Die Schweizer Armee hat ihre eigenen Traditionen und Begriffe. Für viele Ausländer, insbesondere aus Deutschland, stellt sich die Frage nach einer möglichen Zugehörigkeit. Gleichzeitig gibt es spezifische Ausdrücke, die den Alltag im Militär prägen, wie beispielsweise der „Zwipf“. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten für Deutsche in der Schweizer Armee und taucht tief in die Welt der Zwischenverpflegung ein, sowohl im militärischen Kontext als auch in den vielfältigen regionalen Ausprägungen.

Dienst in der Schweizer Armee für Deutsche?
Für deutsche Staatsbürger, die in der Schweiz leben, gibt es unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, Teil der Schweizer Armee zu werden. Dies ist primär an den Prozess der Einbürgerung geknüpft. Wer sich zwischen dem 18. und 24. Altersjahr in der Schweiz einbürgern lässt, wird automatisch militärdienstpflichtig. Dies bedeutet, dass man ein offizielles Aufgebot zum Militärdienst erhält, ähnlich wie Schweizer Bürger.
Erfolgt die Einbürgerung zu einem späteren Zeitpunkt, nämlich zwischen dem 25. und 29. Altersjahr, ändert sich das Vorgehen leicht. In diesem Fall wird man zur Rekrutierung aufgeboten, jedoch primär zur Abklärung der Schutzdiensttauglichkeit. Der Schutzdienst ist ein Teilbereich des Schweizer Militärs, der sich auf Aufgaben wie Katastrophenhilfe oder Unterstützung der Zivilbevölkerung konzentriert.
Unabhängig vom Zeitpunkt der Einbürgerung besteht auch die Möglichkeit, freiwillig Militärdienst zu leisten. Hierfür muss ein separater Antrag gestellt werden, insbesondere wenn man die reguläre Altersgrenze für die Dienstpflicht bereits überschritten hat. Dies ermöglicht auch Personen, die später eingebürgert wurden oder nicht automatisch dienstpflichtig sind, einen Beitrag zur Landesverteidigung oder zum Schutzdienst zu leisten.
Der «Zwipf» in der Schweizer Armee
Im militärischen Alltag der Schweiz gibt es neben den offiziellen Vorschriften und Abläufen auch informelle Begriffe, die das Leben der Soldaten prägen. Einer dieser Begriffe ist der «Zwipf». Dabei handelt es sich um eine inoffizielle Bezeichnung für die Zwischenverpflegung der Mannschaft.

Diese Zwischenverpflegungen werden typischerweise in den Pausen ausgegeben. Die genaue Zusammenstellung eines «Zwipf» kann variieren und hängt oft vom Gusto des Küchenchefs ab. Übliche Bestandteile, wie sie in den Pausen der Schweizer Armee gereicht werden können, sind:
- Tee oder Zitronenwasser zur Flüssigkeitsaufnahme.
- Getreideriegel als schnelle Energielieferanten.
- Militärschokolade, ein Klassiker der Schweizer Armee.
- Biscuits für den kleinen Hunger.
- Studentenfutter, eine Mischung aus Nüssen und Trockenfrüchten.
- Frisches Obst für Vitamine.
Der «Zwipf» ist somit mehr als nur eine Mahlzeit; er ist Teil der militärischen Kultur und des täglichen Rhythmus während des Dienstes.
Zwischenmahlzeiten: Ein Blick über den militärischen «Zwipf» hinaus
Der Begriff «Zwipf» in der Schweizer Armee reiht sich ein in eine reiche Kultur der Zwischenmahlzeiten, die in verschiedenen Regionen des deutschsprachigen Raums existiert, wenn auch unter ganz anderen Namen und mit regional spezifischen Ausprägungen. Während der militärische «Zwipf» funktional und oft standardisiert ist, spiegeln zivile Zwischenmahlzeiten lokale Traditionen und Vorlieben wider.
Vielfalt der Zwischenmahlzeiten im Alemannischen Sprachraum
Im alemannischen Sprachraum, zu dem neben der Schweiz auch Liechtenstein, Vorarlberg und Teile Süddeutschlands (Schwarzwald) sowie das Elsass gehören, gibt es verschiedene Bezeichnungen und Bräuche rund um die Zwischenmahlzeit.
- Znüni: In der Deutschschweiz, Vorarlberg und im alemannisch-süddeutschen Raum ist das «Znüni» die morgendliche Zwischenmahlzeit, wörtlich «zu neun Uhr» (von alemannisch «nüün»). Auch wenn die Pause später stattfindet, bleibt der Name oft erhalten. Typisch sind Kleinigkeiten wie ein Apfel, ein Butterbrot oder Kaffee. Im Wallis spricht man von «Schpiis» für herzhaftere Varianten mit Käse, Brot und Wurst. Eine beliebte Schweizer Spezialität ist das «Weggli und Schoggistängeli». Auch Gipfeli (Croissants) oder Brot mit Aufschnitt und Käse werden gerne gegessen. Eine Besonderheit ist das «Znüni-Lotto», ein Marketinginstrument in Cafés.
