Das Nexus 5, entwickelt in Zusammenarbeit von Google und LG Electronics, repräsentiert einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der Android-Smartphones. Es wurde am 31. Oktober 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt und war sofort über den Google Play Store erhältlich. Als fünftes Gerät in Googles renommierter Nexus-Serie folgte es auf das beliebte Nexus 4 und setzte neue Maßstäbe, insbesondere als das erste Smartphone, das mit der damals brandneuen Android-Version 4.4 KitKat ausgeliefert wurde. Obwohl es inzwischen vom Nexus 5X abgelöst wurde, bleibt das Nexus 5 für viele Technik-Enthusiasten ein unvergessliches Gerät, das für seine pure Android-Erfahrung und sein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis geschätzt wurde.

Die Nexus-Serie war von Google konzipiert, um eine Referenzplattform für die neueste Android-Software zu schaffen und den Herstellern sowie der Community zu zeigen, wie Android in seiner reinsten Form aussehen und funktionieren sollte. Das Nexus 5 erfüllte diese Rolle mit Bravour und wurde schnell zu einem Liebling unter Entwicklern und Nutzern, die eine schnelle, unveränderte Android-Erfahrung suchten, frei von den oft überladenen Anpassungen anderer Hersteller.
Hardware: Das Herzstück des Nexus 5
Beim Blick auf die Hardware des Nexus 5 wird schnell klar, dass Google und LG hier auf eine solide und leistungsfähige Basis gesetzt haben, die für die damalige Zeit Spitzenleistungen ermöglichte. Das Gerät war darauf ausgelegt, die neue Software-Generation optimal zu unterstützen und eine reibungslose Benutzererfahrung zu gewährleisten.
Design und Abmessungen
Das Nexus 5 zeichnete sich durch ein schlichtes, aber funktionales Design aus. Mit Maßen von 137,8 mm Höhe, 69,1 mm Breite und einer Dicke von 8,6 mm lag es gut in der Hand. Das Gewicht von 130 Gramm trug ebenfalls zu einem angenehmen Handling bei. Es war in verschiedenen Farboptionen erhältlich, wobei Schwarz und Weiß die bekanntesten waren.
Display: Scharf und Klar
Eines der herausragenden Merkmale des Nexus 5 war sein Display. Es verfügte über eine Diagonale von etwa 126 mm, was 4,95 Zoll entspricht. Die Auflösung betrug 1920 x 1080 Pixel, was Full HD bedeutet. In Kombination mit einer Punktdichte von rund 445 ppi (Pixel pro Zoll) lieferte das Display gestochen scharfe Bilder und Texte. Farben wurden lebendig dargestellt und der Kontrast war für ein IPS-Display sehr gut. Dies sorgte für ein exzellentes Seherlebnis beim Surfen, Videos schauen oder Spielen.
Leistung: Kraftpaket seiner Zeit
Unter der Haube des Nexus 5 arbeitete ein leistungsstarker Quad-Core-Prozessor. Dabei handelte es sich um einen Qualcomm Snapdragon 800, der mit einer Taktfrequenz von 2,26 GHz lief. Dieser Prozessor gehörte zur damaligen Zeit zu den schnellsten mobilen Chipsätzen auf dem Markt und ermöglichte eine beeindruckende Performance. Apps starteten schnell, Multitasking war flüssig und selbst anspruchsvolle Spiele liefen ohne Probleme. Unterstützt wurde der Prozessor von 2 GB Arbeitsspeicher (RAM), was für das reibungslose Ausführen mehrerer Anwendungen gleichzeitig mehr als ausreichend war. Für die grafische Darstellung war eine Adreno-330-GPU zuständig, die mit 450 MHz taktete und ebenfalls zur Oberklasse der mobilen Grafiklösungen gehörte.
Kamera: Fokus auf das Wesentliche
Die Kamera war oft ein Punkt, bei dem Nexus-Geräte in der Vergangenheit kritisiert wurden. Das Nexus 5 verbesserte sich hier deutlich. Es besaß eine 8-Megapixel-Rückkamera. Eine wichtige Neuerung und Verbesserung war der integrierte optische Bildstabilisator, der half, verwackelte Bilder bei schlechten Lichtverhältnissen oder bei Videoaufnahmen zu vermeiden. Auf der Vorderseite gab es eine 1,3-Megapixel-Kamera für Selfies und Videoanrufe. Mit Android 4.4 KitKat wurde zudem der HDR+-Modus eingeführt, der mehrere Aufnahmen kombinierte, um Bilder mit einem höheren Dynamikbereich und verbesserter Detailzeichnung zu erzeugen, insbesondere in schwierigen Lichtsituationen.
