Gab es eine echte Jeanne d'Arc?

Jeanne d'Arc: Jungfrau, Kriegerin, Heilige

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Inmitten der Wirren des späten Mittelalters, als Frankreich im Hundertjährigen Krieg um seine Existenz rang, trat eine Figur auf die Bühne der Geschichte, deren Leben ebenso kurz wie legendenumwoben ist: Jeanne d'Arc, die Jungfrau von Orléans. Ihre Geschichte ist eine Mischung aus tiefem Glauben, militärischem Geschick und tragischem Märtyrertum, die bis heute fasziniert. Sie war ein einfaches Bauernmädchen, das behauptete, von Gott gesandt zu sein, um ihr Land zu retten. Ihre Taten veränderten den Lauf des Krieges, führten zur Krönung eines Königs und endeten doch auf dem Scheiterhaufen. Dieser Artikel beleuchtet das außergewöhnliche Leben Jeannes, von ihren bescheidenen Anfängen über ihre militärischen Erfolge und Prozesse bis hin zu ihrer späten Rehabilitation und Heiligsprechung.

Die Zeit, in der Jeanne d'Arc lebte, war geprägt vom Hundertjährigen Krieg zwischen England und Frankreich. Der Konflikt, der eigentlich ein Erbfolgestreit war, begann, als das englische Königshaus Ansprüche auf den französischen Thron erhob. Nach dem Tod des französischen Königs Karl IV. im Jahr 1328 forderte der englische König Eduard III., Sohn von Isabelle (Tochter Philipps IV.), die Krone für sich. Französische Rechtsgelehrte lehnten dies jedoch ab, da Frauen und ihre Erben nach französischem Recht von der Thronfolge ausgeschlossen waren. Stattdessen wurde Philipp VI. aus der Valois-Nebenlinie zum König gesalbt. Der Krieg eskalierte, besonders nachdem Philipp VI. das englische Herzogtum Guyenne konfiszierte. England landete Truppen in der Normandie, und Frankreich fand sich in einer prekären Lage wieder. Genau in dieser Zeit, in der die französische Moral am Boden lag und große Teile des Landes von den Engländern besetzt waren, wurde Jeanne geboren.

Warum wurde die Jungfrau von Orleans heilig gesprochen?
Religiöse Visionen ließen sie in den Krieg gegen die Engländer ziehen. Mit nur 19 Jahren wurde sie auf dem Scheiterhaufen verbrannt und schließlich als Heilige und Nationalheldin verehrt.

Herkunft und frühe Jahre

Jeanne d'Arc wurde um 1412 in Domrémy geboren, einem kleinen Dorf an der Maas, das damals an der Grenze zwischen französisch kontrolliertem und burgundisch beeinflusstem Gebiet lag. Ihre Eltern, Jacques Darc und Isabelle Romée, waren wohlhabende Bauern. Die Schreibweise ihres Nachnamens variierte stark (Darc, Tarc, Tare, Dart, Day), und die heute übliche Form „d’Arc“ tauchte erst im 16. Jahrhundert auf, möglicherweise um die spätere Nobilitierung ihrer Familie hervorzuheben. Jeanne selbst nannte sich in ihren Briefen „Jeanne la Pucelle“, die Jungfrau, was ihre Jungfräulichkeit betonte und als Zeichen ihrer göttlichen Mission galt. Sie wuchs in einem einfachen Haushalt auf und lernte in ihrer Kindheit weder Lesen noch Schreiben, diktierte aber später ihre Briefe.

