New York City ist eine Stadt der unzähligen Facetten, ein Kaleidoskop aus Lichtern, Geräuschen und vor allem: Menschen. Für viele ist sie die Heimat ikonischer Wahrzeichen, für andere ein Zentrum der Kultur und Kunst. Doch es sind die Menschen, die dieser Metropole ihr wahres Herz geben, und es sind Fotografen, die es verstehen, diese Essenz einzufangen. Basierend auf den vorliegenden Informationen werfen wir einen Blick auf zwei bemerkenswerte Fotografen, die New York auf ganz unterschiedliche, aber jeweils tiefgründige Weise dokumentiert haben: Phil Penman und Brandon Stanton.

Phil Penman, ursprünglich aus Dorset stammend, hat über zwei Jahrzehnte lang die Straßen New Yorks fotografiert. Er ist bekannt dafür, eine Seite der Stadt zu zeigen, die man selten sieht: eine ruhige und friedliche. Seine Arbeit, insbesondere in seinem Buch „New York Street Diaries“, offenbart Momente der Stille inmitten des sonst so hektischen Treibens. Diese besonderen Aufnahmen entstanden teilweise während des großen Schneesturms und teilweise während des Corona-Lockdowns. Dadurch sind seine Bilder zu eindrucksvollen Zeitzeugen der Pandemie-Beschränkungen geworden, die unsere gewohnte Welt auf den Kopf stellten.
Penman besitzt ein bemerkenswertes Gespür dafür, die Stadt in ihren sensibelsten Momenten auf beeindruckende Weise festzuhalten. In seinen Schwarz-Weiß-Fotografien fängt er intime Augenblicke ein und zeigt die Menschen und Straßen New York Citys fernab der Geschäftigkeit. Das Stadtleben der Metropole wird so nahbar dargestellt, dass einige seiner Bilder unweigerlich ein Lächeln beim Betrachter hervorrufen. Mit einer erfrischenden Direktheit katapultiert Penman den Betrachter förmlich in die Szene hinein und vermittelt das Gefühl, wirklich präsent zu sein. Neben diesen ruhigen Stadtansichten ist Penman auch für seine Fotografien berühmter Persönlichkeiten wie Michael Jackson, Madonna, Jennifer Lopez oder Bill Gates bekannt. Ein weiterer entscheidender Moment in seiner Karriere war der 11. September 2001, die größte Tragödie in der Geschichte New Yorks. Phil Penman war vor Ort und schuf mit seiner Kamera einzigartiges Material der Ereignisse. Obwohl er auch Prominente und historische Ereignisse dokumentiert hat, liegt die besondere Kraft seiner jüngeren Arbeit in der Darstellung der ungesehenen, stillen Momente der Stadt.
Brandon Stanton und die Seelen von New York
Brandon Stanton hingegen hat sich einem ganz anderen Aspekt New Yorks verschrieben: seinen Menschen. Er ist der Schöpfer von „Humans of New York“ (HONY), einem Projekt, das als Blog begann und zu einem gefeierten Buch wurde. New York mag für viele die Museen, die Bibliotheken, die Theater am Broadway oder die berühmten Wahrzeichen wie den Times Square oder die Freiheitsstatue sein, aber im Grunde geht es in New York wirklich um eines: die Menschen.
Brandon Stanton hat dies in seinem Debütbuch „Humans of New York“ eingefangen, das seit seiner Veröffentlichung im Oktober 2013 auf verschiedenen Bestsellerlisten in die Höhe schnellte. Basierend auf seinem HONY-Blog, der inzwischen über zwei Millionen Follower und Fans hat, ist dieses Buch ein visuelles Vergnügen von etwa 400 Fotos der Menschen, denen er auf seinen Reisen durch die fünf Stadtbezirke New Yorks begegnet ist. Seine Bilder von Menschen sind eine wunderschöne, manchmal lustige, wahrhaftige und oft bewegende Zusammenstellung von Fotos, die den Geist der Stadt durch ihre vielfältigen Bewohner auf oft inspirierende Weise einfangen.
