Bryan Adams ist weltweit als legendärer Rockmusiker bekannt, dessen Songs die Charts stürmten und Generationen prägten. Doch abseits der Bühne und des Aufnahmestudios hat Adams eine ebenso beeindruckende Karriere in einem anderen kreativen Feld aufgebaut: der Fotografie. Seit den 1990er Jahren hat er sich als ernstzunehmender Fotograf etabliert, dessen Arbeiten in renommierten Magazinen erscheinen, in Galerien ausgestellt werden und in mehreren Büchern veröffentlicht wurden.

Seine Reise in die Fotografie begann schon früh, inspiriert von den Kameras seiner Eltern in den 60er und 70er Jahren. Er dokumentierte Konzerte, seine Freundin, sogar Parkhauswände – einfach, um Erinnerungen festzuhalten. Diese frühe Neugier entwickelte sich über die Jahre zu einer echten Leidenschaft und schließlich zu einem professionellen Handwerk.
Die Anfänge und die Entwicklung zum Profi
Nachdem er lange Zeit eine Polaroid SX70 nutzte, markierte der Kauf seiner ersten Rolleiflex in den 1980er Jahren einen Wendepunkt. Er verliebte sich sofort in diese Mittelformatkamera. Die Bilder, die er mit der Rolleiflex aufnahm, wirkten für ihn plötzlich schöner als alles, was er zuvor fotografiert hatte. Viele der eindrucksvollen Porträts in seinem späteren Buch „Exposed“ entstanden mit dieser Kamera.
Adams probierte in den 1990er Jahren verschiedene Kameras aus: eine Leica M6, eine Mamiya RZ, und sogar eine große hölzerne Deardorff 10x8, um die Großformatfotografie zu verstehen. Diese Experimentierfreude und der Wunsch, verschiedene Techniken zu meistern, zeigten sein tiefes Engagement für das Medium.
Wer und Was Bryan Adams fotografiert
Bryan Adams ist bekannt für seine Porträts von Berühmtheiten aus der Welt der Musik, Mode und Kunst. Seine Liste der porträtierten Persönlichkeiten liest sich wie ein Who's Who der Unterhaltungsbranche: Mick Jagger, Amy Winehouse, Kate Moss, Morrissey, Dustin Hoffman, Shania Twain, Ray Charles, Rod Stewart, Celine Dion, Lana Del Rey und viele, viele mehr. Er hat ein Talent dafür, intime und authentische Momente einzufangen, oft in ungewöhnlichen oder persönlichen Umgebungen, wie seiner eigenen Küche, die lange Zeit als sein Studio diente.
Neben den Porträts umfasst sein Werk auch:
- Modefotografie für Magazine wie Vogue (Deutsch, Britisch, Spanisch), Vanity Fair, Harper's Bazaar, GQ und andere.
- Werbekampagnen für große Marken (Hugo Boss, Guess Jeans, Jaguar, Opel etc.).
- Abstrakte Fotografie, wie in seinem Buch „Untitled“, das sich Mustern im Sand widmet.
- Dokumentarische Arbeiten, wie die bewegenden Porträts verwundeter britischer Soldaten in „Wounded – The Legacy of War“.
Adams' Fähigkeit, sowohl kommerzielle als auch künstlerische Projekte zu realisieren, unterstreicht seine Vielseitigkeit als Fotograf.

Berühmte Porträts und ihre Geschichten
Eines seiner bekanntesten Porträts ist zweifellos das der britischen Monarchin Königin Elisabeth II. Im Jahr 2002 erhielt er die unerwartete Anfrage, die Königin anlässlich ihres Goldenen Jubiläums zu fotografieren. Als Kanadas Vertreter im Rahmen einer Fotoreihe, bei der jeder Commonwealth-Staat einen Fotografen entsandte, hatte er nur wenige Tage Vorlaufzeit und lediglich 10-15 Minuten für die Sitzung im Buckingham Palace.
Adams brachte seine große Deardorff 10x8 Kamera mit, eine beeindruckende Großformatkamera, die er für eine clevere Wahl hielt. Die Königin bemerkte die Kamera und kommentierte lächelnd: „So etwas haben wir schon lange nicht mehr gesehen.“ Dieses Lächeln war es, das Adams einfangen wollte. Obwohl er mit der Deardorff nur wenige Aufnahmen machen konnte (das Laden einer Platte dauert etwa eine Minute), entstand sein bestes Bild der Königin letztlich mit einer Contax-Kamera, die er in seiner Tasche hatte. Es war ein spontaner Moment, als die Königin sich auf einen Stuhl setzte und zu ihren Wellington-Stiefeln in der Ecke blickte, bevor sie Adams ansah. Dieses Bild wurde später auf einer kanadischen Briefmarke verwendet und gilt als besonders authentisch.
Ein weiteres denkwürdiges Porträt ist das von Amy Winehouse. Adams, ein enger Freund, fotografierte sie über Weihnachten 2007 auf der Insel Mustique. Eine amüsante Anekdote aus dieser Zeit ist, wie Adams versuchte, Winehouse das Autofahren in einem Land Rover beizubringen – eine Erfahrung, die er mit Humor beschreibt.
Auch die Sitzung mit Morrissey in Rom im Jahr 2005 ist erwähnenswert. Adams nutzte seine leise Rolleiflex und fing Morrissey auf einem Balkon in einem Moment der Kontemplation ein, ohne dass dieser es sofort bemerkte. Adams erkannte den „schönen Moment“ und drückte ab.
Das Porträt von Mick Jagger (2008) zeigt Adams' Bewunderung für den Rockstar. Er beschreibt Jagger als das „größte Frontman aller Zeiten“, der es dem Fotografen leicht macht, ihn einzufangen.

