Google Glass: AR-Pionier & sein Ende

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Google Glass war einst ein Symbol für die Zukunft der Technologie – eine tragbare Brille, die Informationen direkt in Ihr Sichtfeld projizierte. Als „Wearable“ konzipiert, das per Stimme und Bewegung gesteuert wurde, basierte es auf Android und versprach, Augmented Reality (AR) in den Alltag zu bringen. Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen Flughafen und erhalten automatisch Fluginformationen, oder Sie navigieren durch eine Stadt mit Anweisungen, die direkt vor Ihren Augen erscheinen. Das war die Vision. Doch was passierte mit dieser bahnbrechenden Brille, und was ist aus ihr geworden?

Was konnte Google Glass? Ein Blick auf die Funktionen

Im Kern war Google Glass darauf ausgelegt, kontextbezogene Informationen bereitzustellen, basierend auf visuellen, akustischen und standortbasierten Eingaben. Das zentrale Element war ein winziger, halbtransparenter Bildschirm, der sich oben rechts im Sichtfeld des Trägers befand. Dieser Bildschirm nahm nur etwa 5 % des natürlichen Sichtfeldes ein und erforderte einen Blick nach oben, um die darauf angezeigten Informationen zu sehen – eine bewusste Designentscheidung, um die direkte Sicht nicht zu behindern und Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Zu den herausragenden Funktionen, die Google Glass bot, gehörten:

  • Foto- und Videoaufnahme: Die Brille ermöglichte es, Fotos und Videos aufzunehmen und das Gesehene sofort über Plattformen wie Google Hangouts zu teilen.
  • Internetsuche: Über WLAN oder die Datenverbindung eines gekoppelten Smartphones konnte der Träger Google Search nutzen.
  • Übersetzungen: Übersetzungen konnten direkt auf dem Bildschirm angezeigt werden.
  • Erinnerungen: Visuelle Erinnerungen für Aufgaben oder Termine konnten kontextbezogen erscheinen, etwa wenn man ein bestimmtes Objekt betrachtete.
  • Kalendersynchronisation: Synchronisation mit Kalendern auf Telefonen oder Computern für Benachrichtigungen über Ereignisse.
  • Sprach- und Videoanrufe: Unterstützung für Anrufe, wobei bei Videoanrufen das Sichtfeld des Trägers geteilt werden konnte.
  • Nachrichten: Beantwortung von E-Mails und Textnachrichten mittels Sprachdiktat.
  • Navigation: Schritt-für-Schritt-Anweisungen von Google Maps wurden auf dem Display angezeigt.
  • Steuerung per Bewegung: Die Brille reagierte auf Kopf- und teilweise auch Augenbewegungen, beispielsweise zum Scrollen durch Inhalte.

Die Steuerung erfolgte hauptsächlich über Sprach- und Bewegungserkennung. Zusätzlich gab es ein Touchpad am Bügel der Brille für weitere Interaktionen.

Was kann die Google-Brille?
Google Glass ist eine Internet-Datenbrille, die einen mit dem Internet verbundenen Computer mit einer im Brillengestell installierten Kamera vereint und per Sprachkommando oder auch manuell bedient werden kann. Dabei lässt Google Glass die Grenze zwischen digitaler und realer Welt durchlässiger werden.

Wie funktionierte die Technologie hinter Google Glass?

Das Betriebssystem von Google Glass basierte auf einer angepassten Version von Android. Darauf liefen spezielle Anwendungen namens Glassware, die für das Gerät optimiert waren und nur die notwendigen Informationen anzeigten, anstatt vollwertige Desktop-Anwendungen. Die Brille verfügte über integriertes WLAN und Bluetooth für die Konnektivität.

