Was bedeutet Genki auf Deutsch?

Was sind Kami? Eine Einführung in Japans Götter

Rating: 4.53 (4127 votes)

Der Begriff „Kami“ ist zentral für das Verständnis des Shintō, der traditionellen Religion Japans, und tief in der japanischen Kultur verwurzelt. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem vielschichtigen Wort, das oft einfach als „Gott“ oder „Gottheit“ übersetzt wird? Die Bedeutung von Kami ist weitreichender und umfasst nicht nur göttliche Wesen im westlichen Sinne, sondern auch Geister, Naturkräfte, verehrte Persönlichkeiten und sogar abstrakte Konzepte. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Facetten des Kami-Begriffs, seine Ursprünge, Typologien und seine Rolle innerhalb und außerhalb des Shintō.

Was heißt Kami auf Deutsch?
Kami (japanisch 神) bezeichnet in erster Linie im japanischen Shintō (Shintoismus) verehrte Geister oder Götter. Im Japanischen kann der Begriff allerdings auch auf Gottheiten anderer Religionen bezogen werden (siehe unten).

Die Herkunft des Wortes „Kami“ ist unter Gelehrten nicht abschließend geklärt, was zu verschiedenen Theorien führt. Eine verbreitete Annahme vermutet einen Ursprung im Altjapanischen. Hier werden Ableitungen von Wörtern wie „kamugami“, was „dem Blick erstrahlen“ bedeuten könnte, oder „kagami“ für „Spiegel“ diskutiert. Diese Etymologien deuten darauf hin, dass Kami ursprünglich das Wesen des Göttlichen oder das, was sich manifestiert oder reflektiert, umschrieben haben könnte. Eine weitere, sehr direkte Herleitung leitet Kami von „上“ (kami) ab, was „oben“ oder „überlegen“ bedeutet. In diesem Sinne wären Kami „die, die über mir sind“, ähnlich wie das Wort heute noch in „上様“ für die Chefin des Hauses verwendet wird. Es ist belegt, dass der Begriff bereits in der Yayoi-Zeit (ca. 300 v. Chr. – 300 n. Chr.) in Gebrauch war.

Interessanterweise gibt es auch Verbindungen zur Sprache der Ainu, der Ureinwohner Nordjapans. Dort existiert der Begriff „kamuy“ mit den Bedeutungen „Bär“ oder „Gottheit“. Es wird diskutiert, ob dies ein Lehnwort aus dem Altjapanischen in die Ainu-Sprache ist oder umgekehrt. Einige Linguisten und Missionare des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, wie Tresi Nonno und John Batchelor, vertraten die Ansicht, dass das Wort während der Jōmon-Zeit (ca. 14.000 – 300 v. Chr.) aus der Ainu-Sprache ins Japanische entlehnt wurde. Andere, weniger verbreitete Theorien vermuten einen sibirischen Ursprung (verbunden mit „Kam“ für Schamane) oder eine Herleitung aus malayo-polynesischen Sprachen, die heute jedoch als unwahrscheinlich gelten.

Innerhalb des Shintō ist die Vielfalt der Kami bemerkenswert. Sie lassen sich grob in verschiedene Kategorien einteilen, die die Bandbreite dessen zeigen, was im japanischen Glauben als heilig oder verehrungswürdig gilt. Dazu gehören vergöttlichte Naturwesen und Naturphänomene wie Berge, Flüsse, Bäume, Tiere, Feuer, Wind, Regen und Gewitter. Diese Form des Pantheismus, bei der das Göttliche in der Natur gesehen wird, gilt als eine der ältesten Wurzeln des Shintō und weist auf Verbindungen zu ethnischen Religionen Südostasiens hin.

Was heißt Kamehameha auf Deutsch?
Kamehame-Ha („Schildkrötenwelle“, „Schockwelle der Ahnen“), eine Kampftechnik in der japanischen Manga-Serie Dragonball, siehe Dragonball #Kampftechniken und Fähigkeiten. King Kamehameha Club, eine Diskothek in Frankfurt am Main.

Weitere Kategorien umfassen Zaubertiere, die oft als boshafte Schlangen- oder Fuchsgeister dargestellt werden und Menschen besessen machen können, sowie Ahnengottheiten und -geister, zu denen mythologische Figuren und die Geister verstorbener Vorfahren zählen. Auch Gottheiten indischen, chinesischen oder koreanischen Ursprungs, die im Laufe der Geschichte nach Japan gelangten, sowie vergöttlichte, einflussreiche historische Personen werden als Kami verehrt. Ein besonderer Fall sind die sogenannten Goryō, rachsüchtige Totengeister, deren Verehrung darauf abzielt, ihren Zorn zu besänftigen. Schließlich können auch vergöttlichte Gegenstände als Kami betrachtet werden.

