Wer durch die malerischen Täler des Schwarzwaldes fährt, staunt oft über die unerwartete Präsenz riesiger, moderner Fabrikhallen. Abseits der bekannten Metropolen hat sich hier eine beeindruckende Dichte an sogenannten „Hidden Champions“ entwickelt – Unternehmen, die in ihren Nischen zu heimlichen Weltmarktführern aufgestiegen sind. Diese Erfolgsgeschichten sind das Ergebnis harter Arbeit über Generationen hinweg und haben einigen Familien zu beträchtlichem Wohlstand verholfen. Der Schwarzwald beherbergt viele Familien, deren Vermögen auf mehrere hundert Millionen oder gar über eine Milliarde Euro geschätzt wird. Es ist daher kein Zufall, dass in den Ranglisten der reichsten Deutschen des Manager Magazins immer wieder Namen aus dieser Region auftauchen.

Es ist wichtig zu verstehen, was unter „Vermögen“ in diesem Kontext gemeint ist. Es handelt sich nicht allein um Bargeld auf dem Bankkonto. Vielmehr fließen auch Firmenbeteiligungen, Aktien und Immobilien in die Berechnung ein. Das Manager Magazin stützt sich bei seinen Schätzungen auf öffentliche Quellen wie Handelsregistereinträge sowie auf eigene, sorgfältige Recherchen. Der Schwarzwald-Bezug der genannten Familien leitet sich primär vom Sitz der Vermögensquelle ab, meist dem Hauptsitz des Unternehmens, auch wenn nicht jedes einzelne Familienmitglied notwendigerweise im Schwarzwald lebt.
Die reichsten Familien und Einzelpersonen im Schwarzwald
Der Schwarzwald ist eine Region voller Unternehmergeist. Viele Firmen wurden hier gegründet und haben sich von kleinen Betrieben zu Global Playern entwickelt. Dies spiegelt sich im Vermögen ihrer Gründerfamilien wider. Hier sind einige der prominentesten Namen und ihre geschätzten Vermögen laut Manager Magazin, aufgeführt in aufsteigender Reihenfolge des Reichtums:
- Familie Grieshaber (Schiltach) – Geschätztes Vermögen: 500 Millionen Euro
Die Familie Grieshaber verdankt ihren Wohlstand dem Sensorhersteller Vega. Gegründet 1959 in Schiltach, beschäftigt das Unternehmen heute weltweit über 2000 Mitarbeiter, davon 1000 im Schwarzwald, und erzielt einen Jahresumsatz von über 400 Millionen Euro. Isabel Grieshaber ist in der Firmenleitung aktiv. Vega ist nicht nur für seine Sensoren bekannt, sondern auch für seine ausgezeichnete Betriebskantine. - Familie Wolfgang Grenke (Baden-Baden) – Geschätztes Vermögen: 500 Millionen Euro
Wolfgang Grenke ist der Gründer und Hauptaktionär des Finanzdienstleisters Grenke. Obwohl das Unternehmen in den letzten Jahren mit Negativschlagzeilen und Vorwürfen der Bilanzfälschung konfrontiert war, die nach und nach ausgeräumt werden konnten (wobei strukturelle Probleme dennoch sichtbar wurden), hat dies dem Vermögen der Familie Grenke laut Schätzung des Manager Magazins nicht nachhaltig geschadet. Es wird auf eine halbe Milliarde Euro beziffert. - Familie Furler (Oberkirch) – Geschätztes Vermögen: 500 Millionen Euro
Die Familie Furler ist die Inhaberfamilie von Koehler Paper aus Oberkirch. Im Gegensatz zu vielen Neureichen blickt ihr Betrieb auf eine über 200-jährige Geschichte zurück. Mit weltweit 2500 Mitarbeitern erzielt Koehler Paper heute einen Milliardenumsatz mit verschiedenen Spezialpapieren. Unter der Leitung von Kai Furler hat das Unternehmen auch Werke in Kehl und Weisenbach. Besonders interessant ist die Übernahme der Katz Group im Jahr 2009, dem Weltmarktführer in der Bierdeckel-Produktion. Auch mit Bierdeckeln lässt sich offensichtlich ein beträchtliches Vermögen aufbauen. - Familie Klaus Fischer (Waldachtal) – Geschätztes Vermögen: 600 Millionen Euro
Der Name Fischer ist untrennbar mit dem baden-württembergischen Erfindergeist verbunden, insbesondere durch den berühmten „Fischer-Dübel“, eine bahnbrechende Entwicklung von Artur Fischer in den 1950er-Jahren. Diese Befestigungstechnik legte das Fundament für den Reichtum der Familie. Heute beschäftigt die Unternehmensgruppe Fischer aus Waldachtal weltweit über 5500 Menschen. Chef und Haupteigentümer ist Klaus Fischer, der Sohn von Artur Fischer und Absolvent der Fachhochschule Konstanz. Sein Vermögen wird auf 600 Millionen Euro geschätzt. - Familien Hehl und Keinath (Loßburg) – Geschätztes Vermögen: 700 Millionen Euro
