Österreich blickt auf eine reiche und faszinierende Geschichte der Fotografie zurück, die eng mit den Anfängen dieser revolutionären Kunstform verbunden ist. Von den wissenschaftlichen Pionieren in Wien bis hin zu den kreativen Köpfen der modernen Zeit hat Österreich stets eine bedeutende Rolle in der Entwicklung der Fotografie gespielt. Dieser Artikel beleuchtet die Wurzeln der österreichischen Fotografie, stellt einige ihrer prägendsten Persönlichkeiten vor und wirft einen Blick auf aktuelle Trends, insbesondere im Bereich der Hochzeitsfotografie.

Die Geburtsstunde der Fotografie, wie wir sie heute kennen, wird oft auf den 19. August 1839 datiert. An diesem Tag präsentierte der französische Physiker Dominique Francois Jean Arago in der Pariser Akademie der Wissenschaften die Erfindung von Louis Jacques Mandé Daguerre. Österreich war von Anfang an dabei: Andreas von Ettingshausen, als Vertreter der österreichischen Regierung anwesend, brachte die Urtechnik der Daguerreotypie nach Wien. Hier wurde das Verfahren weiter optimiert, sowohl optisch als auch chemisch. Nach intensiven Versuchen gelang es Ettingshausen, in Zusammenarbeit mit dem Offizier Joseph Nicéphore Niépce, mit einer „Camera obscura“ Licht-Bilder zu erzeugen. Dieses Verfahren, die Daguerreotypie, verbreitete sich rasch über die ganze Welt und zog auch viele Künstler in ihren Bann.
Eine weitere entscheidende Entwicklung war die Erfindung des Negativ-Positiv-Verfahrens im Jahr 1841 durch den Gelehrten William Henry Fox Talbot. Dieses Verfahren, von Talbot „Kalotypie“ genannt und später als „Talbotypie“ bekannt, ermöglichte die Vervielfältigung von Bildern und legte den Grundstein für die moderne Fotografie. Bereits ab 1841 traten in Wien die ersten Daguerreotypisten in Erscheinung. Viele arbeiteten zunächst im Freien oder nutzten provisorische Räumlichkeiten. Carl Schuh wird als erster Wiener Berufsfotograf betrachtet; er war von Anfang an in seinem Maleratelier tätig. Auf dem Alsergrund war Albin Mutterer der erste Berufsdaguerrotypist; die älteste erhaltene Daguerreotypie von ihm stammt aus dem Jahr 1849.
In den 1840er und 1850er Jahren war die Herstellung von Fotografien oft noch auf Unikate beschränkt. Um 1850 entstanden die ersten glasgedeckten Ateliers, die zumeist in Hinterhöfen oder Hausgärten zu finden waren, um das notwendige Tageslicht optimal nutzen zu können. Ein wichtiger Fortschritt war die Erfindung des nassen Kollodium-Verfahrens auf Glasplatten im Jahr 1851. Die Einführung der Carte de Visite durch Adolphe Eugène André Disdéri im Jahr 1854, die 1857 auch in Wien Einzug hielt, gab der Fotografie einen entscheidenden Aufschwung, da sie die Anfertigung kleiner, erschwinglicher Porträts ermöglichte, die als Visitenkarten dienten. Die Erfindung des Blitzlichts bzw. die Einführung des elektrischen Lichts befreite die Fotografen schließlich von der Abhängigkeit vom Tageslicht und eröffnete neue Möglichkeiten.
Die frühen Wiener Ateliers konzentrierten sich hauptsächlich auf die Stadt und die damaligen Vorstädte. Ein Meilenstein für die österreichische Fotografie war die Gründung der Photographische Gesellschaft in Wien im Jahr 1861. Sie war die erste ihrer Art im gesamten deutschsprachigen Raum, und Albin Mutterer zählte zu ihren ersten Mitgliedern. Die Gesellschaft spielte eine wichtige Rolle bei der Förderung und Professionalisierung der Fotografie. Sie veranstaltete 1864 eine historische Schau und beteiligte sich 1873 korporativ als „Wiener Photographen-Association“ mit einem eigenen Pavillon an der Wiener Weltausstellung. Von den 87 Ausstellern waren beeindruckende 71 Mitglieder der Gesellschaft. Albin Mutterer war zudem einer der Pioniere bei der Anwendung technischer Besonderheiten wie der Retusche, die anfangs vor allem zur Korrektur von Unschärfen diente.
In den 1880er Jahren hielt die Fotografie auch Einzug in populäre Vergnügungsstätten wie den Prater. Im Jahr 1885 gab es dort bereits Ateliers für Schnellfotografie, und 1889 eröffnete der Fotografensalon der Familie Krieger, zu der auch die Schnellfotografin Anna Krieger gehörte, die für ihre Gruppenaufnahmen im Prater bekannt war.

