GoPro Kameras sind weit mehr als nur einfache Fotoapparate oder Videorekorder. Sie sind Synonym für Action, Abenteuer und die Fähigkeit, Momente aus Perspektiven festzuhalten, die mit traditioneller Ausrüstung oft unmöglich wären. Ursprünglich aus dem Bedürfnis heraus entwickelt, hochwertige Aufnahmen bei sportlichen Aktivitäten zu ermöglichen, haben sich GoPro Kameras zu einem festen Bestandteil in der Welt der Extremsportler, Reiseblogger und Kreativen entwickelt.
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Die Entstehungsgeschichte von GoPro
Die Geschichte von GoPro beginnt im Jahr 2002 mit Nick Woodman, einem Surfer, der frustriert war von der Unfähigkeit der damaligen Amateurkameras, spektakuläre Aufnahmen seiner Leidenschaft zu machen. Er erkannte eine Marktlücke für preiswerte, aber dennoch hochwertige Kameras, die den Belastungen bei sportlicher Betätigung standhalten konnten. Aus dieser Idee entstand das Unternehmen GoPro. Der Name ist eine treffende Kombination aus „go“ und „professional“, was so viel bedeutet wie „werde professionell“. Woodman begann mit einfachen, selbstgenähten Armbändern, in die er Kameras integrierte, deren Qualität anfangs jedoch zu wünschen übrig ließ. Die folgenden zwei Jahre verbrachte er damit, Kameras zu finden und zu entwickeln, die robust genug für den Einsatz unter extremen Bedingungen waren. Das notwendige Startkapital lieh er sich von seinen Eltern.

Das erste Modell, die Hero 35 mm, kam 2004 auf den Markt und war noch eine traditionelle 35-mm-Filmkamera. Der Schritt ins digitale Zeitalter erfolgte 2006, allerdings zunächst ohne Audioaufnahme und in bescheidener Qualität. Mit der Digital Hero 3 im Jahr 2007 wurde erstmals Ton integriert. Die Digital Hero 5 (2009) brachte die Möglichkeit von Panoramaaufnahmen.
Ein entscheidender Wendepunkt war 2010 die Einführung der HD Hero, der ersten GoPro, die 1080p-Aufnahmen ermöglichte. 2012 folgte die HD Hero 3, die sogar Videos in 4K-Auflösung aufzeichnen konnte und die Aufmerksamkeit großer Investoren wie Foxconn erregte. Im Juni 2014 ging GoPro an die Börse, was die Bekanntheit und das Wachstum des Unternehmens weiter vorantrieb.
GoPro versuchte sich auch außerhalb seines Kerngeschäfts. 2016 kündigte das Unternehmen die Entwicklung der Drohne Karma an, um vom Komplementäranbieter zum Hersteller eines eigenen Quadrocopters zu werden. Die Markteinführung verzögerte sich jedoch, und trotz des Erscheinens auf dem deutschen Markt 2017 musste GoPro Anfang 2018 bekannt geben, sich wieder aus dem Drohnengeschäft zurückzuziehen, was auch zu einem starken Einbruch des Aktienkurses führte.
Charakteristische Eigenschaften von GoPro Kameras
GoPro Kameras zeichnen sich durch mehrere Merkmale aus, die sie für Action- und Outdoor-Aufnahmen prädestinieren. Ein zentrales Merkmal ist der sehr weite Aufnahmewinkel, der den Aufnahmen einen unverwechselbaren Look verleiht und sich ideal für die Erfassung weitläufiger Szenen oder immersiver First-Person-Perspektiven eignet. Während frühe Modelle optische Sucher besaßen (bis 2008), verfügen neuere Modelle (ab 2015 teilweise, ab 2017 fast alle außer der Fusion) über einen digitalen Sucher bzw. Monitor.
Ein weiteres wichtiges Feature, das ab der Hero5 (2016) eingeführt wurde, ist die integrierte Videostabilisierung, die stark verbesserte, ruhigere Aufnahmen ermöglicht. Ebenfalls seit der Hero5 bieten viele Modelle eine Sprachsteuerung, die die Bedienung in Situationen erleichtert, in denen die Hände anderweitig beschäftigt sind.
Hardware und Anschlüsse
Die Konnektivität der GoPro Kameras hat sich im Laufe der Jahre weiterentwickelt. Seit der Hero 2 verfügen die meisten Modelle über einen mini-HDMI-Anschluss, um Videos auf externen Bildschirmen anzeigen zu können. Bei den Modellen Hero 9 und 10 wurde dieser Anschluss jedoch weggelassen. Der Ladeanschluss wurde 2016 mit der Hero 5 von mini-USB auf den moderneren und vielseitigeren USB-C-Standard umgestellt.
