Kann man eine gebrauchte Canon-Kamera registrieren?

Wer ist der größte Kamerahersteller der Welt?

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Der Markt für Digitalkameras hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Auch in Deutschland ist ein deutlicher Rückgang beim Absatz zu verzeichnen. Erreichte der Absatz im Jahr 2008 noch einen Rekordwert von über 9 Millionen verkauften Exemplaren, so fiel er bis 2023 auf nur noch rund 709.000 Stück. Dieser Trend ist nicht auf Deutschland beschränkt, sondern weltweit zu beobachten und hängt maßgeblich mit der zunehmenden Verbreitung und den verbesserten Kamerafunktionen von Smartphones zusammen. Ähnliche Entwicklungen gab es bereits bei anderen Elektronikprodukten wie Navigationsgeräten oder MP3-Playern. Trotz des rückläufigen Marktes gab es eine Zeit, in der die Digitalkamera in deutschen Haushalten sehr präsent war. Im Jahr 2004 besaßen nur etwa 19 Prozent der privaten Haushalte eine Digitalkamera, dieser Anteil stieg bis 2014 auf knapp 76 Prozent an, bevor er wieder sank. Auch wenn der Gesamtmarkt schrumpft, gibt es weiterhin beliebte Marken. In Deutschland zählen Canon und Nikon zu den bekanntesten und am häufigsten gekauften Digitalkamera-Marken.

Wer ist der größte Kamerahersteller der Welt?
Canon ist heute der größte Kamerahersteller der Welt.

Angesichts dieser Marktdynamik stellt sich die Frage: Wer dominiert den globalen Kameramarkt? Wer ist der größte Kamerahersteller der Welt?

Canon: Der Weltmarktführer

Der weltweit größte Kamerahersteller ist das japanische Unternehmen Canon. Mit Sitz in Tokio wurde Canon im Jahr 1937 gegründet. Canon ist nicht nur im Bereich der Fotografie führend, sondern stellt unter anderem auch Drucker und Scanner her und ist sogar an dem Raumfahrtunternehmen Space One beteiligt.

Der Name des Unternehmens, der am 26. Juni 1935 angemeldet wurde, leitet sich vermutlich vom ersten Kameraprototypen „Kwanon“ ab. Dieser Prototyp wurde nach Kannon benannt, dem buddhistischen Bodhisattva der Barmherzigkeit. Die Gründung des Labors für optische Präzisions-Instrumente im Jahr 1937 geht auf Yoshida Goro, Uchida Saburo und den Arzt Takeshi Mitarai zurück.

Die Anfänge und das Wachstum von Canon

Das ursprüngliche Ziel von Canon war es, preisgünstige Nachbauten der technisch führenden Kleinbildkameras von Leica und Contax herzustellen. In den 1960er und bis Mitte der 1970er Jahre erlebte der Kamerabau hohe Zuwachsraten, wovon auch Canon profitierte und geschickt Marketing einsetzte.

Canon zeigte früh eine Neigung zur Diversifizierung. Bereits 1964 stellte das Unternehmen einen ersten elektronischen Taschenrechner her. Bis 1985 machte Canon bereits 55 Prozent seines Umsatzes mit Bürotechnik, wozu elektronische Schreibmaschinen, Kopierer und Tischrechner gehörten. Auch Faksimile-Übertragungsgeräte und Geräte für die Halbleiterproduktion wurden produziert.

Ein wichtiger Meilenstein war die erfolgreiche Übertragung von Magnetbildern mit Zeitungsverlagen bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984, gemeinsam mit Sony.

Canons Dominanz im Digitalbereich

Seit 2002 ist Canon in Westeuropa Marktführer bei Digitalkameras. Die Rekordumsätze, die das Unternehmen etwa seit der Jahrtausendwende erzielte, resultierten vor allem aus dem stark gestiegenen Absatz von Digitalkameras. Im Jahr 2003 erreichte Canon auch in Japan zum ersten Mal die Marktführerschaft für Digitalkameras und verdrängte Konkurrenten wie Fuji Photo Film und Sony.