Besonders wichtig in den prähistorischen Stammeskulturen Japans war die Ahnenverehrung, aus der sich die individuellen Ujigami entwickelten – Schutzgottheiten bestimmter Sippen oder Regionen. Diese Ahnengeister werden oft in zwei Arten unterschieden: jene, die bereits das Stadium des Buddhaseins erreicht haben (oft 33 Jahre nach ihrem Tod), und jene, die dies noch nicht getan haben. Erstere erscheinen Schamanen oft in Form eines Juwels (tama) und können als Kami in öffentliche Shinto-Schreine überführt werden. Letztere erscheinen als unterscheidbare Individuen. Es gibt auch böswillige Ahnengeister, etwa von Verstorbenen ohne Nachfahren oder jene, die einen unnatürlichen Tod starben. Diese bedürfen besonderer Beachtung und ritueller Hilfe, um den Weg zum Buddha-Dasein zu finden.

Ein prägendes Phänomen in der Geschichte der Kami ist der shinbutsu shūgō, der shintō-buddhistische Synkretismus. Seit der Einführung des Buddhismus aus China im späten 6. Jahrhundert kam es zu einer komplexen Interaktion und Verschmelzung buddhistischer und shintōistischer Vorstellungen. Anfänglich betrachtete man die buddhistischen Gottheiten oft einfach als ausländische Kami (蕃神, banshin) oder Buddha-Kami (busshin). Später entwickelte sich die Lehrmeinung des honji suijaku (本地垂迹), die besagte, dass die Kami Manifestationen (suijaku) der ursprünglichen Substanz (honji), nämlich Buddhas und Bodhisattvas, seien. Innerhalb dieses Systems wurden Kami oft als myōjin (immanente Gottheit) oder gongen (権現, Avatar) bezeichnet. Auch Einflüsse anderer importierter Religionen wie des Daoismus und Konfuzianismus prägten die Beschreibungen und Bezeichnungen der Kami.

Neben dem allgemeinen Begriff „Kami“ und seinen Typologien gibt es viele spezifische Bezeichnungen und Konzepte:

  • Amatsukami / Tenjin: Himmels-Kami
  • Kunitsukami / Chigi: Erd-Kami
  • Banshin / 蕃神 / 蛮神: Ahnengötter von nach Japan eingewanderten Völkern und Stämmen, wörtlich Barbaren-Kami
  • Boshijin: Mutter-Kind-Götterpaar, die gemeinsam verehrt werden
  • Gairaishin: Kami, die von außen übernommen wurden
  • Gunshin: Kami der Kriegskunst
  • Haishishin / Haishin: „Nebenkami“ eines Schreins im Gegensatz zum Shushin
  • Haraedo no Kami: Ortskami, das bei der Reinigungszeremonie angerufen wird
  • Himegami / 姫神 / 比売神: weibliche Kami, Göttin
  • Hitorigami: Einzel-Kami, im Gegensatz zu denen, die als Mann-Frau-Paare auftreten
  • Kamurogi/Kamuroki und Kamuromi: Sammelbegriffe für männliche bzw. weibliche Ahnen-Kami
  • Kotoamatsukami: die ersten fünf Kami aus dem Kojiki (Die Zōkasanshin + Umashiashikabihikoji-no-Kami und Ame-no-tokotachi-no-Kami)
  • Mikogami: Nachkomme eines Kami
  • Mikoto / 尊 / 命: Ehrentitel, den eine Kami oder eine verehrte Persönlichkeit trägt
  • Myōjin: Archaischer Begriff für Kami mit besonders beeindruckenden Kräften oder Tugenden
  • Saijin: Sammelbegriff für alle in einem Schrein verehrten Kami, d. h. Shushin und Haishishin
  • Shingō: göttlicher Titel eines Kami
  • Shinshi: göttlicher Diener, Gehilfe eines Kami in Tierform
  • Shinjū: göttliche Tiere
  • Shushin: Haupt-Kami eines Schreins
  • Sumegami: noble Kami, vor allem Vorfahren der kaiserlichen Familie
  • Tenjinchigi / Jingi: Sammelbegriff für die Kami von Himmel und Erde
  • Wakamiya: Schrein, der ein Ableger eines Hauptschreins ist, oder wo ein Nachkomme der Hauptgottheit verehrt wird
  • Zōkasanshin: Die drei Kami der Schöpfung (Amenominakanushi, Takamimusuhi und Kamimusuhi)