Eine herausragende Persönlichkeit, die maßgeblichen Einfluss auf die wissenschaftliche Erforschung der Fotografie und die Weiterentwicklung fotochemischer Verfahren in Österreich hatte, war der Wiener Fotochemiker Josef Maria Eder. Er gründete die k.k. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt, eine Institution, die für die Ausbildung im Bereich Fotografie, Fotochemie und fotografische Druckverfahren, wie den Lichtdruck, von zentraler Bedeutung war. Eder war ein produktiver Autor und Publizist. Zu seinen wichtigsten Werken zählt eine umfassende allgemeine Geschichte der Fotografie sowie eine detaillierte Sammlung fotochemischer Rezepturen. Seine Arbeit trug wesentlich zum Verständnis und zur wissenschaftlichen Fundierung der Fotografie bei. Während des Ersten Weltkriegs war Eder sogar an der Entwicklung fotochemischer Verfahren zur Chiffrierung und Dechiffrierung geheimer Depeschen beteiligt, was die breite Anwendbarkeit und wissenschaftliche Tiefe seines Fachgebiets unterstreicht.
Die Fotografie hat sich seit diesen Anfängen ständig weiterentwickelt und neue Genres und Spezialisierungen hervorgebracht. Ein Bereich, der heute in Österreich eine große Rolle spielt und eine hohe Nachfrage erfährt, ist die Hochzeitsfotografie. Viele talentierte Fotografinnen und Fotografen haben sich auf die emotionalen und einzigartigen Momente dieses besonderen Tages spezialisiert. Die Suche nach dem passenden Hochzeitsfotografen ist für Brautpaare oft eine wichtige Aufgabe, da die Erinnerungen an die Hochzeit in hochwertigen Bildern festgehalten werden sollen. Die Szene ist vielfältig und bietet eine breite Palette an Stilen und Herangehensweisen.
Einige der in Österreich tätigen Hochzeitsfotografen zeichnen sich durch ihren modernen und individuellen Stil aus. Beispielsweise wird Melanie Koruna aus Wien für ihren modernen und coolen Stil gelobt und dafür, eine echte Frohnatur zu sein, die eine entspannte Atmosphäre schafft. Roland & Dani von Linse2.at arbeiten als Team und fangen so unterschiedliche Perspektiven und emotionale Momente ein. Seidl & Soukup aus Niederösterreich bieten umfassende Pakete inklusive Videos und Photobooths an und arbeiten typischerweise mit zwei Fotografen. Daniel Willinger, der in Wien studiert hat, wird für seinen modernen, eleganten und zeitlosen Stil geschätzt und reist für Hochzeiten durch ganz Österreich. Isabelle und Saskia, bekannt als Belle & Sass, zählen zu den bekannteren Namen in der österreichischen Hochzeitsfotografie und sind für authentische und individuelle Fotos in ganz Österreich und sogar bei Destination Weddings gefragt. Melanie Nedelko wird für ihren coolen, modernen und frischen Stil sowie ihre Detailaufnahmen gelobt. Henry Wellisch aus Kärnten, der auch in Italien tätig ist, hat ein Auge für ausgefallene Locations und bietet neben Hochzeitsreportagen auch Engagement Shootings an. Das Team von It’s your day in Wien bietet sowohl Fotos als auch Videos an und zeichnet sich durch ein transparentes Preismodell aus. Tommy Seiter aus Tirol ist bekannt für seine Einzigartigkeit und seinen Humor, arbeitet abseits des Mainstreams und setzt Paare kreativ in Szene. Claudia Magas, eine internationale Fotografin mit österreichischen Wurzeln, beschreibt ihren Stil als „romantisch mit einem dramatischen Touch“ und ist auf Hochzeiten, Engagement Shootings und Boudoir spezialisierungen. Roland Faistenberger aus Wien verfolgt einen fotojournalistischen Ansatz, der zu authentischen und emotionalen Bildern führt. Nina Hintringer Photography, ein Fotografen-Ehepaar aus Tirol, arbeitet immer als Team und fängt so zwei Perspektiven ein, sowohl in Österreich als auch im Ausland. Valphotography aus Wien, der auch Event-, Bewerbungs- und Produktfotos anbietet, beschreibt seinen Hochzeitsstil als „künstlerisch“ und emotional. Daniel Schalhas von InShot aus dem Mostviertel hat bereits eine große Anzahl von Hochzeiten fotografiert und bietet verschiedene Arten von Shootings an.
Für professionelle Fotografen in Österreich, insbesondere für diejenigen, die eng mit Kunden zusammenarbeiten wie in der Hochzeitsfotografie, sind gute Kommunikationsfähigkeiten entscheidend. Dies beinhaltet ein gutes Deutschniveau für die mündliche und schriftliche Kommunikation, Beratung und organisatorische Aufgaben. Während für den Einstieg in die Ausbildung ein durchschnittliches Niveau ausreichend sein mag, sind für die Berufsausübung gute bis sehr gute Deutschkenntnisse unerlässlich.
