Reisen mit modernen Bussen wird immer komfortabler und vor allem sicherer. Dank fortschrittlicher Technologie können Passagiere heute entspannter unterwegs sein. Ein wichtiger Aspekt dieser Entwicklung sind moderne Sicherheitssysteme, die weit über klassische Spiegel hinausgehen.

Kameras und Sicherheitstechnik für mehr Schutz im Busverkehr
Moderne Reisebusse sind oft mit einer Vielzahl intelligenter Systeme ausgestattet, die den Fahrer unterstützen und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erhöhen. Anbieter wie Brigade bieten maßgeschneiderte Lösungen für Nutzfahrzeuge und Busse an, die speziell auf die Anforderungen des Personenverkehrs zugeschnitten sind. Dazu gehören nicht nur Front- und Rückfahrkameras, die dem Fahrer helfen, tote Winkel zu vermeiden und das Rangieren zu erleichtern, sondern auch hochmoderne 360°-Kamerasysteme.

Diese 360°-Systeme liefern dem Fahrer eine vollständige Rundumsicht aus der Vogelperspektive auf einem Monitor in der Fahrerkabine. Dies ist besonders in dichtem Stadtverkehr, auf engen Betriebshöfen oder beim Einparken von unschätzbarem Wert, da potenzielle Gefahren rund um das Fahrzeug frühzeitig erkannt werden können. Die Kombination aus mehreren Kameras ermöglicht dieses umfassende Bild und erhöht die Situationswahrnehmung des Fahrers erheblich.
Weitere wichtige Komponenten in modernen Sicherheitskonzepten für Busse sind Radarerkennungssysteme wie Backsense®. Diese Technologie nutzt Radarsensoren, um Objekte oder Personen im Gefahrenbereich hinter oder neben dem Fahrzeug zu erkennen und den Fahrer akustisch oder optisch zu warnen. Dies ist besonders relevant bei niedrigen Geschwindigkeiten oder beim Rückwärtsfahren, wo die Sicht eingeschränkt sein kann.
Akustische Rückfahralarme, wie die bbs-tek® Systeme, ergänzen die visuellen Warnungen. Diese Alarme nutzen einen breitbandigen Klang, der weniger störend für Anwohner empfunden wird als herkömmliche Pieptöne, aber dennoch effektiv auf ein sich näherndes Fahrzeug aufmerksam macht. Sie tragen dazu bei, Fußgänger und Radfahrer im Umfeld des Busses zu schützen.
Zusätzlich kommen häufig mobile Digitalrekorder (MDRs) zum Einsatz. Diese Systeme zeichnen das Geschehen, das von den verschiedenen Kameras erfasst wird, digital auf. Im Falle eines Zwischenfalls, wie beispielsweise eines Unfalls oder einer strittigen Verkehrssituation, können die Aufnahmen zur Klärung des Hergangs herangezogen werden. Sie dienen der Dokumentation und können sowohl dem Unternehmen als auch den Behörden bei der Untersuchung helfen.
All diese Systeme – Kameras, 360°-Systeme, Radar, akustische Alarme und Digitalrekorder – arbeiten oft Hand in Hand und tragen maßgeblich zur allgemeinen Sicherheit im Straßenverkehr bei. Sie minimieren Risiken, unterstützen den Fahrer in kritischen Momenten und erhöhen das Vertrauen der Fahrgäste in das Verkehrsmittel Bus.
Der Hersteller im Wandel: Von EvoBus zu Daimler Buses
Hinter vielen der bekannten Reise- und Stadtbusse in Europa steht ein großer Hersteller, der kürzlich einen bedeutenden Namenswechsel vollzogen hat. Der bisher als EvoBus GmbH bekannte Bushersteller, eine 100-prozentige Tochter des Lkw-Segments Daimler Truck, firmiert seit dem 12. Juli 2023 unter dem Namen Daimler Buses GmbH.
Diese Umbenennung ist mehr als nur eine formale Änderung. Sie soll die enge Zugehörigkeit zu Daimler Truck deutlicher machen und von der starken Markenbekanntheit des Namens Daimler profitieren. Das Ziel ist, die Positionierung als integrierter Bestandteil des Daimler Truck Konzerns zu stärken und Synergien besser zu nutzen. Der Name Daimler ist weltweit für Qualität und Ingenieurskunst bekannt, und die Bussparte soll von diesem Image profitieren.

Während der Firmenname der Muttergesellschaft wechselt, bleiben die bekannten Busmarken wie Setra und Mercedes-Benz unangetastet. Sie behalten ihre Identität und ihre spezifischen Modellpaletten, die von Stadtbussen über Überlandbusse bis hin zu Premium-Reisebussen reichen. Die Marken sind das Gesicht des Unternehmens gegenüber den Kunden.
