Welche Computer gab es 1986?

Computer 1986: Ein Blick auf den Amstrad PC1512

Rating: 4.3 (1374 votes)

Das Jahr 1986 markiert eine spannende Zeit in der Geschichte der Personal Computer. Während der PC im Büro bereits Fuß fasste, begann er auch, seinen Weg in europäische Haushalte zu finden. Einer der wichtigsten Akteure in dieser Entwicklung war der Amstrad PC1512, ein Rechner, der erschwingliche IBM-PC-Kompatibilität für jedermann versprach.

Welcher ist der älteste Computer der Welt?
Antikythera – Der älteste Computer der Welt. Der älteste bekannte Computer der Welt ist um 60 vor Christus mit einem Schiff in der Ägais gesunken. Er konnte Sonnen-, Mond- und Planetenbewegungen berechnen, Himmelsereignisse vorhersagen und die Olympischen Spiele anzeigen.

Der 1986 vorgestellte Amstrad PC1512 war nicht nur ein weiterer Computer auf dem Markt; er war einer der ersten IBM-PC-kompatiblen Computer, die in Europa eine breite private Nutzung fanden. Hergestellt von der britischen Firma Amstrad, wurde er im deutschsprachigen Raum unter dem Namen Schneider PC1512 vertrieben. Dies knüpfte an die bereits erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Amstrad und der Schneider Computer Division an, die zuvor schon Amstrad-Heimcomputer wie den CPC vertrieben hatte. Der PC1512 positionierte sich als eine attraktive Alternative zu teureren IBM-Systemen und trug maßgeblich zur Verbreitung des PC-Standards im Heimbereich bei.

Technische Ausstattung und Varianten

Das Herzstück des Amstrad PC1512 bildete ein Intel 8086 Prozessor, der mit einer Taktfrequenz von 8 MHz arbeitete. Standardmäßig war der Rechner mit 512 KByte RAM ausgestattet. Eine Aufrüstung auf die damals für MS-DOS-Systeme typischen 640 KByte war direkt auf dem Motherboard möglich. Für anspruchsvollere mathematische Berechnungen konnte optional ein mathematischer Koprozessor, der Intel 8087, eingesetzt werden.

Interessanterweise bot der PC1512 auch die Möglichkeit, die verbaute Intel 8086 CPU durch eine NEC V30 CPU zu ersetzen. Obwohl der NEC V30 potenziell schneller sein konnte, war die Geschwindigkeit des Systembusses auf 8 MHz begrenzt, sodass auch der NEC V30 nur mit dieser Frequenz betrieben wurde. Nichtsdestotrotz bot der V30 eine etwas andere Befehlssatzarchitektur, die in manchen Anwendungen Vorteile bringen konnte.

Wann wurde das erste PC erfunden?
MITS Altair 8800 Im Jahr 1975 läuteten die amerikanischen Erfinder Ed Roberts und Bill Yates mit dem MITS Altair 8800 eine neue Ära in der Geschichte der Computertechnologie ein. Der Altair 8800 wird oft als der erste PC der Welt betrachtet, weil er deutlich kompakter war als die Computer aus den vorigen Dekaden.

Der PC1512 war in verschiedenen Konfigurationen erhältlich, hauptsächlich unterschieden durch die Anzahl und Art der Diskettenlaufwerke. Das Modell PC1512 SD (Single Drive) besaß ein einzelnes 5,25-Zoll-Diskettenlaufwerk, während das Modell PC1512 DD (Double Drive) mit zwei solchen Laufwerken ausgestattet war. Diese Disketten hatten eine Kapazität von jeweils 360 KByte. Zusätzlich wurde eine Variante mit einer 20-MB-Festplatte angeboten, was für die damalige Zeit eine beachtliche Speicherkapazität für einen Heimcomputer darstellte.

Grafik und Monitor

Ein charakteristisches Merkmal des PC1512 war die Integration des Netzteils im Monitorgehäuse. Dieses lüfterlose Design sorgte für einen leisen Betrieb; lediglich die Laufwerke verursachten Geräusche. Diese Konstruktion hatte jedoch den Nachteil, dass der mitgelieferte Monitor fest mit dem System verbunden war und nicht einfach durch handelsübliche Monitore ersetzt werden konnte.

