Wieso brauche ich so viel Sex?

Sexuelle Gesundheit: Lust, Dauer, Häufigkeit

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Fragen rund um Sexualität, Lust und die Dauer des Geschlechtsverkehrs sind ganz normal und betreffen viele Menschen. Es gibt keine allgemeingültige Norm dafür, wie oft oder wie lange Sex dauern sollte. Vielmehr sind diese Aspekte sehr individuell und können sich im Laufe des Lebens und in verschiedenen Beziehungsphasen ändern. Wenn jedoch Unsicherheit oder Probleme auftreten, ist es hilfreich, sich mit den möglichen Ursachen und Lösungsansätzen auseinanderzusetzen.

In diesem Artikel beleuchten wir einige der häufigsten Fragen, die sich Männer und Frauen stellen, wenn es um ihr Sexualleben geht: die gefühlte „richtige“ Häufigkeit, das Phänomen des Libidoverlusts und den Wunsch, beim Sex länger durchzuhalten.

Was tun, damit ich beim Sex nicht so schnell komme?
Eine häufigere Stimulation des Penis, zum Beispiel regelmäßiger Sex, kann außerdem zu einem gewissen Gewöhnungseffekt führen und so den Orgasmus rauszögern. Alternativ können Sie versuchen, kurz vor der Ejakulation tief durchzuatmen. Dies kann den Samenerguss unterdrücken und die Stimulation kurzzeitig beeinflussen.

Häufigkeit von Sex: Was ist "normal"?

Die Frage, wie oft man Sex haben sollte, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es gibt keine klare Empfehlung für die Häufigkeit von Sex, da der Wunsch nach Intimität bei jedem Menschen individuell unterschiedlich ist. Was für das eine Paar oder Individuum erfüllend ist, kann für ein anderes Paar oder Individuum ganz anders aussehen.

Studien, die sich mit der Häufigkeit von Sex in Partnerschaften beschäftigen, deuten darauf hin, dass einmal Sex pro Woche ideal für das mentale Wohlbefinden in der Beziehung sein kann. Interessanterweise zeigte sich in einigen Untersuchungen, dass häufigerer Geschlechtsverkehr als einmal wöchentlich nicht zwangsläufig zu einer Steigerung des Wohlbefindens führte.

Diese Ergebnisse sollten jedoch vorsichtig betrachtet werden, da viele Faktoren in solchen Studien oft nicht umfassend berücksichtigt werden können. Beispielsweise bleibt unklar, wie intensiv oder wie lange dieses eine Mal empfunden wird. Auch die genaue Definition von „Sex“ für die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie die Rolle nicht-sexueller Anstrengungen für das Beziehungsglück werden selten detailliert erfasst. Zudem ist wöchentlicher Geschlechtsverkehr kein Erfolgsgarant für eine glückliche Beziehung. Vor allem in langjährigen Partnerschaften werden Gemeinsamkeiten, Humor und gemeinsame Lebensziele wie Kindererziehung oder der Bau eines Hauses häufig zunehmend wichtiger als alleinige Lust und Leidenschaft.

Rein körperlich betrachtet kann Sex für junge Menschen – in manchen Fällen – durchaus als sportliche Aktivität gesehen werden. Kanadische Forscherinnen und Forscher fanden im Rahmen einer Studie heraus, dass Paare beim Geschlechtsverkehr mit moderater Intensität durchschnittlich 3,6 kcal pro Minute verbrennen. Das bedeutet, Sex kann durchaus ein signifikantes Workout darstellen, ähnlich wie Ausdauersport, auch wenn dies natürlich stark von Intensität und Dauer abhängt.

Wenn die Lust fehlt: Ursachen für Libidoverlust

Den Wunsch oder die Libido auf Sex zu verlieren, kann für viele Menschen beunruhigend sein. Libidoverlust ist ein häufiges Problem, das viele Männer und Frauen irgendwann in ihrem Leben betrifft. In den meisten Fällen ist das aber kein Grund zur sofortigen Sorge. Oft verlieren wir das Interesse am Sex, wenn wir gestresst oder müde sind oder Beziehungsprobleme haben. Manchmal kann sexuelle Unlust aber auch gesundheitliche Ursachen haben, zum Beispiel Probleme mit der Schilddrüse.

