Das iPhone X, Apples Jubiläumsmodell, sorgte bei seiner Einführung für Aufsehen – nicht zuletzt wegen seines Preises von über 1.000 Euro. Viele fragten sich: Was bekommt man für so viel Geld? Eine zentrale Frage betrifft traditionell die Kameraqualität, doch auch andere Aspekte wie Design, Robustheit und Akkulaufzeit sind entscheidend für die Gesamtbewertung eines Premium-Smartphones. Wir haben die Ergebnisse eines umfassenden Tests ausgewertet, der Licht ins Dunkel bringt und die Stärken sowie Schwächen dieses teuren Geräts offenlegt.

Design, Display und Bruchfestigkeit: Ein zweischneidiges Schwert
Das auffälligste Merkmal des iPhone X ist zweifellos sein neuartiges Design. Das Display nimmt nahezu die gesamte Vorderseite ein, mit sehr schmalen Rändern und einer markanten Aussparung am oberen Rand für die Selfie-Kamera und diverse Sensoren. Das sieht zweifellos sehr schick und modern aus. Das Display selbst ist ein OLED-Panel mit einer extrem hohen Auflösung von 1.125 x 2.436 Pixeln. Es ist knackscharf, gehört zu den hellsten auf dem Markt und bietet hervorragende Kontraste. Qualitativ ist das Display über jeden Zweifel erhaben.
Allerdings hat das randlose Design auch seinen Preis, insbesondere im Hinblick auf die Robustheit. Das iPhone X ist das zerbrechlichste iPhone aller Zeiten, das zeigt der Falltest deutlich. Bei diesem Test, der simuliert, dass das Handy aus üblicher Höhe herunterfällt, scheiterte das iPhone X: Eines von drei Testgeräten hatte nach dem Fall eine zertrümmerte Glasrückseite, bei den anderen beiden war das Display defekt und zeigte unschöne Streifen. Im Gegensatz dazu hatten frühere iPhone-Modelle diesen Test bestanden. Apple selbst scheint sich der Anfälligkeit bewusst zu sein und bietet passende Schutzhüllen an, die allerdings ebenfalls nicht gerade günstig sind (z.B. eine Silikonhülle für 45 Euro oder ein Leder-Case für 109 Euro).
Ein positiver Punkt bei der Robustheit ist die Wasserfestigkeit. Das iPhone X ist nach der Norm IP67 als wasserfest ausgewiesen. Es überstand sowohl einen Regentest als auch einen zusätzlichen Tauchtest ohne Schäden.
Das Format des Displays ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Die Ecken sind abgerundet, und die obere Aussparung (die „Notch“) beeinträchtigt die Darstellung. Nicht alle Apps sind für diese ungewöhnliche Form optimiert. Manche nutzen nicht den gesamten Bildschirm, bei anderen können Bildinformationen in den Ecken oder oben verloren gehen. Dies kann die Nutzererfahrung bei bestimmten Anwendungen beeinträchtigen.
Bedienung ohne Home-Button: Eine Umstellung
Ein weiteres großes Novum des iPhone X ist das Fehlen des klassischen Home-Buttons. Dieser war bei früheren iPhones das zentrale Bedienelement für viele Funktionen, wie das Zurückkehren zum Startbildschirm oder das Anzeigen laufender Apps. Beim iPhone X müssen Nutzer stattdessen neue Wischgesten lernen, um diese Aktionen auszuführen. Die Tester konnten in diesem knopflosen Bedienkonzept keinen klaren Vorteil erkennen; es scheint primär dem randlosen Design geschuldet zu sein und erfordert eine gewisse Eingewöhnungszeit.
