Die Geschichte der Fotografie ist reich an Pionieren, die mit ihren Experimenten und Innovationen den Weg für das moderne Bild ebneten. Einer dieser bemerkenswerten Persönlichkeiten war Robert Cornelius, ein amerikanischer Erfinder und Geschäftsmann, dessen Beitrag zur frühen Fotografie von unschätzbarem Wert ist. Bekannt wurde er vor allem durch ein einzigartiges Bild, das heute als das erste bekannte fotografische Porträt einer Person in den Vereinigten Staaten gilt – sein eigenes Selbstporträt.

Robert Cornelius wurde am 1. März 1809 in Philadelphia geboren. Sein Vater, Christian Cornelius, war aus Amsterdam eingewandert und betrieb zunächst eine Silberschmiede, bevor er ein Unternehmen zur Herstellung von Lampen gründete. Robert besuchte eine Privatschule und entwickelte früh ein besonderes Interesse an Chemie. Ab 1831 arbeitete er im Geschäft seines Vaters und spezialisierte sich auf Versilberung und Metallpolitur, Fähigkeiten, die ihm später in der Fotografie zugutekommen sollten.
Der Weg zur Daguerreotypie
Die Bekanntmachung des Daguerreotypie-Verfahrens im späten September 1839 löste weltweit Faszination aus. Kurz darauf fertigte Joseph Saxton in Philadelphia ein Bild der Central High School an, eine der ältesten Fotografien in den USA. Saxton wandte sich an Cornelius, um bessere Daguerreotypie-Platten zu erhalten. Diese Begegnung weckte Cornelius' Interesse an der Fotografie.
Um den Oktober 1839 herum improvisierte Cornelius eine eigene Kamera Obscura und fertigte sein erstes Daguerreotypie an: ein Selbstporträt vor dem Geschäft seiner Familie. Dieses Bild erforderte, dass er 10 bis 15 Minuten lang stillstand. Es ist bis heute erhalten geblieben und hat einen ikonischen Status in der Geschichte der Fotografie erlangt. Während Louis Daguerres berühmtes Bild des Boulevard du Temple, das ein oder zwei Jahre früher entstand, zufällig zwei Personen auf dem Bürgersteig enthielt, wird Cornelius' Selbstporträt allgemein als das älteste bekannte absichtliche fotografische Porträt einer Person in den Vereinigten Staaten anerkannt.
Revolutionäre Fortschritte und das erste Studio
Die frühen Daguerreotypien litten unter extrem langen Belichtungszeiten, was Porträts zu einer enormen Herausforderung machte. Robert Cornelius arbeitete eng mit dem Chemiker Paul Beck Goddard zusammen, um dieses Problem zu lösen. Durch die Verwendung von Brom, verbesserten Platten sowie dem Einsatz von Reflektoren und blauen Glasfiltern zur Optimierung der Lichtverhältnisse gelang es ihnen, die Belichtungszeit für Daguerreotypie-Porträts drastisch zu verkürzen – auf weniger als eine Minute. Dies war ein bahnbrechender Fortschritt, der die Porträtfotografie praktikabel machte.
Im Mai 1840 eröffnete Cornelius ein eigenes Fotostudio in Philadelphia, das erste in der Stadt und das zweite weltweit. Es wurde nur vom Studio von Alexander Wolcott und John Johnson in New York übertroffen, das Cornelius im Frühjahr 1840 besucht hatte. Cornelius' Studio erfreute sich großer Beliebtheit, insbesondere bei wohlhabenden Kunden. Viele seiner Porträts berühmter Persönlichkeiten sind erhalten geblieben und zeugen von seinem Talent.
Cornelius betrieb von 1841 bis 1842 ein zweites Studio. Mit zunehmender Popularität der Fotografie und der Eröffnung weiterer Studios verlor Cornelius entweder das Interesse an dem Geschäft oder erkannte, dass er im Gas- und Beleuchtungsunternehmen seiner Familie mehr Geld verdienen konnte. Er zog sich aus dem aktiven Fotografiegeschäft zurück.

