Das Redmi 8 von Xiaomi, eine Weiterentwicklung des Redmi 8A, bringt einige interessante Verbesserungen mit sich, darunter eine Dual-Kamera auf der Rückseite. Doch die entscheidende Frage für viele potenzielle Käufer lautet: Hat das Redmi 8 eine gute Kamera und kann es im täglichen Gebrauch überzeugen? In diesem Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die Kameraspezifikationen, die Leistung im Alltag und die Bildqualität, um Ihnen bei dieser Entscheidung zu helfen.
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Das Redmi 8 positioniert sich im Einstiegssegment, bietet aber Features, die man in dieser Preisklasse nicht immer erwartet. Neben der verbesserten Kamera gehören dazu ein Fingerabdrucksensor, ein Infrarotsensor und eine beeindruckende 5000mAh Batterie mit Unterstützung für 18W Schnellladung (obwohl nur ein 10W Ladegerät beiliegt). Das Display ist ein 6,22 Zoll großes HD+ 'Dot Notch' Display, geschützt durch Corning Gorilla Glass 5. Doch zurück zum Herzstück unseres Interesses: den Kameras.

Die Hauptkamera-Hardware: Mehr als nur Megapixel?
Auf der Rückseite des Redmi 8 finden wir ein Dual-Kamera-Setup. Die Hauptkamera löst mit 12 Megapixeln auf und verwendet den bekannten Sony IMX363 Sensor, der eine Sensorgröße von 1/2,55 Zoll und eine Pixelgröße von 1,4µm aufweist. Die Linse verfügt über eine Blende von f/1.8 und ist eine 6P-Linse. Ein wichtiges Feature, das oft übersehen wird, ist der Dual PD Autofokus (Dual Pixel Autofocus), der für eine schnelle und präzise Fokussierung sorgt. Dieser Sensor und die Autofokus-Technologie sind identisch mit denen im Redmi 8A. Ergänzt wird die Hauptkamera durch einen sekundären 2-Megapixel-Sensor von OmniVision (OV02a10), dessen Hauptaufgabe darin besteht, Tiefeninformationen für Porträtaufnahmen zu sammeln und so einen besseren Bokeh-Effekt zu ermöglichen. Ein einzelner LED-Blitz steht für Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen zur Verfügung.
Die Frontkamera: Für Selfies und Videoanrufe
Für Selfies und Videoanrufe ist eine 8-Megapixel-Frontkamera zuständig. Sie nutzt einen 1/4 Zoll großen OmniVision OV8856 Sensor mit einer Pixelgröße von 1,12µm und einer Blende von f/2.0. Im Gegensatz zur Rückkamera verfügt die Frontkamera nicht über einen dedizierten Blitz, sondern nutzt stattdessen das sogenannte Screen Flash, bei dem das Display als Lichtquelle dient.
Die Kamera-Software und Benutzeroberfläche
Die Kamera-App auf dem Redmi 8 ist typisch für Xiaomi-Smartphones, die mit MIUI 10 (oder später MIUI 11 nach dem Update) laufen. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet. Am oberen Rand finden sich Optionen für den Blitz, HDR, AI (Künstliche Intelligenz) und verschiedene Farbfilter (Normal, Vivid, Film, Amour, Latte, Sun, Cookie, Calm, Soda, Gourmet, Glow, Berries, B&W und Fade). Über ein Menü lassen sich Timer, Bildanpassungen und der Kamera-Rahmen einstellen. Am unteren Rand kann man zwischen der Rück- und Frontkamera wechseln und verschiedene Modi auswählen, darunter Kurzvideo, Video, Foto, Porträt und ein Pro-Modus. Der Pro-Modus bietet manuelle Einstellungsmöglichkeiten für den Weißabgleich, den Fokus, die Belichtungszeit (von 1/1000s bis zu beeindruckenden 32 Sekunden) und die ISO-Empfindlichkeit (von 0 bis 3200). Ein praktisches Feature für Selfies ist die Palm Shutter Funktion, bei der man die Handfläche zeigt, um den Auslöser zu aktivieren.