Die biometrische Entsperrung erfolgt nicht mehr per Fingerabdrucksensor im Home-Button, sondern über die neue Gesichtserkennung, von Apple Face ID genannt. Diese Funktion erwies sich im Test als zuverlässig. Das System erkannte die Tester auch bei schwierigen Lichtverhältnissen oder wenn sie Mützen oder Brillen trugen. Ein einfacher Trick wie das Vorhalten eines Fotos des Nutzers konnte Face ID nicht überlisten. Allerdings gab es Hinweise darauf, dass die Erkennung bei Zwillingen oder sehr ähnlichen Geschwistern Schwierigkeiten haben könnte. Wer dieser biometrischen Methode nicht vertraut, kann das iPhone X alternativ auch klassisch mit einer PIN sichern.
Die Kamera: Das Highlight des iPhone X
Die Kamera ist traditionell eine der größten Stärken von iPhones, und beim iPhone X ist das nicht anders. Hier zeigt das Gerät, wozu es fähig ist und liefert tatsächlich Spitzenleistungen. Wie schon die Plus-Modelle der Vorgängergenerationen, verfügt auch das iPhone X über eine Doppelkamera auf der Rückseite. Diese besteht aus zwei Sensoren und zwei Optiken mit unterschiedlichen Brennweiten: eine Weitwinkel-Optik und eine Tele-Optik mit doppelter Brennweite, die für optischen Zoom genutzt wird.
Neu beim iPhone X ist, dass nun auch die Tele-Optik über einen optischen Bildstabilisator verfügt. Dies ist ein wichtiger Fortschritt, da die optische Bildstabilisierung besonders bei wenig Licht hilft, Verwacklungen zu reduzieren und schärfere Bilder zu erzielen. Auch bei Videos ist die Stabilisierung von großem Vorteil.
Im Test lieferte das iPhone X durchweg sehr gute Fotos und Videos. Die Bildqualität war beeindruckend, mit guter Detailwiedergabe, natürlichen Farben und soliden Ergebnissen auch unter weniger idealen Bedingungen. Besonders bei Bewegtbildern zeigte das iPhone X leichte Verbesserungen gegenüber dem iPhone 8 Plus.
Das Ergebnis des Kameratests ist eindeutig: Das iPhone X nimmt den Spitzenplatz auf der Liste der besten Smartphone-Kameras ein. Für Foto- und Video-Enthusiasten, die Wert auf höchste Qualität legen, ist die Kamera des iPhone X ein klares Argument.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kamera des iPhone X im Test als beste Smartphone-Kamera bewertet wurde. Sie liefert konstant gute Fotos und Videos und profitiert stark von der optischen Bildstabilisierung auf beiden Linsen.
Konnektivität und Akkulaufzeit: Gemischte Ergebnisse
Neben den offensichtlichen Features wie Design und Kamera sind auch die grundlegenden Funktionen eines Handys wichtig. Beim Surfen im Internet oder beim Versenden von E-Mails profitiert das iPhone X von seinem exzellenten Display und der schnellen Arbeitsgeschwindigkeit. Hier liefert es eine hervorragende Leistung.
Ein Schwachpunkt zeigte sich jedoch bei der Netzempfindlichkeit. Das iPhone X kam im Test mit einem schwachen Handynetz schlechter zurecht als die beiden anderen aktuellen iPhone-Modelle (iPhone 8 und 8 Plus). Wer häufig in Gebieten mit suboptimaler Netzabdeckung unterwegs ist, könnte hier Nachteile haben. GPS und Navigation funktionierten hingegen ähnlich gut wie beim iPhone 8 Plus.
Ein weiterer enttäuschender Punkt ist die Akkulaufzeit. Im Praxistest, bei dem das Gerät einen typischen Nutzungstag simuliert (Telefonieren, Navigieren, Fotografieren, Videos schauen, Nachrichten empfangen), hielt das iPhone X zunächst nur 16 Stunden durch. Nach einem Update der YouTube-App, die wohl für verkürzte Laufzeiten sorgte, verbesserte sich der Wert auf 19,5 Stunden. Das ist zwar besser, aber immer noch relativ schwach im Vergleich zu anderen Top-Smartphones.