Im Jahr 2019 hatte Canon einen Weltmarktanteil von 45,4 Prozent beim Verkauf von digitalen Kameras, was ihre Position als globaler Führer unterstreicht, auch wenn der Gesamtmarkt kleiner geworden ist.

Finanzielle Entwicklung und Akquisitionen

Finanziell zeigte sich Canon sehr stark, auch wenn die Weltwirtschaftskrise 2008 zu einem Ergebnisrückgang führte. Das Unternehmen tätigte strategische Akquisitionen. Am 16. November 2009 übernahm Canon den Druckerhersteller Océ, um die Weltmarktführung in der Druckerindustrie anzustreben. Eine weitere bedeutende Übernahme war der Geschäftsbereich Toshiba Medical Systems im März 2016 für rund 5,3 Milliarden Euro, womit Canon den Bereich Medizintechnik ausbaute.

Welche Kameramarke hat den größten Marktanteil?
Canon dominierte 2025 den weltweiten Markt für Digitalkameras und machte fast die Hälfte davon aus. Es folgten Sony und Nikon mit 28 bzw. 11 Prozent Marktanteil. Panasonic verzeichnete einen Marktanteil von unter fünf Prozent.

Produktvielfalt jenseits der Kameras

Obwohl Canon als Kamerahersteller bekannt ist, erwirtschaftete das Unternehmen im Jahr 2019 drei Viertel seines Umsatzes nicht mit Kameras. Das Produktangebot ist extrem breit gefächert:

  • Drucker und Kopierer: Seit 1970 entwickelt und produziert Canon Kopiersysteme und seit 1979 Laserdrucksysteme. Die Partnerschaft mit HP besteht seit den 1980er Jahren. Canon war auch früh in der Tintenstrahltechnik aktiv und brachte 1985 seinen ersten Tintenstrahldrucker heraus. Nach der Océ-Übernahme wurde das Portfolio im Bereich Hochleistungs-Digitaldruck erweitert. Canon gehört zu den führenden Unternehmen im Druckermarkt.
  • Scanner: Flachbettscanner, Diascanner und Dokumentenscanner gehören seit vielen Jahren zum Angebot.
  • Medizintechnik: Nach der Toshiba-Übernahme ist Canon ein bedeutender Anbieter von Systemen für Computertomografie, Röntgengeräten, Magnetresonanztomografen und Ultraschallgeräten.
  • 3D-Drucker: Seit 2014 besteht eine Kooperation mit 3D Systems, und Canon hat auch Prototypen eigener 3D-Drucker vorgestellt und vertreibt diese.
  • Videokameras: Canon bietet eine breite Palette von Videokameras an, von Einsteigermodellen (Legria/Vixia) bis hin zu professionellen Filmkameras der EOS C-Serie.
  • Weitere Produkte: Ferngläser, Mikrofilm-Lesegeräte, Faxgeräte, Taschenrechner, MSX-Heimcomputer (in den 1980ern), Maskenjustierer und Stepper für die Halbleiterproduktion und sogar Sonnenkollektoren gehörten oder gehören zum Portfolio.

Canons Kamerageschichte im Detail

Analoge Kleinbildkameras

Die Anfänge im Kamerabau waren stark von den Vorbildern Leica und Contax geprägt. Erste Prototypen wie der Kwanon (1934) erinnerten stark an die Leica I. Die erste marktreife Kamera, die Hansa Canon, erschien 1936. Interessanterweise bezog Canon anfänglich Objektive von Nippon Kogaku Kogyo Kabushiki Kaisha, dem Unternehmen, das später als Nikon Corporation bekannt wurde. Erst ab 1947 begann Canon mit der Produktion eigener Optiken (SERENAR).
In den folgenden 25 Jahren dominierten Kleinbild-Messsucherkameras das Angebot. Modelle wie die Canon V, V-T, VI, P und 7 konkurrierten direkt mit den besten Messsucherkameras von Leitz und Nikon. Canon führte Innovationen wie den Schnellspannhebel, die Filmrückspulkurbel und eingebaute Belichtungsmesser ein. Canon war auch an der Entwicklung lichtstarker Objektive beteiligt, wie dem berühmten 0.95/50 Normalobjektiv für die Canon 7.