Ein wichtiger Punkt, der das Redmi 8 von vielen anderen Budget-Telefonen unterscheidet, ist die standardmäßige Aktivierung der Cam2API. Dies ermöglicht es technisch versierten Nutzern, alternative Kamera-Apps wie die portierte Google Camera (Gcam) zu installieren. Gcam ist bekannt dafür, die Bildverarbeitung, insbesondere bei HDR- und Nachtaufnahmen, deutlich zu verbessern und bietet oft zusätzliche Funktionen wie RAW-Aufnahme. Dies eröffnet interessante Möglichkeiten für Nutzer, die das Maximum aus der Hardware herausholen möchten.
Bildqualität im Praxistest
Kommen wir zum wichtigsten Aspekt: der tatsächlichen Bildqualität. Bei guten Lichtverhältnissen liefert das Redmi 8 solide Ergebnisse. Die Aufnahmen sind klar und detailreich. Die Farben wirken natürlich, können aber durch die verschiedenen Farbfilter oder den Vivid-Modus angepasst werden. Die AI-Funktion erkennt oft das Motiv (z.B. Essen, Landschaft, Porträt) und passt die Einstellungen entsprechend an, um die Farben und den Kontrast zu optimieren. Die Aktivierung von HDR ist bei kontrastreichen Szenen empfehlenswert, da sie den Dynamikbereich erweitert und sowohl helle Bereiche vor dem Ausbrennen schützt als auch Details in Schatten bewahrt.
Der Dual PD Autofokus der Hauptkamera arbeitet schnell und zuverlässig, was das Fokussieren von Objekten erleichtert, selbst wenn sie sich bewegen. Makroaufnahmen gelingen gut und zeigen eine ordentliche Detailtiefe, wenn man nah genug an das Motiv herangeht.
Porträtaufnahmen profitieren vom sekundären 2-Megapixel-Sensor. Die Kantenerkennung ist für diese Preisklasse gut und ermöglicht eine saubere Trennung zwischen dem Motiv und dem Hintergrund. Der Bokeh-Effekt, also die attraktive Unschärfe im Hintergrund, sieht überzeugend aus.
Bei schlechten Lichtverhältnissen zeigt die Kamera die typischen Schwächen eines Budget-Smartphones. Die Aufnahmen sind brauchbar, aber es ist ein deutliches Bildrauschen erkennbar. Da es keinen dedizierten Nachtmodus gibt, muss man sich auf die automatische Erkennung durch die AI verlassen oder im Pro-Modus experimentieren (z.B. mit längeren Belichtungszeiten, wofür allerdings ein Stativ oder eine sehr ruhige Hand nötig ist). Aufnahmen mit Blitz sind gut ausgeleuchtet, der Blitz ist dabei nicht übermäßig stark.
Die Frontkamera im Detail
Die 8-Megapixel-Frontkamera liefert ebenfalls solide Ergebnisse für Selfies. Die Bildqualität ist ordentlich, die Details sind ausreichend für Social Media oder den persönlichen Gebrauch. Der Porträtmodus bei der Frontkamera basiert softwareseitig auf der Kantenerkennung, da kein zweiter Sensor zur Verfügung steht. Die Ergebnisse sind hier ebenfalls anständig, aber die Kantenerkennung ist nicht ganz so präzise wie bei der Hauptkamera. Die AI-Beautify-Option verschönert das Gesicht und konzentriert sich dabei hauptsächlich auf das Gesicht selbst. Bei Bedarf steht der Screen Flash zur Verfügung, der das Display als Lichtquelle nutzt, was in dunkler Umgebung hilfreich sein kann.
Videoaufzeichnung
Sowohl die Haupt- als auch die Frontkamera des Redmi 8 können Videos mit einer Auflösung von 1080p bei 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Diese Spezifikationen sind Standard in diesem Segment. Die Videoqualität ist für den alltäglichen Gebrauch in Ordnung, aber man sollte keine überragende Detailtiefe oder Stabilisierung erwarten. Eine Zeitraffer-Funktion ist vorhanden, eine Option für Zeitlupenvideos (Slow Motion) gibt es jedoch nicht.
Fazit zur Kamera des Redmi 8
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Redmi 8 für seinen Preis eine gute Kamera bietet. Die Hauptkamera mit dem Sony IMX363 Sensor und Dual PD Autofokus liefert bei guten Lichtverhältnissen überzeugende Ergebnisse. Der 2-Megapixel-Tiefensensor verbessert Porträtaufnahmen auf der Rückseite spürbar. Die 8-Megapixel-Frontkamera ist anständig für Selfies und Videoanrufe. Die Software bietet eine gute Auswahl an Modi und Features, und die Möglichkeit, Gcam zu nutzen, ist ein großer Pluspunkt für Foto-Enthusiasten.
