Was antworten Hänsel und Gretel?

Hänsel und Gretel: Märchen, Lied & Varianten

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Das Märchen von Hänsel und Gretel gehört zweifellos zu den bekanntesten und beliebtesten Geschichten der deutschen Folklore. Es wurde von den Gebrüdern Grimm gesammelt und in ihren Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht, aber auch Ludwig Bechstein nahm eine Variante in sein Deutsches Märchenbuch auf. Die Erzählung von zwei Kindern, die in großer Not ausgesetzt werden und einem gefährlichen Abenteuer begegnen, hat über Generationen hinweg Menschen fasziniert und bewegt. Doch was steckt wirklich hinter dieser Geschichte, wie unterscheidet sie sich in verschiedenen Fassungen, und welche Rolle spielt das berühmte Kinderlied?

Die Geschichte von Hänsel und Gretel

Die Erzählung beginnt in einer Zeit großer Armut. Vor einem großen Wald wohnt ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, Hänsel und Gretel. Die Not ist so groß, dass sie kein tägliches Brot mehr haben. In ihrer Verzweiflung schlägt die Frau dem Mann vor, die Kinder im Wald auszusetzen, da sie sie nicht länger ernähren können. Der Vater sträubt sich zunächst, aber die Frau lässt ihm keine Ruhe, bis er zustimmt.

Was sind die letzte Worte der Hexe im Märchen Hänsel und Gretel?
Also sagte die Hexe „Knusper, knusper, knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen? “ Als ein Kind antwortete „der Wind, der Wind, das himmlische Kind“, war die Hexe von Aufregung überwältigt – endlich hatte sie nicht nur ein, sondern zwei Kinder – Hänsel und Gretel.

Die Kinder sind wach und hören das schreckliche Gespräch. Hänsel, der ältere der beiden, schleicht sich hinaus, als der Mond hell scheint. Er sammelt so viele weiße Kieselsteine, wie in seine Taschen passen. Am nächsten Morgen nehmen die Eltern die Kinder mit in den Wald. Während sie gehen, wirft Hänsel heimlich immer wieder einen der blanken Kieselsteine auf den Weg. Tief im Wald angekommen, machen die Eltern ein Feuer und lassen die Kinder unter dem Vorwand zurück, Holz zu fällen und sie später abzuholen. Vater und Mutter kehren jedoch nicht zurück.

Als es finster wird, beginnt Gretel zu weinen. Hänsel tröstet sie und verspricht, dass sie den Weg finden werden, sobald der Mond aufgeht. Im Mondlicht schimmern die Kieselsteine hell und zeigen ihnen den Weg. Sie gehen die ganze Nacht und erreichen am Morgen ihr Zuhause. Der Vater freut sich von Herzen, die Kinder wiederzusehen. Die Mutter tut so, als ob sie sich freut, ist aber heimlich böse, dass ihr Plan misslungen ist.

Kurz darauf herrscht erneut große Not im Haus. Die Mutter überzeugt den Vater, die Kinder noch tiefer in den Wald zu führen. Diesmal hören Hänsel und Gretel das Gespräch wieder. Hänsel versucht erneut, Kieselsteine zu sammeln, aber die Mutter hat die Tür zugeschlossen. Er tröstet Gretel und vertraut auf Gottes Hilfe. Am nächsten Morgen erhalten sie ein noch kleineres Stück Brot als beim letzten Mal. Auf dem Weg in den Wald zerbröselt Hänsel sein Brot und wirft die Bröcklein auf die Erde, um eine Spur zu legen. Sie werden noch tiefer in den Wald geführt als zuvor.

Wieder werden sie am Feuer zurückgelassen, mit dem Versprechen, abgeholt zu werden. Aber niemand kommt. Als der Mond aufgeht, sucht Hänsel nach den Brotbröcklein, doch sie sind verschwunden. Die Vöglein im Wald haben sie aufgepickt. So verirren sich die Kinder im tiefen Wald. Sie irren Tag und Nacht umher, drei Tage lang, ohne aus dem Wald herauszufinden. Sie sind sehr hungrig und finden nichts zu essen als ein paar kleine Beeren.

