Wie stelle ich den manuellen Fokus bei der Olympus OMD E M10 ein?

Meistern Sie den Olympus Autofokus

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Die Beherrschung des Autofokus-Systems ist eine der wichtigsten Fähigkeiten in der Fotografie, besonders wenn es um anspruchsvolle Genres wie die Tier- oder Makrofotografie geht. Viele Fotografen sind sich der vielfältigen Optionen und Funktionen, die im OM-D Kamerasystem von Olympus (jetzt OM System) zur Verfügung stehen, gar nicht bewusst. Während das Fokussieren für ein Landschaftsbild relativ unkompliziert ist, erfordert die Aufnahme eines Vogels im Flug, eines kämpfenden Bisons oder eines winzigen Insekts vom Fotografen nicht nur Schnelligkeit im Moment, um den Fokus zu erfassen, sondern auch sicherzustellen, dass alle verschiedenen Autofokus-Optionen korrekt eingestellt sind, um in jeder Situation den entscheidenden Vorteil zu haben.

Dieser Artikel führt Sie durch einige der entscheidenden Autofokus-Optionen und -Funktionen, die Ihnen helfen können, Ihre Trefferquote drastisch zu erhöhen. Wir konzentrieren uns dabei auf die Modelle OM-D E-M1X und OM-D E-M1 Mark III, die beide ein hochentwickeltes Autofokus-System bieten. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass viele der hier besprochenen Prinzipien und Konzepte auch auf andere Kameras des OM-D Systems übertragbar sind, wenn auch mit potenziell unterschiedlicher Anzahl von Messfeldern oder spezifischen Funktionsnamen.

Verfügt die Olympus OM-1 über Autofokus?
Autofokus – Der neue Sensor und Prozessor sorgen auch für einen deutlich verbesserten Autofokus . Der Cross-Quad-Pixel-AF sorgt jetzt für eine 100%ige AF-Abdeckung im Bild mit insgesamt 1053 Phasendetektions-Cross-AF-Punkten.

Warum der richtige Autofokus in der Tier- und Makrofotografie entscheidend ist

In der dynamischen Welt der Tierfotografie oder bei der Arbeit mit extrem geringen Schärfentiefen in der Makrofotografie ist ein präzises und schnelles Fokussystem nicht nur ein Vorteil, sondern oft eine absolute Notwendigkeit. Ein sich schnell bewegendes Tier in voller Aktion festzuhalten, erfordert, dass die Kamera den Fokus blitzschnell nachführen kann. Bei der Makrofotografie, wo selbst die kleinste Bewegung des Motivs oder der Kamera dazu führen kann, dass der Fokuspunkt vom winzigen Schärfebereich abweicht, ist höchste Präzision gefragt. Hier trennt sich oft die Spreu vom Weizen, und ein gut konfiguriertes Autofokus-System kann den Unterschied zwischen einem unscharfen Bild und einer atemberaubenden Aufnahme ausmachen.

Die Herausforderung liegt darin, dass die Kamera genau den Punkt fokussiert, den wir scharf haben möchten, und dies auch dann beibehält, wenn sich das Motiv bewegt oder sich der Abstand ändert. Standard-Einstellungen mögen für statische Motive ausreichen, aber in den beschriebenen Szenarien stoßen sie schnell an ihre Grenzen. Hier beginnt die Notwendigkeit, das System zu verstehen und zu optimieren.

Das Herzstück: Das AF-System der E-M1X und E-M1 Mark III

Die Olympus OM-D E-M1X und die OM-D E-M1 Mark III sind mit einem sehr leistungsfähigen Autofokus-System ausgestattet. Beide Kameras verfügen über 121 Kreuzsensoren, die nahezu das gesamte Sucherbild abdecken. Diese Kreuzsensoren gehören zu den genauesten Sensortypen, da sie sowohl auf vertikale als auch auf horizontale Kontraste reagieren. Dies bedeutet, dass sie in der Lage sind, den Fokus auf Motiven zu finden, die entweder feine Linien in einer Richtung oder in beiden Richtungen aufweisen.

