Kann man WLAN-Signal stärker machen?

Signalverstärker: Mehr Reichweite für Daten

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In der Welt der Kommunikation, sei es über Kabel oder Funk, stoßen Signale auf ein grundlegendes Problem: Mit zunehmender Entfernung verlieren sie an Stärke. Dieser Leistungsverlust führt dazu, dass die Information am Zielort nicht mehr klar oder überhaupt nicht mehr empfangen werden kann. Stellen Sie sich ein Telefongespräch über eine sehr lange Leitung vor – ein Teil der Energie geht als Wärme verloren, und je länger die Leitung, desto schwächer das Signal am Ende. Ähnlich verhält es sich mit Radiosignalen, die mit der Entfernung vom Sender abnehmen. Um dieses Problem zu überwinden, kommen elektronische Geräte zum Einsatz, die Signale auffrischen und weiterleiten: die sogenannten Repeater.

Warum verlieren meine WLAN-Kameras ständig die Verbindung?
Warum verliert meine Überwachungskamera ständig das Signal? Eine Überwachungskamera verliert ständig das Signal , wenn sie zu weit vom Router entfernt ist, die Bandbreite nicht alle mit dem Internet verbundenen Geräte abdeckt oder Probleme mit der Netzwerkausrüstung (z. B. Ethernet-Kabel) vorliegen .

Der Begriff „Repeater“ hat seine Wurzeln bereits im 19. Jahrhundert in der Telegrafie. Damals handelte es sich um elektromechanische Vorrichtungen, genauer gesagt Relais, die Telegrafensignale regenerierten. Diese grundlegende Idee – das Signal zu verstärken, um es weiter senden zu können – ist bis heute aktuell und wurde in der Telefonie und Datenkommunikation weiterentwickelt.

Was macht ein Repeater?

Die Hauptaufgabe eines Repeaters ist die Erhöhung der Leistung eines Signals, das einen Kommunikationskanal durchläuft. Da Signale auf ihrem Weg durch Leistungsverluste abgebaut werden, nimmt ihre Amplitude ab. Ein Repeater nimmt das geschwächte Signal auf, verstärkt es und sendet es anschließend mit höherer Leistung erneut aus. Dadurch kann das Signal größere Distanzen überbrücken. Dieser Prozess erfordert, dass der Repeater selbst über eine elektrische Energiequelle verfügt, um die Verstärkung zu ermöglichen.

Typen von Repeatern

Repeater lassen sich grundsätzlich nach der Art der Daten unterscheiden, die sie verarbeiten:

Analoge Repeater

Diese Art von Repeatern wird in Kanälen eingesetzt, die Daten als Analogsignale übertragen. Bei Analogsignalen, wie beispielsweise Audiosignalen, sind Spannung oder Strom proportional zur Amplitude des Signals. Analoge Repeater finden auch Anwendung in Trunklines, die mehrere Signale mithilfe von Frequenzmultiplex (FDM) bündeln. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem linearen Verstärker. Oft sind in analogen Repeatern auch elektronische Filter integriert, um Verzerrungen, die auf der Übertragungsstrecke entstehen (Frequenz- und Phasenverzerrungen), auszugleichen.

Digitale Repeater

Digitale Repeater sind für Kanäle konzipiert, die Daten über binäre Digitalsignale übertragen. Bei Digitalsignalen liegen die Daten in Form von Impulsen vor, die nur zwei mögliche Werte annehmen – zur Darstellung der Binärziffern 1 und 0. Ein digitaler Repeater verstärkt nicht nur das Signal, sondern kann die empfangenen Impulse auch neu timen, resynchronisieren und ihre Form wiederherstellen. Ein digitaler Repeater, der diese Retiming- oder Resynchronisierungsfunktionen durchführt, wird oft als Regenerator bezeichnet. Diese Fähigkeit zur Signalformung ist bei digitalen Signalen besonders wichtig, um durch Störungen oder Dämpfung verformte Impulse wieder in ihre klare, ursprüngliche Form zu bringen.

