Is Mamiya still in business?

Mamiya Kameras: Geschichte und Status heute

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Mamiya ist ein Name, der in der Welt der professionellen Fotografie, insbesondere im Mittelformat, einen legendären Ruf genießt. Gegründet im Mai 1940 in Japan von Seiichi Mamiya und Tsunejiro Sugawara, begann das Unternehmen als Mamiya Kōki Seisakusho. Sein Ziel war die Herstellung hochwertiger Kameras und optischer Geräte. Über Jahrzehnte hinweg prägte Mamiya die Fotolandschaft mit innovativen und robusten Kamerasystemen, die von Profis weltweit geschätzt wurden. Doch wie steht es heute um diese einst so prominente Marke? Mamiya Digital Imaging Co., Ltd. existiert zwar noch als Teil eines größeren Unternehmens, aber die Marke Mamiya, wie sie einst bekannt war, ist nicht mehr ein eigenständiger Akteur auf dem Kameramarkt. Ihre Geschichte ist jedoch reich und komplex und führt uns durch verschiedene Epochen der Fotografie, von den Anfängen des Rollfilms bis ins digitale Zeitalter.

What is the history of Mamiya?
Company history. Mamiya was founded in May 1940 by Mamiya Seiichi (間宮精一) and Sugawara Tsunejirō (菅原恒二郎) as Mamiya Kōki Seisakusho (マミヤ光機製作所, Mamiya Optical Works). It was based in Tokyo, Hongo, and its first camera was the Mamiya Six, a 6×6 folder with coupled rangefinder that was focused by moving the film plane.4. März 2024

Die goldenen Jahre: Mittelformat-Legenden werden geboren

Mamiya erlangte früh Bekanntheit mit seinen professionellen Mittelformat-Kameras. Die Mamiya Six, eine 6×6 Sucherkamera mit Filmplanfokussierung aus dem Jahr 1940, war das erste Modell und für acht Jahre das einzige. Später folgten die Mamiya Press (ab 1962), eine Serie von Mittelformat-Presskameras, die für ihre Vielseitigkeit und Robustheit bekannt waren. Doch die wahren Arbeitspferde, die Mamiya zu einem Eckpfeiler der professionellen Fotografie machten, waren die Mittelformat-Spiegelreflexkameras (SLRs).

Die Einführung der RB67 im Jahr 1970 war ein Meilenstein. Diese 6×7 cm Kamera zeichnete sich durch ihren eingebauten Balgenauszug für Nahaufnahmen und vor allem durch ihr drehbares Magazin aus. Letzteres ermöglichte Hoch- und Querformataufnahmen, ohne die schwere Kamera auf dem Stativ drehen zu müssen. Das 6×7-Format, von Linhof als ideal für die Vergrößerung auf Standardgrößen beworben, wurde von Mamiya in der Praxis mit einer tatsächlichen Bildgröße von 56×67mm umgesetzt.

1975 folgte die Mamiya M645, die erste Mittelformat-SLR, die ausschließlich das 645-Format nutzte. Mit 15 Aufnahmen pro 120er Rollfilm bot dieses Format einen guten Kompromiss zwischen Bildgröße und Anzahl der Aufnahmen. Diese Kamera begründete eine äußerst erfolgreiche Serie von 645-Kameras, die über Jahrzehnte weiterentwickelt wurde.

Die RZ67, 1982 eingeführt, war eine Weiterentwicklung der RB67 mit elektronischer Steuerung und weiteren Verbesserungen. Zusammen mit der RB67 und den 645-Modellen etablierte sich Mamiya fest neben Marken wie Hasselblad, Rollei, Bronica und Pentax als führender Hersteller professioneller Mittelformatkameras.

Neben den SLRs stellte Mamiya auch sehr geschätzte zweiäugige Spiegelreflexkameras (TLRs) der C-Serie her (C2, C3, bis C330s). Diese zeichneten sich durch die Möglichkeit aus, die Objektive zu wechseln – eine Seltenheit bei TLRs – und verfügten ebenfalls über einen Balgen zur Fokussierung.

Ausflüge und Herausforderungen: 35mm und mehr

Obwohl Mamiya vor allem für Mittelformat bekannt ist, wagte sich das Unternehmen auch in andere Bereiche. Ab 1949 stellte Mamiya auch Kameras für den 35mm Film her. Dazu gehörten Sucherkameras wie die Mamiya-35 Serie und später SLRs wie die Prismat (1961), die TL/DTL Serie, SX, XTL, NC1000 und die Z-Serie. Die ZM von 1982 war ein fortschrittliches 35mm Modell mit Blendenautomatik und TTL-Messung, aber sie sollte das letzte 35mm-Modell von Mamiya bleiben.

Who bought Mamiya?
Phase One has acquired the assets of Mamiya Digital Imaging Company, Ltd, (MDI) and has subsequently established Phase One Japan, with Makoto Honda being appointed as the new president.