Beim Monitor hatte der Käufer die Wahl zwischen einem Schwarz-Weiß-Monitor (Mono) und einem Farbmonitor. Der Schwarz-Weiß-Monitor konnte Farben als Graustufen darstellen. Der PC1512 verfügte über einen integrierten CGA-Grafikadapter. Zusätzlich zum Standard-CGA bot dieser Adapter einen erweiterten Modus mit einer Auflösung von 640x200 Pixeln bei 16 Farben. Dies war eine Verbesserung gegenüber dem Standard-CGA, das in dieser Auflösung nur zwei Farben darstellen konnte. Erst der Nachfolger, der PC1640, unterstützte neben CGA auch HGC- (Hercules Graphics Card) und EGA-Grafik (Enhanced Graphics Adapter).

Anschlüsse und Systemdetails

Das Motherboard des PC1512 war bereits gut ausgestattet. Es verfügte über eine parallele Schnittstelle (Centronics), die typischerweise für den Anschluss von Druckern genutzt wurde, sowie eine serielle Schnittstelle (RS-232), die für Modems, Mäuse oder andere Peripheriegeräte diente. Die Tastatur wurde über einen 6-poligen DIN-Stecker angeschlossen, wobei das verwendete Protokoll nicht dem des IBM XT-Standards entsprach.

Wann kamen die ersten Laptops auf den Markt?
Der Osborne 1, der 1981 auf den Markt kam, war der erste tatsächlich tragbare Computer der Welt. Er wog elf Kilogramm, ließ sich zusammenklappen und in einem grauen Koffer herumtragen. Der Osborne 1 hatte einen fünf Zoll Röhrenmonitor und konnte für den Normalverbraucher für 1.795 Dollar erworben werden.

Eine Besonderheit war der Anschluss für zwei Joysticks, der sich direkt an der Tastatur befand. Dies unterstrich die Ausrichtung des PC1512 auch auf den Heim- und Spielemarkt.

Der Rechner verfügte über eine Echtzeituhr, die über den Interrupt-Kanal 2 angesprochen wurde. Das 16 KByte große BIOS (mit dem Basis-Segment 0xFC00) konnte die Systemkonfiguration (wie Laufwerke, Schnittstellen, Koprozessor, Gameport und Speichergröße) automatisch erkennen. Allerdings gab es bei der ersten BIOS-Version einige Eigenheiten: Im Ausrüstungs-Interrupt wurde Bit 11 statt des üblichen Bit 12 für einen Gameport-Adapter gesetzt. Zudem fand in dieser frühen BIOS-Version in der Systemzeit um Mitternacht kein korrekter 24-Stunden-Überlauf statt, ein kleiner Bug, der in späteren Revisionen behoben wurde.

Software und Bedienung

Ein herausragendes Merkmal des Amstrad PC1512 war die umfangreiche Software, die standardmäßig mitgeliefert wurde. Neben Microsofts weit verbreitetem MS-DOS lag dem PC auch DOS Plus von Digital Research bei, ein Betriebssystem, das auf CP/M basierte und die Ausführung von CP/M-86-Programmen ermöglichte. Zusätzlich war die grafische Benutzeroberfläche GEM (Graphical Environment Manager) von Digital Research im Lieferumfang enthalten. GEM war vielen Nutzern vom Atari ST bekannt und bot eine frühe Form einer grafischen Oberfläche für den PC, komplett mit Fenstern, Icons und Mausbedienung. Die Tatsache, dass GEM standardmäßig dabei war, erklärt auch, warum der PC1512 bereits ab Werk mit einer 2-Tasten-Maus ausgeliefert wurde, deren Anschluss sich auf der linken Seite des PCs befand.

Designmerkmale und Wartung

Der PC1512 wies einige durchdachte Designentscheidungen auf. Als Pufferbatterien für die BIOS-Einstellungen kamen vier handelsübliche AA-Batterien zum Einsatz. Diese befanden sich unter der Monitor-Aufnahme im PC-Gehäuse und waren somit leicht und ohne Werkzeug zugänglich und austauschbar. Ein Nachteil war jedoch, dass beim Batteriewechsel bei ausgeschaltetem Rechner Uhrzeit und BIOS-Einstellungen verloren gingen.

Welche Computer gab es 1986?
Der Amstrad PC1512 ist ein 1986 vorgestellter Personal Computer. Er war damit einer der ersten in Europa privat genutzten IBM-PC-kompatiblen Computer.