Vergleich: Analoge vs. Digitale Repeater
MerkmalAnaloger RepeaterDigitaler Repeater
SignalartAnalogsignaleDigitalsignale (Binärimpulse)
GrundfunktionVerstärkenVerstärken, Retimen, Resynchronisieren, Formen
SignalqualitätVerstärkt auch Rauschen und VerzerrungenKann Signalqualität durch Regeneration verbessern
KomponentenLinearer Verstärker, FilterVerstärker, Taktrückgewinnung, Entscheider
Anderer Name für spezielle Funktion-Regenerator (bei Retiming/Resynchronisierung)

Repeater in der Computertechnik

In Computernetzwerken sind Repeater auf der Bitübertragungsschicht angesiedelt, der Schicht 1 des OSI-Modells. Ihre Hauptaufgabe hier ist die Erweiterung der maximalen Länge von Netzwerksegmenten. Es gibt spezielle Varianten von Repeatern wie Transceiver und Sternkoppler. Ein Repeater, der mehr als zwei Anschlüsse besitzt, wird häufig als Hub oder Multi-Port-Repeater bezeichnet. Auch ein Medienkonverter kann als Repeater betrachtet werden, solange er keine weitergehenden Funktionen wie Bridging übernimmt.

Repeater in der Netztechnik (LAN)

Der Einsatz von Repeatern bietet sich beispielsweise in lokalen Netzwerken (LANs) mit Bus-Topologie an. Sie ermöglichen es, die maximale Kabellänge zu überschreiten, die bei bestimmten Netzwerktypen wie 10BASE2 (Koaxialkabel) auf 185 Meter begrenzt ist. Der Repeater teilt das Netz zwar in zwei separate physikalische Segmente, aber die logische Bus-Topologie bleibt erhalten. Ein interessanter Nebeneffekt ist die erhöhte Ausfallsicherheit: Fällt ein Teilnetz aus, kann das andere unabhängig weiterarbeiten. In einer reinen Bus-Topologie ohne Repeater würde der Ausfall eines Segments oft zum Ausfall des gesamten Netzes führen. Es ist wichtig zu verstehen, dass Repeater nicht die zur Verfügung stehende Datenrate eines Netzes erhöhen. Sie verlängern lediglich die Reichweite.

In der LAN-Technik unterscheidet man typischerweise zwei Arten von Repeatern:

  • Local-Repeater: Verbinden zwei lokale Netzsegmente direkt miteinander.
  • Remote-Repeater: Verbinden zwei räumlich weiter voneinander entfernte Netzsegmente über ein sogenanntes Link-Segment. Ein Link-Segment besteht aus zwei Repeatern, die beispielsweise über ein Glasfaserkabel verbunden sind, um größere Distanzen zu überbrücken.

Bei der Verwendung von Repeatern in Ethernet-Netzwerken muss man die Kaskadierung begrenzen. Da alle Segmente, die durch Repeater verbunden sind, eine gemeinsame Kollisionsdomäne bilden, dürfen die Endgeräte aufgrund der Signallaufzeiten nicht zu weit voneinander entfernt sein. Andernfalls könnte die Kollisionserkennung nicht mehr zuverlässig funktionieren. Diese Begrenzung wird durch die sogenannte 5-4-3-Regel geregelt, die besagt, dass zwischen zwei Endgeräten maximal 5 Segmente, 4 Repeater und 3 belegte Segmente liegen dürfen.

Repeater in der Glasfasertechnik

Auch in der modernen Glasfaserkommunikation sind Repeater unverzichtbar, insbesondere auf langen Strecken wie bei optischen Unterseekabeln. Hier werden das Lichtsignal und damit die Daten auf dem Meeresgrund in regelmäßigen Abständen verstärkt. Optische Verstärker, die ins Kabel integriert sind, verstärken das Licht etwa alle 50 bis 80 Kilometer. Darüber hinaus werden in größeren Abständen, ungefähr alle 500 bis 1000 Kilometer, optische Repeater benötigt. Diese haben die zusätzliche Funktion, die Flankensteilheit der Lichtpulse wiederherzustellen und eventuelle Zeitversätze auszugleichen. Die Stromversorgung dieser Verstärker und Repeater am Meeresgrund erfolgt über den Kupfermantel des Kabels, der elektrische Energie transportiert.