Um 1968 stellte Canon die Produktion von Kleinbild-Messsucherkameras ein, da der Markt zunehmend Spiegelreflexkameras nachfragte.

Spiegelreflexkameras: F-, A-, T- und EOS-Serien

Mit der Einführung der F-Serie im Jahr 1964 begann der Siegeszug von Canons Spiegelreflexkameras. Modelle wie die FT QL führten vereinfachte Filmeinlegesysteme ein. Die Kernmodelle der F-Serie, insbesondere die F-1/n und F-1 New, waren professionelle Kameras mit modularem Aufbau (austauschbare Sucher und Mattscheiben). Diese Modelle boten verschiedene Belichtungsmessmethoden und Automatikoptionen durch spezielle Sucher. Die F-Serie galt als sehr robust.

Eine Revolution stellte die A-Serie dar, die 1976 mit der AE-1 eingeführt wurde. Sie war die erste vollelektronische Spiegelreflexkamera, deren Belichtungsprogramm von einer CPU gesteuert wurde. Die A-1 (1978) war ein weiterer Meilenstein mit fünf Automatikprogrammen, einschließlich einer Programmautomatik, und digitaler Anzeige im Sucher. Die AE-1 Program (1981) brachte ebenfalls eine Programmautomatik. Mit der AL-1 QF (1982) führte Canon einen Vorläufer des Autofokus ein, der die korrekte Fokussierung durch Leuchtdioden anzeigte.

Die T-Serie, beginnend mit der T-50 (1983), brachte Kameras mit eingebautem Motorantrieb und Digitalanzeigen. Die T-70 (1984) war ein sehr erfolgreiches Modell für engagierte Amateure mit Winder und verschiedenen Automatikprogrammen. Die T-90 (1986), mit Produktdesign von Luigi Colani, war das am besten ausgestattete Modell mit FD-Bajonett und bot Multispotmessung, TTL-Blitzautomatik und eine hohe Serienbildrate. Die T-60 (Anfang 1990er) war das letzte Modell des FD-Systems, produziert von Cosina. Eine Besonderheit war die T-80 (1985), Canons erste Spiegelreflexkamera mit echtem Autofokus, die spezielle Objektive benötigte, aber das FD-Bajonett behielt.

Der eigentliche Durchbruch im Autofokus-Bereich und der Beginn einer neuen Ära kam mit der Einführung des EOS-Systems (Electro-Optical System) im März 1987. Mit der EOS 650 stellte Canon seine erste Autofokus-Spiegelreflexkamera mit dem völlig neuen EF-Bajonett vor. Eine Besonderheit des EF-Systems war, dass der Autofokusmotor nicht im Gehäuse, sondern im Objektiv sitzt. Die Einführung der nahezu lautlosen Ultraschall-Motoren (USM) im September 1989 verschaffte Canon einen Vorteil, insbesondere bei Superteles, und trug dazu bei, dass Canon Nikon als führende Marke bei Sportfotografen ablöste. Die EOS-Serie umfasste zahlreiche analoge Modelle, von Einsteigerkameras bis hin zum Profimodell EOS 1V.

Digitale Kameras und spiegellose Systeme

Canon begann bereits früh mit Digitalkameras, die erste war die RC-701 (ca. 1984). Später folgten die beliebten digitalen Kompaktkameras der Reihen PowerShot und Digital IXUS sowie die digitalen Spiegelreflexkameras der EOS Digital-Serie.

Im Bereich der spiegellosen Systemkameras war Canon im Vergleich zu anderen großen Herstellern spät dran und führte erst 2012 das EOS M-System ein. Im September 2018 folgte mit der EOS R die erste spiegellose Vollformatkamera mit dem neuen RF-Bajonett. Obwohl das spiegellose Angebot wächst, bedient Canon im APS-C-Bereich weiterhin auch die DSLR-Reihe, wie die EOS 90D (2019) zeigte, die damals die höchste Auflösung im APS-C-Segment bot.