Die göttlichen Stimmen und der Weg nach Chinon

Laut ihren eigenen Aussagen vor Gericht hatte Jeanne d'Arc im Alter von etwa 13 Jahren ihre ersten Visionen und hörte Stimmen. Zuerst sprach angeblich die Heilige Katharina zu ihr, später kamen die Stimmen des Erzengels Michael und der Heiligen Margareta hinzu. Diese himmlischen Boten gaben ihr einen klaren Befehl: Sie sollte Frankreich von den Engländern befreien und den Dauphin, Karl VII., zur Königssalbung nach Reims führen. Diese Erscheinungen wiederholten sich und bestärkten Jeanne in ihrer Überzeugung. Ende Dezember 1428 verließ sie ihr Elternhaus, getrieben von dieser göttlichen Berufung. Ihr Weg führte sie zur Festung Vaucouleurs, wo sie den Stadtkommandanten Robert de Baudricourt um eine Eskorte zum Dauphin bat. Nach anfänglichem Zögern und einer Prüfung ihres Glaubens, bei der sie Baudricourt angeblich durch das Küssen eines Kreuzes überzeugte, gab er ihr im Februar 1429 schließlich eine kleine Eskorte mit. Nach einer elftägigen Reise durch Feindesland erreichte sie am 5. März 1429 Chinon, den Sitz des Dauphins.

In Chinon musste Jeanne Karl VII. von ihrer Mission überzeugen. Die Begegnung fand unter besonderen Umständen statt – Jeanne erkannte den getarnten Dauphin angeblich sofort. Was genau während ihres privaten Gesprächs geschah, ist nicht vollständig geklärt, aber Jeanne soll ihn davon überzeugt haben, dass er der legitime Sohn Karls VI. und der rechtmäßige König sei, und ihm versichert haben, dass er in Reims gekrönt würde. Der Dauphin und sein Rat waren beeindruckt, aber vorsichtig. Sie schickten Jeanne nach Poitiers, wo sie drei Wochen lang von Theologen und hochgestellten Persönlichkeiten auf ihre Glaubwürdigkeit und Rechtgläubigkeit geprüft wurde. Parallel dazu untersuchten Hofdamen ihre Jungfräulichkeit, die als Zeichen ihrer Reinheit und möglicher göttlicher Sendung galt. Nachdem sie beide Prüfungen erfolgreich bestanden hatte, beschloss der Kronrat, ihr eine Chance zu geben. Man ließ ihr eine Rüstung anfertigen, gab ihr eine militärische Einheit zur Seite, zu der erfahrene Kommandeure wie La Hire und Gilles de Rais gehörten, und beauftragte sie mit einer ersten Mission.

Militärische Erfolge und die Krönung

Jeannes erste wichtige Aufgabe war es, einen Proviantzug in die belagerte Stadt Orléans zu bringen. Die Stadt war ein strategisch wichtiger Punkt an der Loire, und ihre Einnahme durch die Engländer hätte die französische Position erheblich geschwächt. Am 29. April 1429 erreichte Jeannes Zug die eingeschlossene Stadt. Ihre Anwesenheit und ihr unerschütterlicher Glaube wirkten wie ein Katalysator auf die demoralisierten französischen Truppen. Sie motivierte die Soldaten, wagte Ausfälle und kämpfte an vorderster Front. Am 7. Mai führte sie einen Angriff auf eine englische Befestigung. Obwohl sie von einem Pfeil getroffen und vom Pferd geworfen wurde, stand sie wieder auf und blieb auf dem Schlachtfeld, was ihre Mitkämpfer tief beeindruckte und ihre Kampfbereitschaft steigerte. Nur einen Tag später, am 8. Mai, zogen die Engländer von Orléans ab, da ihre Stellung aussichtslos geworden war. Die Befreiung von Orléans war ein Wendepunkt im Krieg und wird in der Stadt bis heute als Feiertag begangen.

Nach dem Erfolg von Orléans trieben die französischen Truppen unter Jeannes Mitwirkung die Engländer aus den Burgen südlich der Loire. Ein weiterer entscheidender Sieg gelang den Franzosen am 18. Juni 1429 in der Schlacht bei Patay, wo sie eine englische Verstärkungsarmee auf offenem Feld besiegten. Dieser Sieg öffnete den Weg nach Reims, der traditionellen Krönungsstadt der französischen Könige. Am 16. Juli marschierte der Dauphin mit seinem Heer und Jeanne in Reims ein. Einen Tag später, am 17. Juli 1429, wurde Karl VII., wie von Jeanne prophezeit, in der Kathedrale von Reims zum König von Frankreich gesalbt. Jeanne d'Arc nahm mit ihrer Siegesfahne neben dem Altar stehend an der Zeremonie teil. Ihr Ruhm erreichte seinen Höhepunkt. Als Zeichen der Dankbarkeit gewährte der König ihrem Vater die Steuerfreiheit.

