Wenn Sie ein Bild betrachten, das in einem Rahmen präsentiert wird, fällt Ihnen vielleicht ein farbiger oder meist weißer Rand zwischen dem eigentlichen Bild und dem Rahmen auf. Dieser Rand hat nicht nur eine ästhetische Funktion, sondern auch eine schützende. Aber wie heißt dieser Rand eigentlich und wozu dient er genau? Die Antwort lautet: Es ist ein Passepartout.

Ein Passepartout ist im Grunde ein Kartonrahmen, der um das Bild gelegt wird, bevor es gerahmt wird. Er hat in der Mitte einen Ausschnitt, durch den das Bild sichtbar ist. Die Hauptaufgabe des Passepartouts ist es, einen optischen Freiraum um das Bild zu schaffen. Dies lenkt den Blick des Betrachters auf das Wesentliche – das Bild selbst – und hebt es vom Hintergrund und vom Rahmen ab. Es ist ein entscheidendes Element der Bildpräsentation, das die gesamte Bildwirkung maßgeblich beeinflussen kann.

Warum ein Passepartout verwenden?
Die Verwendung eines Passepartouts bietet eine Reihe von Vorteilen:
- Ästhetik: Ein gut gewähltes Passepartout kann die Farben und Kontraste des Bildes hervorheben und ihm mehr Tiefe und Präsenz verleihen. Es schafft eine visuelle Distanz, die dem Auge hilft, das Bild als eigenständiges Kunstwerk wahrzunehmen.
- Schutz: Das Passepartout schafft einen Abstand zwischen der Bildoberfläche und dem Glas des Rahmens. Dies ist besonders wichtig bei empfindlichen Medien wie Fotografien, Pastellen oder Holzkohlezeichnungen, da es verhindert, dass das Bild am Glas kleben bleibt oder durch Kondenswasser beschädigt wird. Es dient auch als Puffer gegen leichte Temperaturschwankungen und Luftfeuchtigkeit.
- Balance: Es kann helfen, ein Bild in einem größeren Rahmen optisch zu zentrieren oder zu proportionieren. Ein kleines Bild in einem großen Rahmen mit einem breiten Passepartout kann so eine größere Wirkung erzielen.
- Veredelung: Ein Passepartout verleiht dem gerahmten Bild einen professionellen und hochwertigen Look. Es ist oft das Detail, das den Unterschied zwischen einer einfachen Einrahmung und einer gelungenen Präsentation ausmacht.
Die richtige Größenbestimmung für Ihr Passepartout
Die Größenbestimmung des Passepartouts ist entscheidend für die harmonische Gesamtwirkung. Es gibt keine starren Regeln, da vieles vom persönlichen Geschmack, dem Bildmotiv und dem Rahmen abhängt. Es gibt jedoch bewährte Richtlinien, die als Ausgangspunkt dienen können.
Eine häufig empfohlene Faustregel besagt, dass die Breite des Passepartoutrandes (also der sichtbare Kartonstreifen zwischen Bildausschnitt und Rahmen) etwa 10 % des Maßes der längeren Seite des Bildes betragen sollte. Bei einem Bild im Querformat (längere Seite horizontal) oder Hochformat (längere Seite vertikal) bezieht sich die 10%-Regel immer auf die längere Seite. Das bedeutet, bei einem Bild mit den Maßen 50 cm x 70 cm (längere Seite ist 70 cm) beträgt die empfohlene Passepartoutbreite circa 7 cm (10 % von 70 cm).
Allerdings ist dies nur eine Richtlinie, und die tatsächliche Breite kann variieren. Wie in der uns vorliegenden Information erwähnt, kann die Breite auch 8,5 cm betragen, wie im Beispiel eines 50 cm x 70 cm Bildes genannt. Dies zeigt, dass die „circa 10 %“-Regel flexibel gehandhabt wird und etwas breitere Ränder durchaus üblich sind und oft als besonders elegant empfunden werden.
Die Breite des Passepartouts muss rundherum gleich sein, um eine ausgewogene Optik zu erzielen. Manchmal wird der untere Rand etwas breiter gelassen als die anderen drei Seiten, um das Bild optisch anzuheben und dem sogenannten „optischen Gewicht“ Rechnung zu tragen – das Auge neigt dazu, Objekte etwas tiefer wahrzunehmen, als sie tatsächlich sind. Ein breiterer unterer Rand kann dem entgegenwirken. Dies ist jedoch eine Frage des Stils und nicht zwingend notwendig.
