Die Wahl der richtigen Kamera ist für Fotografen entscheidend, und ein Aspekt, der oft im Vordergrund steht, ist der Autofokus. Ein schneller, präziser und zuverlässiger Autofokus kann den Unterschied zwischen einem verpassten Moment und einer perfekten Aufnahme ausmachen. Olympus, insbesondere mit seiner OM-D Serie, hat in den letzten Jahren Kameras auf den Markt gebracht, die für ihre fortschrittlichen Autofokussysteme bekannt sind. Ein Schlüsselelement für die Leistung bei bewegten Motiven ist oft der Phasendetektions-Autofokus.

Während viele moderne Kameras Hybrid-AF-Systeme nutzen, die verschiedene Technologien kombinieren, ist die Integration von Phasendetektionspunkten direkt auf dem Sensor ein entscheidender Vorteil für die Geschwindigkeit und Nachverfolgung. Dies gilt insbesondere für Kameras im Micro Four Thirds (MFT)-System, die trotz ihres kleineren Sensors oft eine beeindruckende Leistung liefern.

Was ist Phasendetektions-Autofokus und warum ist er wichtig?
Der Autofokus (AF) ist das System, das eine Kamera verwendet, um automatisch auf ein Motiv scharfzustellen. Es gibt verschiedene Technologien dafür. Der Kontrast-Autofokus (Kontrast-AF) analysiert den Kontrast im Bild – das System sucht nach maximalem Kontrast, da dies auf die Schärfe hindeutet. Er ist oft sehr präzise, kann aber bei schlechten Lichtverhältnissen oder sich schnell bewegenden Motiven Schwierigkeiten haben, da er quasi "hin und her" suchen muss, um den Punkt des höchsten Kontrasts zu finden.
Der Phasendetektions-Autofokus (PDAF) funktioniert anders. Er teilt das eingehende Licht in Paare von Bildern auf und vergleicht sie. Aus diesem Vergleich kann das System nicht nur feststellen, ob ein Motiv scharf ist, sondern auch, in welche Richtung und wie weit die Linse bewegt werden muss, um Schärfe zu erreichen. Dies ermöglicht eine viel schnellere und direktere Fokussierung, insbesondere bei der Verfolgung von sich bewegenden Objekten. Kameras mit PDAF-Punkten auf dem Sensor sind daher oft die bevorzugte Wahl für Sport-, Action- und Tierfotografie.
Die Olympus OM-D E-M1 Mark II: Ein Fokus-Meister
Ein Modell, das in der Olympus OM-D Reihe für seine starke Autofokusleistung, insbesondere dank integriertem Phasendetektions-Autofokus, bekannt ist, ist die Olympus OM-D E-M1 Mark II. Diese Kamera wurde zwar bereits 2016 vorgestellt, gilt aber auch Jahre später noch als äußerst leistungsfähig und vielseitig.
Die E-M1 Mark II verfügt über ein Hybrid-AF-System, das Kontrast- und Phasendetektionspunkte kombiniert. Die Phasendetektionspunkte decken einen großen Bereich des Sensors ab, was eine schnelle und zuverlässige Fokussierung und Nachverfolgung von Motiven ermöglicht. Viele Fotografen, die diese Kamera nutzen, loben die Präzision und Geschwindigkeit des AF-Systems, selbst unter anspruchsvollen Bedingungen. Dies macht sie zu einer ausgezeichneten Wahl für verschiedene Genres, von der Porträtfotografie bis hin zu dynamischen Szenen.
Das Micro Four Thirds Objektivsystem
Neben der Kamera selbst spielt das Objektivsystem eine entscheidende Rolle. Die E-M1 Mark II gehört zum Micro Four Thirds (MFT)-System, das eine lange Geschichte und eine riesige Auswahl an Objektiven von Olympus (jetzt OM System) und Panasonic bietet. Die Auswahl ist reif und reichlich vorhanden. Egal, ob Sie kleine, lichtstarke Festbrennweiten suchen, um die kompakte Größe der Kameras auszunutzen, oder lange Teleobjektive für Sport und Tierwelt – das MFT-Bajonett hat eine passende Lösung.