In Loßburg, ebenfalls im Kreis Freudenstadt gelegen, befindet sich die Firma Arburg, ein weltweit führender Hersteller von Spritzgießmaschinen. Das Unternehmen, das 2023 sein 100-jähriges Bestehen feierte, erzielte 2022 einen Umsatz von fast 900 Millionen Euro. Die Besitzerfamilien sind die Familien Hehl und Keinath. Der Firmenname Arburg leitet sich von Artur Hehl, dem Vater des Gründers Karl Hehl (AR), und Loßburg (BURG) ab. - Familie Klaus Greinert (Hornberg) – Geschätztes Vermögen: 700 Millionen Euro
In Hornberg hat der Sanitärtechnik-Hersteller Duravit seinen Sitz, bekannt unter anderem für die riesige Kloschüssel an seiner Fassade. Die Familie um Klaus Greinert hält die Mehrheit der Anteile an Duravit. Ihr Vermögen stammt jedoch nicht nur aus Duravit, sondern auch aus Beteiligungen am Mannheimer Kunststoffverarbeiter Röchling. Ihr geschätztes Vermögen beträgt 700 Millionen Euro. - Familie Stotmeister (Stühlingen) – Geschätztes Vermögen: 700 Millionen Euro
Auch im Kreis Waldshut gibt es eine sehr vermögende Unternehmerfamilie: die Stotmeisters, Gründerfamilie des Baustoffriesen Sto. Jochen Stotmeister hatte entscheidenden Anteil am Wachstum des Unternehmens, das heute über 5500 Menschen weltweit beschäftigt und im vergangenen Jahr knapp 1,8 Milliarden Euro Umsatz erzielte. Sto ist ein Experte für Wärmedämmung. Jochen Stotmeister wurde 2022 für seine unternehmerischen und sozialen Verdienste mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. - Rüdiger Hurrle (Durbach) – Geschätztes Vermögen: 800 Millionen Euro
Am westlichen Rand des Schwarzwaldes in Durbach lebt Rüdiger Hurrle. Er verdiente sein Vermögen einst mit einer Klinikgruppe und hält heute Beteiligungen. Er ist auch als Kunstsammler bekannt. Sein Vermögen wird auf 800 Millionen Euro geschätzt. - Familien Häfele und Thierer (Nagold) – Geschätztes Vermögen: 800 Millionen Euro
Häfele in Nagold ist ein weiteres Familienunternehmen im Schwarzwald, das Möbel- und Baubeschläge herstellt. Mit einem Umsatz, der sich Richtung zwei Milliarden Euro pro Jahr bewegt, und 8000 Mitarbeitern weltweit, ist Häfele ein Global Player. Das Unternehmen feierte ebenfalls sein 100-jähriges Gründungsjubiläum. Sibylle Thierer leitete die Firma 20 Jahre lang. - Sonderfall Christian Erbprinz zu Fürstenberg – Geschätztes Vermögen: Anteilig von 1,9 Milliarden Euro
Christian Erbprinz zu Fürstenberg taucht auf der Manager-Magazin-Liste prominent auf. Sein Vermögen von 1,9 Milliarden Euro bezieht sich jedoch auf die Gesamtbewertung der Privatbank Joh. Berenberg, Gossler & Co., an der er laut älteren Angaben 14,25 Prozent hält. Sein anteiliges Vermögen liegt damit deutlich unter 1,9 Milliarden Euro. Er lebt mittlerweile in Heiligenberg. - Ursula, Martin und Carola Falk (Freiburg) – Geschätztes Vermögen: 900 Millionen Euro
Knapp unter der Milliardenmarke liegt das Vermögen der Familie Falk aus Freiburg. Herbert Falk gründete hier 1960 die Pharmafirma Dr. Falk Pharma, die auf Stoffwechsel- und Verdauungsmedizin spezialisiert ist. Laut Manager Magazin hat das Unternehmen seiner Witwe Ursula und den Kindern Martin und Carola ein stattliches Vermögen eingebracht. - Familie Klaus Grohe (Schiltach) – Geschätztes Vermögen: 1,1 Milliarden Euro
Schiltach scheint ein besonders fruchtbarer Boden für Reichtum zu sein. Neben Vega hat hier auch der Sanitärhersteller Hansgrohe seinen Sitz. Die Familie von Klaus Grohe, Sohn des Gründers Hans Grohe, gehört mit einem geschätzten Vermögen von 1,1 Milliarden Euro zu den Reichsten der Region. Klaus Grohe übernahm 1975 die Geschäftsführung, als der Umsatz bei 35 Millionen Euro lag, und führte das Unternehmen zu einem Jahresumsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Er hält immer noch 32 Prozent der Firmenanteile. - Familie Sick (Waldkirch) – Geschätztes Vermögen: 1,4 Milliarden Euro
Sick ist der zweite Sensorhersteller auf dieser Liste und mit knapp 12.000 Mitarbeitern und über zwei Milliarden Euro Jahresumsatz ein Gigant. Das Unternehmen mit Sitz in Waldkirch und weiteren Standorten hat seiner Gründerfamilie ein beachtliches Vermögen von 1,4 Milliarden Euro beschert. Erwin Sick gründete das Unternehmen 1946. Nach seinem Tod leitete seine Frau Gisela die Firma. Heute spielt der Gründerenkel Sebastian Glaser eine wichtige Rolle und leitet die Sick Holding.