Mamiya diversifizierte sich auch über die Fotografie hinaus. Bis ins Jahr 2000 stellte das Unternehmen Angelausrüstung her, und unter dem Namen Mamiya-OP (die ursprüngliche Muttergesellschaft) existiert es weiterhin und produziert Industrie- und Elektronikprodukte sowie Golfzubehör über Tochtergesellschaften.

Eine Zäsur in der Unternehmensgeschichte war der Konkurs eines Hauptvertriebspartners, Osawa, im Jahr 1984. Dies führte dazu, dass Mamiya die Produktion von 35mm-Kameras einstellte, um sich vollständig auf den professionellen Mittelformatmarkt zu konzentrieren.

Rückkehr und digitale Transformation

Nach der Umstrukturierung konzentrierte sich Mamiya wieder auf seine Kernkompetenz: das Mittelformat. Es wurden neue Modelle eingeführt, darunter die M645 Super (1985) und ihre Nachfolger Pro und Pro-TL, sowie die innovativen Sucherkameras Mamiya 6 (1989, 6×6) und Mamiya 7 (1995, 6×7). Beide Sucherkameras sind für ihre kompakte Bauweise, leisen Verschluss und vor allem für die außergewöhnliche optische Qualität ihrer Objektive bekannt. Die Mamiya 7 wurde bis 2013 produziert und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit.

Mit dem Aufkommen der Digitalfotografie musste sich auch Mamiya anpassen. 1999 wurde die Mamiya 645AF eingeführt, eine 6x4.5 SLR mit Autofokus, die als Basis für digitale Rückteile diente. Später folgten die 645AFD, AFDII und AFDIII.

Mamiyas erste eigene digitale Mittelformatkamera war die Mamiya ZD im Jahr 2004, ein integriertes System mit 22MP. Parallel dazu wurde ein ZD-Rückteil für die 645AFDII/AFDIII angekündigt. Beide digitalen Produkte hatten jedoch technische Schwierigkeiten und Verzögerungen, was dazu führte, dass sie bei ihrer Markteinführung bereits technisch überholt waren.

Erfolgreicher waren Mamiyas spätere digitale Rückteile der M-Serie (M18, M22, M31) ab 2009, die mit den 645AFD-Kameras und über Adapter auch mit den RB/RZ-Serien kompatibel waren. Im selben Jahr wurde die Mamiya 645DF eingeführt, eine Kamera, die speziell für digitale Rückteile entwickelt wurde und Funktionen wie Spiegelvorauslösung, geringere Auslöseverzögerung und Kompatibilität mit Blattverschluss-Objektiven bot, die Blitzsynchronzeiten von bis zu 1/1600 Sekunde ermöglichten.

Is Mamiya still in business?
The original company, doing business as Mamiya-OP, continues to exist and makes a variety of industrial and electronics products.

Die Phase One Ära

Ein entscheidender Wendepunkt in der jüngeren Geschichte von Mamiya war die Beteiligung und spätere Übernahme durch das dänische Unternehmen Phase One, einen führenden Hersteller von digitalen Mittelformatrückteilen.

Im Jahr 2009 erwarb Phase One eine bedeutende Beteiligung an Mamiya Digital Imaging. Diese Partnerschaft ermöglichte eine engere Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Kamerasystemen. 2012 integrierten Phase One, Mamiya und ihre Tochtergesellschaft Leaf Imaging ihre Produktlinien unter der neuen globalen Marke „Mamiya Leaf“, um ein umfassendes Mittelformat-Digitalangebot zu schaffen.

Im Jahr 2015 kaufte Phase One schließlich Mamiya Digital Imaging vollständig auf. Damit übernahm Phase One die volle Kontrolle über Design und Entwicklung von Mittelformatkamerasystemen, Zentralverschlüssen und Objektiven. Die ehemalige Mamiya-Fabrik in Saku, Japan, wurde zum neuen Hauptsitz von Phase One Japan.

Heute ist die Marke Mamiya auf den aktuellen Phase One Produkten weniger prominent oder gar nicht mehr zu finden. Das aktuelle Flaggschiff-System von Phase One, das XF Kamerasystem, baut jedoch auf dem Erbe und der Technologie von Mamiya auf. Die Expertise im Kamerabau, die über Jahrzehnte bei Mamiya aufgebaut wurde, lebt innerhalb von Phase One Japan weiter, insbesondere bei der Entwicklung der hochwertigen Objektive in Zusammenarbeit mit Schneider Kreuznach.

Obwohl Mamiya als eigenständiges Unternehmen im Sinne der Kameraherstellung nicht mehr existiert, sind seine Kameras und Objektive bei Sammlern und Fotografen, die den einzigartigen Look und die Qualität des Mittelformats schätzen, weiterhin äußerst beliebt und werden aktiv auf dem Gebrauchtmarkt gehandelt. Modelle wie die RB67, RZ67, Mamiya 7 und verschiedene 645-Varianten gelten als Klassiker und sind gesuchte Werkzeuge für anspruchsvolle Fotografie.