Natürlich gibt es Einschränkungen, insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen und der Videoqualität, die typisch für diese Preisklasse sind. Wer eine High-End-Kamera erwartet, wird enttäuscht sein. Aber für den Preis von rund 8000 Rupien (basierend auf der ursprünglichen Preisangabe im Text) liefert das Redmi 8 eine sehr respektable Kamera-Performance, die für die meisten Alltagsaufgaben wie das Aufnehmen von Schnappschüssen, Porträts und das Teilen in sozialen Medien absolut ausreichend ist. Es ist ein deutliches Upgrade gegenüber Geräten mit nur einer einfachen Kamera ohne Tiefensensor und ohne den fortschrittlichen Sony Sensor.
Ein Vergleich mit etwas teureren Modellen wie dem Redmi Note 8 (mit Full HD+ Display und Quad-Kamera) zeigt natürlich die Grenzen des Redmi 8 auf. Aber innerhalb seines Preissegments ist die Kamera des Redmi 8 definitiv ein Highlight.
Häufig gestellte Fragen zur Redmi 8 Kamera
Verfügt das Redmi 8 über einen Nachtmodus?
Nein, das Redmi 8 hat keinen dedizierten Nachtmodus in der Standard-Kamera-App. Es kann versuchen, Szenen mit schlechtem Licht automatisch über die AI zu optimieren, aber die Ergebnisse sind nicht vergleichbar mit echten Nachtmodi teurerer Telefone. Die Nutzung einer portierten Google Camera (Gcam) könnte hier eine Verbesserung bringen.
Kann die Kamera des Redmi 8 RAW-Fotos aufnehmen?
In der Standard-Kamera-App ist die RAW-Aufnahme nicht direkt verfügbar. Da das Redmi 8 jedoch standardmäßig Cam2API unterstützt, können Sie alternative Kamera-Apps wie Gcam installieren, die oft die Möglichkeit bieten, Fotos im RAW-Format (DNG) zu speichern. Dies erfordert jedoch etwas technisches Geschick.
Wie gut ist der Porträtmodus beim Redmi 8?
Der Porträtmodus auf der Rückseite ist dank des dedizierten 2-Megapixel-Tiefensensors gut. Die Software in Kombination mit der Hardware sorgt für eine ordentliche Trennung von Motiv und Hintergrund. Bei der Frontkamera wird der Bokeh-Effekt rein softwareseitig erzeugt, die Kantenerkennung ist hier ebenfalls anständig, aber nicht ganz so präzise wie auf der Rückseite.
Kann ich die Kamera des Redmi 8 manuell einstellen?
Ja, das Redmi 8 verfügt über einen Pro-Modus in der Kamera-App. In diesem Modus können Sie wichtige Parameter wie Weißabgleich, Fokus, Belichtungszeit und ISO manuell einstellen. Dies ermöglicht erfahrenen Nutzern mehr Kontrolle über das Endergebnis, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen oder für kreative Effekte.
Unterstützt das Redmi 8 Dual Pixel Autofokus (Dual PD AF)?
Ja, die 12-Megapixel-Hauptkamera des Redmi 8 mit dem Sony IMX363 Sensor unterstützt Dual PD AF. Diese Technologie nutzt Phaseninformationen von jedem Pixel des Sensors, um schnell und präzise zu fokussieren, was besonders bei bewegten Motiven oder in Situationen mit wenig Licht nützlich ist.
Welche Videoauflösungen unterstützt das Redmi 8?
Das Redmi 8 kann Videos sowohl mit der Haupt- als auch mit der Frontkamera in Full HD (1080p) mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen. Eine Option für 4K-Aufnahmen oder höhere Bildraten wie 60fps ist nicht verfügbar.
Insgesamt bietet die Kamera des Redmi 8 eine solide Leistung im Einstiegssegment. Sie ist nicht perfekt, aber die Kombination aus guter Hardware (Sony Sensor, Dual PD AF, Tiefensensor) und der Möglichkeit, alternative Software zu nutzen, macht sie zu einer durchaus fähigen Kamera für den Preis. Wer primär bei Tageslicht fotografiert und Wert auf gute Porträts legt, wird mit der Kamera des Redmi 8 zufrieden sein.
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