Wo wurde Jeanne d'Arc gefangen?
Festnahme und erster Inquisitionsprozess. Die von Jeanne d'Arc betriebene Befreiung von Paris blieb also erfolglos. Sie wurde am 23. Mai 1430 bei Compiègne von Johann von Luxemburg festgenommen und den Burgundern ausgeliefert.

Doch Jeannes Einfluss am Hof begann zu schwinden. Die königlichen Ratgeber, die ihre Position und ihre strategischen Vorstellungen kritisch sahen, unterminierten ihren Einfluss. Jeanne drängte darauf, die Erfolge zu nutzen und nach Paris vorzustoßen, um die Engländer endgültig vom Festland zu vertreiben. Karl VII. zögerte und traf strategische Fehlentscheidungen. Erst im September 1429 gab er Jeannes Drängen nach, aber der Versuch, Paris einzunehmen, misslang am 8. September. Nach diesem Rückschlag wandte sich Karl VII. von ihr ab. Er bevorzugte nun Friedensverhandlungen, entließ Teile seiner Armee und verweigerte Jeanne die nötige Unterstützung für weitere Offensiven.

Gefangennahme und der erste Prozess

Die erfolglose Befreiung von Paris markierte den Beginn von Jeannes Niedergang. Am 23. Mai 1430 wurde sie bei Compiègne von den Truppen Johanns von Luxemburg gefangen genommen, der auf Seiten der Burgunder stand. Die Burgunder, die mit den Engländern verbündet waren, lieferten sie aus. Nach zwei Fluchtversuchen und sieben Monaten in Gefangenschaft verkaufte der Herzog von Burgund, Philipp III., Jeanne für 10.000 Franken an John of Lancaster, den Herzog von Bedford, der die englische Besatzungsmacht in Frankreich anführte. Jeanne wurde in der Burg Bouvreuil in Rouen, dem Sitz der englischen Verwaltung, gefangen gehalten. Dort verbrachte sie fünf Monate in einem Turmverlies.

Die Engländer und ihre burgundischen Verbündeten hatten ein starkes Interesse daran, Jeanne zu diskreditieren, da ihre göttliche Mission die Legitimität Karls VII. stärkte. Ein kirchlicher Prozess wurde angestrengt, um sie als Häretikerin zu verurteilen. Unter dem Vorsitz des Bischofs von Beauvais, Pierre Cauchon, der ein Parteigänger der Engländer war, begann ein drei Monate dauernder Inquisitionsprozess. Jeanne musste sich allein gegen dialektisch und rhetorisch geschulte Kleriker verteidigen. Die Anklagepunkte waren vielfältig und reichten von Aberglauben, Irrlehren und Verbrechen gegen die göttliche Majestät bis hin zu spezifischen Vorwürfen wie Feenzauber, dem Gebrauch der Alraunenwurzel, Häresie, Anbetung von Dämonen (bezogen auf ihre Visionen) und sogar Mord (da sie nicht als Soldatin anerkannt wurde, wurden ihre Siege als Mord gewertet). Die Ankläger versuchten, sie in Widersprüche zu verwickeln und ihre Aussagen so zu drehen, dass sie als häretisch erschienen. Besonders gefährlich wurde es, als sie sich zunächst weigerte, sich dem Urteil der Kirche zu unterwerfen, und nur ein direkt von Gott stammendes Urteil anerkennen wollte. Trotz ihrer einfachen Herkunft erwies sich Jeanne als bemerkenswert schlagfertig. Auf die Fangfrage, ob sie im Stand der Gnade sei, antwortete sie weise: „Wenn ich es nicht bin, möge mich Gott dahin bringen, wenn ich es bin, möge mich Gott darin erhalten!“