Am dritten Tag entdecken sie ein Häuslein, das aus Brot gebaut, mit Kuchen gedeckt und mit Fenstern aus hellem Zucker versehen ist. Voller Hunger brechen sie Stücke vom Haus ab, um sich satt zu essen. Hänsel isst vom Dach, Gretel knuspert an den Fensterscheiben. Plötzlich ruft eine feine Stimme aus dem Häuschen:

"Knusper, knusper, knäuschen,
wer knuspert an meinem Häuschen!"

Die Kinder, erschrocken, antworten: "Der Wind, der Wind, das himmlische Kind". Sie essen weiter. Doch die Tür geht auf, und eine steinalte Frau kommt heraus. Hänsel und Gretel erschrecken sehr. Die alte Frau stellt sich freundlich und lockt sie ins Haus. Dort bekommen sie reichlich zu essen: Milch, Pfannkuchen, Äpfel, Nüssen. Sie schlafen in schönen Bettlein und glauben, im Himmel zu sein.

Doch die alte Frau ist eine böse Hexe, die Kindern auflauert und ihr Pfefferkuchenhaus gebaut hat, um sie anzulocken. Wenn sie Kinder in ihre Gewalt bekommt, tötet, kocht und isst sie sie. Sie ist froh, Hänsel und Gretel gefunden zu haben. Früh am nächsten Morgen sperrt sie Hänsel in einen kleinen Stall mit Gitter, um ihn zu mästen. Gretel muss Wasser holen und gut kochen, damit ihr Bruder fett wird. Wenn er fett ist, will die Hexe ihn essen. Gretel weint, muss aber gehorchen.

Hänsel bekommt das beste Essen, während Gretel nur Krebsschalen erhält. Jeden Morgen lässt die Hexe Hänsel seinen Finger herausstrecken, um zu fühlen, wie fett er schon ist. Hänsel streckt ihr aber immer ein kleines Knöchlein heraus. Da die Hexe schlechte Augen hat, merkt sie nicht, dass er nicht zunimmt. Nach vier Wochen verliert die Hexe die Geduld. Sie befiehlt Gretel, Wasser zu holen, denn sie will Hänsel am nächsten Tag schlachten und kochen, egal ob er fett ist oder nicht.

Was ist der Spruch von Hänsel und Gretel?
Text und Melodie Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald. Es war so finster und auch so bitter kalt. Sie kamen an ein Häuschen von Pfefferkuchen fein. Wer mag der Herr wohl von diesem Häuschen sein?

Am Morgen muss Gretel Feuer machen und den Kessel aufhängen. Die Hexe befiehlt ihr, in den Backofen zu schauen, ob das Brot schon braun und gar ist, da ihre Augen schwach sind. Wenn Gretel es nicht sehen kann, soll sie sich auf das Brett setzen und hineinschieben lassen, um drinnen nachzusehen. Die Hexe plant, die Ofentür zu schließen und Gretel im heißen Ofen zu backen und aufzuessen. Gretel aber durchschaut die List. Sie sagt, sie wisse nicht, wie sie in den Ofen kommen solle. Die Hexe nennt sie eine "dumme Gans" und zeigt ihr, wie es geht, indem sie selbst den Kopf in den Backofen steckt. In diesem Moment gibt Gretel ihr einen Stoß, sodass die Hexe weit hineinfällt. Gretel schließt die eiserne Tür und schiebt den Riegel vor. Die Hexe beginnt im Ofen zu schreien und zu jammern, während Gretel davonläuft. Die böse Hexe muss elend verbrennen.

Gretel läuft zu Hänsel, öffnet seinen Stall, und er springt heraus. Sie küssen sich voller Freude. Im Häuschen finden sie Edelsteine und Perlen, mit denen sie ihre Taschen füllen. Sie gehen fort und finden den Weg nach Hause. Der Vater freut sich von Herzen, seine Kinder wiederzusehen; er hatte keinen vergnügten Tag mehr, seit sie fort waren. Die Mutter ist inzwischen gestorben. Nun sind sie reich und leiden keinen Hunger mehr.