WLAN-Repeater

In der Informationstechnik sind WLAN-Repeater weit verbreitet, um die Reichweite eines drahtlosen Funknetzes zu vergrößern. Sie nehmen das WLAN-Signal vom Router oder Access Point auf und senden es verstärkt weiter. Bei der einfachsten Nutzung eines WLAN-Repeaters halbiert sich allerdings die Datenübertragungsrate für Geräte, die sich hinter dem Repeater befinden. Das liegt daran, dass der Repeater abwechselnd mit dem Client (z.B. Laptop, Smartphone) und dem Access Point kommunizieren muss und dabei denselben Funkkanal nutzt. Diese Halbierung der Datenrate lässt sich umgehen, indem die Kommunikation zwischen Client und Repeater auf einer anderen Frequenz stattfindet als die zwischen Repeater und Router. Dazu benötigt der Repeater mehrere Funkeinheiten. Ein Dual-Band Repeater kann zum Beispiel im 2,4 GHz Band mit dem Client und im 5 GHz Band mit dem Router kommunizieren. Ein Tri-Band Repeater kann sogar beide Bänder gleichzeitig für die Kommunikation mit Clients nutzen und ein drittes Band (oft ein weiteres 5 GHz Band) für die Verbindung zum Router, um die volle Geschwindigkeit zu erhalten.

Durch die Zwischenschaltung eines WLAN-Repeaters kann auch durch Hindernisse wie Wände oder über größere Distanzen eine bessere Übertragungsqualität und somit eine höhere Geschwindigkeit erzielt werden. Viele moderne, handelsübliche Wireless Access Points bieten einen Repeatermodus, um größere Gebäude oder Grundstücke abzudecken. Mit Roaming-Funktionen können sich Clients nahtlos zwischen den Funkzellen des Haupt-Access Points und der Repeater bewegen, ohne dass die Verbindung unterbrochen wird. Theoretisch könnten in einem Netz mit der Subnetzmaske 255.255.255.0 bis zu 254 WLAN-Repeater betrieben werden, praktisch empfiehlt es sich jedoch, die Repeater nicht in Reihe, sondern in Sternform vom Haupt-Access Point aus anzuordnen. Bei zu vielen in Reihe geschalteten Repeatern kann es zu Problemen und Signalüberschneidungen kommen.

Repeater im TK-Netz

In Telekommunikationsnetzen (TK-Netzen), beispielsweise für Technologien wie SHDSL/G.SHDSL, HDSL oder E1/Primärmultiplexanschluss, werden Repeater oft als Zwischenregeneratoren (ZWR) bezeichnet. Sie kommen sowohl bei Kupfer- als auch bei Glasfaserübertragungsstrecken zum Einsatz. Der grundlegende Aufbau eines ZWR ist dabei ähnlich: Er besteht typischerweise aus einem NT (Network Termination) und einem LT (Line Termination), die „Rücken-an-Rücken“ (Back-to-back) miteinander verbunden sind. Das NT beendet den ankommenden Übertragungsweg, decodiert die digitalen Werte, und das LT empfängt diese Werte und codiert sie in ein neues Signal für den nächsten Streckenabschnitt. Solche ZWR benötigen eine zusätzliche Stromversorgung, oft über Fernspeisung vom Hauptverteiler oder vom kundenseitigen NT. Repeater werden im TK-Netz auch zur Versorgung von Tunneln mit GSM-Mobilfunk eingesetzt.

