Die Zeiss Ikon Contaflex, hergestellt von 1953 bis 1972 in Stuttgart, ist mehr als nur eine Kamera; sie ist ein Meilenstein der deutschen Kamerageschichte. Mit rund 805.000 produzierten Exemplaren zählt sie zu den erfolgreichsten Modellen ihrer Zeit. Ihre Einführung im Jahr 1953 brachte eine entscheidende Neuerung für den Amateurmarkt: eine einäugige Spiegelreflexkamera ausgestattet mit einem Zentralverschluss und einer Springblende. Dieses Konzept war damals revolutionär und machte die SLR-Technologie für eine breitere Masse zugänglich. Ein weiteres herausragendes Merkmal war der Einbau eines Pentaprismas, das ein bequemes Fotografieren aus Augenhöhe ermöglichte. Der Sucher bot ein großes, seitenrichtiges Bild in nahezu natürlicher Größe, und was man im Sucher sah, entsprach exakt dem, was auf dem Film festgehalten wurde – eine Selbstverständlichkeit für moderne Kameras, aber eine wichtige Innovation damals.

Die ersten Schritte: Contaflex II
Obwohl der Text die Contaflex I nur indirekt erwähnt, indem die Contaflex II als technisch vergleichbar mit der dritten Version der Contaflex I beschrieben wird, liegt der Fokus auf den frühen Modellen der „Zweierreihe“. Die Contaflex II wurde in zwei Varianten gefertigt, die sich primär in der Anzeige und Bedienung des Belichtungsmessers unterschieden.
Contaflex II/1 (1954 - 1956)
Dieses Modell war die frühere Variante der Contaflex II. Ihr Belichtungsmesser verfügte über ein Fenster mit einer Skala, die von 1 bis 8 nummeriert war. Der vom Zeiger angezeigte Wert musste manuell auf das Zeitenwählrad übertragen werden. Der Deckel des Belichtungsmessers der Modell II/1 hatte zwei kleine Öffnungen und eine grüne Markierung auf seiner Drehachse. Diese Variante ermöglichte bereits die Nutzung eines aufgeschraubten Zubehörschuhs.
Contaflex II/2 (1956 - 1959)
Die Contaflex II/2 folgte der II/1 und teilte sich im Grunde die technische Basis. Der Hauptunterschied lag erneut im Belichtungsmesser. Hier fehlte die nummerierte Skala im Anzeigefenster. Stattdessen war die Anzeige schwarz, schmaler geschnitten und hatte abgerundete Enden. Die Bedienung war hier anders gelöst: Das Zeitenwählrad war mit einem Nachführzeiger gekoppelt, der über die Position des Messzeigers gebracht werden musste. Eine neue Frontbelederung war ein äußerliches Unterscheidungsmerkmal.
Die Ära der Super-Modelle
Mit der Einführung der Contaflex Super begann eine neue Phase in der Entwicklung der Serie, die verbesserte Funktionen und mehr Vielseitigkeit brachte.
Contaflex Super (1959)
Die Contaflex Super war ebenfalls eine einäugige Spiegelreflexkamera mit Zentralverschluss. Sie wurde entweder mit einem Synchro Compur Verschluss (mit Zeiten von 1 bis 1/500 Sekunde plus B) oder einem Prontor SV Verschluss (mit Zeiten von 1 bis 1/300 Sekunde plus B) ausgestattet. Als fest eingebautes Objektiv kamen wahlweise ein Tessar 2,8/45, ein Tessar 2,8/50 oder ein preisgünstigeres, von Rodenstock gefertigtes Pantar 2,8/50 zum Einsatz. Ein wichtiges Upgrade gegenüber den Modellen I und II war die Möglichkeit, das Vorderglied des Objektivs gegen Satzobjektive auszutauschen, was den Brennweitenbereich erweiterte. Spätere Modelle der Super-Serie erhielten einen Hebel für den Filmtransport und eine CdS-Zelle für den Belichtungsmesser, was eine genauere Belichtungsmessung ermöglichte. Zubehör wie Skylight-Filter und eine Gummi-Streulichtblende waren verfügbar.