Die sexuelle Lust ist bei jedem Menschen anders, und es gibt keine „normale“ Libido. Wenn Sie aber bemerken, dass sexuelle Unlust Ihre Beziehung stört oder Sie sich Sorgen wegen der Ursachen machen, kann es hilfreich sein, sich ärztlichen Rat zu holen.

Hier sind einige der häufigsten Ursachen für eine geringe Libido und was Sie dagegen tun können, basierend auf den vorliegenden Informationen:

1. Probleme in der Beziehung

Probleme innerhalb einer Beziehung sind eine der häufigsten Ursachen für einen Libidoverlust. Wenn Sie schon lange zusammen sind, haben Sie sich vielleicht zu sehr aneinander gewöhnt, was sich negativ auf die Lust auswirken kann. Auch unterschwellige oder offene Konflikte können die Libido stark beeinträchtigen.

„Der Zustand der Beziehung hat einen großen Einfluss auf die Libido", sagt Psychologin und Sexualtherapeutin Beatrice Lindéh. „Die Libido hat ihren Ursprung in der Psyche. Wer sich unwohl und niedergeschlagen fühlt, hat weniger Lust auf Sex. Wenn in der Beziehung unterschwellige Konflikte brodeln, kann der Körper aufgrund von Stress die Libido komplett verlieren.”

Was Sie tun können: Eine Therapie kann hilfreich sein. Die Einzeltherapie kann Ihnen dabei helfen, mit Ihren Gefühlen innerhalb der Beziehung umzugehen. Eine Paarberatung kann dazu beitragen, wiederkehrende Konflikte zu lösen und die Kommunikation zu öffnen. Beatrice Lindéh rät zudem, „die Libido durch Aktivitäten anzukurbeln, die beide an Sex denken lassen.“ Das können zum Beispiel gegenseitige Massagen sein, ein gemeinsames Bad oder eine gemeinsame Dusche. „Je mehr man dabei an Sex denken muss, desto eher steigt die Libido.”

2. Psychische Ursachen

Jedes Jahr sind 25 % der Menschen in Europa von Depressionen oder Angstzuständen betroffen. Diese psychischen Erkrankungen können sich auch stark auf die Libido auswirken. In einer Studie gaben 33 % der Männer und 42 % der Frauen mit Depressionen an, ein mangelndes sexuelles Verlangen zu haben – auch, wenn sie keine Antidepressiva einnahmen.

Was Sie tun können: Setzen Sie sich wegen Ihrer Libido nicht unter Druck, wenn Sie gerade mit psychischen Problemen zu kämpfen haben. Ihre psychische Gesundheit sollte jetzt an erster Stelle stehen. Wenden Sie sich an Ihre Hausärztin oder Ihren Hausarzt, um mehr über mögliche Hilfsangebote zu erfahren. „Andere Formen der körperlichen Intimität, wie Umarmungen, gemeinsames Duschen oder einfach nur nackt zusammen im Bett liegen, können für eine Weile ausreichen. Sie sorgen dafür, dass man sich einander nah fühlt, bis die Lust zurückkehrt”, empfiehlt Beatrice Lindéh. Stress können Sie abbauen – mit regelmäßiger Bewegung, einer gesunden Ernährung und regelmäßigen Atemübungen. Selbstbefriedigung kann helfen, sich wieder mit der eigenen sexuellen Lust zu verbinden. Eine Studie fand heraus, dass Masturbieren dabei helfen kann, die Einschlafzeit zu verkürzen und die Schlafqualität zu verbessern.

3. Hormonelle Verhütungsmittel

Verhütungsmittel, die auf Hormonen basieren, können die Libido bei manchen Frauen erhöhen und bei anderen verringern. „Jedes hormonelle Verhütungsmittel kann das natürliche Gleichgewicht der eigenen Hormone und damit die Libido beeinflussen", so Kry Ärztin Dr. McClymont. Zu den hormonellen Verhütungsmitteln zählen die kombinierte Antibabypille, die Progesteronpille (auch als Minipille bekannt), das Verhütungspflaster (Hormonpflaster), der Vaginalring, das Verhütungsimplantat, die Dreimonats-Spritze und die Hormonspirale.