- Zvieri: Analog zum Znüni ist das «Zvieri» die nachmittägliche Zwischenmahlzeit, abgeleitet von «Vier». Diese wird oft gegen vier Uhr eingenommen. Im Wallis wird diese Zwischenmahlzeit als «Zaabund» bezeichnet.
- Z’Owetesse: Im Elsass gibt es das «Z’Owetesse» als Zwischenmahlzeit vor dem Abendessen («Z’Nachtesse»). Hier werden Brot, Käse und Obst gegessen, oft begleitet von Wein.
- Vesper: Im süddeutschen Raum, einschliesslich Schwaben und Teilen Badens, ist das «Vesper» weit verbreitet. Es kann sowohl eine Zwischenmahlzeit als auch das Abendessen bezeichnen. Das Verb «vespern» bedeutet, häufig kleine Mahlzeiten einzunehmen. Ursprünglich vom «Vesperbrot» abgeleitet, das vor der kirchlichen Vesper eingenommen wurde. Im Elsass heisst das Nomen zwar «Vaschper» oder «Veschper», bezeichnet aber die Vesper selbst, während die Zwischenmahlzeit um 16 Uhr «Veschperbrod» genannt wird. In der Schweiz kann «Vesper» auch den kleinen Znacht vor dem Stall (Melken, Misten) meinen.
Zwischenmahlzeiten im Bairischen Sprachraum
Auch im bairischen Sprachraum, der Österreich, Bayern und Südtirol umfasst, existiert eine ausgeprägte Kultur der Zwischenmahlzeiten mit eigenen Bezeichnungen.

- Brotzeit: In Bayern, Franken und Teilen Thüringens bezeichnet die «Brotzeit» deftige Zwischenmahlzeiten oder kalte Hauptmahlzeiten. Sie besteht oft aus Natursauerteigbrot oder Brezeln, verschiedenen Käse- und Wurstsorten, Obatztem, Kartoffelkäse, Radieschen oder Gewürzgurken. In vielen Biergärten ist es Tradition, die eigene Brotzeit mitzubringen.
- Gabelfrühstück: Dieses zweite Frühstück, auch in Ostösterreich gebräuchlich, kann aus kalten oder warmen Speisen bestehen. Der Name kommt vom französischen «déjeuner à la fourchette», da man ursprünglich Häppchen im Stehen mit der Gabel ass.
- Jause: In Österreich ist die «Jause» eine kleine Zwischenmahlzeit, vergleichbar mit der Brotzeit oder dem Vesper. Der Begriff stammt vom slowenischen «južina». In Oberösterreich und Teilen Niederösterreichs kann «Jause» auch das kalte Abendessen meinen. Die «Jausenzeit» ist die zugehörige Zeitspanne. Proviant für Schule oder Arbeit heisst ebenfalls Jause und wird im «Jausensackerl» transportiert. Es gibt salzige und süsse Varianten. Eine «Jausenstation» oder «Jausenhütte» ist eine Gaststätte, die speziell auf Wanderer oder Ausflügler ausgerichtet ist. Eine typische «Brettljause» wird auf einem Holzbrett serviert und enthält verschiedene Fleisch- und Wurstsorten, Käse und Beilagen. Es gibt auch spezifische Varianten wie die «Speckjause» oder die «Käsejause».
- Marende: In Tirol und Südtirol spricht man von der «Marende», einer Zwischenmahlzeit, die oft aus Schüttelbrot, Speck, Kaminwurzen, Essiggurken und Rotwein besteht. Der Begriff leitet sich vom mittellateinischen «merenda» ab. Die vormittägliche Zwischenmahlzeit heisst hier «Neunern» oder «Halbmittag».
Weitere regionale Zwischenmahlzeiten in Deutschland
Auch in anderen Regionen Deutschlands existieren spezifische Bezeichnungen und Bräuche.
- Fofftein: In Norddeutschland bezeichnet «Fofftein» (von niederdeutsch «Fünfzehn») eine oft morgendliche Zwischenmahlzeit oder einfach eine 15-minütige Pause, abgeleitet von früheren Arbeitszeitregelungen.
- Imbs: In Rheinhessen ist der Proviant für den Weinberg das «Imbs». Dieser Begriff, verwandt mit «Imbiss», stammt vom althochdeutschen «imbizan» (essen). Es war eine rustikale Mahlzeit, oft um die Mittagszeit («im Unnere») oder nach der Weinlese, bestehend aus Hausmacher Wurst, Pellkartoffeln mit Weichem Käs und Brot, oder «Worscht un Woi», oft auf dem Boden sitzend eingenommen.
- Winzerplatte: Verbreitet in deutschen Weinregionen, zeichnet sich die «Winzerplatte» durch regionale Käsespezialitäten (wie Limburger, Handkäs, Spundekäs) aus, serviert mit Brot, Butter, Gurken und Schmalz. Eine spezielle Variante in der Pfalz, Rheinhessen und dem Rheingau ist «Weck, Worscht un Woi».
