Von welcher Marke ist das Wiko-Telefon?

Wiko: Vom französischen Aufsteiger zur Chinamarke?

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Wiko, ein Name, der vielen Smartphone-Nutzern in Deutschland und Europa einst ein Begriff war. Gegründet im Februar 2011 vom französischen Geschäftsmann Laurent Dahan, etablierte sich das Unternehmen schnell als Anbieter von preiswerten, aber soliden Smartphones. Mit Hauptsitz, Design- und Marketingteams in Marseille, Frankreich, verkörperte Wiko zunächst den Geist eines europäischen Technologieunternehmens, das den etablierten Marken die Stirn bot. Besonders in Frankreich war der Erfolg bemerkenswert: 2013 verkaufte Wiko dort 1,7 Millionen Smartphones, erreichte einen Marktanteil von 7 % und war damit die zweitgrößte Smartphone-Firma nach Samsung. Dieser frühe Erfolg zeigte, dass es einen Markt für erschwingliche, aber gut gemachte Geräte gab.

Der Aufstieg von Wiko setzte sich fort. Ab 2014 expandierte das Unternehmen international und war 2018 bereits in über 30 Ländern in Europa, Asien, dem Nahen Osten und Afrika präsent. Mit rund 30 Millionen Nutzern hatte sich die Marke fest etabliert und galt vielen als Synonym für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Geräte, oft mit praktischer Dual-SIM-Funktion ausgestattet, sprachen eine breite Käuferschicht an, die nicht bereit war, Premium-Preise für High-End-Smartphones zu zahlen, aber dennoch ein zuverlässiges Gerät suchte. Wiko galt damals als eine Art europäisches Pendant zu dem, wofür heute Marken wie Xiaomi stehen: gute Qualität zu einem günstigen Preis.

Was ist aus Wiko geworden?
Anfang 2018 hat das chinesische ODM-Unternehmen Tinno, das auch die Wiko Geräte herstellt, 100% der Anteile an Wiko übernommen. Der ehemals französische Hersteller ist jetzt also auch in chinesischer Hand. Spätestens seit dieser Übernahme ist es leider auch ruhiger um Wiko geworden.

Der Wendepunkt: Übernahme durch Tinno

Doch die Geschichte von Wiko nahm eine entscheidende Wendung. Anfang 2018 übernahm das chinesische ODM-Unternehmen Tinno, das bereits als Hersteller für Wiko-Geräte fungierte, 100 % der Anteile. Damit ging das ehemals französische Unternehmen vollständig in chinesischen Besitz über. Diese Übernahme markierte einen spürbaren Einschnitt. Seitdem ist es merklich ruhiger um die Marke geworden. Während der Fokus der Produktpalette weiterhin auf günstigen Modellen liegt, hat sich der Markt stark verändert. Eine Flut von chinesischen Herstellern, die ihre Produkte direkt vertreiben, hat den Wettbewerb im Niedrigpreissegment extrem verschärft und Wikos Preise unter Druck gesetzt, bzw. Wikos Angebote im Vergleich teurer erscheinen lassen.

Aktuelle Produktlinien im Fokus: Die View 3 Serie

Um die aktuelle Position von Wiko auf dem Markt zu verstehen, werfen wir einen Blick auf einige der neueren Modellreihen, wie sie zum Zeitpunkt der Analyse betrachtet wurden. Die View 3 Serie bildete damals das Top-Segment von Wiko und umfasste drei Modelle: das View 3 Lite, das View 3 und das View 3 Pro. Optisch ähnelten sich die Geräte stark, doch die technischen Unterschiede waren erheblich. Lediglich der 4000mAh große Akku, Android 9 und einige Funkstandards waren allen Modellen gemein. Die detaillierten Unterschiede zeigten sich in der Ausstattung:

View 3 LiteView 3View 3 Pro
CPUUnisoc SC9863AMediaTek Helio P22MediaTek Helio P60
Speicher (RAM + ROM)2GB + 32GB Erweiterbar3GB + 64GB Erweiterbar6GB + 128GB
Display6,09 Zoll 1560 x 7206,26 Zoll 1520 x 7206,3 Zoll 2340 x 1080
KameraDual Kamera: 13+2 Megapixel TiefeTriple Kamera: 12+2+13 Megapixel Tiefe SuperweitwinkelTriple Kamera: 12+5+13 Megapixel Tiefe Superweitwinkel
Fingerprint SensorNeinJaJa
AnschlussMicro-USBMicro-USBUSB-C

Die Analyse der View 3 Serie enthüllte schnell einige Schwachstellen. Besonders kritisch wurde der Anschluss bewertet: Ein Micro-USB Port in einem Gerät, das zum Zeitpunkt der Betrachtung im Jahr 2019 auf den Markt kam, wurde als absolutes No-Go bezeichnet. Während dies bei einem Gerät für rund 100 € (View 3 Lite) eventuell noch akzeptabel sein mag, ist es beim Preis des normalen View 3 (ca. 160 €) inakzeptabel. Ein USB-C Port sollte hier längst Standard sein. Display-Auflösung und Speicherausstattung des View 3 und View 3 Lite galten als bestenfalls okay, aber vergleichbare Geräte von anderen chinesischen Herstellern waren oft für deutlich weniger als die Hälfte des Preises erhältlich.

Als Beispiel wurde das Umidigi A5 Pro genannt, das für etwa 80 € zwar nur 32GB ROM (erweiterbar) bot, dafür aber 4GB RAM, ein ähnliches Display, einen besseren Prozessor und eine bessere Kamera besaß. Dies verdeutlichte, dass Wiko im unteren Preissegment der View 3 Serie Schwierigkeiten hatte, ein konkurrenzfähiges Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.

Die Pro-Variante, das Wiko View 3 Pro für rund 250 €, bot immerhin akzeptable Spezifikationen: ein angemessenes Display, ausreichenden Speicher und endlich einen USB-C Anschluss. Doch auch hier gab es starke Konkurrenz. Der MediaTek Helio P60 Prozessor und das Kamera-Setup wurden im Vergleich zu Alternativen als weniger überzeugend eingestuft. Für denselben Preis oder sogar weniger war beispielsweise das Redmi Note 8 Pro erhältlich, das mit einem Helio G90T Prozessor deutlich höhere Leistung bot und über eine überragende 64MP Kamera verfügte. Zudem konnte man bei Xiaomi eher mit regelmäßigen Software-Updates rechnen. Das View 3 Pro unterschied sich immerhin positiv von den anderen beiden Modellen durch eine mitgelieferte Schutzhülle.

Die Y Serie: Ein Blick auf das Low-Budget-Segment

Noch problematischer stellte sich die Situation bei der Wiko Y Serie dar, die das absolute Einstiegssegment bediente. Modelle wie das Y80 (ca. 100 €) und das Y60 (ca. 70 €) bewegten sich preislich in derselben Region wie das View 3 Lite, boten aber deutlich schlechtere Hardware. Die folgende Tabelle zeigt die Unterschiede:

Y80Y60
CPUUnisoc SC9863AMediaTek MT6739WA
Speicher (RAM + ROM)2GB + 16GB1GB + 16GB
Display5,99 Zoll 1440 x 7206,26 Zoll 960 x 480
KameraDual Kamera: 13+2 MegapixelSingle Kamera: 5 Megapixel
Akku4000mAh2500mAh

Beide Geräte verfügten ebenfalls über einen Micro-USB Port. Die Ausstattung, insbesondere beim Y60 mit nur 1GB RAM und einer sehr niedrigen Display-Auflösung, wurde als kaum zeitgemäß und der Preis dafür als "frech" bezeichnet. Für 70 € oder 100 € waren zum damaligen Zeitpunkt bereits Alternativen auf dem Markt, die mehr als doppelt so viel Leistung boten. Wer nur ein sehr geringes Budget hatte, dem wurde eher zum Kauf eines gebrauchten Geräts geraten, als zu diesen neuen Modellen der Y Serie.