Vergleich: Mamiya 645 Manuellfokus Modelle

Die Mamiya 645 Serie mit manuellem Fokus umfasste mehrere Modelle über zwei Generationen hinweg. Hier ist ein Vergleich der wichtigsten Spezifikationen basierend auf den verfügbaren Informationen:

ModellBauweise (Gehäuse / Rahmen)JahreLängste VerschlusszeitKürzeste VerschlusszeitBlitzsynchronzeitGewicht (Gehäuse)WechselmagazineWechselbare SucherSpiegelvorauslösungSelbstauslöserMehrfachbelichtungTiefenschärfe-Vorschau am GehäuseAuslöser
M645Metall / Metall1975-878s1/500s1/60s920gNeinJaJaNeinJaNeinZwei
M645 1000SMetall / Metall1976-908s1/1000s1/60s965gNeinJaJaJaJaJaZwei
M645JMetall / Metall1979-821s1/500s1/60s910gNeinJaNeinNeinJaNeinEiner
645 SuperPlastik / Metall1985-934s1/1000s1/60s895gJaJaJaNeinJaNeinEiner
645 ProPlastik / Metall1993-984s1/1000s1/60s980gJaJaJaJaJaNeinEiner
645 Pro-TLPlastik / Metall1997-064s1/1000s1/60s970gJaJaJaJaJaNeinEiner
645EPlastik / Metall2000-064s1/1000s1/60s1340gNeinNeinJaNeinJaNeinEiner

Diese Tabelle zeigt die Entwicklung innerhalb der manuell fokussierenden 645-Serie und unterstreicht die Unterschiede, insbesondere bei den späteren Modellen, die wechselbare Magazine einführten.

Where is the Mamiya camera made?
Mamiya 645OverviewViewfinderViewfinderInterchangeableGeneralMade inJapan

Häufig gestellte Fragen zu Mamiya

Ist Mamiya noch ein eigenständiges Unternehmen?

Nein, Mamiya Digital Imaging Co., Ltd. wurde 2015 vollständig von Phase One, einem dänischen Unternehmen für digitale Mittelformatrückteile und -systeme, übernommen. Die Marke Mamiya existiert nicht mehr als unabhängiger Kamerahersteller, sondern das Erbe und die Expertise leben innerhalb von Phase One Japan weiter, insbesondere in der Entwicklung und Produktion von Kamerasystemen und Objektiven.

Wer hat Mamiya gekauft?

Phase One hat Mamiya gekauft. Zunächst erwarb Phase One 2009 eine größere Beteiligung an Mamiya Digital Imaging, bevor es das Unternehmen 2015 vollständig übernahm.

Wo werden Phase One Kameras (ehemals Mamiya) hergestellt?

Die Produktion von Kamerasystemen, die auf der Technologie von Mamiya basieren, findet weiterhin in Japan statt. Die ehemalige Mamiya-Fabrik in Saku dient heute als Hauptsitz von Phase One Japan und ist ein wichtiger Produktionsstandort.

Welche Mamiya Kameras sind heute noch beliebt?

Viele Mamiya Modelle sind bei Sammlern und aktiven Fotografen, die Film oder ältere Digitalsysteme nutzen, sehr beliebt. Dazu gehören die Mittelformat-SLRs wie die RB67, RZ67 und die verschiedenen 645-Modelle (M645, 645 Super, Pro, Pro-TL). Auch die Mittelformat-Sucherkameras Mamiya 6 und Mamiya 7 sind wegen ihrer Kompaktheit, des leisen Verschlusses und der hervorragenden Objektive sehr gefragt. Die zweiäugigen C-Modelle mit Wechselobjektiven sind ebenfalls Klassiker.

Kann ich alte Mamiya Objektive an neuen Kameras verwenden?

Mamiya Objektive mit manuellem Fokus (für die M645, 1000S, J, Super, Pro, Pro-TL, E) können an den Autofokus-Mamiya 645AF/AFD/DF/AFDIII Kameras sowie an den Phase One 645DF/XF Kameras verwendet werden, allerdings in der Regel nur mit manueller Fokussierung und Arbeitsblendenmessung. Es gibt auch Adapter von Drittanbietern, um diese Objektive an Kameras mit anderen Anschlüssen wie Nikon F oder Canon EF zu verwenden, oft mit Einschränkungen bei der Funktionalität. Objektive für andere Mamiya Systeme (RB, RZ, Mamiya 7, etc.) sind in der Regel nicht oder nur mit sehr spezifischen, seltenen Adaptern an anderen Systemen nutzbar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mamiya als eigenständiger Hersteller von Fotokameras nicht mehr existiert, aber sein reiches Erbe und seine technologische Basis in die heutigen Produkte von Phase One eingeflossen sind. Die legendären Filmkameras von Mamiya bleiben beliebte Werkzeuge und Sammlerstücke, die für ihre Qualität und ihren Beitrag zur Geschichte der Fotografie stehen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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