Die Frage „Wann kam Snap?“ bezieht sich im Grunde auf die Einführung der beliebten Social-Media-App, die ursprünglich Snapchat hieß und später zum Unternehmen Snap Inc. wurde. Die Geschichte dieser innovativen Plattform beginnt im September 2011, als sie von Robert „Bobby“ Murphy und Evan Spiegel in Los Angeles gegründet wurde. Was Snapchat von Anfang an auszeichnete, war das Versprechen, dass gesendete Nachrichten und Medien nach kurzer Zeit wieder verschwinden – ein Konzept, das die digitale Kommunikation nachhaltig veränderte.

Geschichte und Entwicklung von Snapchat
Die Idee für selbstlöschende Bilder stammte ursprünglich von Reggie Brown, der Evan Spiegel kontaktierte. Bobby Murphy, der über Programmierkenntnisse verfügte, stieß später dazu. Die drei arbeiteten zunächst eng zusammen, doch im Laufe der Zeit beschlossen Spiegel und Murphy, Brown vom Projekt auszuschließen. Dies führte später zu einem Rechtsstreit, der 2014 mit einem Vergleich beigelegt wurde. Im Rahmen dieses Vergleichs erkannten Spiegel und Murphy Browns Beitrag zur ursprünglichen Idee von Snapchat an.
Zu Beginn konzentrierte sich das Team stark auf die Benutzerfreundlichkeit und die technischen Aspekte der App. Eine bemerkenswerte Ausnahme war die Entscheidung, das von Brown entworfene Maskottchen „Ghostface Chillah“ beizubehalten. Die Unternehmensphilosophie, die CEO Evan Spiegel im Mai 2012 in einem Blog-Eintrag formulierte, war wegweisend: „Bei Snapchat geht es nicht darum, den traditionellen Kodak-Moment einzufangen. Es geht darum, den vollen Umfang menschlicher Emotionen zu transportieren – nicht nur, was hübsch oder perfekt zu sein scheint.“ Die Plattform wurde als Antwort auf die Debatte über die Langlebigkeit persönlicher Informationen in anderen sozialen Netzwerken konzipiert.
Wichtige Entwicklungsschritte umfassten die Einführung der Videofunktion im Dezember 2012, die es Nutzern ermöglichte, bis zu zehn Sekunden lange Videos aufzunehmen und zu versenden. Im Juni 2013 wurde die iOS-Version 5.0 „Banquo“ veröffentlicht, die zahlreiche Verbesserungen wie die Wisch-Funktion brachte. Ebenfalls 2013 startete Snapkidz für Nutzer unter 13 Jahren, eine eingeschränkte Version der App. Eine der prägendsten Neuerungen war die Einführung der Geschichten-Funktion (Storys) im Oktober 2013, mit der Nutzer Bilder und Videos in chronologischer Reihenfolge teilen konnten, die 24 Stunden lang sichtbar blieben. Im Mai 2014 folgten die Video-Chat-Funktion und die Möglichkeit, kurzlebige Textnachrichten zu versenden. Neuere Entwicklungen umfassen „Crowd Surf“ (August 2017) zur Kombination von Videoclips verschiedener Nutzer und eine größere Neugestaltung der App Ende 2017/Anfang 2018, die jedoch auf viel Kritik stieß. Mitte 2022 wurde zudem eine Web-Version angekündigt.
Wachstum und Marktentwicklung
Das Wachstum von Snapchat war rasant. Während im Mai 2012 noch etwa 20 Bilder pro Sekunde verschickt wurden, wurde bereits im November desselben Jahres das milliardste geteilte Foto in der iOS-App gemeldet. Täglich wurden zu dieser Zeit durchschnittlich 20 Millionen Fotos versendet. Diese Dynamik weckte schnell das Interesse größerer Unternehmen. Ein Angebot der Facebook Inc. (heute Meta Platforms) zur Übernahme, das zunächst eine Milliarde und später drei Milliarden US-Dollar umfasste, wurde von Snapchat abgelehnt. Die Marktwerteinschätzung stieg weiter; im September 2015 wurde der Wert des Unternehmens auf 19 Milliarden US-Dollar beziffert.
Im April 2016 sahen rund 100 Millionen aktive Nutzer täglich 10 Milliarden Video-Clips, womit Snapchat zu diesem Zeitpunkt weltweit vor Facebook lag. Am 24. September 2016 erfolgte eine wichtige Umfirmierung: Das Unternehmen Snapchat Inc. benannte sich in Snap Inc. um, um zu verdeutlichen, dass es mehr als nur eine Messaging-App ist. Anfang 2017 ging Snap Inc. schließlich an die Börse, was als einer der größten Börsengänge in der Technologiebranche bezeichnet wurde. Stand April 2022 verzeichnete das Unternehmen 332 Millionen täglich aktive Nutzer weltweit.