Interessanterweise begann Brandon Stanton seine Karriere nicht mit dem Ziel, Fotograf zu werden. Wie er in der Einleitung seines Buches erklärt, verbrachte er während seiner Tätigkeit als Anleihehändler in Chicago seine Wochenenden mit einer Kamera, die er 2010 erworben hatte. Die Fotografie fühlte sich für ihn wie eine „Schatzsuche“ an. Nachdem er seinen Job als Händler verloren hatte, reiste er in verschiedene amerikanische Städte. Doch seine ersten Eindrücke von NYC waren unvergesslich. Er erinnert sich an den Moment, als sein Bus aus dem Lincoln Tunnel kam und er die Stadt zum ersten Mal sah. Die Bürgersteige waren voller Menschen. Die Gebäude waren beeindruckend, aber was ihn am meisten beeindruckte, waren die Menschen. Es gab Unmengen von ihnen, und alle schienen es eilig zu haben. In dieser Nacht erstellte er ein Fotoalbum für seine New Yorker Fotos. Er nannte es „People of New York“. Von diesem einfachen Anfang entwickelte sich der Rest zur fotografischen Geschichte. Von seinen ersten Versuchen mit einer Webseite entdeckte er soziale Medien in Form von Facebook und Tumblr. Fans seiner Bilder reagierten und wurden bald zu regelmäßigen Followern. Anfangs waren es Hunderte, dann Tausende, und heute hat seine Facebook-Seite über zwei Millionen treue Follower, Hunderte kommentieren täglich seine Bilder, und viele teilen seine Menschenfotos auf ihren eigenen Seiten. Jedes dieser Bilder ist eine Kapsel eines Moments in der Zeit.
Vielfalt und Menschlichkeit im Fokus
Auf diesen Seiten sehen wir alltägliche Menschen, wie viele von uns ihnen auf den New Yorker Straßen begegnen: U-Bahn-Bilder, Menschen im Central Park, im Brooklyn's Prospect Park, beim Strand Book Store in Downtown Manhattan, im Brooklyn Museum und im ikonischen Metropolitan Museum of Art in Manhattan. Wir sehen ein junges, gut gekleidetes Mädchen in der Lobby des Plaza Hotels, eine gut gekleidete ältere Frau im Waldorf-Astoria, Menschen, die Pizzakartons als Geschenke für die Feuerwehrleute tragen (der Besitzer lehnte die Bezahlung ab), Menschen am Union Square an der 14. Straße und einen Marine-Rekrutierer in Uniform auf der Straße in Downtown Manhattan. Einige sind kamerascheu, während andere posieren.
Und es gibt einige, die auffallend hervorstechen. Wir sehen die ganzseitige Ansicht des Modells in ihrem schwarz-weiß gestreiften Abendkleid im Lincoln Center, die Schachspieler im Washington Square Park, Menschen mit ihren Haustieren, den Sikh-Gentleman, dessen sanftes Lächeln hinter seinem ikonischen Schnurrbart und Bart verborgen ist, und das zweiseitige Bild von zwei Ballettschülern, die in einer Mittagspause posieren, stehend vor einem Dampfgitter in Tribeca. Dieses Bild diente als ikonischer Avatar auf der Facebook-Seite von HONY.

Wir finden Menschen beim Spielen, bei der Arbeit, schlafend auf Parkbänken, tanzend, essend, küssend, umarmend und planschend im Wasser, das aus Hydranten sprudelt. Wir finden Menschen aller ethnischer Hintergründe und aller Altersgruppen, von Teenagern über Menschen in ihren Neunzigern bis hin zu Kindern. Es gibt viele hervorragende Bilder von Kindern in diesem Buch, und sie müssen Stanton fesseln, da gesagt wird, dass er 2014 ein Kinderbuch, „Little Humans“, veröffentlichen würde.
