andere Seite stark verkürzt dargestellt wird.
  • Profil: Das Gesicht ist vollständig zur Seite gedreht abgebildet.

Diese unterschiedlichen Arten ermöglichen es dem Künstler oder Fotografen, verschiedene Aspekte der Person oder spezifische kompositorische Effekte zu betonen.

Die Geschichte des Portraits in der Kunst

Die Kunst des Portraits hat eine lange und reiche Geschichte, die weit zurückreicht. Schon um 500 vor Christus wurde sie im alten Griechenland gepflegt. Hier begann man, einzelne Personen darzustellen, wenn auch oft idealisiert.

Im Mittelalter trat der Mensch als Individuum oft hinter dem Glauben zurück. Dies beeinflusste auch den Stil der Kunstportraits. Statt eigenständiger Bildnisse wurden beispielsweise kleine Abbildungen von Stiftern (wie Päpsten oder Bischöfen) in biblische Szenen eingefügt, um ihre Rolle bei der Entstehung des Kunstwerks zu dokumentieren.

Die Abbildungen von Menschen im frühen Mittelalter waren zunächst auf die Idealisierung und eine transzendente Wirklichkeit ausgerichtet. Die Personen wurden in einer umfassenden, zeitlosen und dem Auge Gottes wohlgefälligen Weise dargestellt, befreit von allem Zufälligen und Unwesentlichen. Es ging weniger um die naturgetreue Abbildung des Individuums als um die Darstellung seiner Rolle oder seines Standes im göttlichen oder weltlichen Gefüge.

Im Spätmittelalter begann sich dies langsam zu ändern. Der Bildraum wurde zunehmend mit visualisierten Informationen gefüllt, die über die reine Darstellung hinausgingen. Dazu gehörten Namen oder Monogramme der abgebildeten Person, Wappen, Orden oder Devisen sowie das Erscheinungsjahr des Kunstwerks. Diese Elemente trugen dazu bei, die Identität des Porträtierten klarer zu definieren und das Bildnis im historischen Kontext zu verankern.

Porträtmalerei: Anfänge und Höhepunkte

Die Anfänge der Porträtmalerei sind eng mit dem Bedürfnis der Mächtigen verbunden, sich selbst darzustellen und ihre Macht zu demonstrieren. In der Antike wurden Herrscher auf Münzreliefs abgebildet, um ihre Verbreitung zu sichern. Standbilder dienten ebenfalls der Machtdemonstration. Eine hohe Bedeutung hatte auch das Streben nach Unsterblichkeit durch die Darstellung des Gesichts. Dies manifestierte sich in der Antike beispielsweise in Mumienmasken und Mumienmalereien, die das Antlitz des Verstorbenen bewahren sollten.

In den letzten Jahrhunderten haben zahlreiche Künstler – Maler, Fotografen, Bildhauer und Filmemacher – zur Schaffung einer enormen Darstellungsvielfalt im Bereich des Portraits beigetragen. Während im Mittelalter und der frühen Renaissance oft strenge Regeln galten, wie jemand seinem Rang entsprechend darzustellen war, lockerten sich diese Vorschriften im Laufe der Zeit. Spätestens mit der Französischen Revolution wurden diese Standesregeln für die Darstellung immer weniger relevant, was zu einer größeren Freiheit und Vielfalt in der Porträtkunst führte.

Die Wandlung der Porträtmalerei in der Renaissance

Die Renaissance im 14., 15. und frühen 16. Jahrhundert war eine Zeit des künstlerischen und kulturellen Aufbruchs. Die Hauptaufgabe der Kunst in dieser Periode war zunächst die Darstellung religiöser, weltlicher und mythologischer Szenen als Botschaft. Hierfür eigneten sich besonders riesige Wandmalereien und monumentale Skulpturen, die öffentlich zugänglich waren und eine breite Wirkung entfalten konnten.

Parallel dazu erfuhr das Portrait eine bedeutende Entwicklung. Durch den wachsenden kaufmännischen Wohlstand in den italienischen Stadtstaaten und einigen nordeuropäischen Häfen entstanden neue Auftraggeber für die Kunst. Statt primär kirchlicher Kommissionen für Wandmalereien und Statuen wurden nun auch wohlhabende Regierende und Bürger in ganz Europa zu wichtigen Förderern der bildenden Kunst, insbesondere des Renaissance-Portraits.

Das vielleicht berühmteste Portrait der italienischen Renaissance und eines der bekanntesten Gemälde der Welt ist die Mona Lisa, gemalt von Leonardo Da Vinci. Dieses Werk zeigt nicht nur die technische Meisterschaft des Künstlers, sondern auch ein tiefes Interesse an der Darstellung der Persönlichkeit und des inneren Zustands des Porträtierten, was charakteristisch für die Entwicklung des Portraits in dieser Zeit war.