Ein anderer Klaus Fischer: Die Fußball-Legende
Der Name Klaus Fischer ist nicht nur in der Wirtschaft des Schwarzwaldes prominent, sondern auch in der Geschichte des deutschen Fußballs. Es handelt sich dabei um eine andere Person als den Unternehmer aus Waldachtal. Klaus Fischer, der Fußballer, war bekannt für seine spektakulären Tore und eine lange Karriere in der Bundesliga.
Schon als Kind war Sport seine Leidenschaft, im Sommer Fußball, im Winter Eisstockschießen, wo er sogar Bayerischer Meister, Deutscher Meister und Europameister wurde. Ursprünglich Glasbläser, führte ihn sein Talent zum Fußball. Nach einem Probetraining bei Hennes Weisweiler, der ihn noch für körperlich zu schwach hielt, wechselte der damals 18-Jährige 1968 vom SC Zwiesel zum TSV 1860 München.
Bei den Löwen etablierte er sich schnell, erzielte in seiner ersten Saison neun Tore und in der zweiten sogar 19 Treffer, was ihm den dritten Platz in der Torjägerliste einbrachte. Den Abstieg der Sechzger 1970 konnte er jedoch nicht verhindern.

Wechsel zu Schalke 04 und der Bundesliga-Skandal
Fischer wechselte zum FC Schalke 04, wo er über ein Jahrzehnt blieb. In der Saison 1971/72 war er Leistungsträger einer starken Mannschaft, die das Meisterschaftsrennen lange offen hielt und am Ende Vizemeister wurde, unter anderem mit Spielern wie Norbert Nigbur, Klaus Fichtel, Rolf Rüssmann, Stan Libuda und den Kremers-Zwillingen. Fischer erzielte in dieser Saison 22 Tore und wurde zusammen mit Hans Walitza Zweiter in der Torschützenliste hinter Gerd Müller. Im DFB-Pokalfinale 1972 besiegte Schalke den 1. FC Kaiserslautern mit 5:0, wobei Fischer das vierte Tor beisteuerte. Dieser 5:0-Sieg ist bis heute Rekord im DFB-Pokalfinale.
Die folgenden Jahre waren jedoch schwierig für Schalke 04, insbesondere durch die Verwicklung des Vereins in den großen Bundesliga-Skandal der Saison 1970/71. Mehrere Spieler, darunter auch Klaus Fischer, verloren Zeit in Gerichtssälen. Sie hatten ein Spiel gegen Arminia Bielefeld absichtlich verloren. Fischer wurde vom DFB zunächst lebenslang gesperrt. Später kommentierte er die Dummheit, ein Spiel für vergleichsweise wenig Geld zu manipulieren.
Rückkehr und späte Karriere
Anfang der Saison 1973/74 wurde Fischer begnadigt und durfte wieder spielen. Er knüpfte an seine alte Form an und erzielte in 25 Spielen 21 Tore. Die Mannschaft von 1972 war jedoch zerbrochen. 1976 holte er mit 29 Toren die Torjägerkanone und sicherte Schalke die UEFA-Pokal-Teilnahme. In der Saison darauf wurde er mit Schalke erneut Vizemeister und erzielte 24 Tore, darunter vier beim historischen 7:0-Sieg gegen den FC Bayern.