Das beliebte Kinderlied „Hänsel und Gretel“

Neben dem bekannten Märchen gibt es auch ein sehr populäres Kinderlied, das lose auf der Geschichte basiert: „Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald“. Dieses Lied stammt aus der Zeit um 1900 und wurde 1901 erstmals gedruckt. Es erzählt die Kernhandlung des Märchens in drei einfachen Strophen:

Die erste Strophe beschreibt, wie sich Hänsel und Gretel im finsteren und kalten Wald verirren und auf das Häuschen von Pfefferkuchen treffen. Sie fragen sich, wem es wohl gehört.

Die zweite Strophe berichtet, wie eine alte Hexe aus dem Fenster schaut und die Kinder ins Pfefferkuchenhaus lockt. Sie stellt sich freundlich, aber die Strophe enthüllt ihre böse Absicht: Sie will Hänsel im Ofen braten.

Die dritte Strophe schildert, wie Gretel die Hexe in den Ofen stößt, woraufhin die Hexe verbrennt und die Kinder nach Hause gehen können.

Das Lied kann als Bewegtes Singspiel aufgeführt werden, bei dem ein Kind die Rolle der Hexe in der Mitte übernimmt und die anderen Kinder die Handlung pantomimisch darstellen. Es gehört zu den bekanntesten Kinderliedern überhaupt und wurde von zahlreichen Künstlern gesungen, darunter Mary Roos und Roland Kaiser. Es gibt auch verschiedene Parodien des Liedes, unter anderem von Otto Waalkes, Possenspiel und Oliver Kalkofe. Sogar Rock- und Metal-Bands wie Hämatom und We Butter the Bread with Butter haben Versionen veröffentlicht. Interessanterweise trägt auch ein erotisches Filmlustspiel aus dem Jahr 1970 den Titel „Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald“.

Wichtige Fragen rund um Hänsel und Gretel

Das Märchen wirft einige spezifische Fragen auf, die in den verschiedenen Versionen und Interpretationen oft eine Rolle spielen:

Was ist der erste Satz von Hänsel und Gretel?

Basierend auf dem bereitgestellten Text des Märchens lautet der erste Satz: „Vor einem großen Wald wohnte ein armer Holzhacker, der hatte kein tägliches Brot für seine Frau und seine zwei Kinder, Hänsel und Gretel.“

Wie lautet der Spruch der Hexe?

Der berühmte Spruch, den die Hexe ruft, wenn die Kinder an ihrem Haus knabbern, variiert leicht in den verschiedenen Fassungen. In der Urfassung der Brüder Grimm von 1812 und den späteren Ausgaben bis 1857 lautet er: „Knuper, knuper, kneischen, wer knupert an meinem Häuschen?“. In Ludwig Bechsteins Deutschem Märchenbuch von 1856 weicht der Text ab und lautet: „Knusper, knusper, kneischen! Wer knuspert mir am Häuschen?“

Was antworten Hänsel und Gretel?

Auf den Ruf der Hexe geben die Kinder eine ausweichende Antwort, um den Eindruck zu erwecken, dass nur der Wind am Haus knabbert. Die Antwort der Kinder ist sowohl bei Ludwig Bechstein als auch in der erweiterten Fassung der Brüder Grimm ab 1819 identisch. Sie lautet: „Der Wind, der Wind, das himmlische Kind“.

Was ist der erste Satz von Hänsel und Gretel?
Vor einem großen Wald wohnte ein armer Holzhacker, der hatte kein tägliches Brot für seine Frau und seine zwei Kinder, Hänsel und Gretel.