Die österreichische Fotografie hat eine bemerkenswerte Reise hinter sich, von den wissenschaftlichen Experimenten des 19. Jahrhunderts bis zur vielfältigen und kreativen Szene von heute. Pioniere wie Ettingshausen, Schuh, Mutterer und der Wissenschaftler Eder legten wichtige Grundsteine, während moderne Fotografen die Tradition fortführen und neue Wege beschreiten, sei es in der Kunst, im Journalismus oder in spezialisierten Bereichen wie der Hochzeitsfotografie. Die lebendige Szene zeigt, dass die Fotografie in Österreich auch im 21. Jahrhundert ein dynamisches und wichtiges Medium bleibt.
Hier ist eine Übersicht über einige der genannten Hochzeitsfotografen und ihre beschriebenen Merkmale:
| Name(n) | Standort/Tätigkeitsbereich | Beschriebener Stil/Besonderheiten |
|---|---|---|
| Melanie Koruna | Wien (und Umgebung?) | Modern, cool, Frohnatur, schafft entspannte Atmosphäre |
| Roland & Dani (Linse2) | Tätigkeitsbereich nicht explizit genannt, arbeiten als Team | Fangen besondere und emotionale Momente ein, arbeiten zu zweit |
| Bettina, Roman und Alex (Seidl & Soukup) | Niederösterreich (und Umgebung?) | Bieten Reportagen, Videos, Photobooths; arbeiten mit zwei Fotografen |
| Daniel Willinger | Wien, reist aber gerne durch Österreich | Modern, elegant, zeitlos, studiert an der Graphischen |
| Isabelle und Saskia (Belle & Sass) | Wien, ganz Österreich, Destination Weddings | Authentisch, individuell, gehören zu den Bekanntesten |
| Melanie Nedelko | Wien, ganz Österreich, Ausland | Cool, modern, frisch, spannende Detail-Aufnahmen |
| Henry Wellisch | Kärnten, Österreich, Italien | Auge für Locations und schöne Momente, bietet Engagement Shootings |
| It’s your day | Wien, ganz Österreich | Bieten Fotos und Videos, transparentes Preismodell, Photobooth mietbar |
| Tommy Seiter | Tirol (und Umgebung?) | Einzigartig, Humor, abseits des Mainstreams, kreativ |
| Claudia Magas (Ladies & Lord) | Zürich (lebt dort), österreichische Wurzeln, international tätig | Romantisch mit dramatischem Touch, spezialisiert auf Hochzeiten, Engagement, Boudoir |
| Roland Faistenberger | Wien (und Umgebung?) | Fotojournalistische Herangehensweise, authentisch, emotional |
| Nina Hintringer Photography | Tirol, ganz Österreich, Ausland | Arbeiten als Ehepaar/Team, fangen zwei Perspektiven ein |
| Valphotography | Wien (und Umgebung?) | Künstlerisch, fängt emotionale Momente ein, bietet auch andere Bereiche an |
| Daniel Schalhas (InShot) | Mostviertel (und Umgebung?) | Erfahrener Hochzeitsfotograf, bietet diverse Shootings (Engagement, Trash the dress) |
Häufig gestellte Fragen zur Fotografie in Österreich:
Wie begann die Fotografie in Österreich?
Die Fotografie in Österreich begann sehr früh, bereits 1839, als Andreas von Ettingshausen die Daguerreotypie nach Wien brachte, kurz nach ihrer Präsentation in Paris.

Wer waren frühe Berufsfotografen in Wien?
Carl Schuh wird als erster Wiener Berufsfotograf angesehen. Albin Mutterer war der erste Berufsdaguerrotypist auf dem Alsergrund und ein frühes Mitglied der Photographischen Gesellschaft.
Welche Rolle spielte die Photographische Gesellschaft in Wien?
Die 1861 gegründete Photographische Gesellschaft war die erste im deutschsprachigen Raum. Sie förderte die Fotografie, veranstaltete Ausstellungen und trug zur Professionalisierung des Berufs bei.
Welche Rolle spielte Josef Maria Eder für die österreichische Fotografie?
Josef Maria Eder war ein bedeutender Fotochemiker, der die k.k. Graphische Lehr- und Versuchsanstalt gründete und maßgeblichen Einfluss auf die wissenschaftliche Erforschung und Lehre der Fotografie in Österreich hatte.
Was sind aktuelle Trends in der österreichischen Fotografie?
Ein wichtiger Bereich ist heute die spezialisierte Hochzeitsfotografie, in der viele Fotografen mit unterschiedlichen Stilen tätig sind.
Gibt es bekannte Hochzeitsfotografen in Österreich?
Ja, es gibt viele bekannte Hochzeitsfotografen in Österreich, die in verschiedenen Regionen tätig sind und unterschiedliche Stile anbieten, wie im Artikel und in der Tabelle aufgeführt.
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