Warum habe ich so wenig Sex?
Oft verlieren wir das Interesse am Sex, wenn wir gestresst oder müde sind oder Beziehungsprobleme haben. Manchmal kann sexuelle Unlust aber auch gesundheitliche Ursachen haben, zum Beispiel Probleme mit der Schilddrüse. Die sexuelle Lust ist bei jedem Menschen anders, und es gibt keine „normale“ Libido.

Was Sie tun können: „Bei vielen Frauen hat die hormonelle Empfängnisverhütung keinerlei Auswirkungen auf die Libido. Bei Frauen, die eine Auswirkung bemerken, kann diese innerhalb weniger Monate wieder verschwinden", so Dr. McClymont. Wenn Sie über diesen Zeitraum hinaus Veränderungen in Ihrer Libido bemerken, sollten Sie mit Ihrer Frauenärztin besprechen, ob ein anderes Verhütungsmittel für Sie in Frage kommt.

4. Wechseljahre & Alter

Während und nach den Wechseljahren können Veränderungen im Östrogen- und Testosteronspiegel beeinflussen, wie viel Lust Sie auf Sex haben. „Der Testosteronspiegel sinkt bei Frauen mit zunehmendem Alter, und der Östrogenspiegel neigt dazu, um die Menopause herum stark zu sinken”, so Dr. McClymont. „Dieses sinkende Östrogen wirkt sich nicht nur auf die Libido aus. Es reduziert auch die natürlichen Vaginalsekrete, die eine Frau produziert. Das führt zu einem trockenen Vaginalgewebe, was beim Sex unangenehm und sogar schmerzhaft sein kann.” Obwohl Frauen in den Wechseljahren oft ein geringeres Interesse an Sex haben, liegt das nicht immer nur an ihrer körperlichen Gesundheit. Andere Alltagsbelastungen oder sexuelle Probleme beim Partner können ebenfalls eine Rolle spielen.

Studien haben ergeben, dass die Libido auch bei Männern mit zunehmendem Alter abnimmt.

Was Sie tun können: Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, ob eine Hormonersatztherapie (HRT) für Sie in Frage kommt. Es gibt Hinweise darauf, dass eine HRT bei Frauen mit einem höheren sexuellen Verlangen zusammenhängt. Allerdings sollten Sie auch über mögliche Risiken sprechen. Für Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko ist die HRT möglicherweise nicht geeignet. Bei Männern kann eine Testosterontherapie helfen. Auch hierzu sollten Sie sich ärztlich beraten lassen.

5. Nach der Geburt

Studien zeigen, dass die meisten Frauen innerhalb von 6 Monaten nach der Geburt wieder Sex haben. Trotzdem haben viele bis zu 18 Monate nach der Geburt weniger Spaß daran und kommen seltener zum Orgasmus. Gönnen Sie sich eine Pause, wenn Sex immer noch das Letzte ist, woran Sie denken.

„Nach der Geburt ist es ganz normal, dass das Verlangen geringer ist, da der Östrogenspiegel sinkt", sagt Dr. McClymont. „Die Libido kann besonders bei Frauen abnehmen, die eine schwierige Geburt hatten. In diesem Fall kann auch der Sex schmerzhaft sein.”

Was Sie tun können: Beatrice Lindéh schlägt vor, dass Sie sich als Paar bewusst Zeit zu zweit nehmen, in der Sie körperlich intim sein können, ohne dass es zwangsläufig zum Geschlechtsverkehr kommt. Sie können sich zum Beispiel gegenseitig sexy Kurzgeschichten vorlesen oder einfach nur im Bett liegen und sich nah sein. „Das Wichtigste ist, sich keinen Stress zu machen und dem Partner immer wieder zu zeigen: Ich liebe dich und möchte dir nah sein.”

6. Bestimmte Medikamente

Einige Medikamente können die Lust dämpfen. Das gilt besonders für einige häufig verschriebene selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), eine Form von Antidepressiva. „SSRI, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, verringern oft die Libido", sagt Dr. McClymont. „Kortikosteroide, Blutdrucksenker, Diuretika, Antipsychotika und weitere Medikamente können ebenfalls zu einem Libidoverlust führen.”

