Wie macht man Bilder von Sternen?

Sterne Fotografieren: Der Komplette Guide

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Der Nachthimmel mit seinen unzähligen Sternen, der schimmernden Milchstraße oder dem hell leuchtenden Mond übt eine besondere Faszination aus. Viele Fotografen träumen davon, diese Schönheit festzuhalten. Doch wie gelingt das, wenn nur wenig Licht vorhanden ist? Astrofotografie mag auf den ersten Blick komplex erscheinen, doch mit den richtigen Tipps und etwas Übung kann jeder beeindruckende Aufnahmen vom Nachthimmel machen. Dieser Artikel führt dich Schritt für Schritt durch die Welt der Sternenfotografie, von der Auswahl der richtigen Ausrüstung bis zur Nachbearbeitung deiner Bilder.

Wie macht man Bilder von Sternen?
Eine System- oder SLR Kamera ist perfekt, um den Nachthimmel zu fotografieren. Weitwinkelobjektive sind ideal für den Sternenhimmel. Mit Teleobjektiven fotografierst du Details wie den Mond. Stelle deine Kamera in den M-Modus, um die volle Kontrolle über deine Fotos von den Sternen zu haben.

Welche Ausrüstung benötige ich für Astrofotografie?

Bevor du dich auf die Jagd nach Sternen begibst, ist es wichtig, die passende Ausrüstung zusammenzustellen. Du brauchst nicht zwingend das teuerste High-End-Equipment, aber einige Dinge sind für gelungene Nachtaufnahmen unerlässlich.

Die richtige Kamera für Sternenfotos

Im Grunde kannst du mit fast jeder Kamera Sterne fotografieren, solange sie dir die Möglichkeit bietet, die Einstellungen manuell vorzunehmen. Die Automatik-Modi sind für die extremen Lichtverhältnisse in der Nacht nicht ausgelegt. Spiegelreflexkameras (DSLRs) und moderne spiegellose Systemkameras sind besonders gut geeignet. Sie bieten in der Regel größere Sensoren und die Möglichkeit, Objektive zu wechseln.

Größere Kamerasensoren, wie sie in Vollformatkameras zu finden sind, haben den Vorteil, dass sie bei hohen ISO-Werten weniger Bildrauschen produzieren und eine bessere Bildqualität liefern. Aber auch Kameras mit APS-C-Sensor können hervorragende Ergebnisse liefern, wenn man die Einstellungen entsprechend anpasst.

Hier sind einige Kameramodelle, die sich gut für die Astrofotografie eignen:

ModellTypSensorgrößeMegapixelMaße (L*B*H)GewichtPreis (ohne Objektiv)
Nikon Z5SystemkameraVollformat24 MP134 x 101 x 70 mm673 gab 1.200 Euro
Canon EOS RSystemkameraVollformat30 MP139 x 98 x 84 mm651 gab 1.000 Euro
Nikon D750SpiegelreflexVollformat24 MP141 x 113 x 78 mm840 gab 600 Euro
Canon 6D Mark IISpiegelreflexVollformat26 MP145 x 111 x 75 mm760 gab 700 Euro
Fujifilm X-T2SystemkameraAPS-C24 MP133 x 92 x 49 mm500 gab 550 Euro

Diese Tabelle zeigt eine Auswahl, aber viele andere Kameras mit manuellen Einstellmöglichkeiten sind ebenfalls gut geeignet.

Das passende Objektiv für den Nachthimmel

Neben der Kamera ist das Objektiv entscheidend dafür, was und wie du fotografieren kannst. Für die Astrofotografie gibt es zwei Haupttypen von Objektiven, die interessant sind:

  • Weitwinkelobjektive: Diese sind ideal, um einen großen Teil des Sternenhimmels, die Milchstraße oder Sternbilder einzufangen. Ein Brennweitenbereich zwischen 12 mm und 24 mm (bezogen auf Vollformat) ist hierfür sehr gut geeignet. Sie ermöglichen es dir oft auch, Landschaftselemente in deine Sternenbilder einzubauen, was der Komposition Tiefe verleiht.
  • Teleobjektive: Wenn du Details am Nachthimmel, wie den Mond oder ferne Galaxien (mit spezieller Ausrüstung), fotografieren möchtest, benötigst du ein Teleobjektiv. Mit einer Brennweite von 200 mm oder mehr kannst du den Mond formatfüllend und detailreich abbilden.