Variationen und Ursprünge des Märchens

Das Märchen von Hänsel und Gretel ist nicht in einer einzigen, unveränderlichen Form überliefert. Die Sammlung der Brüder Grimm selbst enthält verschiedene Fassungen, und auch andere Märchensammler wie Ludwig Bechstein haben Varianten aufgezeichnet. Diese Variationen geben Einblick in die Entwicklung und die Bedeutungsebenen der Geschichte.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Fassungen der Brüder Grimm betrifft die Rolle der Eltern. In der Urfassung von 1812 ist es die leibliche Mutter der Kinder, die den Vater überredet, sie im Wald auszusetzen. Dies verleiht dem Märchen eine stark sozialkritische Bedeutung, da die Not der Familie so groß ist, dass die Eltern zu solch drastischen Maßnahmen greifen. Erst ab der Fassung von 1840 wird die Mutter durch eine Stiefmutter ersetzt. Dies verschiebt den Fokus von sozialer Verzweiflung hin zum klassischen Stiefmutter-Motiv, das in vielen Märchen vorkommt und oft als Symbol für eine böse, nicht-leibliche Elternfigur gedeutet wird.

Auch der Heimweg der Kinder nach dem Tod der Hexe unterscheidet sich. In der Fassung von 1819 finden die Kinder nicht sofort den Weg nach Hause, sondern geraten an ein Gewässer, das sie nicht überqueren können. Eine Ente hilft ihnen, über das Wasser zu gelangen, wonach ihnen die Gegend bekannt vorkommt und sie nach Hause zurückkehren. In Ludwig Bechsteins Version folgt er weitgehend der Fassung von 1819, fügt aber hinzu, dass ein dankbarer weißer Vogel, der zuvor die Brotkrümel aufgepickt hatte, die Kinder nach dem Tod der Hexe nach Hause führt.

Das Märchen stammt aus mündlicher Überlieferung und weist Einflüsse anderer Geschichten auf. So wird es in seiner Eingangsmotivik, insbesondere dem Ausstreuen von Kieselsteinen und Brot sowie dem Motiv der Menschenfresserei, von Perraults „Le petit poucet“ (Däumling) beeinflusst. Die Namen Hänsel und Gretel greifen die in der Frühen Neuzeit verbreiteten Taufnamen Johannes und Margarete auf und wurden häufig als fiktive Platzhalternamen verwendet.

Ludwig Bechsteins Version unterscheidet sich auch darin, dass die Mutter am Ende nicht stirbt, sondern zusammen mit dem Vater Sorgen um die Kinder hat und die Entscheidung bereut. In diesem Moment kehren die Kinder zurück, und die Not hat ein Ende. Dies mildert das Ende im Vergleich zur Grimmschen Fassung, in der die Mutter stirbt.

Hier eine kleine Übersicht über einige Unterschiede:

MerkmalBrüder Grimm (1812)Brüder Grimm (1840+)Ludwig Bechstein
Elternteil, der Kinder aussetzen willEigene MutterStiefmutterEigene Mutter
Heimweg nach HexentodFinden WegMit Ente übers WasserMit Vogel geführt
Hexen-Spruch"Knuper, knuper, kneischen...""Knuper, knuper, kneischen...""Knusper, knusper, kneischen!..."
Kinder-Antwort(Nicht explizit genannt)"Der Wind, der Wind, das himmlische Kind" (ab 1819)"Der Wind, der Wind, das himmlische Kind"

Diese Variationen zeigen, wie Märchen leben und sich im Laufe der Zeit und in verschiedenen Sammlungen verändern können, wobei sie unterschiedliche Schwerpunkte setzen – sei es auf soziale Umstände oder archetypische Figuren wie die böse Stiefmutter.

Das Märchen von Hänsel und Gretel bleibt eine zeitlose Geschichte, die von Verzweiflung und Überleben, von List und Befreiung erzählt. Ob in der ursprünglichen Form der Brüder Grimm, in Bechsteins Variante oder im bekannten Kinderlied – die Elemente des verlorenen Weges, des verlockenden Hauses und der gefährlichen Hexe sind fest im kollektiven Gedächtnis verankert.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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