Das Verb „kommen“ gehört zu den grundlegendsten und am häufigsten verwendeten Verben im Deutschen. Doch gerade bei solch zentralen Wörtern tauchen oft Fragen zu Formen, Zeiten und speziellen Verwendungen auf. In diesem Artikel beleuchten wir einige dieser häufigen Unsicherheiten, basierend auf den Fragen, die sich Lernende und Interessierte stellen.

Eine der ersten Fragen, die sich oft ergibt, betrifft die Vergangenheit:
„Kamen“ – Eine Frage der Zeitform
Die Form „kamen“ gehört eindeutig zum Präteritum des Verbs „kommen“. Das Präteritum, auch einfache Vergangenheit genannt, wird oft für erzählende Berichte in der Schriftsprache oder für abgeschlossene Handlungen in der Vergangenheit verwendet. Die Konjugation von „kommen“ im Präteritum lautet:
- ich kam
- du kamst
- er/sie/es kam
- wir kamen
- ihr kamt
- sie/Sie kamen
Wenn also gefragt wird „Was ist kamen für eine Zeitform?“, lautet die Antwort schlicht und einfach: Präteritum.
Formen, Verwandte und Missverständnisse
Manchmal kommt die Frage auf, ob „erscheinen“ eine Art „Mehrfachform“ von „kommen“ sei. Grammatisch gesehen sind „kommen“ und „erscheinen“ zwar thematisch verwandte Verben, die Bewegung oder Sichtbarkeit ausdrücken können, aber „erscheinen“ ist kein Plural oder eine andere Form von „kommen“. Es ist ein eigenständiges Verb mit eigener Konjugation.
Interessant sind auch ältere oder seltener gewordene Formen. Die Frage nach „du kömmst“ und „er/sie/es kömmt“ zeigt, dass die Sprache lebt und sich wandelt. Tatsächlich bedeuten diese Formen dasselbe wie „du kommst“ und „er/sie/es kommt“. Es handelt sich hierbei um veraltende Präsensformen, die heute kaum noch oder nur in bestimmten Dialekten verwendet werden.
Aktiv, Passiv und die Grenzen von „kommen“
Ein wichtiger Aspekt der deutschen Grammatik ist das Passiv. Doch nicht jedes Verb kann ohne Weiteres ins Passiv gesetzt werden. Die Frage „wieso kann man 'du wirst schon wieder zu spät kommen' nicht ins Passiv setzten?“ zielt genau auf diese Grenze ab.
Das Verb „kommen“ ist in Sätzen wie „du wirst kommen“ oder „er kommt nach Hause“ ein intransitives Verb. Das bedeutet, es beschreibt eine Handlung, die vom Subjekt ausgeführt wird, aber kein direktes Objekt hat, auf das die Handlung „übergeht“. Das klassische Vorgangspassiv (mit „werden“) wird in der Regel nur mit transitiven Verben gebildet, die ein Akkusativobjekt haben (z.B. „Der Bäcker backt Brot.“ – Brot wird gebacken.).
Da „kommen“ keine solche Struktur hat, kann der Satz „du wirst schon wieder zu spät kommen“ nicht in ein Vorgangspassiv umgewandelt werden, das eine Handlung beschreibt, die *an* dir *getan* wird. Deine Handlung des Kommens betrifft dich selbst und nicht ein Objekt.

Zukünftiges, Vergangenes und Konjunktionen
Die Zukunft wird im Deutschen oft mit dem Futur I ausgedrückt, das aus „werden“ und dem Infinitiv des Vollverbs gebildet wird. Die Form „sie wird kommen“, nach der gefragt wurde, ist ein perfektes Beispiel für das Futur I und beschreibt eine zukünftige Handlung.
Eine andere Konstruktion, die Fragen aufwirft, ist „ich war tanzen“. Dies ist keine einfache Präteritumsform, sondern eine periphrastische Konstruktion, die oft als Ellipse verstanden wird. Wie angemerkt wurde, ist es letztlich eine verkürzte Form, die so viel wie „Ich war (weg/aus), um zu tanzen“ bedeuten kann. Es beschreibt einen Zustand oder eine Tätigkeit, die über eine Zeitspanne in der Vergangenheit andauerte oder an einem bestimmten Ort stattfand, ähnlich wie bei „ich war einkaufen“.