Eine weitere Besonderheit war ein Deckel über den drei Erweiterungsslots, der sich ebenfalls ohne Werkzeug öffnen ließ. Dies erleichterte den Einbau von Zusatzkarten (wie weiteren Grafikkarten oder seriellen/parallelen Schnittstellenkarten) erheblich, da nicht das gesamte Gehäuse geöffnet werden musste. Leider gab es hier eine kleine konstruktive Schwäche: Der Anschlag für das Befestigungsblech der Zusatzkarten war etwas zu tief platziert, was den Einbau mancher Karten erschweren oder verhindern konnte.

Preisgestaltung 1986

Im Jahr 1986 positionierte sich der Schneider 1512 preislich sehr attraktiv. Ein Modell mit einem Diskettenlaufwerk (SD) und Schwarz-Weiß-Monitor kostete knapp unter 2000 DM. Der Aufpreis für ein zweites Diskettenlaufwerk (DD) betrug etwa 500 DM, und der Wechsel von einem Schwarz-Weiß- zu einem Farbmonitor schlug ebenfalls mit rund 500 DM zu Buche. Diese Preise machten den PC1512 zu einer erschwinglichen Option für viele Haushalte, die zuvor nur von einem PC träumen konnten.

Der PC1512 im Kontext der Computergeschichte

Der Amstrad PC1512 war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg des Personal Computers vom Nischenprodukt für Enthusiasten und Büros zum Massenmarkt. Seine IBM-PC-kompatibele Architektur, kombiniert mit einem attraktiven Preis und der Inklusion von wichtiger Software wie MS-DOS und GEM, trug wesentlich zur Standardisierung und Verbreitung der PC-Plattform bei. Er zeigte, dass leistungsfähige Computer nicht unerschwinglich sein mussten und ebnete den Weg für zukünftige Generationen von Heim-PCs.

MerkmalDetails zum Amstrad PC1512 DD
Erscheinungsjahr1986
HerstellerAmstrad (Schneider in D-A-CH)
CPUIntel 8086 (8 MHz), aufrüstbar auf NEC V30 (8 MHz)
RAM (Standard/Max)512 KB / 640 KB (auf Motherboard)
KoprozessorOptional Intel 8087
Speicher2x 5.25" Diskettenlaufwerke (360 KB), optional 20 MB Festplatte
GrafikCGA-kompatibel (640x200x16 Modus zusätzlich)
MonitorSchwarz-Weiß oder Farbe (Netzteil integriert)
SchnittstellenParallel (Centronics), Seriell (RS-232), Tastatur (6-pol DIN), 2x Joystick (an Tastatur)
Betriebssysteme (mitgeliefert)MS-DOS, DOS Plus, GEM
BesonderheitenInkl. Maus, lüfterloses Netzteil im Monitor, AA-Batterien für BIOS, werkzeugloser Slot-Deckel
Preis (1986, ca.)< 2000 DM (SD, S/W), +500 DM (DD), +500 DM (Farbe)

Häufig gestellte Fragen zum Amstrad PC1512 und frühen Computern

Was war das Besondere am Amstrad PC1512?
Er war einer der ersten erschwinglichen IBM-PC-kompatiblen Heimcomputer in Europa, der zudem wichtige Software wie MS-DOS und GEM sowie eine Maus standardmäßig mitlieferte.
Welche Betriebssysteme konnte der PC1512 nutzen?
Im Lieferumfang waren MS-DOS, DOS Plus (ein CP/M-basiertes System) und die grafische Oberfläche GEM enthalten. Er konnte auch andere MS-DOS-kompatible Betriebssysteme nutzen.
Hatte der PC1512 spezifische technische Eigenheiten?
Ja, unter anderem die Integration des Netzteils im Monitor, die Verwendung von AA-Batterien für das BIOS, einen speziellen Joystick-Anschluss an der Tastatur, und kleine Bugs in der ersten BIOS-Version bezüglich Interrupts (Bit 11 statt 12 für Gameport) und des 24-Stunden-Überlaufs der Systemzeit.
War der PC1512 der erste Personal Computer?
Nein. Der erste Personal Computer im modernen Sinne war der Altair 8800, der bereits 1975 erschien. Der Amstrad PC1512 war jedoch einer der ersten weit verbreiteten IBM-PC-kompatiblen Heimcomputer in Europa.
Was gilt als der älteste Computer der Welt?
Der älteste bekannte Rechenmechanismus ist der Antikythera-Mechanismus, ein antikes griechisches Gerät aus der Zeit um 60 v. Chr., das zur Berechnung astronomischer Ereignisse diente.

Hat dich der Artikel Computer 1986: Ein Blick auf den Amstrad PC1512 interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar photo

Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

Go up