Microsoft Paint, oft als einfaches Werkzeug belächelt, überrascht die Windows-Welt mit einer bedeutenden Neuerung. In einem Schritt, der die Möglichkeiten der integrierten Bildbearbeitungssoftware erheblich erweitert, kündigte Microsoft an, ein experimentelles Update zu veröffentlichen. Dieses Update bringt eine Funktion mit sich, die bisher komplexeren Programmen vorbehalten war: das automatische Entfernen des Bildhintergrunds mit nur einem einzigen Klick.

Die Nachricht wurde über den Windows-Blog verbreitet und richtet sich zunächst an Mitglieder des Windows Insider Programms. Diese erhalten die Möglichkeit, die neue Funktion vorab zu testen und Feedback zu geben, bevor sie möglicherweise für alle Nutzer ausgerollt wird. Die Integration eines solchen Werkzeugs in Paint ist bemerkenswert, da sie eine gängige Aufgabe der Bildbearbeitung – das Freistellen eines Motivs – für jedermann zugänglich macht, direkt in einem Programm, das auf fast jedem Windows-PC vorhanden ist.

Das revolutionäre Freistell-Werkzeug in Paint
Stellen Sie sich vor, Sie möchten schnell das Hauptmotiv aus einem Foto extrahieren, vielleicht für eine Präsentation, eine Collage oder einfach nur, um es vor einem neuen Hintergrund zu platzieren. Bisher erforderte dies in Paint mühsame manuelle Arbeit mit Auswahlwerkzeugen oder den Griff zu externer, oft kostenpflichtiger Software. Mit dem neuen Update soll dies nun der Vergangenheit angehören.
Microsoft hat angekündigt, dass das neue Werkzeug „Background Removal“ (Hintergrundentfernung) heißt. Es wird prominent in der Symbolleiste von Microsoft Paint platziert, direkt neben dem bekannten Auswahlwerkzeug und unter dem Werkzeug zum Beschnitt (Crop). Seine Bedienung ist denkbar einfach gehalten, um dem Charakter von Paint treu zu bleiben: Ein Klick auf die entsprechende Schaltfläche genügt, und die Software versucht automatisch, das Hauptmotiv im Bild zu erkennen und dessen Hintergrund zu entfernen.
In einem kurzen Beispielvideo, das von Microsoft gezeigt wurde, war zu sehen, wie nach der Anwendung des Werkzeugs nur das Motiv übrig blieb, während der gesamte umliegende Bereich zu einer weißen Fläche wurde. Dies demonstriert die Kernfunktion: das Isolieren des Vordergrundobjekts vom Rest des Bildes. Die Einfachheit der Bedienung mit einem Klick ist hierbei das entscheidende Merkmal, das dieses Werkzeug von komplexeren Methoden unterscheidet.
Die Flexibilität des Tools wird durch die Möglichkeit erhöht, es auf zwei Arten anzuwenden: Entweder auf der gesamten Zeichenfläche des Bildes, oder aber innerhalb einer zuvor getroffenen rechteckigen Auswahl. Dies erlaubt Nutzern, den Bereich einzugrenzen, in dem Paint nach einem Motiv suchen und den Hintergrund entfernen soll, was bei komplexen Bildern oder mehreren Objekten hilfreich sein kann.
Über diese grundlegende Funktionalität hinaus hat Microsoft bisher keine weiteren Details zu dem neuen Werkzeug bekannt gegeben. Es ist unklar, welche Algorithmen im Hintergrund arbeiten oder wie präzise das Ergebnis bei sehr komplexen Hintergründen oder feinen Details (wie Haaren oder transparenten Objekten) sein wird. Da es sich um eine experimentelle Funktion handelt, ist davon auszugehen, dass die Leistung und Genauigkeit in zukünftigen Updates noch verbessert werden.
Verfügbarkeit: Das Windows Insider Programm
Diese spannende neue Funktion ist zum Zeitpunkt der Ankündigung nicht sofort für alle Windows-Nutzer verfügbar. Sie wird schrittweise im Rahmen des Windows Insider Programms ausgerollt. Dieses Programm ermöglicht es interessierten Nutzern, Vorabversionen von Windows 11 und den zugehörigen Apps zu testen. Diese Vorabversionen werden als „Windows Insider Preview Builds“ bezeichnet.
Das Update mit dem Freistell-Werkzeug wird zunächst in den Testkanälen „Canary“ und „Dev“ des Windows Insider Programms bereitgestellt. Mitglieder dieser Community, die sich für einen dieser Kanäle entschieden haben, erhalten das experimentelle Paint-Update automatisch und können das neue Werkzeug als Erste ausprobieren und wichtiges Feedback an Microsoft liefern.