Finanzielle Probleme plagten Schalke in den folgenden Jahren, und wichtige Spieler verließen den Verein. Ein schwerer Rückschlag für Fischer war ein komplizierter Schienbeinbruch im März 1980, der ihn zehn Monate außer Gefecht setzte und die Teilnahme an der Europameisterschaft 1980 verhinderte. Als Schalke 1981 abstieg, wechselte Klaus Fischer nach elf Jahren zum 1. FC Köln.

Beim 1. FC Köln wurde Fischer in seiner ersten Saison Vizemeister. Er erzielte dort in drei Spielzeiten 31 Tore in 96 Spielen und gewann 1983 den DFB-Pokal. Nach seiner Zeit in Köln wechselte er zum VfL Bochum, wo er bis zu seinem letzten Bundesligaspiel am 19. März 1988 im Alter von 38 Jahren spielte.
Häufig gestellte Fragen
Die Fragen, die oft gestellt werden, wenn es um prominente Namen geht, betreffen häufig persönliche und finanzielle Aspekte. Im Zusammenhang mit den hier genannten Persönlichkeiten und insbesondere dem Namen Klaus Fischer ergeben sich spezifische Nachfragen.
Wie viel Geld hat Klaus Fischer?
Es gibt zwei prominente Persönlichkeiten namens Klaus Fischer, die in den bereitgestellten Informationen erwähnt werden. Klaus Fischer, der Unternehmer und Chef der Fischerwerke in Waldachtal, hat laut der Auswertung des Manager Magazins ein geschätztes Vermögen von 600 Millionen Euro. Dieses Vermögen basiert auf seiner Beteiligung an der Unternehmensgruppe Fischer, die für den Fischer-Dübel und viele andere Produkte bekannt ist. Über das Vermögen des Fußballers Klaus Fischer liegen in den vorliegenden Informationen keine Schätzungen vor.
Was macht Klaus Fischer heute?
Diese Frage bezieht sich wahrscheinlich auf den Fußballer Klaus Fischer, da seine sportliche Karriere detailliert beschrieben wird. Die bereitgestellten Informationen konzentrieren sich auf seine aktive Karriere bis zu seinem letzten Bundesligaspiel 1988. Es wird nicht explizit ausgeführt, was er heute macht. Allerdings sind viele ehemalige Profifußballer nach ihrer Karriere als Trainer, Berater oder im Management tätig. Die Informationen über den Unternehmer Klaus Fischer besagen, dass er Anfang 2018 den Vorsitz der Geschäftsführung der Fischerwerke an Marc-Sven Mengis übergeben hat, aber weiterhin Haupteigentümer ist.

Ist Klaus Fischer verheiratet?
Die bereitgestellten Informationen bestätigen, dass Klaus Fischer, der Unternehmer und Chef der Fischerwerke, verheiratet ist. Es wird auch erwähnt, dass er zwei Söhne hat, Frank und Jörg Klaus, die zeitweise Anteile am Unternehmen hielten und Jörg Klaus kurzzeitig die Unternehmensleitung übernahm.
Wie viele Fallrückzieher hat Klaus Fischer?
Die bereitgestellten Informationen erwähnen die Frage nach der Anzahl der Fallrückzieher von Klaus Fischer, dem Fußballer, beantworten sie jedoch nicht direkt. Sie verweisen auf den 11FREUNDE Club für exklusive Inhalte. Klaus Fischer war berühmt für seine spektakulären Fallrückzieher und erzielte auf diese Weise einige seiner bekanntesten Tore, darunter das „Tor des Jahrhunderts“ bei der Weltmeisterschaft 1982 gegen Frankreich. Die genaue Anzahl seiner Fallrückzieher-Tore in seiner gesamten Karriere wird in den vorliegenden Daten nicht genannt.
Die Kraft des Unternehmertums im Schwarzwald
Die Geschichten der reichsten Familien im Schwarzwald verdeutlichen die Stärke des mittelständischen Unternehmertums in Deutschland. Viele dieser Firmen sind seit Generationen in Familienbesitz und haben sich durch Innovation, Spezialisierung und globale Ausrichtung zu Weltmarktführern entwickelt. Sie sind ein wichtiger Teil der regionalen Wirtschaft und tragen maßgeblich zum Wohlstand und zur Beschäftigung im Schwarzwald bei. Unternehmen wie Fischerwerke, Hansgrohe, Sick, Arburg, Vega, Koehler Paper, Duravit oder Sto zeigen eindrucksvoll, dass Erfolg nicht nur in den Metropolen, sondern auch in scheinbar abgelegenen Regionen möglich ist. Die Mischung aus Tradition, Innovationskraft und globaler Präsenz ist das Geheimnis ihres anhaltenden Erfolgs.
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