Für Lana Del Rey schuf Adams in seinem Londoner Haus einen Raum voller Spiegel, um die Reflexionen und die Schönheit der Sängerin einzufangen, kurz nachdem diese öffentliche Kritik erfahren hatte.
Die Kameras von Bryan Adams
Bryan Adams hat im Laufe seiner Karriere mit verschiedenen Kameras gearbeitet, aber einige stechen hervor:
| Kamera | Zeitraum | Verwendung / Bedeutung |
| Kodak Instamatic / Howell Super 8 | 1960er/70er | Erste Erfahrungen durch die Kameras der Eltern. |
| Polaroid SX70 | Vor 1980 | Frühe Kamera für spontane Aufnahmen. |
| Rolleiflex | Ab 1980er | Seine erste Mittelformatkamera, die er liebte und mit der viele berühmte Porträts entstanden (z.B. Amy Winehouse, Morrissey, Dustin Hoffman). |
| Leica M6 | 1990er | Ausprobiert im Rahmen seiner Experimente mit verschiedenen Systemen. |
| Mamiya RZ | 1990er | Eine weitere Mittelformatkamera, die er testete. |
| Deardorff 10x8 | 1990er / 2002 | Großformatkamera, genutzt für das Queen-Shooting, obwohl das berühmteste Bild mit einer anderen Kamera entstand. |
| Contax | ca. 2002 | Kamera, die er beim Queen-Shooting in der Tasche hatte und mit der das ikonische Briefmarken-Porträt entstand. |
Die Rolleiflex scheint eine besondere Rolle in seiner Entwicklung gespielt zu haben, da sie ihm eine neue Perspektive auf seine Arbeit eröffnete und zu vielen seiner eindrucksvollsten Porträts beitrug.
Veröffentlichungen und Ausstellungen
Bryan Adams' fotografisches Werk ist weit verbreitet und anerkannt. Er hat mehrere Fotobücher veröffentlicht:
- American Women (2004): Eine Sammlung von Porträts amerikanischer Frauen.
- Exposed (2012): Eine Retrospektive seiner Porträtfotografie, mit Bildern von Freunden und Kollegen aus Unterhaltung, Mode und Kunst.
- Wounded – The Legacy of War (2013): Bewegende Porträts junger britischer Soldaten, die in Irak und Afghanistan schwer verwundet wurden.
- Untitled (2016): Abstrakte Schwarz-Weiß-Bilder von Sandmustern auf der Insel Mustique.
Zudem ist er Mitbegründer des in Berlin ansässigen Zoo Magazine, einem Journal für Mode und Kunst, für das er regelmäßig fotografiert und das Arbeiten anderer renommierter Fotografen präsentiert.
Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Galerien und Museen weltweit ausgestellt, darunter das Royal Ontario Museum in Toronto, die Saatchi Gallery in London, das McCord Museum in Montreal, die Photokina in Deutschland, die Leica Gallery in Österreich und viele mehr. Für seine Modefotografie wurde er mehrfach mit Lead Awards in Deutschland ausgezeichnet.
FAQ zu Bryan Adams als Fotograf
Ist der Sänger Bryan Adams auch Fotograf?
Ja, Bryan Adams ist nicht nur ein weltberühmter Sänger und Songwriter, sondern auch ein anerkannter und preisgekrönter professioneller Fotograf. Er verfolgt beide Karrieren parallel seit den 1990er Jahren.

Was fotografiert Bryan Adams?
Bryan Adams fotografiert hauptsächlich Porträts von Prominenten aus Musik, Film, Mode und Kunst. Er macht auch Modefotografie, Werbekampagnen, abstrakte Arbeiten und dokumentarische Porträts, wie die von verwundeten Soldaten.
Hat Bryan Adams die Queen fotografiert?
Ja, Bryan Adams hatte die besondere Gelegenheit, Königin Elisabeth II. im Jahr 2002 anlässlich ihres Goldenen Jubiläums im Buckingham Palace zu fotografieren. Eines seiner Porträts der Königin wurde später auf einer kanadischen Briefmarke verwendet.
Welche Kamera hat Bryan Adams verwendet?
Bryan Adams hat im Laufe seiner Karriere verschiedene Kameras benutzt, darunter eine Polaroid SX70, eine Leica M6, eine Mamiya RZ und eine Großformatkamera Deardorff 10x8. Besonders hervorzuheben ist seine Rolleiflex, mit der viele seiner bekannten Porträts entstanden. Das ikonische Porträt der Queen entstand mit einer Contax Kamera.
Fazit
Bryan Adams hat eindrucksvoll bewiesen, dass er ein Multitalent ist. Seine zweite Karriere als Fotograf ist weit mehr als nur ein Hobby eines berühmten Musikers. Mit einem geschulten Auge für Porträts, einem Gespür für Mode und Werbung und der Fähigkeit, tiefe menschliche Emotionen einzufangen, hat er sich einen festen Platz in der Welt der Fotografie erobert. Seine Bücher, Ausstellungen und redaktionellen Arbeiten zeugen von der Qualität und Vielfalt seines fotografischen Schaffens. Bryan Adams ist nicht nur eine Ikone der Musik, sondern auch ein bedeutender Fotograf der Gegenwart.
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