Was Sie tun können: Wenn Sie vermuten, dass ein bestimmtes Medikament Ihre Libido beeinflusst, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

7. Zu viel Alkohol

Starker Alkoholkonsum kann über einen längeren Zeitraum für einen Libidoverlust sorgen. Das liegt daran, dass viel Alkohol den Testosteronspiegel senkt. „Männer, die übermäßig viel Alkohol trinken, haben möglicherweise Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten”, sagt Dr. McClymont.

Was Sie tun können: Holen Sie sich ärztlichen Rat, wenn Sie das Gefühl haben, dass Sie zu viel trinken oder das Trinken nicht mehr unter Kontrolle haben.

8. Medizinische Ursachen

Etwa 40 % der Frauen und 10 % der Männer werden irgendwann in ihrem Leben mit einem sexuellen Problem konfrontiert. Ein Teil davon wird auf ein medizinisches Problem zurückzuführen sein. „Viele körperliche Erkrankungen können sich auf das psychische Wohlbefinden auswirken, und das beeinflusst wiederum die Libido", so Dr. Rhianna McClymont.

Zu den häufigsten Erkrankungen, die die Libido beeinträchtigen können, zählen Depressionen, Schilddrüsenprobleme, Diabetes, Herzkrankheiten, Leberzirrhose und Nierenschwäche.

Was Sie tun können: Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Libido aus medizinischen Gründen leidet, holen Sie sich ärztliche Hilfe. Unsere erfahrenen Ärztinnen und Ärzte sind per Videosprechstunde für Sie da.

Wie kann ich beim Sex mehr durchhalten?
Eine ebenfalls effiziente und gängige Praktik um die Zeit bis zum Orgasmus hinauszuzögern sind Selbstbefriedigung vor dem Sex oder die Verwendung eines Kondoms. Hierbei wird die Empfindlichkeit des männlichen Gliedes (speziell der Eichel) herabgesetzt und so eine übermäßige Erregung hinausgezögert.

Vorzeitiger Samenerguss: Länger durchhalten

Der vorzeitige Samenerguss ist die häufigste sexuelle Funktionsstörung bei Männern. In den seltensten Fällen steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter, die behandelt werden muss. Oft spielt die Psyche eine große Rolle. Es ist wichtig, dass Betroffene sich selbst nicht unter Druck setzen, sondern möglichst entspannt versuchen, das Problem in den Griff zu bekommen. Da sich beim sexuellen Erleben des Mannes vieles im Kopf abspielt, kann ein vorzeitiger Samenerguss auch durch die Psyche ausgelöst werden, beispielsweise durch Stress oder ungelöste Probleme in der Partnerschaft.

Es gibt verschiedene Methoden, die Männer zunächst selbst versuchen können, um die Ejakulation hinauszuzögern. Vor Anwendung der verschiedenen Methoden zur Verhinderung eines vorzeitigen Samenergusses ist es wichtig, die Erregungskurve des Mannes zu kennen.

Die männliche Erregungskurve

Die sexuelle Erregung beim Mann durchläuft typischerweise vier Phasen:

PhaseBeschreibung
ErregungsphaseBeginn der Erregung, körperliche Reaktionen setzen ein.
PlateauphaseDie Erregung nimmt zu und stabilisiert sich auf einem hohen Niveau, kurz vor dem Orgasmus.
Orgasmus (Der "Point of no return")Der Höhepunkt der Erregung, der unaufhaltsam zum Samenerguss führt.
EntspannungsphaseNach dem Orgasmus klingt die Erregung ab, der Körper erholt sich.

Bei vorzeitigem Samenerguss verläuft die männliche Erregungskurve sehr steil. Die ersten beiden Stufen vor dem Orgasmus und Ejakulation werden als Erregungs- und als Plateauphase bezeichnet. Da die Plateauphase sehr kurz ist, gilt es, diese gar nicht erst zu erreichen und die Ejakulation so zu verhindern. Wird der sogenannte "Point of no return" erreicht, kann die Ejakulation nicht mehr verhindert werden. Wenn ein vorzeitiger Samenerguss also verhindert werden soll, ist es wichtig, dass Sie diesen Punkt (Orgasmus) bis dahin hinauszögern, an dem alle Beteiligten für den Samenerguss bereit sind. In der Regel tritt der Orgasmus zusammen mit der Ejakulation ein. Dies muss aber nicht zwingend so sein. Nach dem Orgasmus setzt die Entspannungsphase ein. Diese kann bei jungen Männern sehr kurz sein. Ältere Männer brauchen eine deutlich länger Entspannungs- und Erholungsphase, sodass der Orgasmus häufig nicht noch einmal wiederholt werden kann.