Interessanterweise boten ältere Modelle (Hero 1, 2, 3) die Möglichkeit, durch Zusammenstecken zweier Kameras im 3D-Hero-System stereoskopische Aufnahmen in 3D zu erstellen. Auch die Aufnahme im sogenannten Bullet-Time-Stil, bekannt aus den Matrix-Filmen, war mit mehreren Kameras möglich.
Erweiterbarkeit durch Mods
Mit den neueren Modellen führte GoPro ein System von modularen Erweiterungen, den sogenannten Mods, ein, um die Funktionalität zu erweitern:
- Media Mod: Ab der Hero 8 Black verfügbar, gleicht dieser Mod fehlende Anschlüsse aus und fügt einen micro-HDMI-Anschluss, einen 3,5-mm-Klinkenanschluss für externe Mikrofone und einen zusätzlichen USB-C-Anschluss hinzu. Er verfügt auch über ein integriertes Richtmikrofon mit Windschutz und Blitzschuhe zur Befestigung weiteren Zubehörs wie Beleuchtung oder zusätzlichem Display.
- Max Lens Mod: Mit der Hero 9 Black eingeführt, ersetzt dieser Mod die Standardlinse und ermöglicht ein noch weiteres Sichtfeld von 155°. Er schaltet zudem eine verbesserte HyperSmooth-Stabilisierung frei und erlaubt stabilisierte Hochkant-Aufnahmen. Die Auflösung ist bei Verwendung des Max Lens Mod jedoch auf maximal 2,7K bei 60 FPS beschränkt.
Innovative Softwarefunktionen
GoPro hat auch durch innovative Softwarefunktionen die Qualität und Vielseitigkeit der Aufnahmen verbessert:
- SuperView: Diese Funktion, erstmals mit der Hero 3+ vorgestellt, ermöglicht es, den beworbenen 170°-Aufnahmewinkel optimal zu nutzen. Sie nimmt im 4:3-Format auf und dehnt die Ränder dynamisch auf ein 16:9-Bildformat. Die Mitte des Bildes bleibt unverändert, während die Ränder verzerrt werden. Dies ist besonders nützlich für weite Landschaftsaufnahmen, kann aber bei näheren Motiven zu starken Verzerrungen führen.
- SuperFoto: Dieser Modus, eingeführt mit der Hero 7 Black, nutzt künstliche Intelligenz, um die Bildverarbeitung von Fotos zu optimieren. Je nach Aufnahmebedingungen wählt er automatisch zwischen verschiedenen Techniken wie Hoher Dynamikumfang (HDR), Lokales Tone-Mapping, Multi-Frame-Rauschunterdrückung oder belässt das Bild unverändert. Dieser Modus ist nur auf neueren Modellen verfügbar.
- HyperSmooth: Ebenfalls mit der Hero 7 Black eingeführt, ist HyperSmooth eine fortschrittliche digitale Videostabilisierung. Sie verwendet Algorithmen, um Bewegungen zwischen den Frames zu analysieren und auszugleichen, was zu bemerkenswert ruhigen und flüssigen Videos führt, selbst bei starker Bewegung. Die Leistung kann bei niedrigen Temperaturen beeinträchtigt sein. HyperSmooth wurde über die Jahre verbessert und liegt bei der Hero 10 in Version 4.0 vor.
- TimeWarp: Diese Funktion, ebenfalls mit der Hero 7 Black eingeführt, kombiniert Zeitraffer-Aufnahmen mit der HyperSmooth-Stabilisierung. Dadurch werden auch wacklige oder bewegte Zeitraffer-Aufnahmen flüssig und stabil. GoPro empfiehlt je nach Aktivität unterschiedliche Geschwindigkeitsfaktoren (z. B. 2–5x für Fahrten, 10x für Wandern, 15–30x für Laufen/Mountainbiking).