Der Passepartoutausschnitt
Ebenso wichtig wie die Außenmaße und die Randbreite ist die Größe des Ausschnitts, durch den das Bild zu sehen ist. Der Passepartoutausschnitt sollte immer etwas kleiner sein als das Bild selbst. Warum? Damit das Bild nicht durch den Ausschnitt fällt und sicher hinter dem Passepartout positioniert werden kann. Die uns vorliegende Information empfiehlt, den Ausschnitt rundum 5 mm kleiner zu machen als das Bildmaß. Das bedeutet, wenn Ihr Bild 50 cm breit und 70 cm hoch ist, sollte der Ausschnitt 49 cm breit und 69 cm hoch sein (50 cm - 2x 5 mm = 49 cm, 70 cm - 2x 5 mm = 69 cm).
Dieser kleine Überlappungsbereich von 5 mm auf jeder Seite ermöglicht es, das Bild von hinten am Passepartout zu befestigen (üblicherweise mit säurefreiem Klebeband, um das Bild nicht zu beschädigen) und gewährleistet, dass die Ränder des Bildes sauber vom Passepartout verdeckt werden.
Berücksichtigung des Rahmens
Ein weiterer Punkt, der bei der Größenwahl zu beachten ist, ist der Rahmen selbst. Der Falz des Rahmens (der innere Rand, auf dem das Glas, das Passepartout und das Bild aufliegen) bedeckt immer einige Millimeter des Passepartouts. Das bedeutet, die sichtbare Passepartoutbreite, wenn das Bild gerahmt an der Wand hängt, ist geringer als die tatsächlich geschnittene Breite des Passepartouts. Dies sollten Sie bei der Planung berücksichtigen, insbesondere wenn Sie eine sehr exakte sichtbare Randbreite anstreben.
Beispielrechnung (Basierend auf 10% Regel):
Nehmen wir an, Ihr Bild hat das Format 30 cm x 40 cm.
- Längere Seite des Bildes: 40 cm.
- Empfohlene Passepartoutbreite (ca. 10% der längeren Seite): 10% von 40 cm = 4 cm.
- Bildmaße: 30 cm x 40 cm.
- Empfohlener Ausschnitt (Bildmaß minus 5 mm rundum): 30 cm - 1 cm = 29 cm (Breite), 40 cm - 1 cm = 39 cm (Höhe).
- Der Ausschnitt sollte also 29 cm x 39 cm groß sein.
- Die Außenmaße des Passepartouts (und damit das Bestellmaß für den Rahmen) ergeben sich aus Bildbreite + 2x Passepartoutbreite und Bildhöhe + 2x Passepartoutbreite. In diesem Fall: 30 cm + 2x 4 cm = 38 cm (Breite), 40 cm + 2x 4 cm = 48 cm (Höhe). Das Passepartout hätte also die Außenmaße 38 cm x 48 cm und einen Ausschnitt von 29 cm x 39 cm.
Dieses Beispiel verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Bildgröße, Passepartoutbreite, Ausschnittgröße und den Außenmaßen des Passepartouts.

Beispielhafte Größen und Passepartoutmaße
Obwohl es online Tabellen und Konfiguratoren gibt, können wir hier eine kleine Tabelle mit typischen Bildformaten und den Maßen für ein Passepartout basierend auf der circa 10% Regel (gerundet) und dem 5mm Ausschnitt-Offset erstellen:
| Bildformat (cm) | Längere Seite (cm) | Ca. 10% Breite (cm) | Empfohlene Passepartoutbreite (cm) | Ausschnittmaß (cm) | Außenmaß Passepartout (cm) |
|---|---|---|---|---|---|
| 13x18 | 18 | 1.8 | 2 | 12x17 | 17x22 |
| 20x30 | 30 | 3 | 3 | 19x29 | 26x36 |
| 30x40 | 40 | 4 | 4 | 29x39 | 38x48 |
| 40x50 | 50 | 5 | 5 | 39x49 | 50x60 |
| 50x70 | 70 | 7 | 7 | 49x69 | 64x84 |
Beachten Sie, dass die Passepartoutbreite in der Tabelle auf ganze oder halbe Zentimeter gerundet ist, da Passepartouts oft in standardisierten Breiten angeboten werden. Das Beispiel 50x70 cm mit 8.5 cm Breite aus der Quelle zeigt, dass auch Zwischengrößen oder leicht abweichende Proportionen möglich und ästhetisch ansprechend sein können. Letztlich ist die Wahl der Breite eine Geschmacksfrage.