Auch die Verwendung von Konjunktionen wie „als“ kann verwirrend sein. Die Frage, ob nach „als“ nur Präteritum oder auch Perfekt kommt, zeigt, dass die Regeln komplexer sind. Die Antwort ist: „als“ kann in vielfältiger Weise genutzt werden. Es gibt keine feste Regel, dass *immer* Präteritum oder Perfekt folgen muss. „Als“ kann temporale Nebensätze (oft mit Präteritum oder Perfekt bei einmaliger Handlung in der Vergangenheit: „Als ich kam...“), vergleichende Sätze („Er ist größer als ich“) oder die Beschreibung einer Funktion/Rolle („Als Lehrer hat er viel Geduld“) einleiten. Die Wahl der Zeitform hängt von der spezifischen Bedeutung und dem Kontext ab.
Weitere Fragen rund um „kommen“
Manchmal stolpert man über die Form „komm“ im Gegensatz zu „kommen“. „Komm!“ ist die Imperativform für die zweite Person Singular, die verwendet wird, um eine Aufforderung oder einen Befehl auszudrücken („Komm her!“). „Kommen“ mit „-en“ ist der Infinitiv oder eine konjugierte Form (z.B. „wir kommen“, „sie kommen“, „Sie kommen“).
Auch das Partizip II „gekommen“ kann in Fragen auftauchen, oft im Zusammenhang mit der Bildung des Perfekts („Ich bin gekommen“) oder des Plusquamperfekts („Ich war gekommen“). Die Verwirrung in der Frage „Wann bist du gekommen oder gekommen?“ liegt wahrscheinlich in der Wiederholung des Partizips, meint aber die korrekte Verwendung im Perfekt.
Zusammenfassung der Formen von „kommen“
Um einen Überblick zu geben, hier eine kleine Tabelle der wichtigsten Formen:
| Zeitform | Beispiel (er/sie/es) | Anwendung |
|---|---|---|
| Präsens | kommt | Gegenwart, regelmäßige Handlung |
| Präteritum | kam | Einfache Vergangenheit, Erzählung |
| Perfekt | ist gekommen | Abgeschlossene Handlung mit Bezug zur Gegenwart |
| Plusquamperfekt | war gekommen | Vorvergangenheit |
| Futur I | wird kommen | Zukunft |
| Konjunktiv I Präsens | komme | Indirekte Rede |
| Konjunktiv II Präteritum | käme | Irrealität, Höflichkeit |
| Imperativ (du) | komm! | Aufforderung |
| Partizip I | kommend | Gleichzeitige Handlung (Adjektiv/Adverb) |
| Partizip II | gekommen | Bildung von Perfekt/Plusquamperfekt, Zustandspassiv (selten) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Frage: Ist „kamen“ Präteritum oder Perfekt?
Antwort: „kamen“ ist die 3. Person Plural im Präteritum von „kommen“. - Frage: Warum kann man „du wirst kommen“ nicht ins Passiv setzen?
Antwort: „kommen“ ist in diesem Kontext ein intransitives Verb und bildet daher kein Vorgangspassiv. - Frage: Was bedeuten „du kömmst“ und „er kömmt“?
Antwort: Das sind veraltende Formen von „du kommst“ und „er kommt“. - Frage: Kommt nach „als“ immer Präteritum?
Antwort: Nein, die Wahl der Zeitform nach „als“ hängt von der spezifischen Bedeutung und dem Kontext ab. - Frage: Was ist der Unterschied zwischen „kommen“ und „komm“?
Antwort: „kommen“ ist der Infinitiv oder eine konjugierte Form (wir/sie/Sie kommen), „komm“ ist die Imperativform Singular (du). - Frage: Gehört „gekommen“ zu „kommen“?
Antwort: Ja, „gekommen“ ist das Partizip II von „kommen“ und wird zur Bildung von Perfekt und Plusquamperfekt verwendet.
Das Verb „kommen“ mag auf den ersten Blick einfach erscheinen, birgt aber, wie viele zentrale Wörter, grammatische Feinheiten, die zu Fragen führen können. Das Verständnis seiner verschiedenen Formen und der Regeln, wann und wie sie verwendet werden, ist entscheidend für die Beherrschung der deutschen Sprache.
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