Im Vergleich zu Systemen mit größeren Sensoren, wie zum Beispiel Vollformat oder dem L-Mount, das in einigen Kameras verwendet wird, ist die Auswahl an MFT-Objektiven oft breiter und die Objektive sind in der Regel kompakter und leichter. Außerdem sind MFT-Objektive, insbesondere auf dem Gebrauchtmarkt, oft günstiger als vergleichbare Objektive für größere Formate. Obwohl der Wiederverkaufswert von MFT-Objektiven in den letzten Monaten etwas gestiegen ist, können Sie auf dem Gebrauchtmarkt immer noch exzellente Optiken zu sehr attraktiven Preisen finden. Die Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit guter Objektive ist ein großer Pluspunkt des MFT-Systems.
Kritikpunkte der E-M1 Mark II
Obwohl die E-M1 Mark II viele Stärken hat, gibt es auch einige Punkte, die man bemängeln könnte, auch wenn sie für viele Nutzer keine entscheidenden Schwächen darstellen:
- Display: Die E-M1 Mark II verfügt über ein voll schwenkbares Display, was für Videoaufnahmen sehr praktisch ist. Für die Fotografie bevorzugen einige Fotografen jedoch ein reines Klappdisplay, da es oft schneller zu bedienen ist und beim Fotografieren aus niedrigen oder hohen Blickwinkeln weniger aufträgt.
- Low-Light-Leistung: Aufgrund des kleineren Micro Four Thirds Sensors kann die E-M1 Mark II in puncto High-ISO-Leistung und Rauschverhalten bei sehr schlechten Lichtverhältnissen nicht ganz mit den besten Vollformatkameras mithalten. Dies ist eine physikalische Einschränkung, die sich aus der Sensorgröße ergibt, die etwa ein Viertel der Fläche eines Vollformatsensors beträgt. Für die meisten Anwendungen ist die Leistung jedoch mehr als ausreichend.
- USB-C Aufladung: Obwohl die Kamera einen USB-C-Anschluss besitzt, kann dieser nicht zum Aufladen des Akkus verwendet werden. Für Power Delivery (Aufladen über USB-C) benötigt man neuere Modelle wie die E-M1X oder die E-M1 Mark III.
- 4GB Video-Dateigrenze: Bei Videoaufnahmen begrenzt die Kamera die Dateigröße auf 4GB. Wenn eine Videoaufnahme diese Größe erreicht, beendet die Kamera automatisch den aktuellen Clip und startet eine neue Datei. Dies führt bei längeren Aufnahmen zu mehreren Videodateien. Dies ist kein großes Problem, kann aber den Bearbeitungsprozess um ein paar zusätzliche Schritte verlängern.
Preis und Empfehlung
Einer der attraktivsten Aspekte der Olympus E-M1 Mark II im Jahr 2024 ist ihr aktueller Gebrauchtpreis. Man findet gut erhaltene Exemplare oft für rund 450 US-Dollar (oder den entsprechenden Betrag in Euro) auf Plattformen wie Ebay. Es gibt sehr seriöse japanische Ebay-Verkäufer, die diese Kameras zu fairen Preisen anbieten. Angesichts dessen, was die Kamera leistet, ist dies ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die E-M1 Mark II wird wahrscheinlich nicht mehr neu vom Hersteller verkauft, aber der Gebrauchtmarkt ist reichlich bestückt. Angesichts des Preises und der Leistung ist die E-M1 Mark II eine klare Empfehlung, sowohl für ambitionierte Hobbyfotografen als auch für Profis, die eine leistungsfähige und dennoch erschwingliche Kamera suchen. Sie wird oft als eine der besten Kameras unter 500 Dollar/Euro angesehen, die keine kritischen Schwächen für Foto- und Videografen aufweist.
Alternativen im Überblick
Wenn Sie nach Alternativen suchen, gibt es im MFT-System und darüber hinaus einige Modelle, die in Betracht gezogen werden könnten:
- Panasonic Lumix G9 (Mark I): Diese Kamera ist auf dem Gebrauchtmarkt oft etwas teurer als die E-M1 Mark II. Sie ist eine sehr fähige Kamera für die Fotografie und übertrifft die E-M1 Mark II bei Video (einschließlich unbeschnittenes 4K 60fps). Allerdings hat sie einen entscheidenden Nachteil: Der Autofokus basiert ausschließlich auf Kontrastdetektion und ist laut Erfahrungsberichten nicht annähernd so zuverlässig wie das Phasendetektionssystem der Olympus E-M1 Mark II.