- Pausenbrot: Dies ist eine weit verbreitete Bezeichnung für ein vorbereitetes belegtes Brot und weitere Snacks, das Schüler oder Arbeitende in der Pause essen.
- Kindergartenfrühstück: Eine spezielle Form des zweiten Frühstücks im Kindergarten, das entweder gemeinsam oder gleitend eingenommen wird und pädagogische Ziele verfolgt.
Kaffee und Kuchen & Teepause
Diese beiden Traditionen sind ebenfalls Formen der Zwischenmahlzeit, wenn auch oft süss und nicht direkt mit den deftigen Varianten oder dem militärischen «Zwipf» vergleichbar.
- Kaffee und Kuchen: Eine traditionelle Mahlzeit am Nachmittag, besonders in Deutschland und Österreich. Sie hat sich seit dem 17. Jahrhundert etabliert, als Kaffee in Europa populär wurde und oft mit süssen Speisen serviert wurde.
- Teepause: Im Vereinigten Königreich, Irland und Ostfriesland eine wichtige Tradition. In Ostfriesland wird um elf Uhr («Elführtje») und nachmittags der schwarze Tee mit Kandis und Sahne getrunken.
Diese kulturelle Vielfalt zeigt, wie tief das Konzept der Zwischenmahlzeit in den verschiedenen Regionen verwurzelt ist, von der funktionalen Verpflegung im Militär bis hin zu regionalen Spezialitäten und sozialen Bräuchen.
Häufig gestellte Fragen
Kann man als Deutscher in die Schweizer Armee?
Ja, das ist unter bestimmten Bedingungen möglich. Wenn Sie sich als Deutscher zwischen 18 und 24 Jahren in der Schweiz einbürgern lassen, werden Sie militärdienstpflichtig. Bei einer Einbürgerung zwischen 25 und 29 Jahren werden Sie zur Abklärung der Schutzdiensttauglichkeit aufgeboten. Ausserdem können Sie auch freiwillig Militärdienst leisten, indem Sie einen entsprechenden Antrag stellen.

Was ist ein Zwipf im Militär?
«Zwipf» ist ein inoffizieller Begriff in der Schweizer Armee für die Zwischenverpflegung der Mannschaft. Diese wird in den Pausen ausgegeben und kann beispielsweise aus Tee, Zitronenwasser, Getreideriegeln, Militärschokolade, Biscuits, Studentenfutter oder Obst bestehen.
Was ist das Spezialistenabzeichen der Schweizer Armee?
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Was heißt ADF Militär?
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Vergleichstabelle: Regionale Zwischenmahlzeiten (Auswahl)
| Begriff | Region(en) | Beschreibung (laut Text) |
|---|---|---|
| Zwipf | Schweizer Armee | Inoffizielle Zwischenverpflegung (Tee, Riegel, Schokolade, etc.) |
| Znüni | Deutschschweiz, Vorarlberg, Süddeutschland, Elsass | Morgendliche Zwischenmahlzeit (oft Kleinigkeiten, z.B. Apfel, Butterbrot, Weggli mit Schoggistängeli) |
| Zvieri | Deutschschweiz, Vorarlberg, Süddeutschland, Elsass | Nachmittägliche Zwischenmahlzeit (analog zum Znüni) |
| Vesper | Süddeutschland (Schwaben, Baden), Elsass, Schweiz | Zwischenmahlzeit oder Abendessen (oft deftig), in Sachsen Kaffee & Kuchen |
| Brotzeit | Bayern, Franken, Teile Thüringens | Deftige Zwischen- oder kalte Hauptmahlzeit (Brot, Wurst, Käse, Radi, etc.) |
| Jause | Österreich | Kleine Zwischenmahlzeit (salzig oder süss), kann auch kaltes Abendessen sein (Brettljause) |
| Marende | Tirol, Südtirol | Zwischenmahlzeit (Schüttelbrot, Speck, Kaminwurzen, Essiggurken, Rotwein) |
| Fofftein | Norddeutschland | Morgendliche Zwischenmahlzeit oder 15-minütige Pause |
| Imbs | Rheinhessen | Proviant für den Weinberg (Hausmacher Wurst, Pellkartoffeln, Käse, Wein) |
| Kaffee und Kuchen | Deutschland, Österreich etc. (nicht Schweiz) | Nachmittägliche Mahlzeit mit Kaffee und süssem Gebäck |
| Teepause | UK, Irland, Ostfriesland | Pause mit Tee, oft mit Gebäck (süss oder salzig) |
| Ploughman’s Lunch | Vereinigtes Königreich | Kalte, herzhafte Zwischenmahlzeit in ländlichen Gaststätten (Käse, Wurst, Pickles, Brot) |
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schweizer Armee spezifische Regelungen für die Aufnahme von Eingebürgerten hat und eigene Begriffe wie den «Zwipf» für die tägliche Verpflegung nutzt. Dieser militärische Begriff steht in einer interessanten Beziehung zu den vielfältigen und traditionellen Zwischenmahlzeiten, die in den verschiedenen Regionen des deutschsprachigen Raums existieren und einen festen Bestandteil der regionalen Kulturen bilden.
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