Die Anzeige der Informationen auf dem kleinen Bildschirm nutzte fortschrittliche Technologien. Ein Mikroprojektor sendete kleine Informationspakete über einen privaten Kanal an den Träger. Das Bild wurde dann mittels eines Field Sequential Color (FSC) Liquid Crystal on Silicon (LCOS)-Systems auf die Linse projiziert. FSC ist ein Farbfernsehsystem, das Farbinformationen nacheinander in aufeinanderfolgenden Bildern überträgt, wobei das menschliche Auge die Informationen zu einem Farbbild zusammensetzt. LCOS ist eine Form der Videodisplay-Technologie. Diese Kombination ermöglichte es dem Träger, das Bild in echten Farben zu sehen.

Die turbulente Geschichte: Vom Explorer zum Enterprise

Google Glass wurde ursprünglich von Google X entwickelt, der Abteilung für „Moonshot“-Projekte, mit dem Ziel, die Möglichkeiten von Augmented Reality und tragbarer Technologie zu erkunden. Die erste Version, bekannt als Explorer Edition, wurde 2013 vorgestellt und an eine begrenzte Anzahl von Testern und Entwicklern verkauft. Die Aufregung war groß, aber schnell zeigten sich auch Schattenseiten.

Eines der größten Probleme war das Thema Datenschutz. Die prominente Platzierung der Kamera und die Fähigkeit, jederzeit aufzunehmen, lösten Bedenken aus, dass Menschen im Alltag unbemerkt gefilmt werden könnten. Dies führte zu negativen Reaktionen der Öffentlichkeit und sogar zum Begriff „Glassholes“ für Träger, die als rücksichtslos wahrgenommen wurden. Google versuchte, dem entgegenzuwirken, indem es die Brille eher als Werkzeug für Profis wie Chirurgen oder Fabrikarbeiter positionierte. Dennoch blieben die Bedenken bestehen.

Was ist aus Google Glass geworden?
Die Produktion der ursprünglichen Google Glass wurde nur zwei Jahre nach dem Start wieder eingestellt. In den Jahren 2017 und 2019 unternahm Google eine Neuauflage mit einer Variante für Firmenkunden. Aber auch diese wurde im Jahr 2023 eingestellt.

Im Jahr 2015 stellte Google die Arbeit am Glass Explorer Projekt ein. Doch die Idee war nicht tot. Im Jahr 2017 wurde die Arbeit unter dem Namen Glass Enterprise Edition wieder aufgenommen. Dieser Relaunch konzentrierte sich ausschließlich auf die Entwicklung eines Produkts, das Unternehmen in Bereichen wie Fertigung und Logistik nutzen könnten. Die Brille wurde robuster gestaltet und auf die spezifischen Anforderungen industrieller Umgebungen zugeschnitten, beispielsweise für freihändige Arbeitsanweisungen oder Inspektionen.

Eine weitere Version, die Glass Enterprise Edition 2, folgte 2019 mit verbesserter Hardware und Leistung. Obwohl sie in bestimmten Nischenanwendungen erfolgreich war, erreichte Google Glass nie den Massenmarkt.

Das Ende einer Ära: Einstellung von Verkauf und Support

Trotz der Neuausrichtung auf den Unternehmensmarkt kam das Ende für Google Glass. Am 15. März 2023 stellte Google den Verkauf von Google Glass endgültig ein. Kurz darauf, am 15. September 2023, wurde auch der offizielle Support für das Gerät eingestellt. Damit endete die Reise von Google Glass als eigenständiges Produkt.

Die Gründe für das Scheitern auf dem Consumer-Markt waren vielfältig: der hohe Preis, das ungewöhnliche Design, die Akkulaufzeit, die Software-Einschränkungen, aber vor allem die bereits erwähnten Datenschutzbedenken und die mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz eines ständig verbundenen Geräts mit Kamera im Sichtfeld. Auf dem Enterprise-Markt fand es zwar Nischenanwendungen, konnte sich aber nicht als weit verbreitetes Werkzeug etablieren, vielleicht auch, weil die Konkurrenz stärker wurde und Unternehmen zögerten, in die Technologie zu investieren.