Am 19. Mai 1431 befand man sie in zwölf von 67 Anklagepunkten für schuldig. Angesichts des drohenden Scheiterhaufens, falls sie ihre Überzeugungen nicht widerrief, schwor Jeanne am 24. Mai 1431 auf dem Friedhof von St-Ouen ihren Aussagen ab. Dies geschah wohl aus spontaner Furcht vor dem Feuertod. Sie legte ein öffentliches Geständnis ab und wurde exkommuniziert. Das Urteil lautete nun lebenslange Haft als Häretikerin. Nach kirchlichem Recht hätte dies die Überstellung in ein kirchliches Gefängnis bedeutet.

Der zweite Prozess und der Tod

Das Urteil der lebenslangen Haft war für die englischen Besatzer politisch unbefriedigend. Ihr Ziel war es gewesen, Karl VII. als Unterstützer einer Häretikerin zu entlarven und ihn so politisch zu schwächen. Zudem bestand die Gefahr, dass Anhänger Karls sie aus einem französischen Kirchengefängnis befreien könnten. Daher wurde ein Weg gesucht, sie endgültig zu beseitigen. Jeanne d'Arc wurde ein zweiter Prozess gemacht, der sie als unbelehrbare, rückfällige Häretikerin darstellen sollte.

Der entscheidende Vorwurf war, dass sie in ihrer Gefängniszelle erneut Männerkleidung angelegt hatte. Das Tragen von Männerkleidung war einer der Hauptanklagepunkte im ersten Prozess gewesen und galt als Zeichen ihrer Häresie. Jeanne erklärte später, dass ihr die Frauenkleider weggenommen und ihr nur noch Männerkleidung gelassen worden sei. Zeugen bestätigten zudem, dass sie im Gefängnis schwer misshandelt und gequält wurde. Ein Augustiner bezeugte sichtbare Misshandlungen, und Jeanne selbst vertraute einem Bettelmönch an, dass ein Edelmann versucht habe, ihr Gewalt anzutun. Zum Schutz ihrer Tugend habe sie daher die Männerkleidung wieder angelegt. Gleichzeitig widerrief sie das Geständnis, das sie wenige Tage zuvor unter Zwang abgelegt hatte.

Die Wiederaufnahme der Männerkleidung und der Widerruf ihres Geständnisses wurden als Beweis für ihren Rückfall in die Häresie gewertet. Vier Tage später, am 30. Mai 1431, fällte das Gericht unter englischer Regentschaft das endgültige Urteil: Verbrennung als notorisch rückfällige Häretikerin. Am Morgen desselben Tages wurde die erst etwa 19-jährige Jeanne d'Arc auf dem Marktplatz von Rouen auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Was waren Jeanne d'Arcs letzte Worte?
Die Heilige: 1909 wurde Jeanne erst selig-, dann am 16. Mai 1920 im Petersdom heiliggesprochen. »Jesus« soll das letzte Wort gewesen sein, das sie sprach, bevor sie qualvoll auf dem Scheiterhaufen starb.

Um zu verhindern, dass ihre Anhänger ihre Überreste als Reliquien bergen und sie als Märtyrerin verehren konnten, wurde ihre Asche in die Seine gestreut. Dennoch tauchten Ende des 19. Jahrhunderts angebliche Reliquien in Tours auf. Eine Untersuchung in den Jahren 2006/2007 ergab jedoch, dass es sich bei dem angeblichen Rippenknochen um einen Teil einer ägyptischen Mumie handelte, begleitet von Holzstücken und dem Oberschenkelknochen einer Katze. Ein ebenfalls gefundener Kleidungsrest stammte zwar aus dem 15. Jahrhundert, wies aber keinerlei Brandspuren auf.