Das Windows Insider Programm ist in verschiedene Kanäle unterteilt, die sich hinsichtlich der Stabilität und des Zeitpunkts der Veröffentlichung unterscheiden. Bisher gab es die Kanäle Dev, Beta und Release Preview. Kürzlich wurde der „Canary“ Kanal hinzugefügt.
Ein Blick auf die Insider-Kanäle
Um zu verstehen, wer genau Zugriff auf das neue Paint-Werkzeug hat, lohnt sich ein kurzer Blick auf die Struktur der Windows Insider Kanäle:
| Kanal | Beispiel Build-Nummer | Zweck und Inhalt |
|---|---|---|
| Canary | Beginnt mit 25000 | Liefert die neuesten, experimentellsten Funktionen. Builds sind oft instabil und enthalten Änderungen, die möglicherweise nie veröffentlicht werden. |
| Dev (Dev Rebooted) | Beginnt mit 23000 | Enthält ebenfalls zukünftige Funktionen, aber in einem etwas stabileren Zustand als Canary. Fokus liegt oft auf Patches und Weiterentwicklung bestehender Features. |
| Beta | Beginnt mit 22000 | Enthält Funktionen, die näher an der finalen Veröffentlichung stehen. Diese Builds sind deutlich stabiler und repräsentieren oft eine Vorschau auf das nächste größere Windows-Update. |
| Release Preview | Liefert Updates wenige Tage vor offiziellem Rollout | Der stabilste Kanal, der eine Vorschau auf die Updates bietet, die demnächst für alle Nutzer veröffentlicht werden. Ideal, um sich auf den nächsten Patch-Dienstag vorzubereiten. |
Das neue Paint-Werkzeug ist also in den Kanälen mit den frühesten und potenziell instabilsten Builds verfügbar (Canary und Dev). Dies unterstreicht den experimentellen Charakter der Funktion. Microsoft nutzt diese Kanäle, um sehr frühe Versionen von Features unter realen Bedingungen zu testen und Daten sowie Feedback von einer engagierten Nutzerbasis zu sammeln.
Wichtiger Hinweis: Vorsicht bei Preview-Builds
Microsoft weist ausdrücklich darauf hin, dass die Builds, die über die Kanäle Canary und Dev verteilt werden, noch nicht umfassend getestet wurden. Das bedeutet, dass sie Fehler enthalten können, Features nicht wie erwartet funktionieren oder sogar das Betriebssystem instabil machen könnten.
Es besteht das Risiko, dass die Installation eines solchen Preview-Builds schiefgeht und im schlimmsten Fall eine Neuinstallation von Windows erforderlich macht. Aus diesem Grund sollten Windows Insider, die diese experimentellen Builds testen möchten, äußerste Vorsicht walten lassen.
Microsoft empfiehlt dringend, Preview-Builds der Kanäle Canary und Dev nicht auf Systemen zu installieren, die produktiv genutzt werden – also auf Computern, die für Arbeit, Studium oder andere wichtige Aufgaben verwendet werden und auf denen Daten liegen, deren Verlust schwerwiegend wäre. Die instabilen Builds sind nicht für den täglichen produktiven Einsatz gedacht.
Die ideale Umgebung zum Testen solcher experimenteller Funktionen ist eine virtuelle Maschine. Eine virtuelle Maschine simuliert einen eigenständigen Computer innerhalb Ihres bestehenden Systems. Wenn in der virtuellen Maschine etwas schiefgeht, beeinträchtigt dies nicht Ihr Hauptbetriebssystem oder Ihre Daten. So können Sie die neuesten Features wie das Freistell-Werkzeug in Paint sicher ausprobieren, ohne das Risiko einzugehen, Ihr Hauptsystem zu beschädigen.
Was bedeutet das für die Bildbearbeitung in Windows?
Die Integration eines automatischen Freistell-Werkzeugs in Microsoft Paint ist mehr als nur ein kleines Update; es ist ein Signal, dass Microsoft bereit ist, selbst sein einfachstes Bildbearbeitungsprogramm mit modernen, KI-gestützten (auch wenn nicht explizit erwähnt, die automatische Erkennung deutet darauf hin) Funktionen auszustatten. Für viele Nutzer, die keine teure oder komplexe Software wie Adobe Photoshop oder Affinity Photo besitzen oder bedienen können, war das Freistellen bisher eine Hürde.
Paint war traditionell auf sehr grundlegende Aufgaben wie Zeichnen mit einfachen Pinseln, Formen und Text beschränkt. Das Hinzufügen eines so leistungsfähigen Werkzeugs wie der automatischen Hintergrundentfernung macht Paint zu einem deutlich nützlicheren Tool für alltägliche Aufgaben der Bildmanipulation. Es ermöglicht schnelle Bearbeitungen direkt im Betriebssystem, ohne zusätzliche Software installieren zu müssen.