Einzigartige Funktionen
Snapchat unterscheidet sich grundlegend von vielen anderen sozialen Netzwerken. Statt permanenter Profile, die mit Inhalten gefüllt werden, stehen die kurzlebige Kommunikation und das Teilen von Momenten im Vordergrund. Nutzer haben eigene „Channels“, über die sie Inhalte verbreiten können, die von anderen angesehen, aber nicht direkt kommentiert oder „geliket“ werden können. Nach kurzer Zeit verschwinden diese Inhalte wieder, was dem Konzept eines temporär geteilten Tagebuchs nahekommt.
Ein Kernstück der App sind die Filter, die auf Snaps (verschickte Medien) angewendet werden können. Neben Filtern, die Informationen wie Uhrzeit, Temperatur oder Geschwindigkeit anzeigen, gibt es Schwarzweiß- und Sättigungsfilter. Besonders populär sind die Geofilter, die ortsspezifisch sind und nur in bestimmten geografischen Gebieten verfügbar sind. Diese ermöglichen es Nutzern, ihren Standort auf kreative Weise zu teilen. Darüber hinaus gibt es themenspezifische Filter für Veranstaltungen oder Feiertage. Die Einführung von Smileys hinter den Kontaktnamen ersetzte frühere Freundeslisten und kategorisiert Kontakte basierend auf der Häufigkeit des Snappens. Die sogenannten „Flammen“ symbolisieren fortlaufende Snapping-Serien zwischen zwei Nutzern.
Die Storys sind Abfolgen von Snaps, die eine Erzählung bilden und 24 Stunden lang sichtbar sind. Nutzer können Storys ihrer Freunde ansehen, und die Datenschutz-Einstellungen können angepasst werden. Storys können auch gespeichert werden, um sie dauerhaft zu behalten. Eine weitere Funktion sind die Spotlights, die ähnlich wie Storys funktionieren, aber eher an das Format der App TikTok angelehnt sind und seit Juni 2022 auch Kommentare ermöglichen.
Seit 2015 bietet Snapchat im „Entdecken“-Bereich auch Shows an. Dies sind vertikale Videoformate von drei bis sieben Minuten Länge, die in Zusammenarbeit mit über 100 Markenpartnern produziert werden und sich durch einen schnellen Schnitt auszeichnen.
Hardware-Initiativen
Im Zuge der Umfirmierung zu Snap Inc. im Jahr 2016 kündigte das Unternehmen seine erste Hardware an: die Kamerabrille Spectacles, mit der Videos von bis zu 10 Sekunden Länge aufgenommen werden konnten. Im April 2022 folgte die Ankündigung einer Drohne namens Pixy. Dieses Projekt wurde jedoch nach nur vier Monaten wieder eingestellt.
Sicherheit und Kritik
Trotz des großen Erfolgs stand Snapchat immer wieder in der Kritik, insbesondere in Bezug auf Sicherheit und Datenschutz. Das zentrale Versprechen der Flüchtigkeit von Medien wurde von der US-amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC bereits 2014 als irreführend eingestuft, da es zahlreiche Möglichkeiten gibt, dieses zu umgehen. Bildschirmfotos werden von der App zwar registriert und der Absender benachrichtigt, aber nicht verhindert. Auch Videoaufnahmen des Bildschirms oder die Nutzung von Drittanbieter-Clients ermöglichen das Speichern von Inhalten. Dies birgt Risiken für Nutzer, die sich in falscher Sicherheit wiegen und sensible Inhalte teilen könnten.
Sicherheitsvorfälle und Datenschutzbedenken
Ende 2013 veröffentlichten Hacker Daten von rund 4,6 Millionen Snapchat-Nutzern, nachdem sie eine Sicherheitslücke ausgenutzt hatten, auf die bereits Monate zuvor hingewiesen worden war. Die FTC ermittelte daraufhin und stellte schwere Versäumnisse fest, unter anderem beim Schutz der Funktion zum Finden von Freunden und bei der mangelnden Verifizierung von Telefonnummern. Dies führte dazu, dass Snapchat unter Beobachtung gestellt wurde.