Das Erbe von Google Glass

Obwohl Google Glass in seiner ursprünglichen Form nicht zum Erfolg wurde, war es ein entscheidender Pionier. Es war ein früher Versuch, Wearable Technologie über Fitness-Tracker hinaus in Richtung smarter Brillen zu entwickeln, lange bevor Smartwatches wie die Apple Watch oder Google Wear den Mainstream erreichten. Google Glass betrat die Bühne, bevor die Öffentlichkeit wirklich bereit war für ein solches Gerät.

Was kann die Google-Brille?
Google Glass ist eine Internet-Datenbrille, die einen mit dem Internet verbundenen Computer mit einer im Brillengestell installierten Kamera vereint und per Sprachkommando oder auch manuell bedient werden kann. Dabei lässt Google Glass die Grenze zwischen digitaler und realer Welt durchlässiger werden.

Das Projekt hat den Weg für andere AR-Geräte geebnet, auch wenn diese ebenfalls noch auf den Durchbruch im Massenmarkt warten. Beispiele sind Microsoft HoloLens, Apple Vision Pro und Meta Quest. Google Glass war der erste ernsthafte Versuch eines großen Technologieunternehmens, ein AR-Gerät auf den Markt zu bringen.

Darüber hinaus haben einige der Innovationen und Konzepte, die in Google Glass entwickelt wurden, ihren Weg in andere Geräte gefunden. Funktionen wie Always-on-Displays, Sprachassistenten und die Anzeige kontextbezogener Informationen sind heute fester Bestandteil von Smartphones und Smartwatches. Google Glass mag gescheitert sein, aber seine Ideen leben in der modernen Technologie weiter und haben gezeigt, was in Zukunft mit Augmented Reality Brillen möglich sein könnte.

Häufig gestellte Fragen zu Google Glass

Ist Google Glass noch erhältlich?

Nein, Google hat den Verkauf von Google Glass am 15. März 2023 eingestellt.

Wird Google Glass noch unterstützt?

Nein, Google hat den Support für Google Glass am 15. September 2023 eingestellt.

Was waren die Hauptprobleme von Google Glass?

Zu den Hauptproblemen gehörten Datenschutzbedenken aufgrund der integrierten Kamera, mangelnde gesellschaftliche Akzeptanz, hoher Preis, Akkulaufzeit und das Design.

Was ist mit Google Glasses passiert?
Google Glass war ein tragbares, sprach- und bewegungsgesteuertes Android-Gerät, das einer Brille ähnelte und Informationen direkt im Sichtfeld des Benutzers anzeigte. Die Produktion wurde im März 2023 eingestellt .

War Google Glass ein kompletter Misserfolg?

Obwohl es auf dem Consumer-Markt gescheitert ist, war Google Glass ein wichtiger Pionier für Wearable Technology und Augmented Reality. Es ebnete den Weg für spätere Geräte und einige seiner Funktionen flossen in andere Technologien ein. In bestimmten Unternehmensbereichen fand es auch eine begrenzte Nutzung.

Welche anderen AR-Brillen gibt es?

Es gibt andere AR-Geräte auf dem Markt, wie Microsoft HoloLens, Apple Vision Pro und Meta Quest, die versuchen, den Markt für Augmented Reality zu erschließen.

Wird Google wieder eine Consumer-AR-Brille entwickeln?

Google hat angedeutet, dass sie weiterhin an AR-Technologien arbeiten, aber es gibt derzeit keine konkreten Informationen über Pläne für eine neue Consumer-AR-Brille als direkten Nachfolger von Google Glass.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Google Glass ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte der Technologie war. Es war seiner Zeit voraus, stieß auf erhebliche Hindernisse, insbesondere im Hinblick auf Datenschutz und soziale Akzeptanz, und fand schließlich sein Ende als eigenständiges Produkt. Dennoch hat es wertvolle Lektionen geliefert und die Tür für die Entwicklung zukünftiger Augmented Reality-Geräte geöffnet.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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