Der Begriff Kami wird nicht ausschließlich im Kontext des Shintō verwendet. Er kann auch für die Gottheiten anderer Religionen stehen. Im 16. Jahrhundert wurde der christliche Gott zunächst direkt aus dem Portugiesischen oder Lateinischen als „deus“ transkribiert oder als „tenshu“ (天主, Himmelsherr) oder „jōtei“ (上帝, „höchste Wesenheit“) bezeichnet, Begriffe aus der neo-konfuzianistischen chinesischen Terminologie. Erst in der Meiji-Zeit (ab 1868) wurde im Zuge der Einführung des protestantischen Christentums und der Übersetzung von Bibeln der Begriff „Kami“ auch für den christlichen Gott gebräuchlich. Seitdem wird er auch für die Götter anderer Glaubensrichtungen verwendet.

Was bedeutet Kame?
Als Kame (von schottisch Kame = steilhängiger Hügel aus Lockermaterial) bezeichnet man eine Erhebung innerhalb von glazialen Aufschüttungslandschaften, die durch die Ablagerung des Eises und seiner Schmelzwässer am Eisrand gegen ein Widerlager entstanden ist.

Ähnlich wie das deutsche Wort „Gott“ kann das japanische „Kami“ auch metaphorisch auf Personen angewandt werden, die auf ihrem Gebiet herausragende Fähigkeiten oder Leistungen zeigen. Eine solche Person kann als „Kami“ ihres Fachs bezeichnet werden, wie der Fußballspieler Pelé als „Kami des Fußballs“. Oft wird zur zusätzlichen Respektsbezeugung das Anredesuffix „-sama“ angefügt. Auch Wunderkinder werden manchmal als Kami bezeichnet.

Ein bekanntes Wort, das den Kami-Begriff enthält, ist Kamikaze. Es bedeutet wörtlich „Götterwind“ und bezieht sich ursprünglich auf die Taifune, die Japan im 13. Jahrhundert vor Invasionen der Mongolen retteten, was als göttliches Eingreifen gedeutet wurde.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was bedeutet Kami wörtlich?
Eine gängige Herleitung deutet auf die Bedeutung „die, die über mir sind“ hin.
Woher stammt das Wort Kami?
Die Herkunft ist umstritten, es gibt Theorien, die auf das Altjapanische (z.B. von „oben“) oder die Ainu-Sprache zurückgehen.
Welche Arten von Kami gibt es?
Die Kami sind sehr vielfältig. Sie umfassen Naturgeister, Ahnen, vergöttlichte Personen, Wesen aus anderen Religionen und sogar Gegenstände.
Sind Kami nur im Shintō wichtig?
Kami sind zentral für den Shintō, aber der Begriff wird auch verwendet, um Gottheiten anderer Religionen zu bezeichnen, und kann metaphorisch für herausragende Personen genutzt werden.
Was hat Kami mit dem Buddhismus zu tun?
Durch den historischen Synkretismus (shinbutsu shūgō) kam es zu einer Verschmelzung der Vorstellungen, bei der Kami oft als Manifestationen von Buddhas und Bodhisattvas betrachtet wurden.
Wird der Begriff Kami auch für nicht-japanische Götter verwendet?
Ja, seit der Meiji-Zeit wird der Begriff Kami auch für die Gottheiten anderer Religionen, wie z.B. den christlichen Gott, verwendet.
Was bedeutet Kamikaze?
Kamikaze bedeutet wörtlich „Götterwind“.

Fazit

Der Begriff Kami ist weit mehr als eine einfache Übersetzung für „Gott“. Er repräsentiert ein komplexes und vielschichtiges Konzept, das die tiefe Verbindung der japanischen Kultur zur Natur, den Ahnen, der Geschichte und dem spirituellen Universum widerspiegelt. Von den uralten Naturgeistern über die Ahnenverehrung bis hin zur Integration fremder Einflüsse und der metaphorischen Nutzung im modernen Sprachgebrauch – die Kami sind ein lebendiger und dynamischer Bestandteil der japanischen Identität.

Weiterführende Literatur

  • Basil H. Chamberlain: The Kojiki, Records of Ancient Matters. Asiatic Society of Japan, 1919.
  • Timothy J. Vance: The Etymology of Kami. In: Journal of Religious Studies, Band 10/4, 1983 (PDF).
  • Sokyo Ono: Shinto: The Kami Way. Tuttle Publishing, 2003.
  • Mary P. Fisher: Living Religions. 7. Auflage, 2008.

Hat dich der Artikel Was sind Kami? Eine Einführung in Japans Götter interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar photo

Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

Go up