Vergleich der Akkulaufzeiten im Test:
| Modell | Akkulaufzeit im Test (ca.) |
|---|---|
| iPhone X | 19,5 Stunden |
| iPhone 8 | 19 Stunden |
| Samsung Galaxy S8 | 26 Stunden |
| Lenovo Moto Z Play | 35 Stunden |
Wie die Tabelle zeigt, liegt das iPhone X bei der Akkulaufzeit eher im unteren Bereich der verglichenen Smartphones, knapp über dem iPhone 8, aber deutlich hinter dem Samsung Galaxy S8 und dem Spitzenreiter Lenovo Moto Z Play.
Häufig gestellte Fragen zum iPhone X und seiner Kamera
Wie gut ist die Kamera des iPhone X wirklich?
Die Kamera des iPhone X wurde im Test als die beste Smartphone-Kamera auf dem Markt bewertet. Sie liefert durchweg sehr gute Fotos und Videos, insbesondere durch die verbesserte optische Bildstabilisierung auch auf der Tele-Linse.
Ist das iPhone X wasserdicht?
Das iPhone X ist nach der Norm IP67 als wasserfest eingestuft und hat die Wassertests bestanden. Es ist also gegen zeitweiliges Untertauchen geschützt.
Wie lange hält der Akku des iPhone X?
Im Praxistest erreichte das iPhone X eine Akkulaufzeit von rund 19,5 Stunden. Dies ist im Vergleich zu anderen aktuellen Smartphones eher ein mittelmäßiges Ergebnis.
Wie robust ist das iPhone X?
Das iPhone X erwies sich im Falltest als sehr zerbrechlich. Es scheiterte im Test, während Vorgängermodelle bestanden. Die Glasrückseite und das Display sind anfällig für Brüche bei Stürzen.
Lohnt sich der hohe Preis des iPhone X?
Die Tester zweifeln, ob das innovative Design, die Gesichtserkennung und selbst die Top-Kamera den sehr hohen Preis rechtfertigen, angesichts der Schwächen bei Bruchfestigkeit und Akkulaufzeit. Es wird empfohlen, auch die robusteren und günstigeren Modelle iPhone 8 oder 8 Plus in Betracht zu ziehen.
Fazit: Ein Premium-Gerät mit Stärken und Schwächen
Das iPhone X sollte anlässlich des zehnjährigen iPhone-Jubiläums ein Smartphone der Superlative sein. In einigen Bereichen ist dies auch gelungen. Es bietet ein beeindruckendes Design mit einem exzellenten Display und verfügt über die im Test beste Smartphone-Kamera. Auch die neue Gesichtserkennung funktioniert zuverlässig und ist ein innovatives Feature.
Allerdings leistet sich das iPhone X auch deutliche Schwächen, die bei einem Gerät dieser Preisklasse schwer wiegen. Es ist das zerbrechlichste iPhone, das getestet wurde, und die Anfälligkeit für Schäden bei Stürzen ist hoch. Zudem ist die Akkulaufzeit, trotz einer leichten Verbesserung nach einem Software-Update, im Vergleich zur Konkurrenz eher enttäuschend. Auch die Netzempfindlichkeit ist nicht optimal.
Für Fotografie-Begeisterte, die absolut die beste Kamera in einem Smartphone suchen und bereit sind, Kompromisse bei Robustheit und Akku einzugehen – und den hohen Preis zu zahlen – mag das iPhone X attraktiv sein. Angesichts der deutlichen Schwächen bei der Haltbarkeit und der nur mittelmäßigen Akkulaufzeit, gepaart mit dem sehr hohen Preis, stellen die Tester jedoch infrage, ob das Gesamtpaket den Kauf rechtfertigt. Es könnte für viele Nutzer sinnvoller sein, zu den robusteren Modellen iPhone 8 oder iPhone 8 Plus zu greifen, die ebenfalls gute Kameras besitzen und im Falltest besser abschnitten.
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