Die Canon EOS 1000D, auf dem US-Markt auch als Rebel XS und in Japan als Kiss F bekannt, wurde am 10. Juni 2008 von Canon angekündigt. Sie positionierte sich als Digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) im Einsteigersegment und löste dort die beliebte EOS 400D ab. Ihr Hauptziel war es, Fotografen, die von einer Kompaktkamera aufrüsten wollten, eine leistungsfähigere und vielseitigere Option zu bieten. Mit Merkmalen, die teilweise von höherwertigen Modellen übernommen wurden, stellte sie einen attraktiven Kompromiss zwischen Preis und Leistung dar.

Die Kamera war in verschiedenen Konfigurationen erhältlich: nur das Gehäuse, im Kit mit dem EF-S 18-55 mm f/3.5-5.6 Objektiv oder in einem Doppelobjektiv-Kit, das zusätzlich ein 55-200 mm oder 75-300 mm Objektiv enthielt.

Technische Spezifikationen im Detail
Im Herzen der EOS 1000D arbeitet ein 10,1 Megapixel CMOS-Sensor im APS-C-Format (22,2 x 14,8 mm), der eine effektive Auflösung von 10,1 Megapixeln liefert. Dieser Sensor resultiert in einem Crop-Faktor von 1,6x im Vergleich zum Kleinbildformat. Bilder konnten in den Formaten JPEG (Fine, Normal), Raw (.CR2) oder als Kombination aus RAW+JPG (Fine) aufgenommen werden. Die maximale Bildgröße beträgt 3888 x 2592 Pixel.
Der Autofokus verfügt über 7 Messfelder, wobei das zentrale Feld als Kreuzsensor ausgelegt ist. Die Belichtungsmessung erfolgt über eine TTL-Messung mit 35 Zonen mittels einer Silizium-Photozelle. Es stehen verschiedene Messmodi zur Verfügung: Evaluative Messung (35 Zonen, mit jedem AF-Punkt verknüpfbar), Selektivmessung (ca. 10% des Sucherfelds in der Mitte) und Mittenbetonte Integralmessung. Der Messbereich liegt zwischen 1 und 20 LW (bei ISO 100 und 5men Objektiv mit f/1.4). Belichtungskorrekturen sind im Bereich von -2 bis +2 LW in Schritten von 1/2 oder 1/3 LW möglich und können mit Belichtungsreihen kombiniert werden.
Der Verschluss ist als Schlitzverschluss ausgeführt und bietet Belichtungszeiten von 30 Sekunden bis zu 1/4000 Sekunde sowie eine Bulb-Funktion für Langzeitbelichtungen. Die Blitzsynchronzeit beträgt 1/200 Sekunde. Die Kamera unterstützt einen ISO-Bereich von Auto und ISO 100 bis 1600. Für die Bildverarbeitung sorgt der DiG!C III Prozessor, der eine Serienbildgeschwindigkeit von maximal 3 Bildern pro Sekunde ermöglicht, für bis zu 514 JPEGs oder 4-5 RAW-Dateien.
Weitere wichtige Merkmale
- EOS Integrated Cleaning System: Ein System zur Sensorreinigung, das einen vibrierenden Tiefpassfilter mit einer Staubfalle und der Aufzeichnung von Staublöschdaten kombiniert.
- Picture Styles: Vordefinierte Bildeinstellungen (Standard, Porträt, Landschaft, Neutral, Treu, Monochrom) sowie die Möglichkeit, bis zu drei benutzerdefinierte Stile zu erstellen.
- Farbraum: Unterstützung für sRGB und Adobe RGB.
- Weißabgleich: Automatisch, Tageslicht, Schatten, Bewölkt, Kunstlicht, Weißes Leuchtstofflicht, Blitz, Benutzereinstellung. Weißabgleichsreihen und -korrekturen sind ebenfalls möglich.
- Rauschreduzierung: Separate Einstellungen für Langzeitbelichtungen (Aus, Auto, Ein) und hohe ISO-Werte (Ein/Aus – deaktiviert Serienaufnahmen und Weißabgleichsreihen).
Design, Handhabung und Gehäuse
Das Gehäuse der EOS 1000D ist etwas kompakter und leichter als das der EOS 400D. Es verfügt über ein Metallchassis und eine Bajonettfassung aus Metall, während der Rest des Gehäuses, einschließlich des Spiegelkastens, aus technischem Kunststoff gefertigt ist. Die allgemeine Verarbeitungsqualität wird als gut beschrieben, auch wenn sie sich im Vergleich zu einigen Konkurrenzmodellen oder höherwertigen Canon-Modellen etwas „plastischer“ anfühlen kann.