Entwicklung und Prinzipien der Renaissance-Porträtmalerei

Die Proto-Renaissance (13. bis 14. Jahrhundert) zeigte noch starke Einflüsse der byzantinischen Kunst, die durch einen linearen, flachen Stil und auffällige Kompositionen gekennzeichnet war, insbesondere bei religiösen Darstellungen. Doch bereits in dieser Zeit begann man, abgerundete, realistischere Gesichter und Figuren zu malen, was einen ersten Schritt weg von der reinen Symbolik hin zur individuellen Darstellung markierte.

Die Frührenaissance (ca. 1420-1520) in Italien zeichnete sich durch vier entscheidende Prinzipien aus, die auch die Porträtmalerei beeinflussten:

  1. Eine ehrfürchtige Bewunderung der griechischen Antike: Dies führte zu einem Ideal von Schönheit und Harmonie, das auch in den Bildnissen angestrebt wurde.
  2. Der Glaube an den Humanismus: Dieser stellte den Menschen und seine Fähigkeiten in den Mittelpunkt, was das Interesse an der individuellen Darstellung im Portrait verstärkte.
  3. Die Beherrschung der linearen Perspektive: Diese Technik ermöglichte eine realistischere und räumlichere Darstellung von Personen und Hintergründen.
  4. Der Respekt vor der naturalistischen Malerei der menschlichen Form: Künstler strebten danach, den menschlichen Körper und das Gesicht so naturgetreu wie möglich abzubilden.

Parallel dazu entwickelte sich in Nordeuropa die Nördliche Renaissance (1420-1520), die einen eher pragmatischen und bodenständigen Ansatz verfolgte. Ihre Kunst basierte ebenfalls auf wichtigen Prinzipien, die für das Portrait von Bedeutung waren:

  1. Die Entdeckung und Verfeinerung der Ölfarbe: Diese ermöglichte eine endlose Überarbeitung des Portraits, was eine einzigartige Detailklarheit und feinste Farbabstufungen erlaubte.
  2. Die Wertschätzung der linearen Perspektive sowie die verfeinerte Schattierung (Chiaroscuro): Diese Techniken trugen ebenfalls zu einer erhöhten Realitätsnähe und Plastizität der dargestellten Personen bei.

Diese Entwicklungen, sowohl in Italien als auch im Norden, führten zu einer Blütezeit des Portraits, in der die Darstellung der individuellen Persönlichkeit und des äußeren Erscheinungsbildes eine zentrale Rolle spielte.

Vergleich: Arten von Portraits nach Bildausschnitt

Um die Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten von Portraits nach Bildausschnitt zu verdeutlichen, kann eine Tabelle hilfreich sein:

Art des PortraitsBeschriebener BildausschnittFokus
BildniskopfKopf, oft mit HalsGesicht, Ausdruck
BüsteKopf, Hals, Schulterpartie, großer Teil des OberkörpersGesicht, Ausdruck, oberer Körperbereich
BruststückGroßteil des Oberkörpers, ganz/teilweise ArmeOberkörper, Haltung, Accessoires
HalbfigurBis zur TailleOberkörper, Gestik (teilweise), Kontext
KniestückBis zu den KnienGrößerer Teil des Körpers, Kleidung, Umgebung
GanzfigurGesamtheit der PersonKörperhaltung, Kleidung, Umgebung, Status

Häufig gestellte Fragen zum Portrait

Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen rund um das Thema Portrait:

Was ist das Hauptziel eines Portraits?

Das Hauptziel ist es, die Persönlichkeit und das Äußere einer Person einzufangen und darzustellen. Es soll die abgebildete Person repräsentieren und oft ein Andenken bewahren.

Worauf liegt der Fokus bei einem Portrait?

Traditionell liegt der Fokus stark auf dem Gesicht und insbesondere auf den Augen des Modells, da diese als Ausdruck der Persönlichkeit gelten.

Gibt es nur fotografische Portraits?

Nein, der Begriff Portrait umfasst alle künstlerischen Darstellungen einer Person, bei der das Gesicht im Mittelpunkt steht, einschließlich Gemälden, Zeichnungen, Skulpturen und Fotografien.

Wie unterscheidet sich eine Büste von einer Halbfigur?

Eine Büste zeigt den Kopf, Hals, Schultern und einen großen Teil des Oberkörpers. Eine Halbfigur zeigt die Person bis zur Taille, also einen größeren Ausschnitt des Körpers als eine Büste.

Warum war die Erfindung der Ölfarbe wichtig für die Porträtmalerei?

Die Ölfarbe ermöglichte feinere Farbabstufungen, eine größere Detailgenauigkeit und die Möglichkeit, das Gemälde über längere Zeit zu bearbeiten. Dies führte zu realistischeren und lebendigeren Portraits.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Portrait eine faszinierende Kunstform ist, die sich über Jahrtausende entwickelt hat. Von den frühen idealisierten Darstellungen in der Antike bis hin zu den detailreichen und psychologisch tiefgründigen Bildnissen der Renaissance und der modernen Fotografie hat das Portrait stets das menschliche Bedürfnis reflektiert, das Individuum festzuhalten und zu verstehen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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