Repeater in (Mobil-)Funknetzen

Im Mobilfunkbereich dienen Repeater als Relaisstationen, um Gebiete mit schlechtem Empfang, sogenannte abgeschattete Bereiche, auszuleuchten. Dazu gehören beispielsweise das Innere von Gebäuden, U-Bahnen oder Tunnel. In Zügen werden spezielle Intrain-Repeater eingesetzt, um den Mobilfunkempfang während der Fahrt zu verbessern. Funknetz-Repeater für Handynetze (wie GSM, UMTS, Tetrapol) arbeiten meist als Zwei-Weg-Verstärker, die sowohl den Uplink (vom Handy zur Basisstation) als auch den Downlink (von der Basisstation zum Handy) verstärken. Sie helfen, Mobilfunkzellen zu vergrößern und Empfang auch in schwierigen Umgebungen wie Garagen, Tunneln oder auf Schiffen zu ermöglichen. Intelligentere Repeater können über die reine Signalverstärkung hinaus das elektrische Signal neu synchronisieren, wie es bei Repeatern im Direktrufnetz der Deutschen Telekom der Fall war.

Repeater im Amateurfunk

Auch im Amateurfunkdienst spielen Repeater, dort oft als Relaisstationen bezeichnet, eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen Funkamateuren, über größere Distanzen zu kommunizieren, indem sie die Signale empfangen und verstärkt wieder aussenden. Für digitale Betriebsarten im Amateurfunk gibt es spezielle Repeater, die als Digipeater bekannt sind. Diese können digitale Signale nicht nur verstärken, sondern auch zwischenspeichern und weiterleiten.

Häufig gestellte Fragen zu Repeatern

Hier sind einige häufig gestellte Fragen zum Thema Repeater:

Warum werden Repeater benötigt?
Signale verlieren auf langen Übertragungswegen an Leistung (werden gedämpft). Repeater verstärken das Signal, um diese Verluste auszugleichen und die Reichweite zu erhöhen, sodass die Information am Zielort noch verständlich oder nutzbar ist.

Was ist der Unterschied zwischen einem analogen und einem digitalen Repeater?
Ein analoger Repeater verstärkt das Analogsignal inklusive eventuellem Rauschen und Verzerrungen. Ein digitaler Repeater verstärkt das Digitalsignal und kann es zusätzlich regenerieren, d.h., die Impulse neu timen, resynchronisieren und formen, um die ursprüngliche Signalqualität wiederherzustellen.

Macht ein Repeater mein Netzwerk schneller?
Nein, Repeater erhöhen in der Regel nicht die Datenübertragungsrate. Sie erweitern lediglich die physikalische Reichweite oder überbrücken Hindernisse, was zu einer stabileren Verbindung führen kann, aber nicht zu einer höheren Spitzengeschwindigkeit.

Wie beeinflusst ein WLAN-Repeater die Geschwindigkeit?
Einfache WLAN-Repeater, die auf demselben Frequenzband arbeiten, können die Datenrate für dahinterliegende Geräte halbieren. Multi-Band Repeater (Dual-Band, Tri-Band) können dies durch die Nutzung unterschiedlicher Frequenzbänder für die Kommunikation mit Clients und Router umgehen.

Was ist ein Regenerator?
Ein Regenerator ist eine spezielle Form eines digitalen Repeaters, der nicht nur verstärkt, sondern auch die Zeitstruktur (Retiming) und Form der digitalen Pulse wiederherstellt. Er regeneriert das Signal, um Verluste durch Dispersion oder Jitter auszugleichen.

Was bedeutet die 5-4-3-Regel im Ethernet?
Die 5-4-3-Regel ist eine Designregel für kaskadierte Repeater in älteren Ethernet-Netzwerken. Sie begrenzt die Anzahl der Segmente und Repeater zwischen zwei Endgeräten (maximal 5 Segmente, verbunden durch maximal 4 Repeater, wobei nur 3 der Segmente belegt sein dürfen), um sicherzustellen, dass die Kollisionserkennung zuverlässig funktioniert.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Repeater, ob analog oder digital, in vielfältigen Kommunikationssystemen eine entscheidende Rolle spielen, indem sie die Grenzen der physikalischen Übertragungsmedien überwinden und Signale über weite Strecken oder durch schwieriges Gelände nutzbar machen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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