Das Design und die Anordnung der Bedienelemente ähneln stark der EOS 450D. Der Griff liegt gut in der Hand, auch wenn die Kamera insgesamt klein und leicht ist, was für Benutzer mit sehr großen Händen gewöhnungsbedürftig sein kann. Die meisten Bedienelemente sind logisch angeordnet und leicht zu bedienen. Der Pop-up-Blitz, der Speicherkartenschacht und die Akkufachabdeckung schließen bündig.
Der optische Sucher ist ein Pentaspiegel-Design mit einer Bildfeldabdeckung von 95% und einer Vergrößerung von 0,81x. Er bietet eine Dioptrienkorrektur von -3,0 bis +1,0. Im Sucher werden grundlegende Aufnahmeinformationen sowie die ISO-Einstellung angezeigt. Die AF-Messfelder sind als Kreuz angeordnet.

Das 2,5 Zoll große Farb-LCD-Display auf der Rückseite hat eine Auflösung von ca. 230.000 Pixeln und eine Abdeckung von 100%. Es dient zur Anzeige von Einstellungen und Menüs, da die Kamera kein separates Status-LCD besitzt. Im Gegensatz zur 450D fehlt ein Augensensor; das Display muss manuell ein- und ausgeschaltet werden. Die Menüs sind übersichtlich gestaltet und leicht navigierbar.
Als Speichermedium nutzt die 1000D SD/SDHC-Karten, was für Umsteiger von vielen Kompaktkameras praktisch war, aber eine Änderung gegenüber der CompactFlash-Unterstützung der 400D darstellte. Die Stromversorgung erfolgt über einen wiederaufladbaren LP-E5 Lithium-Ionen-Akku (7,4V, 1050 mAh), derselbe wie bei der EOS 450D. Die Akkulaufzeit beträgt laut CIPA-Standard ca. 600 Aufnahmen ohne Blitz oder 500 mit 50% Blitznutzung. Bei Verwendung des Live View Modus reduziert sich die Anzahl auf ca. 200 bzw. 190 Aufnahmen. Die Kamera ist auch mit dem Batteriegriff BG-E5 kompatibel, der zwei LP-E5-Akkus oder sechs AA-Batterien aufnehmen kann.
Das Live View Erlebnis
Eine wichtige Neuerung gegenüber der EOS 400D war die Unterstützung des Live View Modus. Dieser ermöglichte die Bildkomposition direkt auf dem LCD-Display. Es standen zwei Fokusmodi zur Verfügung:
- Quick Mode: Nutzt die Phasendetektion und den dedizierten AF-Sensor der Kamera. Das Display wird kurz schwarz, während der Spiegel herunterklappt, um die Fokussierung durchzuführen. Die AF-Punkte werden auf dem Bildschirm angezeigt.
- Live Mode: Nutzt die Kontrastdetektion direkt vom Sensor. Bei diesem Modus klappt der Spiegel nicht herunter, das Bild bleibt im Display sichtbar. Allerdings ist die Fokussierung im Live Mode sehr langsam und weniger zuverlässig als im Quick Mode. Es wird nur ein zentraler AF-Punkt angezeigt, der verschoben werden kann.
Die manuelle Fokussierung ist in beiden Live View Modi möglich, wobei die Vergrößerungsfunktion (5x oder 10x) sehr hilfreich zur Schärfenkontrolle ist. Auch eine Schärfentiefen-Vorschau ist im Live View Modus verfügbar. Das Display simuliert die Helligkeit entsprechend der Belichtungseinstellungen, was bei Available-Light-Fotografie nützlich ist.
Das Kit-Objektiv: EF-S 18-55mm IS
Oft wurde die EOS 1000D im Kit mit dem Canon EF-S 18-55mm f/3.5-5.6 IS Objektiv angeboten. Dieses Objektiv verfügt über einen integrierten Bildstabilisator (IS), der laut Canon eine Korrektur von bis zu vier Blendenstufen bieten soll, in der Praxis aber eher bei drei Stufen liegt. Es handelt sich um eine verbesserte Version des Vorgängers ohne IS.