Übungen und Techniken

Es gibt effektive Methoden, mit denen Man(n) selbst verhindern kann, beim Sex zu früh zum Orgasmus zu kommen.

TechnikBeschreibung
Die Stopp-Start-TechnikBewusste Pausen während der Erregungsphase einlegen, kurz vor dem "Point of no return". Stimulation unterbrechen, bis die Erregung etwas zurückgeht. Kann bis zu 20 Minuten dauern, bis die Erregung wieder aufbaut. Erfordert Übung, auch alleine durch Masturbation.
Die Zeitlupen-TechnikLangsame, bedächtige Bewegungen ausführen, um die Stimulation zu reduzieren und den Orgasmus hinauszuzögern.
Die Squeeze-TechnikManuelle Methode: Die Eichel kurz vor Erreichen des "Point of no return" zusammendrücken, um den Samenerguss zu verhindern. Die Erregungskurve muss sich danach neu aufbauen.

Versuchen Sie, einige der Techniken zu erlernen und finden Sie dann heraus, welche Ihnen am besten hilft und mit welcher Sie am besten zurecht kommen.

Hilfsmittel und weitere Methoden

Sie können auch Hilfsmittel nutzen, um einen vorzeitigen Samenerguss zu verhindern. Hierfür gibt es spezielle Produkte, die sehr effizient sind und auch beim gemeinsamen Liebesspiel eingesetzt werden können.

Masturbation oder Kondom

Eine ebenfalls effiziente und gängige Praktik, um die Zeit bis zum Orgasmus hinauszuzögern, sind Selbstbefriedigung kurz vor dem Sex oder die Verwendung eines Kondoms. Hierbei wird die Empfindlichkeit des männlichen Gliedes (speziell der Eichel) herabgesetzt und so eine übermäßige Erregung hinausgezögert.

Beckenbodentraining

Regelmäßiges Beckenbodentraining stärkt die Muskulatur und kann helfen, den Samenerguss zu kontrollieren.

Kommunikation in der Partnerschaft

Wenn die Ursache des vorzeitigen Samenergusses psychischer Natur ist, zum Beispiel durch ungelöste Probleme in der Partnerschaft, ist der einfachste Weg, das Gespräch zu suchen. Ein offener Umgang mit dem Problem ist in jedem Fall hilfreich, da es den zusätzlichen Druck herabsetzt und sonst die Partnerschaft negativ beeinflussen kann.

Wenn diese Methoden nicht helfen und sich der vorzeitige Samenerguss nicht verhindern lässt, sollte ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden. Eine medizinische Anamnese kann feststellen, ob organisch alles in Ordnung ist.

Was tun, damit ich beim Sex nicht so schnell komme?
Eine häufigere Stimulation des Penis, zum Beispiel regelmäßiger Sex, kann außerdem zu einem gewissen Gewöhnungseffekt führen und so den Orgasmus rauszögern. Alternativ können Sie versuchen, kurz vor der Ejakulation tief durchzuatmen. Dies kann den Samenerguss unterdrücken und die Stimulation kurzzeitig beeinflussen.

Medikamentöse Therapie

Mitunter können auch medizinische Probleme für einen vorzeitigen Samenerguss verantwortlich sein oder die Selbsthilfemethoden greifen nicht. In diesen Fällen können Medikamente helfen, die jedoch oftmals rezeptpflichtig sind.

