In der deutschen Sprache gibt es viele Ausdrücke und Redewendungen, deren genaue Bedeutung sich nicht immer sofort erschließt. Einer dieser Ausdrücke, der im Alltag und auch in Fachdiskussionen – sei es über Fotografie, Technik oder andere Themen – häufig verwendet wird, ist „in Frage kommen“. Was genau bedeutet es, wenn etwas oder jemand „in Frage kommt“ oder eben „nicht in Frage kommt“? Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten dieser nützlichen Formulierung.

Grundsätzlich drückt die Wendung „in Frage kommen“ aus, dass etwas oder jemand als Möglichkeit oder Option betrachtet wird. Es geht um die Geeignetheit oder die bloße Verfügbarkeit für einen bestimmten Zweck oder eine bestimmte Situation. Wenn etwas „in Frage kommt“, bedeutet das, dass es eine potenzielle Lösung, ein potenzieller Kandidat oder eine potenzielle Wahl ist. Es ist Teil der Auswahl, die getroffen werden kann.
Stellen Sie sich vor, Sie suchen eine neue Kamera. Sie haben verschiedene Modelle recherchiert. Jedes Modell, das Ihre grundlegenden Anforderungen erfüllt und in Ihrem Budget liegt, „kommt in Frage“. Sie ziehen es in Ihre Betrachtung für einen möglichen Kauf mit ein. Eine Kamera, die doppelt so viel kostet wie Ihr maximales Budget, „kommt nicht in Frage“. Sie wird von vornherein ausgeschlossen.
Die Hauptbedeutungen von „in Frage kommen“
Der Ausdruck „in Frage kommen“ hat primär zwei Hauptbedeutungen, die eng miteinander verbunden sind:
1. Als Möglichkeit oder Option in Betracht gezogen werden
Dies ist die häufigste Verwendung. Etwas wird als potenziell geeignet, verfügbar oder relevant angesehen. Es ist eine von mehreren Optionen, die zur Verfügung stehen oder geprüft werden.
- Ein bestimmtes Objektiv kommt für Ihre Porträtaufnahmen in Frage, weil es die richtige Brennweite und Lichtstärke hat.
- Ein sonniger Tag kommt für Landschaftsaufnahmen mit klarem Himmel in Frage.
- Eine bestimmte Software kommt für die Bildbearbeitung in Frage, wenn sie die benötigten Funktionen bietet.
- Für die Rolle des Models kommt jemand in Frage, der über Erfahrung vor der Kamera verfügt.
In diesem Sinne ist es eine positive oder neutrale Aussage, die besagt, dass etwas eine Option ist, die man verfolgen oder wählen könnte.
2. Geeignet oder passend sein
Hier liegt der Fokus stärker auf der Eignung für einen bestimmten Zweck. Etwas „kommt in Frage“, weil es die notwendigen Kriterien erfüllt.
- Nur Kameras mit einem wetterfesten Gehäuse kommen für Aufnahmen unter extremen Bedingungen in Frage.
- Für Makroaufnahmen kommt nur ein Objektiv mit einem Abbildungsmaßstab von 1:1 oder größer in Frage.
- Ein Studio mit Tageslicht kommt für bestimmte Arten von Porträts in Frage.
In dieser Bedeutung ist es oft eine Antwort auf die Frage, was unter bestimmten Voraussetzungen möglich oder sinnvoll ist.
„Nicht in Frage kommen“ – Der Ausschluss
Die Negation „nicht in Frage kommen“ ist ebenfalls sehr gebräuchlich und bedeutet das genaue Gegenteil. Wenn etwas „nicht in Frage kommt“, ist es ausgeschlossen. Es ist keine Option, nicht geeignet, unmöglich oder irrelevant.
Dies kann verschiedene Gründe haben:
- Unmöglichkeit: Eine Aufnahme bei Nacht ohne Stativ und mit niedriger ISO-Einstellung kommt für ein scharfes Bild oft nicht in Frage.
- Fehlende Eignung: Ein Weitwinkelobjektiv kommt für Detailaufnahmen aus großer Entfernung nicht in Frage.
- Ausschluss aus anderen Gründen: Ein bestimmter Aufnahmeort kommt nicht in Frage, weil er privat ist und keine Genehmigung vorliegt.
- Keine Akzeptanz: Manchmal wird „nicht in Frage kommen“ verwendet, um auszudrücken, dass etwas nicht akzeptabel oder verhandelbar ist. Zum Beispiel: „Eine Reduzierung der Bildqualität kommt für mich nicht in Frage.“
Die Verneinung „nicht in Frage kommen“ drückt also einen klaren Ausschluss aus.
„Für jemanden in Frage kommen“
Die Wendung kann auch mit einer Person oder einer Gruppe als Subjekt oder Objekt verwendet werden, wie in dem Beispiel "(für jemanden) in Frage kommen". Wenn eine Person „für etwas in Frage kommt“, bedeutet das, dass diese Person als geeignet, qualifiziert oder verfügbar für eine bestimmte Aufgabe, Rolle oder Position angesehen wird. Es kann sich umgangssprachlich (ugs.) auf die Eignung im allgemeinen Sinne beziehen, aber auch formeller auf die Eignung für eine offizielle Position.