Entwicklung der GoPro Kameramodelle
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Entwicklung der wichtigsten GoPro Kameramodelle von den Anfängen bis in die jüngste Zeit:
| Kameramodell | Erscheinungsjahr | Videos: maximale Bildauflösung | Fotos: maximale Bildauflösung | Speicher | Wasserdichtheit (ohne Gehäuse) |
|---|---|---|---|---|---|
| Hero 35mm | 2004 | keine Videoaufnahme | 35-mm-Film | 35-mm-Film | 5 m (mit Gehäuse) |
| Digital Hero 3 | 2007 | 512 × 384 | 3 MP | 16 MB intern, SD bis 2 GB | 30 m (mit Gehäuse) |
| Digital Hero 5 | 2008 | 720p30, 480p60 | 5 MP | SD bis 32 GB | 60 m (mit Gehäuse) |
| HD Hero | 2010 | 1080p30, 720p60 | 5 MP | Micro-SD bis 64 GB | 60 m (mit Gehäuse) |
| HD Hero 2 | 2011 | 1080p30, 720p60, 480p120 | 11 MP | Micro-SD bis 64 GB | 60 m (mit Gehäuse) |
| Hero 3 Black | 2012 | 4K15, 2.7K30, 1080p60 | 12 MP | Micro-SD bis 64 GB | 60 m (mit Gehäuse) |
| Hero3+ Black | 2013 | 4K15, 2.7K30, 1080p60, 720p120, 480p240 | 12 MP | Micro-SD bis 64 GB | 40 m (mit Gehäuse) |
| Hero4 Black | 2014 | 4K30, 2.7K60, 1080p120, 480p240 | 12 MP | Micro-SD bis 128 GB | 40 m (mit Gehäuse) |
| Hero4 Session | 2015 | 1080p60, 720p100, 480p120 | 8 MP | Micro-SD bis 64 GB | 10 m |
| Hero5 Black | 2016 | 4K30, 2.7K60, 1080p120, 720p240 | 12 MP | Micro-SD bis 128 GB | 10 m |
| Hero5 Session | 2016 | 4K30, 2.7K48, 1080p90, 720p120 | 10 MP | Micro-SD bis 128 GB | 10 m |
| Hero6 Black | 2017 | 4K60, 2.7K120, 1080p240 | 12 MP | Micro-SD bis 128 GB | 10 m |
| Fusion (360°) | 2017 | 5.2K30, 3K60 (nach Stitching) | 18 MP | Micro-SD bis 128 GB | 5 m |
| Hero (2018) | 2018 | 1080p60 | 10 MP | Micro-SD bis 128 GB | 10 m |
| Hero7 Black | 2018 | 4K60, 2.7K120, 1080p240 | 12 MP | Micro-SD bis 128 GB | 10 m |
| MAX (360°) | 2019 | 5.6K30, 3K60, 1080p60 (nach Stitching) | 16,6 MP | Micro-SD bis 256 GB | 5 m |
| Hero8 Black | 2019 | 4K60, 2.7K120, 1080p240 | 12 MP | Micro-SD bis 256 GB | 10 m |
| Hero9 Black | 2020 | 5K30, 4K60, 2.7K120, 1080p240 | 20 MP | Micro-SD bis 256 GB | 10 m |
| Hero10 Black | 2021 | 5.3K60, 4K120, 2.7K240 | 23 MP | Micro-SD bis 256 GB | 10 m |
| Hero11 Black | 2022 | 5.3K60, 4K120, 2.7K240 | 27,13 MP | Micro-SD bis 1 TB | 10 m |
| Hero12 Black | 2023 | 5.3K60, 4K120, 2.7K240 | 27,13 MP | Micro-SD bis 1 TB | 10 m |
Diese Tabelle zeigt deutlich die technologische Entwicklung, von der ersten Filmkamera bis hin zu hochauflösenden digitalen Action-Cams mit 5.3K-Auflösung und fortschrittlichen Stabilisierungsfunktionen.
Potenzielle Risiken und Sicherheitshinweise
Trotz ihrer Robustheit und der Eignung für Action-Aufnahmen gibt es auch Sicherheitsaspekte, die bei der Verwendung von GoPro Kameras, insbesondere bei risikoreichen Aktivitäten, beachtet werden sollten. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung (BfU) hat beispielsweise 2014 vor der Verwendung von GoPro Kameras beim Skifahren gewarnt. Begründet wurde dies damit, dass die Befestigung auf dem Helm einen Hebelarm bilden kann, der bei einem Sturz die auf den Kopf wirkenden Kräfte erhöht. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das Bewusstsein, gefilmt zu werden, Skifahrer dazu verleiten könnte, unnötige Risiken für spektakulärere Aufnahmen einzugehen.
Im Zusammenhang mit dem Ski-Unfall von Michael Schumacher wurde ebenfalls diskutiert, ob eine auf dem Helm befestigte GoPro Kamera zur Schwere seiner Verletzungen beigetragen haben könnte, auch wenn dies nicht abschließend geklärt ist. Die Stiftung Warentest empfiehlt bei Helmkameras die Verwendung von Klebehalterungen mit einer integrierten Sollbruchstelle. Diese Halterungen sollen sicherstellen, dass sich die Kamera im Falle eines starken Aufpralls vom Helm löst und so das Risiko einer erhöhten Belastung des Kopfes reduziert wird.