Rehabilitation und Heiligsprechung

Jeannes Tod war ein tragisches Ende, aber er war nicht das letzte Wort der Geschichte. 24 Jahre nach ihrer Hinrichtung, im Jahr 1455, strengte die Kurie einen Revisionsprozess an. Dieser Prozess untersuchte die Umstände des ersten Urteils und kam zu dem Schluss, dass der Prozess von Rouen unter politischem Druck und mit Verfahrensfehlern geführt worden war. Das ursprüngliche Urteil wurde aufgehoben und Jeanne d'Arc zur Märtyrerin erklärt. Dieser Schritt war auch politisch motiviert, da Karl VII. sein Königreich stabilisieren und den Makel der Unterstützung einer angeblichen Häretikerin beseitigen wollte.

Jahrhunderte später wurde Jeanne d'Arc von der katholischen Kirche offiziell anerkannt. Im Jahr 1909 wurde sie von Papst Pius X. seliggesprochen, und 1920 erfolgte die Heiligsprechung durch Papst Benedikt XV. Ihr Gedenktag ist der 30. Mai, der Jahrestag ihres Todes. An diesem Tag wird ihrer auch in der Church of England gedacht. Ihre Heiligsprechung festigte ihren Status nicht nur als französische Nationalheldin, sondern auch als eine der bedeutendsten Heiligen der Kirche.

Ihr Vermächtnis und politische Folgen

Der Tod Jeanne d'Arcs, insbesondere ihr Märtyrertod, hatte unerwartete politische Konsequenzen. Er stärkte die Position Karls VII. und schwächte die Burgunder, die durch ihre Rolle bei Jeannes Gefangennahme und Prozess in Verruf gerieten. Aus Furcht vor Machtverlust beschlossen die Burgunder, sich von England abzuwenden und Frieden mit dem französischen König zu schließen. Karl VII. erkannte, dass er die Unterstützung der Burgunder benötigte, um die Engländer endgültig aus Frankreich zu vertreiben, und empfing sie wohlwollend. Dies führte 1435 zum Vertrag von Arras, in dem die Burgunder Karl VII. als König von Frankreich anerkannten und sich mit ihm verbündeten. Dieser Seitenwechsel war ein entscheidender Wendepunkt im Hundertjährigen Krieg. Mit vereinten Kräften gelang es den Franzosen in den folgenden Jahren, die Engländer schrittweise vom Festland zu vertreiben. Der Krieg endete 1453 mit einem französischen Sieg. Jeanne d'Arcs Beitrag zu diesem Ausgang, sowohl durch ihre militärischen Erfolge als auch durch die politische Dynamik, die ihr Tod auslöste, ist unbestreitbar. Sie wurde zu einem Symbol des französischen Widerstands und der nationalen Einheit.

Mythen und Fakten

Um Jeanne d'Arc ranken sich viele Mythen. Ihre Visionen wurden und werden kontrovers diskutiert – von göttlicher Inspiration bis hin zu möglichen medizinischen Ursachen. Die Kirche erkannte ihre Mission als göttlich inspiriert an, während moderne Wissenschaftler verschiedene Erklärungsversuche diskutieren, die jedoch durch die Prozessakten, die auf Verurteilung abzielten, kaum objektiv gestützt werden können. Auch die Frage nach der Echtheit ihrer Person wurde historisch aufgeworfen, insbesondere als nach ihrem Tod mehrere Frauen behaupteten, Jeanne d'Arc zu sein, darunter Jeanne des Armoises. Historische Dokumente belegen jedoch eindeutig die Existenz und die Taten der Jeanne d'Arc von Domrémy, die 1431 in Rouen hingerichtet wurde. Die Geschichte der angeblichen Reliquien zeigt ebenfalls, wie Legenden entstehen und wissenschaftlich widerlegt werden können. Ihre ungewöhnliche Entscheidung, Männerkleidung zu tragen, war nicht nur ein militärisches Pragmatismus oder Schutz, wie sie später angab, sondern auch ein starkes symbolisches Element, das ihre einzigartige Identität als „la Pucelle“ betonte.