Späteres Leben und die Solar-Lampe
Nach seiner Zeit als Fotograf leitete Robert Cornelius das Familienunternehmen Cornelius & Co. (später bekannt als Cornelius & Baker) und feierte dort große Erfolge. Sein größter Erfolg war die Erfindung der „Solar-Lampe“. Zu dieser Zeit wurde Walöl in Lampen verwendet, das jedoch sehr teuer geworden war. Cornelius überarbeitete ein britisches Lampendesign, das zusätzliche Luft in den Brenner zwang und die Verbrennung von Schmalz anstelle von Walöl ermöglichte. Er beantragte und erhielt 1843 ein US-Patent für die Solar-Lampe. Diese Lampe erwies sich als äußerst populär und wurde sowohl in den USA als auch in Europa verkauft. Zwei große Fabriken in Philadelphia produzierten die Lampe. Cornelius erhielt auch Patente für die Zündung von Gasleuchten mit elektrischen Funken. Das Unternehmen stellte auch die erste Kerosinlampe her, aber günstigere und effizientere Versionen dominierten schließlich den Markt. Obwohl Cornelius ein wohlhabender Mann blieb, wurde sein einst dominierendes Lampenunternehmen von anderen überholt.
Robert Cornelius starb am 10. August 1893. Sein Beitrag zur frühen Fotografie, insbesondere sein wegweisendes Selbstporträt und seine Arbeit zur Reduzierung der Belichtungszeit, bleibt ein wichtiger Teil der Geschichte dieses Mediums. Die Anerkennung seiner Leistungen wurde teilweise durch die Arbeit von Marcus Aurelius Root, einem Schüler in seinem Studio, und später durch Julius Sachse, einem anderen Fotografen, vorangetrieben, die seine Geschichte dokumentierten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Viele Menschen, die sich für die Geschichte der Fotografie interessieren, stellen Fragen zu Robert Cornelius und seiner Arbeit. Hier beantworten wir einige der häufigsten:
Welche Kamera hat Robert Cornelius verwendet?
Für sein berühmtes erstes Selbstporträt und seine frühen Experimente verwendete Robert Cornelius keine spezifische kommerzielle Kamera, wie wir sie heute kennen. Der Text besagt, dass er eine Kamera Obscura improvisierte. Eine Kamera Obscura ist im Wesentlichen ein abgedunkelter Raum oder Kasten mit einem kleinen Loch oder einer Linse, durch die Licht fällt und ein umgekehrtes Bild auf die gegenüberliegende Fläche projiziert. Für die Daguerreotypie wurde eine lichtempfindliche Platte an dieser Stelle platziert, um das Bild festzuhalten. Es handelte sich also nicht um ein standardisiertes Modell, sondern um eine von ihm selbst für den Zweck angepasste oder gebaute Vorrichtung.
Wie alt war Robert Cornelius, als er das erste Selfie machte?
Robert Cornelius wurde am 1. März 1809 geboren. Sein berühmtes Selbstporträt, das als das erste fotografische Porträt in den USA gilt, fertigte er um den Oktober 1839 herum an. Um sein Alter zu diesem Zeitpunkt zu berechnen: Im März 1839 wurde er 30 Jahre alt. Da er das Foto im Oktober desselben Jahres aufnahm, war er zum Zeitpunkt der Aufnahme 30 Jahre alt.
Robert Cornelius' Leben zeigt eine faszinierende Verbindung zwischen Wissenschaft, Handwerk und Geschäftssinn, die typisch für viele der frühen Pioniere in verschiedenen Bereichen war. Sein kurzer, aber intensiver Ausflug in die Fotografie hinterließ bleibende Spuren und sicherte ihm einen festen Platz in den Geschichtsbüchern.
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