Die weitläufige Abdeckung des Bildfeldes durch die AF-Punkte gibt Ihnen immense Flexibilität bei der Bildkomposition. Sie sind nicht mehr gezwungen, Ihr Motiv immer in der Mitte zu platzieren, nur um den Fokus zu erwischen. Sie können den Fokuspunkt nahezu überall im Bild positionieren, was Ihnen mehr kreative Freiheit ermöglicht.

Die Tatsache, dass es sich um Kreuzsensoren handelt, erhöht die Zuverlässigkeit bei der Fokussierung, insbesondere bei Motiven mit wenig Struktur oder schwierigen Lichtverhältnissen. Ein reiner Liniensensor (entweder vertikal oder horizontal) könnte Schwierigkeiten haben, auf einem Motiv zu fokussieren, das nur Kontraste in der entgegengesetzten Richtung aufweist. Kreuzsensoren umgehen dieses Problem.

Kontrast als Schlüssel zum Erfolg

Autofokus-Punkte suchen nach Kontrast. Dies ist ein fundamentaler Aspekt, den man immer im Hinterkopf behalten sollte. Ohne ausreichenden Kontrast kann ein Autofokus-System Schwierigkeiten haben, einen Punkt zu finden und zu fixieren. Stellen Sie sich eine einfarbige Wand vor – es gibt kaum Kontrast, auf den der AF reagieren könnte. Stellen Sie sich nun eine Wand mit einem feinen Muster oder einer scharfen Kante vor – hier findet der AF leicht einen Punkt zum Fokussieren.

Hat Olympus Autofokus?
Sowohl die O-MD E-M1X als auch die E-M1 Mark III verfügen über die Möglichkeit zum Autofokus mit der hinteren Taste und diese Technik ist meiner Einschätzung nach einer der größten Vorteile bei der Beherrschung Ihres Autofokussystems.

Dieses Prinzip ist besonders relevant in der Tier- und Makrofotografie. Ein Tier mit sehr gleichmäßigem Fell oder ein Insekt auf einem farblich ähnlichen Untergrund kann den AF vor Herausforderungen stellen. Ebenso kann flaches Licht, das Kontraste reduziert, die AF-Leistung beeinträchtigen. Das Verständnis, dass der AF Kontrast benötigt, hilft Ihnen nicht nur zu verstehen, wann der AF Schwierigkeiten haben könnte, sondern auch, wie Sie Ihre Einstellungen und Ihre Herangehensweise anpassen können, um dem System zu helfen.

AF-Einstellungen meistern: Weniger kann mehr sein

Angesichts der Vielzahl von AF-Punkten und Optionen ist es möglich, dass Sie Ihrem Autofokus-System in vielen Szenen der Tierfotografie zu viele Optionen geben. Dies kann passieren, indem Sie zu viele Autofokus-Punkte verwenden oder Autofokus-Einstellungen nicht nutzen, die auf Genauigkeit, Geschwindigkeit und Kontrolle ausgerichtet sind.

Oft denken Fotografen, dass die Verwendung aller verfügbaren AF-Punkte die beste Strategie ist, da die Kamera dann „überall“ suchen kann. In der Praxis kann dies jedoch dazu führen, dass die Kamera auf den falschen Punkt fokussiert – vielleicht auf einen Ast vor oder hinter dem Vogel, anstatt auf das Auge des Vogels. Insbesondere bei unruhigen Hintergründen oder Motiven, die sich schnell bewegen, kann die Kamera vom eigentlichen Ziel abgelenkt werden.

Eine spezifischere, verfeinerte und gezieltere Herangehensweise an den Autofokus erhöht die Wahrscheinlichkeit, Ihr AF-System zu meistern und jene Bilder aufzunehmen, die Sie einst für Ihr Können nicht möglich hielten. Dies beinhaltet oft die Reduzierung der Anzahl der aktiven AF-Punkte auf eine kleinere Gruppe oder sogar einen einzelnen Punkt und die Verwendung von AF-Modi, die speziell für die Verfolgung von Motiven (wie C-AF oder C-AF + Tracking) oder für die präzise Punktfokussierung (S-AF auf einem kleinen Bereich) entwickelt wurden.