AspektErster Prozess (1431)Zweiter Prozess (1431)
OrtRouenRouen
VorsitzBischof Pierre CauchonUnter englischer Kontrolle
HauptanklageHäresie, Aberglaube, Verbrechen gegen die göttliche MajestätRückfall in die Häresie (insb. Männerkleidung)
KernpunktVisionen, Männerkleidung, Ungehorsam gegenüber der KircheWiederaufnahme der Männerkleidung, Widerruf des Geständnisses
UrteilSchuldig (12 von 67 Anklagepunkten), lebenslange Haft (nach Abschwörung)Schuldig (Rückfall), Tod durch Verbrennung
Politisches ZielDiskreditierung Karls VII., Rechtfertigung der englischen BesatzungVerhinderung der Flucht, endgültige Beseitigung der Bedrohung
Ergebnis für JeanneAbschwörung, ExkommunikationHinrichtung

Häufig gestellte Fragen zu Jeanne d'Arc

  • Wurde Jeanne d'Arc wirklich von Gott gesandt?

    Nach katholischer Lehre und ihrer späteren Heiligsprechung wird ihre Mission als göttlich inspiriert betrachtet. Ihre Visionen waren die Grundlage für ihre Überzeugungen und Handlungen, wurden aber im Prozess auch als Anlass zur Anklage genutzt. Der Revisionsprozess und die Kanonisierung bestätigten aus kirchlicher Sicht die göttliche Natur ihrer Berufung.

    Wo wurde Jeanne d'Arc gefangen?
    Festnahme und erster Inquisitionsprozess. Die von Jeanne d'Arc betriebene Befreiung von Paris blieb also erfolglos. Sie wurde am 23. Mai 1430 bei Compiègne von Johann von Luxemburg festgenommen und den Burgundern ausgeliefert.
  • Warum trug Jeanne d'Arc Männerkleidung?

    Jeanne selbst gab an, dies auf göttlichen Befehl getan zu haben. Im Gefängnis erklärte sie, sie habe die Männerkleidung wieder angelegt, nachdem ihr die Frauenkleider weggenommen wurden und zum Schutz vor Misshandlungen und versuchten sexuellen Übergriffen. Das Tragen von Männerkleidung war jedoch ein zentraler Anklagepunkt gegen sie.

  • Wo wurde Jeanne d'Arc gefangen gehalten?

    Nach ihrer Gefangennahme bei Compiègne wurde sie an die Engländer verkauft und im Burgverlies von Bouvreuil in Rouen festgehalten, dem Sitz des englischen Statthalters John of Lancaster.

  • Warum wurde sie zum Tode verurteilt?

    Im ersten Prozess entging sie der Todesstrafe durch Abschwörung und wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Im zweiten Prozess, der unter starkem englischem Druck stattfand, wurde ihr vorgeworfen, in die Häresie zurückgefallen zu sein (insbesondere durch das erneute Tragen von Männerkleidung und den Widerruf ihres Geständnisses). Daraufhin wurde sie als rückfällige Häretikerin zum Tode durch Verbrennung verurteilt.

  • Gab es Beweise für ihre Wundertaten?

    Ihre militärischen Erfolge, insbesondere die Befreiung von Orléans in einer scheinbar aussichtslosen Lage, wurden von ihren Anhängern als Beweis ihrer göttlichen Sendung angesehen. Die Kirche prüfte ihre Glaubwürdigkeit und die Echtheit ihrer Visionen. Letztlich führten ihre Taten und ihr Märtyrertod zur Anerkennung ihrer Mission als göttlich und zu ihrer Heiligsprechung.

  • Wie wurde sie nach ihrem Tod betrachtet?

    Direkt nach ihrem Tod versuchten die Engländer, ihre Erinnerung auszulöschen, indem sie ihre Asche verstreuten. Doch schon bald begannen die Franzosen, sie als Märtyrerin zu verehren. Der Revisionsprozess 1455 bestätigte ihren Märtyrerstatus. Heute wird sie als französische Nationalheldin und eine der bedeutendsten Heiligen der katholischen Kirche verehrt.

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Andenmatten Soltermann

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