Der Konzern verfolgt mit diesem Schritt auch das strategische Ziel, sich stärker auf die Entwicklung und Produktion von emissionsfreien Fahrzeugen zu konzentrieren und eine führende Rolle in dieser zukunftsweisenden Branche einzunehmen. Die Transformation hin zu elektrischen Antrieben und anderen alternativen Technologien ist ein zentraler Pfeiler der zukünftigen Ausrichtung von Daimler Buses.
Die Namensänderung wird intern als wichtiges Bekenntnis zu den Hauptproduktionsstandorten Mannheim und Neu-Ulm gesehen. Der Gesamtbetriebsrat begrüßte die Entwicklung als ein Zeichen der Stärke und des Vertrauens in die Zukunft des Unternehmens. Erst wenige Monate vor der Umbenennung wurde ein geplanter Stellenabbau an diesen Standorten aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung gestrichen, was die Bedeutung dieser Werke unterstreicht.
Europaweite Standorte und ihre Aufgaben bei Daimler Buses
Die Produktion der Busse von Daimler Buses ist auf mehrere spezialisierte Standorte in Europa verteilt, jeder mit spezifischen Aufgaben und einer langen Geschichte im Busbau.
Mannheim: Das Herz der Stadtbus-Produktion
Das Werk in Mannheim ist das Stammwerk für Omnibusse der Marke Mercedes-Benz und besteht bereits seit 1908. Hier werden alle Rohkarosserien für Stadtbusse, die in Westeuropa endmontiert werden, gefertigt. Das bedeutet, die grundlegende Struktur und Form der Busse entsteht hier. Zudem findet hier die Endmontage der meisten Citaro- und CapaCity-Stadtbusse statt – zwei sehr wichtige Modelle im Stadtbussegment. Rund 3500 Mitarbeiter sind an diesem wichtigen Standort beschäftigt, der auch das Nutzfahrzeug-Motorenwerk von Daimler beherbergt, was Synergien bei der Entwicklung und Produktion von Antriebssystemen ermöglicht.
Neu-Ulm: Heimat der Setra Busse
Die aus Mannheim oder anderen spezialisierten Werken gelieferten Rohkarosserien für Reisebusse werden per Bahn nach Neu-Ulm transportiert. Hier erfolgt die Endmontage für fast alle Busse der Marke Setra (mit Ausnahme der MultiClass business) sowie für den Überlandbus Integro von Mercedes-Benz. Das Werk in Neu-Ulm wurde 1992 eröffnet und hat seit 2006 die gesamte Fertigung übernommen, die zuvor am Kässbohrer-Stammsitz in Ulm angesiedelt war – ein wichtiges Erbe der Busbautradition. Setra Busse sind bekannt für ihren Premium-Komfort und ihre Qualität im Reisebussegment. Mit etwa 3650 Beschäftigten ist Neu-Ulm der größte Produktionsstandort von Daimler Buses und ein zentrales Kompetenzzentrum für Reisebusse.
Spezialisierte Werke in Europa
Neben den beiden Hauptwerken in Deutschland gibt es weitere wichtige Standorte mit spezialisierten Aufgaben:
- Ligny-en-Barrois (Frankreich): Hier werden Citaro-Stadtbusse von Mercedes-Benz montiert, die überwiegend für den französischen Markt bestimmt sind. Das Werk entstand 1981 als Zweigwerk von Kässbohrer.
- Sámano (Spanien): Dieses Werk, ebenfalls einst von Kässbohrer gegründet, hat sich ab 2000 auf die Produktion von Omnibus-Fahrgestellen der Marke Mercedes-Benz spezialisiert. Seit 2004 ist dies der einzige Produktionszweig. Diese Fahrgestelle werden an Aufbauhersteller geliefert, die darauf spezialisierte Karosserien aufbauen.
- Holýšov (Tschechien): Dieses Werk liefert wichtige Rohbaukomponenten und -segmente für die Stadtbusproduktion in Mannheim. Seit 2021 werden hier auch die Reisebus-Rohkarossen gefertigt, die dann zur Endmontage nach Neu-Ulm geliefert werden. Das Werk hatte Ende 2013 rund 360 Beschäftigte und spielt eine wichtige Rolle in der Zulieferkette.
- Hoşdere (Türkei): In diesem Werk bei Istanbul, das zur Schwestergesellschaft Mercedes-Benz Türk gehört, lässt Daimler Buses verschiedene Omnibusmodelle fertigen. Dazu gehören die Reisebusse Travego und Tourismo, der Überlandbus Intouro sowie der Stadtbus Conecto (hauptsächlich für Ost- und Südosteuropa). Auch die Setra MultiClass business-Reihe wird hier gefertigt. Das Werk in Hoşdere ist ein wichtiges Zentrum für die Produktion von Bussen für verschiedene Marktsegmente.