Das Handbuch Ihrer Kamera ist hierbei Ihr bester Freund. Nehmen Sie sich die Zeit, die verschiedenen AF-Modi (z.B. S-AF, C-AF, MF, C-AF + TR), die verschiedenen AF-Bereichsmodi (Einzelpunkt, Gruppe kleiner/mittel/groß, alle Punkte) und deren Verhalten zu verstehen. Experimentieren Sie mit diesen Einstellungen, um herauszufinden, welche in verschiedenen Situationen am besten funktionieren. Für einen Vogel im Flug ist ein kleinerer Bereich von C-AF-Punkten, der auf das Motiv gerichtet bleibt, oft effektiver als die Verwendung aller 121 Punkte.

Vergleich der AF-Strategien in der Praxis

Um die Bedeutung der richtigen AF-Einstellungen zu verdeutlichen, betrachten wir zwei Herangehensweisen:

StrategieBeschreibungVorteileNachteile in dynamischen SzenenGeeignet für
Standard/Alle AF-PunkteKamera nutzt eine große Anzahl oder alle verfügbaren AF-Punkte.Kann bei statischen Motiven oder unvorhersehbaren Bewegungen im gesamten Bildfeld schnell den Fokus finden.Hohes Risiko, dass der Fokus auf den falschen Punkt im Vorder-/Hintergrund springt; weniger Kontrolle über den genauen Fokuspunkt.Landschaft, Porträt (mit klarem Motiv), statische Objekte.
Verfeinert/Gezielter AF-BereichNutzung einer kleineren Gruppe von AF-Punkten oder eines einzelnen Punktes; Einsatz spezifischer AF-Modi (z.B. C-AF, C-AF + TR).Erhöhte Kontrolle über den Fokuspunkt; geringeres Risiko, auf störende Elemente im Bild zu fokussieren; bessere Eignung für die Verfolgung spezifischer Motive.Erfordert präzisere Kameraführung, um den kleineren AF-Bereich auf dem Motiv zu halten.Tierfotografie (insb. Vögel im Flug, sich bewegende Säugetiere), Makrofotografie (mit Bewegung), Sport.

Die Tabelle zeigt: Während die Standardeinstellung mit vielen Punkten in manchen Situationen praktisch ist, führt die gezielte Nutzung des AF-Systems in den anspruchsvolleren Genres der Tier- und Makrofotografie zu deutlich besseren Ergebnissen und einer höheren Trefferquote.

Hat Olympus Autofokus?
Sowohl die O-MD E-M1X als auch die E-M1 Mark III verfügen über die Möglichkeit zum Autofokus mit der hinteren Taste und diese Technik ist meiner Einschätzung nach einer der größten Vorteile bei der Beherrschung Ihres Autofokussystems.

Manuelle Fokussierung: Eine Alternative?

Während dieser Artikel den Autofokus in den Mittelpunkt stellt, ist es wichtig zu erwähnen, dass Olympus OM-D Kameras auch über hervorragende manuelle Fokusfunktionen (MF) verfügen. Funktionen wie Fokus-Peaking, das scharfe Kanten im Bild hervorhebt, oder die Fokuslupe, die einen Ausschnitt vergrößert, um die Schärfe besser beurteilen zu können, machen die manuelle Fokussierung sehr praktikabel.

Es gibt Situationen, in denen manueller Fokus die bessere Wahl sein kann: extrem wenig Licht, sehr geringer Kontrast, durch Gitter oder Äste hindurch fotografieren oder wenn Sie eine ganz bestimmte Ebene manuell scharfstellen möchten, die der AF möglicherweise nicht zuverlässig findet. Die Möglichkeit, schnell zwischen AF und MF zu wechseln oder MF in Kombination mit AF (z.B. mit AF-Lock) zu nutzen, erweitert Ihre kreativen Möglichkeiten.

Die OM-1: Evolution und Benutzerfreundlichkeit

Auch die neuere Olympus OM-1 verfügt über ein leistungsstarkes Autofokus-System und bringt einige Verbesserungen in der Bedienung mit sich. Das Menüsystem der OM-1 wurde überarbeitet und ist nun übersichtlicher und intuitiver gestaltet. Dies mag auf den ersten Blick nur eine kosmetische Änderung sein, geht aber tiefer.

Viele Einstellungen, einschließlich der AF-Optionen und spezieller Fokusfunktionen wie Focus Stacking (das mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Fokuspunkten kombiniert, um eine durchgängige Schärfe zu erzielen – eine Funktion, die stark auf präzisen AF angewiesen ist), sind nun logischer gruppiert und leichter zugänglich. Die Navigation durch das Menü ist flüssiger gestaltet.