Contaflex Super Neu (1964 - 1966)
Die genaue Positionierung der Contaflex Super Neu im Vergleich zur Super B ist nicht abschließend geklärt, jedoch scheint sie einen leicht überarbeiteten Body erhalten zu haben, der etwas größer und wuchtiger wirkte. Dies war unter anderem am breiteren Prismendom erkennbar. Ein neuer Belichtungsmesser, der weiterhin auf Selenzellen basierte, wurde verbaut. Die Selenzellen befanden sich vor dem Prisma, hinter dem Zeiss Ikon-Logo-"Anfbau". Die Anzeige des Belichtungsmessers war wahlweise auf der Oberseite des Gehäusedeckels oder, wie bei der Contaflex Super, im Sucherfenster zu sehen. Der Distanzeinstellring war bei diesem Modell schwarz gehalten. Die Super Neu war wahlweise mit Synchro-Compur- oder Synchro-Compur-X-Verschluss erhältlich.
Contaflex Super B (1963 - 1968)
Die Contaflex Super B löste 1963 die ursprüngliche Super ab und stellte eine bedeutende Weiterentwicklung dar. Sie basierte technisch auf der Super, verfügte aber über eine automatische Belichtung. Die Super B war die weltweit erste 35-mm-Spiegelreflexkamera mit Belichtungsautomatik, was sie zu einem technologischen Vorreiter machte. Die Herstellung der Super B wurde 1968 eingestellt. Sie trug den Produkt-Code 10.1272.
Spätere Modelle und TTL-Messung
Die Evolution der Contaflex setzte sich mit Modellen fort, die fortschrittlichere Messsysteme integrierten.
Contaflex S automatic BL (ab 1965)
Über dieses Modell liegen im bereitgestellten Text nur wenige Details vor. Es wird erwähnt, dass es ab 1965 gefertigt wurde und über einen Synchro-Compur-X Verschluss verfügte. Die Bezeichnung "automatic BL" deutet auf weitere Automatikfunktionen oder eine besondere Form der Belichtungsmessung hin, die jedoch im Text nicht näher spezifiziert werden.
Contaflex Super BC (1965 - 1971)
Die Contaflex Super BC wurde von 1965 bis 1971 produziert. Die Abkürzung "BC" steht typischerweise für "Behind the Camera" oder "Body Center", was auf eine integrierte oder mittenbetonte Messung hindeutet. Tatsächlich wird im Text erwähnt, dass spätere Super-Modelle wie die Super BC und S über eine TTL-Innenmessung verfügten. Dies bedeutet, dass die Belichtung direkt durch das Objektiv (Through The Lens) gemessen wurde, was eine sehr genaue Belichtungssteuerung ermöglichte, insbesondere bei der Verwendung von Filtern oder Nahaufnahmen. Weitere technische Details zu diesem Modell werden im Text nicht genannt.

Zusammenfassung der Modellvarianten
Die Contaflex-Serie umfasste insgesamt 12 verschiedene Modelle oder Varianten, die die kontinuierliche Weiterentwicklung der SLR-Technologie für Amateure bei Zeiss Ikon widerspiegeln. Von den frühen Modellen mit manuellem Belichtungsabgleich bis hin zu Kameras mit Belichtungsautomatik und TTL-Messung zeigt die Serie die Innovationskraft des Herstellers.