Akku und Aufladen
Der Akku des Nexus 5 hatte eine Kapazität von 2300 mAh. Die Laufzeit war bei intensiver Nutzung oft ein Kritikpunkt, da die leistungsstarke Hardware und das hochauflösende Display den Akku schnell forderten. Eine praktische Funktion war jedoch die Möglichkeit, das Gerät drahtlos aufzuladen. Das Nexus 5 unterstützte den weit verbreiteten Qi-Standard für induktives Laden, was das Aufladen im Alltag bequemer machte, sofern eine passende Ladestation vorhanden war.
Konnektivität und Besondere Merkmale
Das Nexus 5 bot die üblichen Konnektivitätsoptionen wie WLAN, Bluetooth und NFC (Nahfeldkommunikation). Die NFC-Fähigkeiten wurden mit Android 4.4 KitKat weiter ausgebaut. Es unterstützte sowohl GPS als auch GLONASS für eine schnelle und präzise Positionsbestimmung. Eine Besonderheit des Nexus 5 war ein dedizierter digitaler Signalprozessor (DSP). Dieser spezielle Chip war dafür zuständig, Audioinhalte zu verarbeiten, wodurch die Haupt-CPU entlastet wurde. Google gab an, dass das Nexus 5, wenn es ausschließlich als MP3-Player genutzt würde, eine Akkulaufzeit von bis zu 60 Stunden erreichen könnte – ein beeindruckender Wert, der die Effizienz dieses DSPs unterstrich.
Ein Punkt, der bei vielen Nutzern auf gemischte Gefühle stieß, war das Fehlen einer Möglichkeit zur Speichererweiterung mittels einer microSD-Karte. Wie bei den meisten Nexus-Geräten setzte Google auf fest verbauten Speicher. Das Nexus 5 war in Varianten mit 16 GB und 32 GB internem Speicher erhältlich. Eine Benachrichtigungs-LED war ebenfalls vorhanden und konnte in verschiedenen Farben leuchten, um den Nutzer auf neue Nachrichten oder andere Ereignisse aufmerksam zu machen, ohne dass das Display eingeschaltet werden musste.
Software: Pionierarbeit mit Android 4.4 KitKat
Das Nexus 5 hatte die Ehre, als erstes Smartphone mit Android 4.4 KitKat ausgeliefert zu werden. Diese Version des Betriebssystems brachte eine Reihe von Neuerungen und Verbesserungen mit sich, die das Nutzererlebnis maßgeblich beeinflussten.
Zu den wichtigsten Software-Neuerungen gehörten erweiterte NFC-Funktionen, die die Kommunikation zwischen Geräten vereinfachten. Der bereits erwähnte HDR+-Kameramodus verbesserte die Fotoqualität erheblich. Eine für Entwickler und Power-User interessante Funktion war die Möglichkeit, den Bildschirm als Video aufzunehmen ('screen record'), ohne dass Root-Zugriff auf das Gerät erforderlich war – eine Funktion, die bei anderen Android-Geräten zu dieser Zeit nicht standardmäßig verfügbar war.
Der Startbildschirm wurde neu gestaltet und integrierte Google Now noch stärker. Nutzer konnten nun direkt vom Startbildschirm aus auf Google Now zugreifen und Funktionen wie die Sprachsuche oder die Liederkennung nutzen, indem sie einfach nach links wischten oder ein Hotword verwendeten (sofern konfiguriert). Eine weitere signifikante Änderung war die Integration der SMS/MMS-Funktionalität in die Hangouts-App. Hangouts diente nun als zentrale Kommunikationsplattform, die sowohl traditionelle Textnachrichten als auch Online-Chats über den Google-Dienst ermöglichte. Diese Integration wurde später teilweise wieder rückgängig gemacht, zeigte aber Googles Bestreben, seine Kommunikationsdienste zu bündeln.
Über die offizielle Android-Unterstützung hinaus wurde das Nexus 5 aufgrund seiner offenen Natur und der guten Hardwarespezifikationen schnell zu einer beliebten Plattform für alternative Betriebssysteme und Entwicklungsprojekte. Es diente beispielsweise als Referenzhardware für die Plasma Mobile Arbeitsfläche und gehört zu den Geräten, die von Ubuntu Touch unterstützt werden.
Software-Updates und Langlebigkeit
Als Nexus-Gerät profitierte das Nexus 5 von einer bevorzugten Behandlung bei Software-Updates. Google garantierte für seine Nexus-Geräte in der Regel schnelle und direkte Updates auf die neuesten Android-Versionen. Für das Nexus 5 wurden sogenannte „Major Updates“, bei denen sich der Name der Android-Version änderte (z. B. von Lollipop zu Marshmallow), für einen Zeitraum von etwa zwei Jahren nach Veröffentlichung bereitgestellt.