Wer verkauft die meisten Kameras?
Weltweit die größten Marktanteile bei Digitalkameras können Canon, Sony und Nikon für sich verbuchen. Der weltweite Absatz von Digitalkameras ist seit 2010 rückläufig.

Canon in Deutschland und Österreich

Canon ist auch in Deutschland und Österreich stark präsent. Die deutsche Niederlassung wurde 1973 als Canon Copylux GmbH in Düsseldorf gegründet und zog später nach Willich und Krefeld. 1990 wurden verschiedene Canon-Unternehmen zur Canon Deutschland GmbH zusammengelegt. Die Kamerasparte kam 2001 hinzu. In Gießen gab es ab 1972 ein europäisches Kopiererwerk, das später zum Servicezentrum wurde. Heute beschäftigt Canon Deutschland rund 2.400 Mitarbeiter. In Österreich wurde die Niederlassung 1975 in Wien gegründet, und 1994 wurde die Canon CEE GmbH für den Export nach Zentral- und Osteuropa ausgegliedert.

Ein kritischer Blick: Big Brother Award

Im Jahr 2004 erhielt die Canon Deutschland GmbH den Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Technik“. Grund war das Einbetten einer unsichtbaren Gerätekennung in Farbkopien professioneller Farblaserkopierer. Dies ermöglichte es, nachzuvollziehen, welches Gerät eine bestimmte Kopie erstellt hatte. Offiziell zur Fälschungsbekämpfung gedacht, wurde die Funktion kritisiert, da sie potenziell zur Nachverfolgung von Urhebern anonymer Dokumente missbraucht werden könnte. Canon hatte diese Funktion bereits 1993 als Gegenmaßnahme gegen Banknotenfälschung implementiert.

Häufig gestellte Fragen

F: Wer verkauft die meisten Kameras weltweit?
A: Canon ist der größte Kamerahersteller der Welt, gemessen am Marktanteil beim Verkauf von Digitalkameras.

F: Wie hat sich der Kameramarkt in Deutschland entwickelt?
A: Der Absatz von Digitalkameras in Deutschland ist seit dem Höchststand 2008 stark zurückgegangen, primär bedingt durch die Verbreitung von Smartphones.

F: Welche Kameramarken sind in Deutschland besonders beliebt?
A: Canon und Nikon zählen zu den beliebtesten Digitalkamera-Marken in Deutschland.

F: Stellt Canon nur Kameras her?
A: Nein, Canon hat ein sehr breites Produktportfolio, das unter anderem Drucker, Scanner, Medizintechnik, Videokameras und Industriegeräte umfasst. Ein Großteil des Umsatzes wird außerhalb des Kamerageschäfts erzielt.

F: Was ist das EOS-System von Canon?
A: EOS steht für Electro-Optical System und bezeichnet Canons Autofokus-Spiegelreflex- und spiegellose Kamerasysteme, das 1987 eingeführt wurde.

Fazit

Trotz des schrumpfenden Gesamtmarktes für Digitalkameras bleibt Canon der unangefochtene Weltmarktführer. Das Unternehmen hat eine lange und innovationsreiche Geschichte im Kamerabau, von den Anfängen, die von Leica und Contax inspiriert waren, über die revolutionären elektronischen Spiegelreflexkameras der A-Serie bis hin zum erfolgreichen EOS-System. Gleichzeitig hat sich Canon durch konsequente Diversifizierung in Bereichen wie Drucksysteme und Medizintechnik zu einem breit aufgestellten Technologiekonzern entwickelt, dessen Geschäftsmodell weit über die Fotografie hinausgeht. Der Einfluss von Smartphones auf den Kameramarkt ist unbestreitbar, aber die Nachfrage nach spezialisierten Kameras für Hobbyisten und Profis sichert Marken wie Canon weiterhin eine bedeutende Marktposition.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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