Wie ist die Kameraqualität des iPhone XR?

iPhone XR Kamera: Reicht eine Linse aus?

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Das iPhone XR wurde bei seiner Vorstellung oft mit seinem teureren Geschwistermodell, dem iPhone XS, verglichen. Ein wesentlicher Unterschied, der sofort ins Auge stach, war die Kamera auf der Rückseite. Während das XS über eine Dual-Kamera verfügte, setzte Apple beim XR auf eine einzelne Linse. Dies war einer der Kompromisse, um das XR zu einem günstigeren Preis anbieten zu können. Doch wie gut ist diese einzelne Kamera wirklich? Kann sie mit den Besten mithalten, oder ist der Verzicht auf das zweite Objektiv ein gravierender Nachteil?

Die Hauptkamera im Detail

Das iPhone XR ist mit einer einzelnen 12-Megapixel-Kamera auf der Rückseite ausgestattet. Diese verfügt über eine lichtstarke Blende von f/1.8 und ist mit optischer Bildstabilisierung (OIS) versehen, was besonders bei schlechten Lichtverhältnissen und Videoaufnahmen hilft. Ein Quad-LED True Tone Blitz sorgt für eine natürliche Ausleuchtung bei Bedarf. In Sachen Video ist die Kamera sehr leistungsfähig und kann Aufnahmen in bis zu 4K-Auflösung mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen.

Auf der Vorderseite befindet sich Apples TrueDepth Kamerasystem, das für Face ID und Selfies zuständig ist. Hier kommt eine 7-Megapixel-Kamera mit einer f/2.2 Blende zum Einsatz. Auch die Frontkamera kann Videos aufnehmen, allerdings „nur“ in 1080p-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde.

Welches iPhone 11 hat die beste Kamera?
Diese kleinen Details sind für uns Filmemacher und Fotografen am wichtigsten. Die insgesamt bessere Kamera des Teleobjektivs des iPhone 11 Pro mit 4k 60fps macht es zu einer brauchbaren Brennweite für die Aufnahme hochwertiger Videos.

Der Porträtmodus: Eine clevere Lösung

Der auffälligste Unterschied zum iPhone XS ist das Fehlen des Teleobjektivs. Dieses wurde beim XS und früheren Dual-Kamera-iPhones hauptsächlich für den Porträtmodus und den optischen 2x-Zoom genutzt. Apple hat es jedoch geschafft, den Porträtmodus auch auf dem iPhone XR zu integrieren, wenn auch mit einer anderen Funktionsweise und gewissen Einschränkungen.

Ähnlich wie bei den Google Pixel-Telefonen (Pixel 2 und Pixel 3) nutzt das iPhone XR für den Porträtmodus die einzelne Hauptkamera. Dabei kommen die Dual-Pixel des Sensors zum Einsatz, die eigentlich primär für den schnellen Autofokus gedacht sind. Durch die leicht unterschiedliche Perspektive, die diese beiden Fotoseiten auf jedem Sensorpunkt liefern, kann die Kamera eine Art Tiefenkarte des Motivs erstellen. Zusätzlich kommt maschinelles Lernen zum Einsatz, um das Hauptmotiv vom Hintergrund zu trennen und dann eine softwarebasierte Hintergrundunschärfe (Bokeh) anzuwenden.

Ein wichtiger Unterschied zu anderen iPhones mit Porträtmodus ist, dass das iPhone XR dafür das Weitwinkelobjektiv verwendet. Ältere iPhones und das iPhone XS nutzen das Teleobjektiv für Porträtfotos. Dies hat Auswirkungen auf die Perspektive. Da man mit einem Weitwinkel näher am Motiv sein muss, kann es zu einer leichten Verzerrung kommen, die typisch für solche Linsen ist, wenn man sie für Porträts aus geringer Entfernung nutzt. Das Teleobjektiv des XS ermöglichte eine größere Distanz zum Motiv, was die Perspektive natürlicher und schmeichelhafter für das Porträt machte.

Die vielleicht größte Einschränkung des Porträtmodus auf dem iPhone XR ist, dass er nur für Personen funktioniert. Die Software erkennt Gesichter und aktiviert den Effekt nur dann. Man kann den Porträtmodus des iPhone XR nicht verwenden, um Objekte oder beispielsweise den Rücken einer Person mit Hintergrundunschärfe aufzunehmen, wie es beim iPhone XS oder dem Pixel 3 möglich ist. Dies liegt an der spezifischen KI, die für die Erkennung menschlicher Motive trainiert wurde.