Ein wichtiger Aspekt, der mit der Zeit an Bedeutung gewann, waren Sicherheitsupdates. Seit ihrer Einführung im Oktober 2015 (als Reaktion auf Sicherheitslücken wie „Stagefright“) erhielten auch ältere Modelle wie das Nexus 5 für einen längeren Zeitraum noch monatliche Android-Sicherheitspatches. Diese Updates wurden bis zu drei Jahre nach Verkaufsstart oder 18 Monate nach dem Ende des offiziellen Verkaufszeitraums (der Verfügbarkeit im Play Store) entwickelt und verteilt. Da der Verkauf des Nexus 5 bis März 2015 lief, erhielt das Gerät im Oktober 2016 sein letztes offizielles Sicherheitsupdate für die Version 6 „Marshmallow“.
Obwohl die offizielle Unterstützung durch Google endete, bedeutete dies nicht das Ende der Lebensdauer für viele Nexus 5 Geräte. Dank der aktiven Community und der offenen Natur des Geräts gibt es weiterhin Möglichkeiten, das Smartphone mit aktuellen Software-Versionen zu betreiben. Nutzer können auf freie und quelloffene Alternativen wie LineageOS oder Ubuntu Touch umsteigen. Diese alternativen Betriebssysteme werden von der Community gepflegt und bieten oft neuere Android-Versionen oder komplett andere mobile Erfahrungen, was die Langlebigkeit und Flexibilität des Nexus 5 unterstreicht.
Vergleich mit Vorgänger und Nachfolger
Ein kurzer Blick auf die Position des Nexus 5 innerhalb der Nexus-Serie verdeutlicht seine Rolle als Evolutionär. Es verbesserte sich in vielen Bereichen im Vergleich zum Nexus 4.
| Merkmal | Nexus 4 | Nexus 5 | Nexus 5X |
|---|---|---|---|
| Veröffentlichung | November 2012 | Oktober 2013 | Oktober 2015 |
| Partner | LG | LG | LG |
| Start-Android-Version | Android 4.2 Jelly Bean | Android 4.4 KitKat | Android 6.0 Marshmallow |
| Displaygröße | 4,7 Zoll | 4,95 Zoll | 5,2 Zoll |
| Display-Auflösung | 1280x768 | 1920x1080 | 1920x1080 |
| Prozessor | Snapdragon S4 Pro | Snapdragon 800 | Snapdragon 808 |
| Optischer Bildstabilisator | Nein | Ja | Ja |
Wie die Tabelle zeigt, brachte das Nexus 5 signifikante Verbesserungen gegenüber dem Nexus 4, insbesondere beim Display (Full HD vs. HD), dem Prozessor und der Integration des optischen Bildstabilisators. Das Nexus 5X wiederum baute auf dem Nexus 5 auf und aktualisierte die Hardware auf neuere Komponenten und startete mit einer neueren Android-Version.
Häufig gestellte Fragen zum Nexus 5
Auch Jahre nach seiner Veröffentlichung tauchen immer wieder Fragen zum Nexus 5 auf, besonders im Hinblick auf seine Nutzung heute.
Kann ich den Speicher des Nexus 5 erweitern?
Nein, das Nexus 5 verfügt über keinen Steckplatz für microSD-Karten. Der interne Speicher ist fest verbaut und kann nicht erweitert werden. Nutzer mussten sich beim Kauf für die 16 GB oder 32 GB Variante entscheiden.
Welche ist die höchste offizielle Android-Version für das Nexus 5?
Offiziell hat das Nexus 5 Updates bis einschließlich Android 6.0 Marshmallow erhalten. Das letzte offizielle Sicherheitsupdate wurde im Oktober 2016 veröffentlicht.
Bekommt das Nexus 5 noch offizielle Sicherheitsupdates von Google?
Nein, die offizielle Unterstützung für das Nexus 5 durch Google ist eingestellt. Das letzte offizielle Sicherheitsupdate wurde im Oktober 2016 bereitgestellt.
Gibt es Möglichkeiten, neuere Android-Versionen auf dem Nexus 5 zu installieren?
Ja, dank der aktiven Community gibt es alternative Betriebssysteme wie LineageOS, die auf dem Nexus 5 installiert werden können und oft neuere Android-Versionen unterstützen. Auch andere Systeme wie Ubuntu Touch sind verfügbar.
Unterstützt das Nexus 5 drahtloses Laden?
Ja, das Nexus 5 unterstützt drahtloses Laden nach dem Qi-Standard.
Hat das Nexus 5 einen optischen Bildstabilisator?
Ja, die Hauptkamera des Nexus 5 verfügt über einen optischen Bildstabilisator.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Nexus 5 ein wegweisendes Smartphone war, das nicht nur die Reinheit von Android demonstrierte, sondern auch leistungsstarke Hardware zu einem attraktiven Preis bot. Seine Einführung von KitKat und Funktionen wie der optische Bildstabilisator setzten Standards. Obwohl es heute nicht mehr offiziell unterstützt wird, lebt es in der Community weiter und bleibt ein wichtiges Stück Smartphone-Geschichte.
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