Es gibt Bildunterschriften, obwohl sie begrenzt und auf den Punkt gebracht sind. Vielleicht liegt es daran, dass Stanton optimistisch und nicht herablassend ist, so dass seine Bildunterschriften nie stereotypisieren, selbst wenn er Menschen fotografiert, die engstirnige Individuen vielleicht als „zwielichtig“ oder seltsam empfinden würden. Sein Buch strahlt seine eigene natürliche Neugier aus, zusammen mit Vielfalt, Wertschätzung und Respekt für die Menschen, die er fotografiert. Für aufgeschlossene Menschenbeobachter ist dieses Buch ein Schatz.
Es ist schwierig, dies als traditionellen „Coffee Table Book“ zu klassifizieren, schon allein wegen der Größe. Die vorliegende Ausgabe ist eine 304-seitige gebundene Erstausgabe, gedruckt in den USA und veröffentlicht von St. Martin's Press am 15. Oktober 2013. Es misst 9,2 x 7,3 x 1 Zoll, was kaum ein Coffee Table Book ist im Vergleich zu einem anderen Favoriten, „The New York Times Magazine Photographs“ von Kathleen Ryan, dessen Aperture-Ausgabe 12,2 x 10,5 x 1,8 Zoll misst, deutlich größer.
Persönlich ordne ich Brandon Stantons Buch direkt neben Robert Franks „The Americans“ ein, einem kraftvollen Buch der amerikanischen Fotografie nach dem Zweiten Weltkrieg. Franks Schwarz-Weiß-Fotos, erstmals 1959 veröffentlicht, waren bemerkenswert für ihre distanzierte Betrachtung sowohl der oberen als auch der unteren Schichten der amerikanischen Gesellschaft der damaligen Zeit. Im Gegensatz zu Stantons Buch gibt es in einigen Bildern ein Element von Traurigkeit, sogar Verzweiflung, aber es gibt auch Freude.
Für viele gelten New Yorker als unnahbar, kalt und unpersönlich. Für diejenigen unter uns, die Zeit auf den Straßen verbracht haben, ist dies im Allgemeinen nicht so, und als relativer Neuling in der Stadt hat Brandon Stanton bewiesen, dass dies ein Mythos ist. Man wird an das Zitat erinnert, das aufgeschrieben wurde, als es von einem Freund weitergegeben wurde: „Das, was ich an New York am meisten mag, sind die Menschen, weil ich denke, dass sie missverstanden werden. Ich glaube nicht, dass die Leute merken, wie freundlich die New Yorker sind.“ – Bill Murray, Moviefone Interview, 27. April 2010.
Was Brandon Stantons „Humans of New York“ so anders macht, ist, dass es nicht um hochkarätige Berühmtheiten geht. Es zeigt Menschen, die normalerweise nicht dokumentiert werden, die man überall auf den New Yorker Straßen finden könnte, wenn man nur hinsieht. Es ist ein Buch, das ich bereits einigen besonderen Freunden geschenkt habe, die ebenfalls echte Menschen in alltäglichen Umgebungen genießen. Es ist nicht nur ein persönlicher Favorit, sondern eines, das durchaus in Büchern über die New Yorker Straßenfotografie als wegweisende Chronik dieser Ära eingehen könnte. Die Zeit wird es zeigen.