Der Wegfall des Teleobjektivs bedeutet auch, dass das iPhone XR keinen optischen 2x-Zoom bietet. Der digitale Zoom ist zwar vorhanden und passabel, erreicht aber nicht die Qualität eines optischen Zooms oder fortgeschrittener digitaler Zoom-Techniken wie dem „Super Res Zoom“ des Pixel 3. Auch die Bedienung ist weniger komfortabel; man muss auf dem Bildschirm zoomen, ohne eine direkte 2x-Taste wie beim Pixel 3.

Allgemeine Bildqualität und Smart HDR

Abgesehen vom Porträtmodus und dem Zoom teilt sich das iPhone XR den identischen Hauptkamera-Sensor und die gleiche Optik mit dem iPhone XS. Das bedeutet, die allgemeine Bildqualität ist bei Tageslicht und guten Bedingungen praktisch identisch. Die Aufnahmen des iPhone XR sind scharf, detailreich und weisen ein gut kontrolliertes Rauschen auf. Belichtung und Kontrast sind ebenfalls gut.

Die Farben sind typisch für iPhones: Wiedererkennbar, manchmal mit einem leichten Orangestich bei Hauttönen (weniger ausgeprägt als bei früheren Modellen) und einer Tendenz zu wärmeren Tönen. Die Unterstützung des erweiterten Farbraums (Wide Color, DCI-P3) ist ein Pluspunkt, wenn man die Fotos auf kompatiblen Displays betrachtet.

Ein bedeutender Fortschritt in diesem Jahr ist der Dynamikumfang. Dank der Funktion Smart HDR nimmt die Kamera mehrere Bilder mit unterschiedlichen Belichtungen auf und kombiniert sie intelligent. Dies führt zu einer beeindruckenden Detailzeichnung sowohl in sehr hellen als auch in sehr dunklen Bildbereichen. Smart HDR ist sehr aktiv und wird bei fast jeder Aufnahme verwendet, selbst wenn nur kleine Bereiche sehr hell sind. Es gab jedoch Berichte über kleinere Probleme mit Reflexionen von Neonlichtern, die manchmal zu unschönen Clipping-Artefakten führen konnten.

Tiefenkontrolle nach der Aufnahme

Eine weitere Funktion, die das iPhone XR vom XS übernimmt, ist die Tiefenkontrolle. Diese ermöglicht es, die Stärke der Hintergrundunschärfe bei Porträtfotos nachträglich anzupassen. Anstatt einfach einen Gaußschen Weichzeichner anzuwenden, imitiert Apple hier eine Linsenunschärfe, die natürlicher wirkt. Die Einstellung erfolgt über einen Regler, der Blendenwerte (f-Stops) von f/1.4 bis f/16 simuliert. Standardmäßig werden Porträts mit f/2.8 gespeichert, aber man kann den Effekt nach Belieben anpassen. Dies ist ein nützliches Werkzeug, um den Look der Porträts fein abzustimmen.

iPhone XR vs. die Konkurrenz (Pixel 3)

Ein Vergleich mit dem Google Pixel 3, das ebenfalls für seine exzellente Kamera mit einzelner Linse bekannt ist, ist unvermeidlich. In vielen Aspekten ist die Bildqualität beider Telefone erstaunlich ähnlich, sodass die Unterschiede oft marginal sind und auf persönliche Präferenz hinauslaufen.

Die Hauptunterschiede liegen in der Verarbeitung von Dynamikumfang und Farben:

MerkmaliPhone XRGoogle Pixel 3
BelichtungEtwas hellerTendenz zur Unterbelichtung
DynamikumfangAusgezeichnet, deckt Schatten und Lichter gut abAusgezeichnet, Fokus auf Lichtern, weniger Schattendetails
KontrastEtwas geringerEtwas höher
WeißabgleichWärmer, leichter GrünstichKühler, leichter Magentastich
SchärfungWeniger aggressivAggressiver
GesamteindruckNatürlicherPunchiger, oft direkt ansprechender

Obwohl das Pixel 3 oft Bilder liefert, die direkt aus der Kamera heraus "punchiger" und schärfer wirken, liefert das iPhone XR natürlichere Aufnahmen, die sich hervorragend für die Nachbearbeitung eignen. Beide Telefone gehören zur absoluten Spitze der Smartphone-Fotografie, und die Wahl hängt letztlich vom individuellen Geschmack bei der Bildverarbeitung ab.