Dies könnte insbesondere für Nutzer relevant sein, die schnell ein Produktbild für einen Online-Verkauf vorbereiten, ein Profilbild optimieren oder einfache Grafiken für soziale Medien erstellen möchten. Die Tatsache, dass dies mit einem Klick möglich sein soll, senkt die Einstiegshürde enorm.
Es bleibt abzuwarten, wie gut das Werkzeug in der Praxis funktioniert und wie präzise es Motive unter verschiedenen Bedingungen freistellen kann. Die Testphase im Insider Programm wird hier wertvolle Erkenntnisse liefern, die Microsoft nutzen kann, um das Feature zu verbessern, bevor es möglicherweise für alle Windows 11 Nutzer freigegeben wird.
Wie geht es weiter?
Da Microsoft über das neue Tool bisher nicht mehr bekannt gegeben hat, können wir nur spekulieren, wann und in welcher Form es die breite Masse der Windows-Nutzer erreichen wird. Experimentelle Features, die im Canary- oder Dev-Kanal starten, schaffen es nicht immer in die finale Version von Windows. Manchmal werden sie angepasst, überarbeitet oder sogar wieder verworfen, basierend auf dem Feedback und den Testergebnissen.
Sollte das Freistell-Werkzeug gut funktionieren und positives Feedback erhalten, ist es wahrscheinlich, dass es in einem zukünftigen Windows 11 Update für alle Nutzer integriert wird. Dies könnte Teil eines größeren Feature-Updates sein oder als separates App-Update über den Microsoft Store verteilt werden.
Für diejenigen, die neugierig sind und die Funktion jetzt schon testen möchten, führt kein Weg am Windows Insider Programm vorbei. Dabei sollte man jedoch immer die Risiken im Auge behalten und, wenn möglich, auf eine virtuelle Maschine zurückgreifen, um das eigene Hauptsystem zu schützen.
Häufig gestellte Fragen zum neuen Paint-Werkzeug
Frage: Kann ich das neue Freistell-Werkzeug in Paint jetzt sofort nutzen?
Antwort: Nein, die Funktion ist derzeit nur für Mitglieder des Windows Insider Programms in den Kanälen Canary und Dev verfügbar.
Frage: Wie funktioniert das Freistellen mit dem neuen Werkzeug?
Antwort: Laut Microsoft soll ein einfacher Klick auf die Schaltfläche „Background Removal“ genügen, um den Hintergrund automatisch entfernen zu lassen.
Frage: Wo finde ich die Schaltfläche für die Hintergrundentfernung in Paint?
Antwort: Sie befindet sich in der Symbolleiste, rechts neben dem Auswahlwerkzeug und unter dem Beschnitt-Tool.
Frage: Funktioniert das Werkzeug auf dem gesamten Bild oder nur in einem Bereich?
Antwort: Es funktioniert sowohl auf der gesamten Zeichenfläche als auch innerhalb einer rechteckigen Auswahl, die Sie zuvor treffen können.
Frage: Ist es sicher, die Windows Insider Preview Builds zu installieren, um das Werkzeug zu testen?
Antwort: Microsoft weist darauf hin, dass diese Builds instabil sein können und nicht für produktiv genutzte Systeme empfohlen werden. Es besteht das Risiko von Fehlern oder Systemproblemen. Die sicherste Methode ist das Testen in einer virtuellen Maschine.
Frage: Wann wird das Freistell-Werkzeug für alle Windows-Nutzer verfügbar sein?
Antwort: Microsoft hat bisher keinen genauen Termin für die allgemeine Verfügbarkeit bekannt gegeben. Es hängt vom Feedback und den Testergebnissen im Insider Programm ab.
Fazit
Die Ankündigung des automatischen Freistell-Werkzeugs in Microsoft Paint ist eine aufregende Entwicklung. Sie zeigt, dass Microsoft weiterhin in die Verbesserung seiner Kern-Apps investiert und versucht, leistungsfähige Funktionen für eine breitere Nutzerbasis zugänglich zu machen. Auch wenn das Werkzeug zunächst nur experimentell im Windows Insider Programm verfügbar ist und Vorsicht bei der Installation der Preview-Builds geboten ist, verspricht es, die Möglichkeiten von Paint erheblich zu erweitern und die schnelle Bildbearbeitung unter Windows einfacher als je zuvor zu gestalten. Das Freistellen per einem Klick könnte für viele Nutzer eine willkommene Erleichterung im digitalen Alltag darstellen.
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