Ein weiteres nützliches Feature der OM-1, das die Arbeit mit dem Fokus vereinfacht, ist die Möglichkeit, spezifische Menüoptionen direkt auf verschiedene Funktionstasten zu legen. So kann man zum Beispiel Focus Stacking auf eine Taste programmieren, um die Funktion schnell ein- und auszuschalten. Durch längeres Gedrückthalten der Taste gelangt man direkt in das zugehörige Menü, um Einstellungen schnell anzupassen. Dies zeigt, wie Olympus kontinuierlich daran arbeitet, den Zugriff auf komplexe Fokusfunktionen zu erleichtern und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern, was indirekt auch der schnellen Anpassung des Autofokus zugutekommt.

Häufig gestellte Fragen zum Olympus Autofokus

Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum AF-System von Olympus Kameras:

  • Hat Olympus einen guten Autofokus?
    Ja, insbesondere die neueren Modelle wie die E-M1X, E-M1 Mark III und OM-1 verfügen über sehr leistungsfähige und fortschrittliche Autofokus-Systeme, die auch für anspruchsvolle Anwendungen wie Tier- und Sportfotografie geeignet sind.
  • Welche Olympus Kamera hat den besten Autofokus (basierend auf den genannten Modellen)?
    Basierend auf den zur Verfügung gestellten Informationen verfügen die E-M1X und E-M1 Mark III über das gleiche fortschrittliche System mit 121 Kreuzsensoren. Die OM-1 hat ein weiterentwickeltes System, das oft als das bisher beste von OM System/Olympus angesehen wird, mit zusätzlichen Funktionen wie verbessertem Tracking und Motiverkennung (obwohl diese Details nicht explizit im Ausgangstext genannt wurden, ist es eine bekannte Eigenschaft, die hier relevant ist). Alle drei bieten jedoch eine sehr hohe AF-Leistung.
  • Warum fokussiert meine Olympus Kamera manchmal nicht richtig?
    Dies kann verschiedene Gründe haben: unzureichender Kontrast im Motiv, falsche AF-Bereichseinstellung für die Situation (z.B. zu viele Punkte), zu wenig Licht, oder das Motiv bewegt sich unvorhersehbar. Das Verständnis, dass der AF Kontrast sucht und wie Ihre Einstellungen das Verhalten beeinflussen, ist der erste Schritt zur Problemlösung.
  • Was sind Kreuzsensoren und warum sind sie wichtig?
    Kreuzsensoren sind AF-Sensoren, die auf Kontraste in zwei Richtungen (vertikal und horizontal) reagieren können. Sie sind genauer und zuverlässiger als reine Liniensensoren, insbesondere bei Motiven mit feinen Details oder schwierigen Lichtverhältnissen.
  • Sollte ich in der Tierfotografie alle AF-Punkte verwenden?
    In der Regel nicht. Die Verwendung eines kleineren, gezielten AF-Bereichs oder eines einzelnen Punktes in Kombination mit einem geeigneten Tracking-Modus bietet oft mehr Kontrolle und eine höhere Trefferquote, da die Kamera weniger anfällig dafür ist, auf störende Elemente im Vorder- oder Hintergrund zu fokussieren.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Olympus OM-D Kameras über hochentwickelte Autofokus-Systeme verfügen, die das Potenzial haben, Ihnen bei der Aufnahme fantastischer Bilder in selbst den schwierigsten Situationen zu helfen. Doch wie bei jedem leistungsstarken Werkzeug liegt der Schlüssel zur Meisterschaft nicht nur in der Hardware, sondern im Verständnis und in der richtigen Anwendung der verfügbaren Funktionen. Nehmen Sie sich Zeit, Ihr AF-System kennenzulernen, experimentieren Sie mit den Einstellungen und passen Sie Ihre Herangehensweise an die jeweilige Fotografie-Situation an. Mit Übung und dem richtigen Wissen werden Sie in der Lage sein, den Autofokus Ihrer Olympus Kamera optimal zu nutzen und Ihre fotografischen Ergebnisse auf ein neues Niveau zu heben.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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