Die Selfie-Kamera

Die Frontkamera des iPhone XR ist identisch mit der des iPhone XS. Die 7-Megapixel-Kamera mit f/2.2 Blende liefert bei gutem Licht detailreiche Selfies mit gutem Kontrast und natürlichen Farben. Bei schlechten Lichtverhältnissen kann der sogenannte Retina Blitz verwendet werden, bei dem das Display in einer bestimmten Farbe aufleuchtet, um das Gesicht zu beleuchten und Hauttöne zu optimieren.

Dank des A12 Bionic Chips unterstützt auch die Selfie-Kamera den Porträtmodus. Die Qualität ist gut, die Trennung des Motivs vom Hintergrund funktioniert zuverlässig, und die Unschärfe lässt sich ebenfalls nachträglich anpassen.

Videoaufnahmen

Im Bereich Video gehört das iPhone XR zur Spitzengruppe. Die Möglichkeit, Videos in 4K mit 60 Bildern pro Sekunde aufzunehmen, ist ein klares Highlight. Alternativ kann man in 4K mit 30 Bildern pro Sekunde aufnehmen, was einen größeren Dynamikumfang bietet, da das Telefon intern weiterhin mit 60 fps aufnimmt, aber jedes zweite Bild unterschiedlich belichtet und zu einem 30-fps-Video zusammengesetzt wird.

Videos mit 30 fps profitieren zudem von einer elektronischen Bildstabilisierung (EIS), die für noch ruhigere Aufnahmen sorgt. Eine willkommene Neuerung ist die Aufnahme von Stereo-Audio, was den Videos eine bessere räumliche Klangkulisse verleiht. Interessanterweise hat auch das Pixel 3 in diesem Jahr auf Stereo-Audio umgestellt, nachdem frühere Pixel-Modelle nur Mono-Aufnahmen machten.

Fazit zur Kamera des iPhone XR

Trotz des Verzichts auf das Teleobjektiv des iPhone XS liefert das iPhone XR eine beeindruckende Kamera-Performance. Die Hauptkamera ist identisch mit der des XS und liefert exzellente Bilder mit hohem Detailgrad und ausgezeichnetem Dynamikumfang dank Smart HDR. Der Porträtmodus funktioniert dank cleverer Software und Hardware-Tricks erstaunlich gut, auch wenn er auf Personen beschränkt ist und die Weitwinkel-Perspektive gewöhnungsbedürftig sein kann.

Der größte Nachteil im Vergleich zum XS ist der fehlende optische Zoom und die Einschränkung des Porträtmodus. Wer häufig Porträts von Objekten oder Tieren machen möchte oder den optischen 2x-Zoom benötigt, sollte dies berücksichtigen. Für die meisten Nutzer, die hauptsächlich Porträts von Menschen machen und Wert auf allgemeine Bildqualität, Dynamikumfang und Video legen, ist die Kamera des iPhone XR jedoch mehr als ausreichend und gehört zu den besten auf dem Markt, vergleichbar mit der des Pixel 3.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hat das iPhone XR einen Porträtmodus?
Ja, das iPhone XR verfügt über einen Porträtmodus, der softwarebasiert mit der einzelnen Hauptkamera arbeitet.
Funktioniert der Porträtmodus des iPhone XR auch für Objekte oder Tiere?
Nein, der Porträtmodus des iPhone XR funktioniert nur für Personen, da er auf der Erkennung menschlicher Gesichter basiert.
Wie unterscheidet sich der Porträtmodus des iPhone XR vom iPhone XS?
Das iPhone XR nutzt das Weitwinkelobjektiv, während das iPhone XS das Teleobjektiv verwendet. Dies führt zu unterschiedlichen Perspektiven. Zudem kann das XS auch Objekte und Tiere im Porträtmodus aufnehmen.
Verfügt das iPhone XR über optischen Zoom?
Nein, das iPhone XR hat keinen optischen Zoom, da ihm das Teleobjektiv fehlt. Es bietet nur digitalen Zoom.
Ist die Bildqualität des iPhone XR so gut wie die des iPhone XS?
Die allgemeine Bildqualität der Hauptkamera ist identisch, da beide Modelle den gleichen Sensor und die gleiche Optik nutzen. Unterschiede gibt es im Porträtmodus und beim Zoom.
Kann ich die Hintergrundunschärfe bei Porträts nachträglich anpassen?
Ja, mit der Tiefenkontrolle können Sie die Stärke der Unschärfe nach der Aufnahme im Bereich von f/1.4 bis f/16 anpassen.
Nimmt das iPhone XR Videos in 4K auf?
Ja, das iPhone XR kann Videos in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen.
Unterstützt das iPhone XR Stereo-Audio bei Videos?
Ja, das iPhone XR zeichnet Videos mit Stereo-Sound auf.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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