Das Objektiv ist aus 11 Elementen in 9 Gruppen aufgebaut und enthält ein asphärisches Element. Die Blende besteht aus sechs abgerundeten Lamellen. Die Naheinstellgrenze liegt bei 25 cm. Der Filterdurchmesser beträgt 58 mm. Das Bajonett besteht aus Kunststoff. Beim Fokussieren dreht sich das Frontelement, was die Verwendung bestimmter Filter erschweren kann. Das manuelle Fokussieren erfolgt über einen schmalen Ring vorne am Objektiv. Weder Distanzmarkierungen noch ein Fokusfenster sind vorhanden.
Leistung und Bildqualität
Die Leistung der Canon EOS 1000D entsprach im Großen und Ganzen den Erwartungen an eine Einsteiger-DSLR ihrer Zeit. Der Autofokus war unter den meisten Bedingungen schnell und präzise, auch wenn es Situationen gab, in denen eine manuelle Korrektur hilfreich war. Die Bildqualität war gut, mit meist akkuraten Farben, auch wenn eine leichte Übersättigung im Rotbereich festgestellt wurde. Hauttöne wurden gut wiedergegeben. Die Belichtungsautomatik neigte leicht dazu, Details in den Schatten zu bevorzugen.

Die Auflösung der JPEG-Bilder lag in Tests leicht unter den Erwartungen für einen 10-Megapixel-Sensor, während RAW-Dateien, die in TIFF konvertiert wurden, über den Erwartungen lagen. Die Auflösung nahm mit steigender ISO-Empfindlichkeit nur leicht ab, mit dem größten Abfall zwischen ISO 800 und ISO 1600.
Bei schlechten Lichtverhältnissen zeigte die Kamera eine gute Leistung. Aufnahmen bei ISO 1600 waren scharf und farbgenau, mit nur einem Hauch von sichtbarem Farbrauschen, das durch die Rauschreduzierung für hohe ISO-Werte effektiv minimiert wurde. Die Rauschreduzierung für Langzeitbelichtungen verursachte nur minimale Weichzeichnung. Chromatische Aberration war generell gering, mit leichten grünen Farbsäumen in kontrastreichen Szenen. Ecken konnten leicht weichgezeichnet sein.
Der automatische Weißabgleich hatte Schwierigkeiten, den Orangestich von Glühlampenlicht zu entfernen, lieferte aber unter Leuchtstofflicht gute Ergebnisse. Die Presets und die manuelle Messung funktionierten unter Glühlampenlicht gut. Der integrierte Blitz war gut ausbalanciert und reichte aus, um einen durchschnittlich großen Raum bei ISO 200 auszuleuchten.
Verzeichnung war beim Kit-Objektiv bei 18mm deutlich sichtbar (Tonnenform), bei 35mm jedoch vernachlässigbar. Bei 55mm zeigte sich eine leichte Kissenform. Vignettierung war bei 18mm nur schwach ausgeprägt. Streulicht wurde generell gut kontrolliert.
Die Kamera war in weniger als einer Sekunde betriebsbereit. Die Auslöseverzögerung betrug durchschnittlich 0,1 Sekunden (ohne Vorfokussierung). Die Verarbeitungs- und Speicherzeiten lagen bei ca. 1 Sekunde für ein hochauflösendes JPEG und 1,5 Sekunden für eine RAW+JPEG-Datei. Im Serienbildmodus konnten bis zu neun JPEGs mit 3 Bildern/Sekunde aufgenommen werden, bevor die Geschwindigkeit nachließ. Bei RAW+JPEG-Aufnahmen waren es maximal fünf Bilder pro Serie, mit längeren Intervallen zwischen den Aufnahmen.