Produktionsstandorte im Überblick
| Standort | Land | Schwerpunkt | Mitarbeiter (ca.) |
|---|---|---|---|
| Mannheim | Deutschland | Stadtbus-Rohkarosserien, Citaro/CapaCity Endmontage | 3500 |
| Neu-Ulm | Deutschland | Setra Endmontage, Integro Endmontage | 3650 |
| Ligny-en-Barrois | Frankreich | Citaro Montage (hauptsächlich Frankreich) | Nicht angegeben |
| Sámano | Spanien | Omnibus-Fahrgestelle | Nicht angegeben |
| Holýšov | Tschechien | Rohbaukomponenten, Reisebus-Rohkarossen | 360 (Stand 2013) |
| Hoşdere | Türkei | Travego, Tourismo, Intouro, Conecto, Setra MultiClass Montage | Nicht angegeben |
Die Zukunft ist emissionsfrei
Ein zentrales strategisches Ziel von Daimler Buses ist es, die Entwicklung und Einführung von emissionsfreien Antrieben im Busverkehr voranzutreiben und in diesem Bereich eine führende Position einzunehmen. Dies unterstreicht das Bestreben, nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Umweltfreundlichkeit des öffentlichen und touristischen Personenverkehrs zu verbessern. Die Umstellung auf Elektromobilität und andere alternative Antriebe ist eine der größten Herausforderungen und Chancen für die Busbranche in den kommenden Jahren.

Häufig gestellte Fragen
Gibt es Kameras in modernen Reisebussen?
Ja, moderne Reisebusse können mit verschiedenen Kamerasystemen ausgestattet sein, darunter Front-, Rückfahr- und 360°-Kamerasysteme. Diese sind Teil umfassender Sicherheitspakete, die den Fahrer unterstützen, tote Winkel reduzieren, das Rangieren erleichtern und die allgemeine Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöhen. Oft kommen auch mobile Digitalrekorder hinzu, die die Aufnahmen zu Dokumentationszwecken speichern.
Warum wurde der Name EvoBus geändert?
Die EvoBus GmbH wurde am 12. Juli 2023 in Daimler Buses GmbH umbenannt. Ziel ist es, die Zugehörigkeit zur Daimler Truck Gruppe klarer zu kommunizieren und von der starken Marke Daimler zu profitieren. Der Name soll die Identität als Bussparte innerhalb des Konzerns besser widerspiegeln und die strategische Ausrichtung, insbesondere im Bereich der emissionsfreien Mobilität, unterstützen.
Welche Busmarken gehören zu Daimler Buses?
Die bekanntesten Busmarken unter dem Dach von Daimler Buses sind Mercedes-Benz und Setra. Diese Marken sind seit vielen Jahren etabliert und bieten ein breites Spektrum an Fahrzeugen für den Stadt-, Überland- und Reiseverkehr. Sie bleiben auch nach der Umbenennung der Muttergesellschaft bestehen.
Wo werden die Busse von Daimler Buses produziert?
Daimler Buses verfügt über mehrere Produktionsstandorte in Europa, die auf verschiedene Fertigungsschritte spezialisiert sind. Die Hauptwerke befinden sich in Mannheim (Stadtbusse, Rohkarosserien) und Neu-Ulm (Setra, Reisebusse, Endmontage) in Deutschland. Weitere wichtige Standorte sind Ligny (Frankreich) für die Citaro-Montage, Sámano (Spanien) für Fahrgestelle, Holýšov (Tschechien) für Komponenten und Rohkarossen sowie Hoşdere (Türkei) für verschiedene Modelle, darunter Reisebusse und die Setra MultiClass business.
Ist Daimler Buses Teil von Daimler Truck?
Ja, die Daimler Buses GmbH ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Daimler Truck AG. Die Umbenennung von EvoBus in Daimler Buses soll diese konzerninterne Struktur und Zugehörigkeit auch namentlich besser widerspiegeln.
Die Entwicklungen bei Daimler Buses, von der Integration modernster Sicherheitstechnik wie Kamerasystemen bis hin zur strategischen Neuausrichtung unter neuem Namen und dem Fokus auf emissionsfreies Fahren, zeigen, wie sich die Busbranche ständig weiterentwickelt. Diese Fortschritte tragen dazu bei, den Reisebus als sicheres, komfortables und zunehmend umweltfreundliches Verkehrsmittel für die Zukunft zu positionieren.
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