- Olympus OM-D E-M5 Mark III: Ein kleineres Gehäuse mit einem vergleichbaren Funktionsumfang wie die E-M1 Mark II. Die E-M5 Mark III kostet auf dem Gebrauchtmarkt in der Regel 100-200 US-Dollar/Euro mehr als die E-M1 Mark II.
Hier ist eine kurze Vergleichstabelle basierend auf den im Text erwähnten Punkten:
| Merkmal | Olympus OM-D E-M1 Mark II | Panasonic Lumix G9 (Mark I) |
|---|---|---|
| Autofokus-Typ (laut Text) | Phasendetektion + Kontrast | Nur Kontrast |
| AF-Zuverlässigkeit (laut Text) | Sehr zuverlässig | Weniger zuverlässig als E-M1 II |
| Geschätzter Gebrauchtpreis (ca.) | ~450 $ | Etwas teurer als E-M1 II |
| Videoleistung (laut Text) | Gut (mit 4GB Limit) | Besser (inkl. unbeschnittenes 4K 60fps), aber AF-Schwäche |
| Low-Light im Vergleich zu Vollformat | Schwächer (physikalisch bedingt) | Nicht explizit im Text verglichen, aber ähnliche Sensorgröße |
Fragen und Antworten zum Thema
Hier beantworten wir einige häufige Fragen basierend auf den Informationen in diesem Artikel:
Welche Olympus Kameras verfügen über Phasendetektions-Autofokus laut diesem Artikel?
Laut den Informationen in diesem Artikel wird die Olympus OM-D E-M1 Mark II explizit als Kamera mit Phasendetektions-Autofokus genannt, dessen Zuverlässigkeit hervorgehoben wird.
Ist die Olympus E-M1 Mark II auch heute noch eine gute Kamera?
Ja, basierend auf den Informationen im Text wird die E-M1 Mark II als exzellente und vielseitige Kamera empfohlen, die auch 2024 noch von vielen Profis genutzt wird, insbesondere angesichts ihres attraktiven Gebrauchtpreises.
Was sind die Hauptkritikpunkte an der E-M1 Mark II?
Zu den im Text genannten Kritikpunkten gehören die Präferenz für ein Klappdisplay gegenüber dem Schwenkdisplay bei der Fotografie, die im Vergleich zu Vollformat schlechtere Low-Light-Leistung, das Fehlen von USB-C Power Delivery (nur Daten) und die 4GB-Dateigrenze bei Videoaufnahmen.
Wie gut ist das Micro Four Thirds Objektivsystem?
Der Text beschreibt das MFT-Objektivsystem als reif und reichlich vorhanden, mit einer großen Auswahl an Objektiven von verschiedenen Herstellern. Die Objektive sind oft kompakter und gebraucht günstiger als Alternativen für größere Sensorformate.
Hat die Panasonic Lumix G9 Phasendetektions-Autofokus?
Nein, laut diesem Artikel hat die Panasonic Lumix G9 (Mark I) nur Kontrast-Autofokus, der als weniger zuverlässig als das PDAF-System der E-M1 Mark II beschrieben wird.
Fazit
Der Phasendetektions-Autofokus ist eine Schlüsseltechnologie für schnelle und zuverlässige Fokussierung, besonders bei bewegten Motiven. Die Olympus OM-D E-M1 Mark II ist ein herausragendes Beispiel für eine Kamera, die diese Technologie effektiv nutzt und auch Jahre nach ihrer Einführung dank ihrer Leistung, ihres robusten Designs und des umfassenden Micro Four Thirds Objektivsystems eine äußerst attraktive Option darstellt, nicht zuletzt wegen ihres sehr guten Gebrauchtpreises. Obwohl sie kleinere Schwächen aufweist und das MFT-System vor Herausforderungen steht, bleibt die E-M1 Mark II eine Kamera, die für ihren Preis eine beeindruckende Leistung liefert und sich hervorragend als Allrounder für Foto und Video eignet.
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