Vergleich der Blickwinkel
Obwohl beide Fotografen New York dokumentieren, unterscheidet sich ihr Ansatz grundlegend. Phil Penman sucht die Stille, die untypischen, ruhigen Momente und fängt die Atmosphäre der Stadt in außergewöhnlichen Situationen wie einem Schneesturm oder während eines Lockdowns ein. Er zeigt die Stadt oft in ihren Strukturen und kombiniert dies mit der Dokumentation von Prominenten und historischen Ereignissen. Brandon Stanton konzentriert sich ausschließlich auf die Menschen, ihre Geschichten und ihre Vielfalt. Er sucht die direkte Begegnung, das Porträt des Einzelnen, das ein Mosaik der Stadtgesellschaft ergibt. Hier ist ein Vergleich basierend auf den vorliegenden Informationen:
| Merkmal | Phil Penman | Brandon Stanton |
|---|---|---|
| Fokus | Stille, ruhige Seiten der Stadt; Architektur, Atmosphäre; auch Prominente & Ereignisse | Menschen; ihre Vielfalt und Geschichten |
| Bekanntestes Projekt | New York Street Diaries | Humans of New York |
| Stil (gemäß Text) | Fängt intime Momente ein (oft Schwarz-Weiß); Direktheit | Fängt den Geist der Stadt durch Menschen ein; Fotos: wunderschön, lustig, echt, bewegend; Bildunterschriften: kurz, positiv |
| Kontext der Aufnahmen | Schneesturm, Corona-Lockdown; alltägliche Straßen (ruhig); 9/11; Promi-Events | Alltägliches Leben in allen fünf Stadtbezirken; Parks, U-Bahn, Straßen, Museen etc. |
| Subjekte | Stadtansichten (ruhig), Menschen (intime Momente), Prominente, historische Ereignisse | Ausschließlich alltägliche, vielfältige Menschen aller Hintergründe und Altersgruppen |
| Ursprung | Fotografiert NYC seit über zwei Jahrzehnten | Begann 2010 als Hobby; Projekt begann nach Jobverlust |
Häufig gestellte Fragen
- Wer ist Phil Penman?
- Phil Penman ist ein in Dorset geborener Fotograf, der seit über zwanzig Jahren die Straßen von New York fotografiert. Er ist bekannt für seine Aufnahmen der ruhigen und friedlichen Seite der Stadt sowie für Prominentenfotos und seine Dokumentation der Ereignisse vom 11. September 2001.
- Wofür ist Phil Penmans Buch „New York Street Diaries“ bekannt?
- „New York Street Diaries“ zeigt die ruhige und friedliche Seite von New York City, oft in besonderen Kontexten wie einem großen Schneesturm oder während des Corona-Lockdowns. Die Fotos fangen intime Momente ein und sind Zeitzeugen dieser Ereignisse.
- Wer ist Brandon Stanton?
- Brandon Stanton ist der Fotograf und Schöpfer von „Humans of New York“ (HONY), einem sehr beliebten Blog und Buch, das sich darauf konzentriert, die vielfältigen Menschen von New York City zu porträtieren und ihre Geschichten festzuhalten.
- Wie begann Brandon Stanton mit der Fotografie?
- Brandon Stanton begann im Jahr 2010 als Hobbyfotograf, während er als Anleihehändler in Chicago arbeitete. Nachdem er seinen Job verlor, reiste er und begann in New York City, Menschen zu fotografieren, was zum Projekt „Humans of New York“ führte.
- Welche Art von Menschen fotografiert Brandon Stanton für „Humans of New York“?
- Brandon Stanton fotografiert alltägliche, vielfältige Menschen aus allen fünf Stadtbezirken New Yorks. Seine Subjekte kommen aus allen ethnischen Hintergründen und Altersgruppen und werden in ihren alltäglichen Situationen dargestellt.
- Was unterscheidet „Humans of New York“ von anderer Fotografie über New York?
- „Humans of New York“ konzentriert sich nicht auf berühmte Wahrzeichen oder Prominente, sondern ausschließlich auf die unbekannten, alltäglichen Menschen der Stadt. Das Projekt fängt individuelle Momente und die kollektive Seele der Stadt durch die Porträts ihrer Bewohner ein.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Phil Penman als auch Brandon Stanton auf ihre Weise zu wichtigen Chronisten New Yorks geworden sind. Penman zeigt die Stadt in ihren stillen, oft übersehenen Momenten und fängt die Atmosphäre und die Auswirkungen großer Ereignisse ein, während Stanton die Stadt durch die Augen und Gesichter ihrer vielfältigen Bewohner lebendig werden lässt. Beide bieten einzigartige und wertvolle Perspektiven auf eine der dynamischsten Städte der Welt und erinnern uns daran, dass New York mehr ist als seine Gebäude – es sind die Geschichten, die Gesichter und die stillen Ecken, die es wirklich ausmachen. Ihre Werke sind ein Beweis für die Kraft der Fotografie, die Essenz eines Ortes und seiner Menschen einzufangen.
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