Die Canon EOS 1000D im Vergleich
Die EOS 1000D wurde als Nachfolgerin der EOS 400D und als kleineres, günstigeres Pendant zur EOS 450D positioniert. Die folgende Tabelle zeigt einen Vergleich der wichtigsten Spezifikationen:
| Merkmal | Canon EOS 1000D | Canon EOS 400D | Canon EOS 450D |
|---|---|---|---|
| Sensorauflösung | 10,1 Megapixel | 10,1 Megapixel | 12,2 Megapixel |
| Serienbildrate (JPEG) | Max. 3 fps (bis zu 514) | Max. 3 fps (bis zu 27) | Max. 3,5 fps (bis zu 53) |
| Autofokus-Punkte | 7 | 9 | 9 |
| LCD-Monitor | 2,5 Zoll (230.000 Pixel) | 2,5 Zoll (230.000 Pixel) | 3,0 Zoll (230.000 Pixel) |
| Suchervergrößerung | 0,81x | 0,80x | 0,87x |
| ISO-Anzeige im Sucher | Ja | Nein | Ja |
| Live View | Ja | Nein | Ja |
| Auto ISO Anpassung | Ja (mit Tonwertpriorität) | Nein | Ja |
| Rauschreduzierung (High ISO) | Ja | Nein | Ja |
| Speichermedium | SD/SDHC-Karten | CompactFlash I/II | SD/SDHC-Karten |
| Gehäuseabmessungen (BxHxT) | 126,1 x 97,5 x 61,9 mm | 126,5 x 94,2 x 65 mm | 128,8 x 97,5 x 61,9 mm |
| Gewicht (nur Gehäuse) | Ca. 450 g | Ca. 510 g | Ca. 475 g |
Wie der Vergleich zeigt, war die 1000D eine Art Hybrid, die einige neuere Funktionen der 450D (wie Live View, SD/SDHC-Karten, ISO-Anzeige im Sucher, High ISO NR) übernahm, aber bei der Anzahl der AF-Punkte und der LCD-Größe Abstriche im Vergleich zur 450D machte. Sie war kleiner und leichter als die 400D und brachte die SD/SDHC-Unterstützung ins Einsteigersegment zurück.

Preisliche Einordnung zur Markteinführung
Zur Markteinführung positionierte sich die Canon EOS 1000D als preislich attraktive Einsteiger-DSLR. Die unverbindliche Preisempfehlung (RRP) lag bei ca. 899 US-Dollar für das Gehäuse, 999 US-Dollar für das Kit mit dem 18-55mm Objektiv und 1199 US-Dollar für das Doppelobjektiv-Kit. Dies machte sie zu einer wettbewerbsfähigen Option im Einsteigersegment, wenn auch nicht zur absolut günstigsten DSLR auf dem Markt zur damaligen Zeit. Heutige Preise für die EOS 1000D finden sich ausschließlich auf dem Gebrauchtmarkt und variieren stark je nach Zustand, Zubehör und Shutter Count (Anzahl der Auslösungen).
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie alt ist die Canon EOS 1000D?
Die Canon EOS 1000D wurde am 10. Juni 2008 angekündigt. Seit diesem Datum kann ihr Alter berechnet werden.
Was bedeutet die Bezeichnung "1000D" bei einer Kamera?
Die vierstellige Modellbezeichnung wie "1000D" wurde von Canon im digitalen Bereich wieder eingeführt, um an die Tradition der preisgünstigsten Spiegelreflexkameras aus der Film-Ära anzuknüpfen, die ebenfalls vierstellige Modellnamen trugen. Sie kennzeichnet Kameras im untersten Einsteigersegment der EOS DSLR-Reihe, die speziell für Fotografen konzipiert sind, die von einer Kompaktkamera auf eine DSLR umsteigen möchten.
War die Canon EOS 1000D eine gute Kamera?
Zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung im Jahr 2008 war die Canon EOS 1000D eine sehr solide Einsteiger-DSLR, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bot. Sie brachte moderne Funktionen wie Live View und SD/SDHC-Kartenunterstützung ins Einsteigersegment. Für ihren Zielmarkt der Umsteiger von Kompaktkameras bot sie eine deutliche Verbesserung in Bezug auf Bildqualität, Leistung und Vielseitigkeit. Sie war eine empfehlenswerte Wahl für Fotografen, die ihre ersten Schritte in der Welt der DSLR-Fotografie machten.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Canon EOS 1000D eine bedeutende Kamera in Canons Einsteiger-DSLR-Reihe war. Sie bot eine solide technische Basis, eine gute Handhabung für ihre Klasse und führte wichtige Funktionen wie Live View und SD-Karten-Kompatibilität im erschwinglichen Segment ein. Obwohl sie in einigen Aspekten (wie AF-Punkten oder LCD-Größe) hinter dem höher positionierten Modell 450D zurückblieb, erfüllte sie ihren Zweck als Übergangskamera von der Kompaktkamera zur DSLR sehr gut und stellte eine leistungsfähige und attraktive Option für ihren Zielmarkt dar.
Hat dich der Artikel Canon EOS 1000D: Eine Einsteiger-DSLR von 2008 interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