Lokale Anwendung

Zur Anwendung im Bereich der Eichel können Salben oder Sprays verwendet werden, die ein Lokalanästhetikum zur punktuellen Betäubung enthalten. So wird die Empfindlichkeit der Eichel herabgesetzt und damit verhindert, dass es zu einer übermäßig schnellen Stimulation kommt. Zusätzlich kombiniert werden können diese Salben oder Sprays mit einem Kondom, um die Empfindsamkeit der Scheide nicht auch herabzusetzen. Diese Wirkstoffe wirken meist sehr schnell und können für den gewünschten Effekt unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr aufgetragen werden.

Systemische Anwendung

Es gibt unterschiedliche Medikamente, die den vorzeitigen Samenerguss hinauszögern können. Die meisten davon stammen aus der Gruppe der Antidepressiva und sorgen dafür, dass die Übertragung von bestimmten Botenstoffen im Gehirn verändert wird. Alle anderen in der Therapie des vorzeitigen Samenergusses verwendeten Medikamente sind Off-Label-Indikationen. Das bedeutet, dass die Medikamente eigentlich für eine andere Erkrankung zugelassen sind, aber manchmal von ÄrztInnen für Diagnosen verschrieben werden, bei denen sie gut wirken und wenig Nebenwirkungen haben.

Serotonin-Wiederaufnahmehemmer: Medikamente aus der Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) haben eine kurze, reversible Wirkdauer. Das bedeutet, dass dieser Wirkstoff verhindert, dass der „Glücks“-Botenstoff Serotonin wieder in der Zelle aufgenommen wird, und somit länger wirken kann. Hierbei ist nicht genau bekannt, wie und warum das zum gewünschten Effekt, also einer längeren Zeit bis zur Ejakulation, führt. Studien konnten bei 1- bis 3-stündiger Einnahme vor Sexualverkehr eine eindeutige Wirksamkeit von dieser Arzneigruppe in Bezug auf die verlängerte Zeit bis zum Samenerguss zeigen. Dabei wurden sowohl eine Dosierung von 30 mg, als auch 60 mg untersucht und für wirksam befunden. Dabei konnte kein Unterschied in Bezug auf die Form des vorzeitigen Samenergusses festgestellt werden. Die Therapie konnte sowohl für die angeborene (primäre), als auch die im Laufe des Lebens erworbene (sekundäre) Form gute Ergebnisse zeigen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

F: Was bedeutet vorzeitiger Samenerguss?

A: Das ist die häufigste sexuelle Funktionsstörung bei Männern, bei der der Samenerguss schneller eintritt, als der Mann oder sein Partner es wünschen.

F: Gibt es eine "normale" Häufigkeit für Sex?

A: Nein, der Wunsch nach Intimität ist sehr individuell. Studien deuten zwar auf einmal pro Woche als ideal für das mentale Wohlbefinden in Beziehungen hin, aber das ist keine universelle Regel und viele Faktoren spielen eine Rolle.

F: Warum habe ich plötzlich weniger Lust auf Sex?

A: Geringe Lust (Libidoverlust) ist häufig und kann viele Ursachen haben, darunter Stress, Müdigkeit, Beziehungsprobleme, psychische Faktoren wie Depressionen oder Angstzustände, bestimmte Medikamente, hormonelle Veränderungen (z.B. Wechseljahre, nach Geburt) oder zugrundeliegende medizinische Erkrankungen.

F: Können Medikamente meine Libido beeinflussen?

A: Ja, bestimmte Medikamente, insbesondere einige Antidepressiva (SSRI), aber auch Kortikosteroide, Blutdrucksenker und andere, können die sexuelle Lust dämpfen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie den Verdacht haben.

F: Wie kann ich selbst versuchen, länger beim Sex durchzuhalten?

A: Es gibt verschiedene Techniken wie die Stopp-Start-Technik, die Zeitlupen-Technik oder die Squeeze-Technik, die Sie selbst üben können. Auch Beckenbodentraining, Selbstbefriedigung vor dem Sex oder die Verwendung eines Kondoms können helfen.

F: Wann sollte ich wegen sexueller Probleme einen Arzt aufsuchen?

A: Wenn sexuelle Unlust Ihre Beziehung stört, Sie sich Sorgen wegen der Ursachen machen, oder wenn Selbsthilfemaßnahmen bei vorzeitigem Samenerguss nicht funktionieren, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um mögliche medizinische oder psychische Ursachen abzuklären.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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