- Für die Leitung des Fotoprojekts kommen mehrere erfahrene Fotografen in Frage.
- Als Assistent kommt jemand in Frage, der bereits Erfahrung mit Studioblitzen hat.
- Für ein Stipendium kommen nur Studenten mit hervorragenden Noten in Frage.
Hier ist die Person das Subjekt der Eignung oder Auswahl.

Kontext ist entscheidend
Wie bei vielen Redewendungen ist auch bei „in Frage kommen“ der Kontext entscheidend für die genaue Nuance der Bedeutung. Ob es um eine reine Möglichkeit, eine notwendige Eignung oder einen kategorischen Ausschluss geht, ergibt sich aus dem Satzbau und der umgebenden Konversation.
- Frage: „Welche Objektive können wir für dieses Porträt verwenden?“ – Antwort: „Ein 85mm oder ein 135mm Objektiv würden in Frage kommen.“ (Möglichkeit/Geeignetheit)
- Frage: „Können wir das Foto mit Blitz machen?“ – Antwort: „Nein, Blitzlicht kommt hier nicht in Frage, wir wollen natürliches Licht nutzen.“ (Ausschluss/Nicht-Eignung)
- Frage: „Wer könnte diesen Workshop leiten?“ – Antwort: „Anna oder Paul würden in Frage kommen.“ (Eignung/Auswahl von Personen)
Vergleich: In Frage kommen vs. Ähnliche Ausdrücke
Während „in Frage kommen“ die Eignung oder Möglichkeit im Sinne einer Auswahl oder Betrachtung ausdrückt, gibt es andere Ausdrücke, die ähnliche, aber nicht identische Bedeutungen haben.
Betrachten Sie die Unterschiede:
| Ausdruck | Bedeutung | Fokus |
|---|---|---|
| In Frage kommen | Als Möglichkeit/Option betrachtet werden; geeignet sein | Potenzielle Auswahl, Eignung |
| Möglich sein | Realisiert werden können | Durchführbarkeit |
| Geeignet sein | Die erforderlichen Eigenschaften haben | Qualifikation/Passform |
| Zur Auswahl stehen | Als Option verfügbar sein | Verfügbarkeit in einer Menge |
| In Betracht ziehen | Über etwas nachdenken, es prüfen | Mentale Prüfung, Erwägung (oft der Prozess, der *vor* dem 'in Frage kommen' steht) |
„In Frage kommen“ liegt oft zwischen „möglich sein“ und „geeignet sein“ und betont den Status als *potenzielle Option* im Rahmen einer Prüfung oder Auswahl. Es ist ein sehr gebräuchlicher und vielseitiger Ausdruck.
Häufig gestellte Fragen zu „in Frage kommen“
Was bedeutet „in Frage kommen“ kurz gesagt?
Es bedeutet, dass etwas als Möglichkeit oder Option in Betracht gezogen wird oder für einen bestimmten Zweck geeignet ist.
Ist der Ausdruck „in Frage kommen“ umgangssprachlich?
Nein, „in Frage kommen“ ist ein ganz normaler Ausdruck, der sowohl in der Umgangssprache als auch in formelleren Kontexten verwendet wird. Die spezielle Wendung „für jemanden in Frage kommen“ kann, je nach Kontext, eine umgangssprachlichere Note haben, wenn es z.B. um persönliche Eignung geht, aber der Ausdruck selbst ist Standarddeutsch.
Kann man „in Frage kommen“ nur für Dinge verwenden?
Nein, wie gezeigt, kann der Ausdruck auch für Personen verwendet werden, um deren Eignung oder Verfügbarkeit für eine Aufgabe oder Position auszudrücken.
Gibt es Synonyme für „in Frage kommen“?
Direkte, exakte Synonyme sind schwer zu finden, da die Wendung die Nuance der potenziellen Auswahl oder Eignung gut trifft. Je nach Kontext können aber Ausdrücke wie „möglich sein“, „geeignet sein“, „passend sein“ oder „als Option zur Verfügung stehen“ eine ähnliche Bedeutung haben, auch wenn sie nicht immer austauschbar sind.
Wann benutze ich „nicht in Frage kommen“?
Sie benutzen „nicht in Frage kommen“, wenn etwas absolut keine Option ist, unmöglich ist, nicht geeignet ist oder aus anderen Gründen ausgeschlossen wird.
Zusammenfassung
Der Ausdruck „in Frage kommen“ ist ein fundamentaler Bestandteil des deutschen Wortschatzes, der die Idee der Möglichkeit und Geeignetheit im Rahmen einer Auswahl oder Betrachtung vermittelt. Ob Kameras, Objektive, Aufnahmeorte oder sogar Personen – alles, was als potenzielle Option dient oder die notwendigen Kriterien erfüllt, „kommt in Frage“. Im Gegensatz dazu steht „nicht in Frage kommen“ für den klaren Ausschluss. Die korrekte Verwendung dieser Wendung hilft, präzise zu formulieren, welche Optionen offenstehen und welche nicht, was nicht nur in der Fotografie, sondern in allen Lebensbereichen von Bedeutung ist.
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