Hier ist eine Übersicht der im Text erwähnten Modelle mit ihren wichtigsten Merkmalen:
| Modell | Baujahre | Verschluss | Objektiv (Basis) | Besondere Merkmale |
|---|---|---|---|---|
| Contaflex II/1 | 1954 - 1956 | Zentralverschluss | Nicht spezifiziert | Belichtungsmesser mit Skala 1-8 im Fenster, Wert manuell übertragen; Meterdeckel mit 2 Öffnungen/grüner Markierung; aufgeschraubter Zubehörschuh. |
| Contaflex II/2 | 1956 - 1959 | Zentralverschluss | Nicht spezifiziert | Belichtungsmesser ohne Skala, Nachführzeiger am Zeitenwählrad; neue Frontbelederung. |
| Contaflex Super | 1959 | Synchro Compur (1-1/500s + B) oder Prontor SV (1-1/300s + B) | Tessar 2.8/45, Tessar 2.8/50 oder Pantar 2.8/50 | Vorderglied gegen Satzobjektive austauschbar (außer bei I & II); spätere Modelle mit Filmtransporthebel und CdS-Zelle. |
| Contaflex Super Neu | 1964 - 1966 | Synchro-Compur oder Synchro-Compur-X | Nicht spezifiziert | Leicht abgeänderter, wuchtigerer Body (breiterer Prismendom); neuer Selen-Belichtungsmesser (vor Prisma); Anzeige auf Oberseite oder im Sucher; schwarzer Distanzeinstellring. |
| Contaflex Super B | 1963 - 1968 | Nicht spezifiziert | Nicht spezifiziert | Erste 35mm SLR weltweit mit Belichtungsautomatik; löste die Super ab. |
| Contaflex S automatic BL | ab 1965 | Synchro-Compur-X | Nicht spezifiziert | Details im Text begrenzt. |
| Contaflex Super BC | 1965 - 1971 | Nicht spezifiziert | Nicht spezifiziert | Verfügte über TTL-Innenmessung. Weitere Details im Text nicht genannt. |
Häufig gestellte Fragen zur Zeiss Ikon Contaflex
Basierend auf den Informationen im Text lassen sich einige gängige Fragen beantworten:
Wie viele Contaflex Modelle gab es insgesamt?
Laut Text gab es insgesamt 12 verschiedene Modelle bzw. Varianten der Zeiss Ikon Contaflex.
Was war das Besondere an der Contaflex bei ihrer Einführung 1953?
Die Contaflex war eine der ersten einäugigen Spiegelreflexkameras für den Amateurmarkt mit Zentralverschluss und Springblende. Sie zeichnete sich besonders durch den Einbau eines Pentaprismas für die bequeme Sucherfotografie aus Augenhöhe aus.
War die Contaflex eine erfolgreiche Kamera?
Ja, mit etwa 805.000 produzierten Exemplaren war die Contaflex eine der erfolgreichsten Kameras der deutschen Kameraindustrie.
Welches Contaflex Modell war das erste mit Belichtungsautomatik?
Die Contaflex Super B, eingeführt 1963, war die weltweit erste 35mm Spiegelreflexkamera mit Belichtungsautomatik.

Hatten alle Contaflex Kameras austauschbare Objektive?
Die Modelle Contaflex I und II hatten fest eingebaute Objektive. Spätere Modelle (ab der Super) erlaubten den Austausch des Vorderglieds gegen spezielle Satzobjektive, aber nicht den Austausch des gesamten Objektivs wie bei heutigen SLRs.
Welche Art von Belichtungsmesser wurde in den Contaflex Modellen verwendet?
Die frühen Modelle wie die Contaflex II/1 und II/2 nutzten Belichtungsmesser mit Selenzellen. Spätere Modelle wie die Super und Super Neu nutzten ebenfalls Selenzellen oder CdS-Zellen. Die Modelle Super BC und S verfügten über eine fortschrittlichere TTL-Innenmessung.
Welche Objektive kamen bei der Contaflex Super zum Einsatz?
Die Contaflex Super wurde mit einem fest eingebauten Tessar 2,8/45, Tessar 2,8/50 oder einem Pantar 2,8/50 von Rodenstock geliefert.
Fazit zur Zeiss Ikon Contaflex Serie
Die Zeiss Ikon Contaflex Serie repräsentiert eine wichtige Phase in der Entwicklung der Kleinbild-Spiegelreflexkamera. Ihre Innovationen, insbesondere die Kombination aus Zentralverschluss, Springblende und Pentaprisma für den Amateurmarkt, sowie die spätere Einführung der Belichtungsautomatik, machten sie zu einem enorm erfolgreichen Modell. Die verschiedenen Varianten zeugen von einer kontinuierlichen Verbesserung und Anpassung an die Bedürfnisse der Fotografen und den technischen Fortschritt der Zeit. Auch heute noch sind diese Kameras faszinierende Zeugnisse deutscher Ingenieurskunst und beliebte Sammlerstücke, die die Geschichte der Fotografie lebendig halten.
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