Tragischerweise gab es auch Zwischenfälle bei Basejumps, bei denen GoPro Kameras im Einsatz waren. Der Basejumper Uli Emanuele kam beispielsweise 2016 in der Schweiz bei einem Sprung ums Leben, bei dem er im Auftrag von GoPro filmte.
Diese Beispiele unterstreichen, dass bei der Verwendung von Action-Kameras wie GoPro im Rahmen risikoreicher Sportarten stets eine sorgfältige Abwägung der Risiken und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften unerlässlich sind.
Häufig gestellte Fragen zu GoPro Kameras
Was macht eine GoPro Kamera einzigartig?
GoPro Kameras sind speziell für die Aufnahme von Action und Abenteuer konzipiert. Sie zeichnen sich durch ihre Robustheit, Wasserdichtigkeit (oft auch ohne zusätzliches Gehäuse), kompakte Größe, vielfältige Befestigungsmöglichkeiten und fortschrittliche Funktionen wie Weitwinkelaufnahmen, Videostabilisierung (HyperSmooth) und spezielle Aufnahmemodi (SuperView, SuperFoto, TimeWarp) aus, die sie von herkömmlichen Kameras unterscheiden.
Sind GoPro Kameras wasserdicht?
Ja, neuere Modelle ab der Hero4 Session und Hero5 sind in der Regel ohne zusätzliches Gehäuse bis zu einer bestimmten Tiefe (meist 10 Meter) wasserdicht. Für größere Tiefen oder zusätzlichen Schutz bei extremen Bedingungen ist weiterhin ein optionales Unterwassergehäuse erforderlich.
Was ist HyperSmooth?
HyperSmooth ist die digitale Videostabilisierungsfunktion von GoPro, die seit der Hero 7 Black eingeführt wurde. Sie nutzt Software-Algorithmen, um unerwünschte Kamerabewegungen auszugleichen und so extrem flüssige und stabile Videos zu erzeugen, selbst bei schnellen oder wackeligen Aktivitäten.
Wofür wird die SuperFoto Funktion verwendet?
SuperFoto ist ein intelligenter Fotomodus (ab Hero 7 Black), der automatisch die besten Einstellungen für ein Foto wählt. Basierend auf der Analyse der Szene kann er HDR, lokales Tone-Mapping oder Rauschunterdrückung anwenden, um die Bildqualität zu optimieren, ohne dass der Benutzer manuelle Einstellungen vornehmen muss.
Kann ich Zubehör an eine GoPro anschließen?
Ja, GoPro bietet verschiedene Zubehörteile und Mods an. Neuere Modelle wie die Hero 8 Black und spätere können mit Mods wie dem Media Mod erweitert werden, der zusätzliche Anschlüsse (Mikrofon, HDMI, USB-C) und Befestigungsmöglichkeiten für weiteres Zubehör wie Beleuchtung oder Displays bietet. Es gibt auch eine Vielzahl von Halterungen und Befestigungssystemen.
Gibt es Sicherheitsbedenken bei der Nutzung einer GoPro?
Wie bei jeder Ausrüstung, die bei sportlichen Aktivitäten verwendet wird, gibt es potenzielle Risiken. Insbesondere die Befestigung auf Helmen kann in seltenen Fällen bei Stürzen zu erhöhten Belastungen führen. Es wird empfohlen, Sicherheitshinweise zu beachten und gegebenenfalls Halterungen mit Sollbruchstellen zu verwenden, um das Risiko zu minimieren.
Fazit
GoPro hat sich von einer Nischenlösung für Surfer zu einer global bekannten Marke für Action-Kameras entwickelt. Ihre Kameras sind für ihre Robustheit, ihren charakteristischen Weitwinkel und innovative Softwarefunktionen wie HyperSmooth und TimeWarp bekannt. Obwohl das Unternehmen auch Rückschläge, wie den Ausstieg aus dem Drohnengeschäft, erlebt hat, bleiben GoPro Kameras die erste Wahl für viele, die ihre Abenteuer und Erlebnisse aus einer dynamischen Perspektive festhalten möchten. Die stetige Weiterentwicklung der Technologie und die Einführung von modularem Zubehör sichern GoPro weiterhin eine führende Position im Markt der Action-Kameras.
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