Nostalgie und die "lustigen Spitznamen"

Wiko war in der Vergangenheit auch für Modelle mit eingängigen und teils "lustigen Spitznamen" bekannt, wie Harry, Sunny, Tommy, Lenny oder Jerry. Ein Blick auf die älteren Geräte, wie das Sunny 3 von Mitte 2018 (ca. 60 €), zeigte, wie stark die Entwicklung im Smartphone-Markt vorangeschritten ist und wie weit Wiko in diesem Segment zurückfiel. Ein Smartphone mit nur 512MB RAM und einer Auflösung von 854 x 480 Pixeln, auch wenn es schon fast zwei Jahre alt war, wurde mit Verwunderung betrachtet. Solche Spezifikationen wirkten zu diesem Zeitpunkt fast schon wie aus der Zeit gefallen und warfen die Frage auf, ob der Verkauf solcher Geräte überhaupt noch sinnvoll oder angemessen sei.

Fazit: Hat Wiko seinen Spirit verloren?

Noch vor einigen Jahren waren Wiko-Geräte im Freundeskreis des Autors durchaus verbreitet. Sie waren zwar keine High-End-Geräte, überzeugten aber durch ein solides Preis-Leistungs-Verhältnis. Betrachtet man die zum Zeitpunkt der Analyse aktuellen Modelle, so scheint es, als hätte Wiko, spätestens seit dem Verkauf an Tinno im Jahr 2018, seinen ursprünglichen "Spirit" verloren. Die Fähigkeit, gute Qualität zu einem wirklich günstigen Preis anzubieten, scheint im Vergleich zur starken Konkurrenz, insbesondere aus China, eingebüßt worden zu sein.

Das einzige Gerät, das in der betrachteten Modellpalette noch ansatzweise empfohlen werden konnte, war das Wiko View 3 Pro. Doch selbst hier gab es mit dem Redmi Note 8 Pro und vielen anderen Geräten bereits bessere Alternativen auf dem Markt, die mehr Leistung oder ein besseres Kamera-Setup zum selben Preis boten.

Von welcher Marke ist das Wiko-Telefon?
Wiko (/ˈwɪkoʊ/ WIK-oh) ist ein französisches Unternehmen und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des chinesischen Mobiltelefonherstellers Tinno Mobile .

Die allgemeine Einschätzung der Y Serie und der einfacheren View 3 Modelle war ernüchternd. Veraltete Anschlüsse wie Micro-USB, schwache Prozessoren und knapper Speicher machten die Geräte im Vergleich zur Konkurrenz unattraktiv und überteuert.

Häufig gestellte Fragen zu Wiko

Woher stammt die Marke Wiko ursprünglich?

Wiko wurde 2011 in Marseille, Frankreich, gegründet und war ursprünglich ein französisches Unternehmen.

Wem gehört Wiko heute?

Seit Anfang 2018 gehört Wiko vollständig dem chinesischen ODM-Unternehmen Tinno.

Bieten Wiko Handys heute noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis?

Basierend auf der Analyse der View 3 und Y Serie zum Zeitpunkt der Betrachtung, schienen viele Wiko-Modelle im Vergleich zur starken Konkurrenz, insbesondere von anderen chinesischen Herstellern, kein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis mehr zu bieten.

Welche Wiko Modelle wurden in der Analyse betrachtet?

Die Analyse konzentrierte sich hauptsächlich auf die View 3 Serie (View 3 Lite, View 3, View 3 Pro) und die Y Serie (Y80, Y60).

Wann stellt Wiko typischerweise neue Geräte vor?

Neue Geräte wurden in der Vergangenheit oft im April oder Mai vorgestellt, allerdings gab es zum Zeitpunkt der Analyse noch keine Informationen zu bevorstehenden Modellen.

Wir hoffen, dass Wiko in Zukunft wieder zu alter Stärke zurückfindet und seine Identität als Anbieter von guten und preiswerten Smartphones neu definieren kann, auch wenn die ursprüngliche französische Herkunft durch die chinesische Übernahme abgelöst wurde. Die Hoffnung besteht, dass die Marke die Kurve kriegt.

Was meint ihr? Hattet ihr schon einmal ein Wiko Gerät? Was haltet ihr von der Marke und glaubt ihr, dass Wiko noch die Kurve kriegt? Schreibt es in die Kommentare!

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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