Material und Farbe des Passepartouts
Passepartouts bestehen aus speziellem Karton. Für wertvolle Kunstwerke und Fotografien ist es ratsam, säurefreien oder alterungsbeständigen Museumskarton zu verwenden. Dieser verhindert, dass Säuren aus dem Karton auf Dauer das Bildmaterial angreifen und vergilben oder brüchig machen. Normaler Karton, wie er oft für einfache Einrahmungen verwendet wird, kann schädlich sein.
Die Farbe des Passepartouts spielt eine große Rolle. Am häufigsten wird Weiß in verschiedenen Nuancen verwendet (reinweiß, cremeweiß, altweiß). Weiß ist neutral, lenkt nicht vom Bild ab und passt zu den meisten Motiven und Rahmen. Ein warmes Weiß passt gut zu älteren oder wärmeren Bildern, während ein kühles Weiß oder Reinweiß moderne oder kühle Motive unterstreicht.
Aber auch farbige Passepartouts sind möglich. Ein farbiges Passepartout kann eine Farbe aus dem Bild aufgreifen und diese hervorheben, oder einen Kontrast bilden, um das Bild hervorzuheben. Die Wahl der Farbe sollte sorgfältig erfolgen, damit das Passepartout das Bild ergänzt und nicht dominiert.
Passepartout schneiden lassen oder selber machen?
Passepartouts werden üblicherweise mit einem Schrägschnitt am Innenrand versehen. Dieser 45-Grad-Schnitt verleiht dem Ausschnitt Tiefe und Eleganz. Das präzise Schneiden eines Passepartouts, insbesondere mit einem sauberen Schrägschnitt, erfordert spezielle Werkzeuge und etwas Übung. Viele Einrahmungsgeschäfte oder Online-Anbieter bieten maßgeschneiderte Passepartouts an, die exakt nach Ihren Wünschen gefertigt werden. Dies gewährleistet ein professionelles Ergebnis. Für Standardgrößen gibt es auch fertige Passepartouts.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie befestige ich das Bild im Passepartout?
Das Bild wird von hinten am Passepartout befestigt. Dazu verwendet man üblicherweise spezielles, säurefreies und alterungsbeständiges Klebeband, das das Bild nicht beschädigt. Man fixiert das Bild so, dass es mittig hinter dem Ausschnitt liegt und sicher hält.
Kann ich Passepartouts für Multi-Bild-Rahmen verwenden?
Ja, es gibt auch Passepartouts mit mehreren Ausschnitten für die Präsentation einer Bilderserie oder Collage in einem einzigen Rahmen. Hierbei ist die präzise Positionierung der einzelnen Ausschnitte besonders wichtig.
Wie füge ich einen weißen Rahmen in Instagram-Bilder ein?
Die Frage nach einem weißen Rahmen bei Instagram-Bildern bezieht sich auf einen digitalen Rahmen, der dem Bild mit einer App hinzugefügt wird, bevor es in sozialen Medien geteilt wird. Dies ist etwas anderes als ein physisches Passepartout für einen Bilderrahmen, dient aber einem ähnlichen ästhetischen Zweck, nämlich das Bild vom Hintergrund abzuheben. Für Android-Geräte gibt es Apps wie „InstaSize“, die diese Funktion bieten. Die App „InstaLab“ ist sowohl für iOS- als auch für Android-Nutzer verfügbar. Diese Apps ermöglichen es Ihnen in der Regel, nicht nur einen weißen Rand, sondern auch andere Effekte oder Größenanpassungen vorzunehmen. Dies ist eine digitale Form der Bildgestaltung und hat nichts mit der physischen Einrahmung zu tun, die ein Passepartout erfordert.
Fazit
Ein Passepartout ist weit mehr als nur ein weißer Rand. Es ist ein funktionales und ästhetisches Element, das die Wirkung Ihres Bildes erheblich steigern kann. Durch die Schaffung von Raum und die Vermeidung von direktem Kontakt mit dem Glas schützt es Ihr Kunstwerk und präsentiert es gleichzeitig auf eine elegante und professionelle Weise. Die Wahl der richtigen Größe und Farbe ist entscheidend und sollte mit Bedacht erfolgen, wobei Richtlinien wie die 10%-Regel und der 5mm-Offset für den Ausschnitt gute Anhaltspunkte bieten. Ob klassisch weiß oder farbig, ein gut gewähltes Passepartout macht aus einem gerahmten Bild eine vollendete Präsentation.
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