Die mangelnde Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (E2E) war ein weiterer Kritikpunkt. Ein Test des Technik-Magazins c’t im Jahr 2021 zeigte, dass Snapchat im Gegensatz zu vielen Konkurrenten wie Signal oder WhatsApp keine E2E-Verschlüsselung bot, was bedeutet, dass Inhalte von Dritten mitgelesen werden könnten. Mitte 2019 wurde durch Whistleblower der Missbrauch von SnapLion bekannt, einem internen System, das Mitarbeitern weitreichenden Zugriff auf Nutzerdaten ermöglichte und offenbar auch ohne rechtliche Grundlage missbraucht wurde.
Eine Studie von Mozilla Anfang 2023 kritisierte die Angaben von Snapchat im Google Play Store als irreführend und die Datensammlung sowie Weitergabe an Dritte als intransparent. Snapchat wurde in dieser Studie zusammen mit TikTok und Twitter in die schlechteste Kategorie eingeordnet, was die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer gefährde.
Spezifische Filter-Kontroversen
Der Speed-Filter, der die aktuelle Geschwindigkeit anzeigte, geriet in die Kritik, da er mit Verkehrsunfällen in Verbindung gebracht wurde. Obwohl die Sicherheit der Nutzer laut Snapchat oberste Priorität hatte, wurde der Filter erst im Juni 2021, acht Jahre nach seiner Einführung, entfernt.
Datenschutzrichtlinien
Auch die Datenschutzrichtlinien von Snapchat sorgten für Debatten. Übersetzungen offenbarten, dass sich das Unternehmen umfangreiche Rechte im Umgang mit Nutzerdaten einräumte, einschließlich des unwiderruflichen Rechts, auf den Servern gespeicherte Bilder zu verwenden und zu veröffentlichen. Spätere Aktualisierungen der Richtlinien erlaubten die unbefristete Nutzung von Name, Bild und Stimme der Nutzer in bestimmten Kontexten wie „Live Stories“.
Kontroverse in Albanien
Eine neuere Kontroverse entstand im November 2024 in Albanien, als der Ministerpräsident nach einem Verbrechen die Schließung von Snapchat und TikTok ankündigte.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
Wann genau wurde Snapchat gegründet?
Snapchat wurde im September 2011 gegründet.
Was ist der Unterschied zwischen Snapchat und Snap Inc.?
Snapchat war ursprünglich der Name der App und des Unternehmens. Am 24. September 2016 wurde das Unternehmen von Snapchat Inc. in Snap Inc. umfirmiert, um zu signalisieren, dass es über die reine App hinaus auch andere Produkte und Dienstleistungen entwickelt.
Sind Nachrichten auf Snapchat wirklich sicher und verschwinden sie immer?
Das Versprechen des automatischen Verschwindens kann auf verschiedene Weise umgangen werden, z.B. durch Screenshots (die der Sender bemerkt), Videoaufnahmen des Bildschirms oder die Nutzung von nicht-offiziellen Drittanbieter-Apps. Zudem gab es in der Vergangenheit Sicherheitslücken und Kritik an der mangelnden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Das reine Versprechen der Flüchtigkeit ist daher nicht immer gewährleistet.
Kann man sehen, wenn jemand einen Screenshot von einem Snap macht?
Ja, die offizielle Snapchat-App benachrichtigt den Absender, wenn der Empfänger einen Screenshot von einem Snap oder Chat macht.
Was sind Storys und Spotlights?
Storys sind Sammlungen von Snaps, die eine chronologische Erzählung bilden und 24 Stunden lang für Freunde sichtbar sind (sofern nicht anders eingestellt). Spotlights sind ein Feature, das eher TikTok-ähnlichen Kurzvideos gewidmet ist und seit Juni 2022 auch Kommentare ermöglicht.
Fazit
Von seinen Anfängen im Jahr 2011 als App für flüchtige Nachrichten hat sich Snapchat zu einem globalen Phänomen und einem börsennotierten Unternehmen (Snap Inc.) entwickelt, das mit innovativen Funktionen wie Storys, Filtern und sogar Hardware-Produkten den Markt mitgestaltete. Die Plattform hat ein einzigartiges Kommunikationsparadigma etabliert, das sich auf authentische, temporäre Momente konzentriert. Trotz beeindruckenden Wachstums und kreativer Weiterentwicklung steht Snap Inc. jedoch weiterhin vor Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Glaubwürdigkeit seines zentralen Sicherheitsversprechens und den Umgang mit Nutzerdaten, Themen, die für die Zukunft der Plattform entscheidend bleiben.
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