Ein weiterer wichtiger Faktor beim Objektiv ist die Blende. Für die Astrofotografie sind lichtstarke Objektive von Vorteil, da sie mehr Licht auf den Sensor lassen. Eine große Blendenöffnung, also eine kleine Blendenzahl wie f/4, f/2.8 oder sogar f/1.8, ist sehr wünschenswert. Je kleiner die Blendenzahl, desto mehr Licht gelangt zum Sensor, was dir kürzere Belichtungszeiten oder niedrigere ISO-Werte ermöglicht.

Weitwinkelobjektive haben oft recht große maximale Blendenöffnungen (z. B. f/3.5 oder größer). Bei Telezoom-Objektiven ist die maximale Blende oft kleiner, z. B. f/5.6. Wenn dein Objektiv keine sehr große Blendenöffnung bietet, musst du dies durch eine längere Belichtungszeit oder einen höheren ISO-Wert ausgleichen.

Ein stabiles Stativ ist unverzichtbar

Warum brauchst du ein Stativ? Ganz einfach: Um die Sterne am Nachthimmel sichtbar zu machen, musst du mit langen Belichtungszeiten arbeiten. Diese können von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten reichen. Selbst die kleinste Bewegung der Kamera während der Belichtung führt zu verwackelten und unscharfen Bildern.

Ein stabiles Stativ hält deine Kamera absolut ruhig und ermöglicht dir gestochen scharfe Aufnahmen, auch bei sehr langen Belichtungszeiten. Es gibt dir auch die Freiheit, in Ruhe über deine Bildkomposition nachzudenken.

Wichtig: Wenn du ein Stativ verwendest, schalte unbedingt den Bildstabilisator (IS oder VR) an deinem Objektiv oder deiner Kamera aus. Wenn die Kamera auf einem Stativ steht, gibt es keine Bewegung auszugleichen. Der Versuch des Stabilisators, nicht vorhandene Bewegungen auszugleichen, kann paradoxerweise selbst zu Unschärfe führen.

Die richtigen Kameraeinstellungen für Sternenfotos

Nachdem die Ausrüstung steht, geht es an die Einstellungen. Hier ist präzises Arbeiten im manuellen Modus gefragt.

Der manuelle Modus (M)

Wie bereits erwähnt, ist der manuelle Modus (M) der einzige Weg, um in der Astrofotografie die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Stelle deine Kamera auf M, um die volle Kontrolle über Belichtungszeit, Blende und ISO zu haben. Die Automatik-Modi sind für die extremen Lichtverhältnisse der Nacht nicht geeignet und würden dir keine zufriedenstellenden Sternenfotos liefern.

Die passende Belichtungszeit wählen

Die Belichtungszeit ist entscheidend dafür, wie die Sterne auf deinem Bild dargestellt werden. Möchtest du die Sterne als scharfe Punkte abbilden, darf die Belichtungszeit nicht zu lang sein. Aufgrund der Erdrotation bewegen sich die Sterne scheinbar über den Himmel. Eine zu lange Belichtungszeit führt dazu, dass die Sterne zu Strichen werden (Startrails).

Als Richtwert, um Sterne punktförmig abzubilden, liegt die Belichtungszeit je nach Brennweite und Sensorgröße deiner Kamera meist zwischen 2 und 30 Sekunden. Bei sehr kurzen Brennweiten (z.B. 14mm an Vollformat) kannst du oft bis zu 25-30 Sekunden belichten. Bei längeren Brennweiten musst du die Belichtungszeit verkürzen. Es gibt die sogenannte 500er-Regel (oder 300er-Regel für APS-C), die einen ungefähren Richtwert liefert (500 / Brennweite = maximale Belichtungszeit in Sekunden für Punktsterne), aber am besten tastest du dich durch Testfotos an die richtige Zeit heran. Mache ein Foto, prüfe es auf dem Display und passe die Zeit bei Bedarf an.

Wenn du hingegen bewusst Startrails, also Sternspuren, erzeugen möchtest, benötigst du sehr lange Belichtungszeiten von mehreren Minuten oder sogar Stunden (oft durch Aneinanderreihen mehrerer Langzeitbelichtungen).

Die richtige Blende für viel Licht

Die Blende steuert, wie viel Licht auf einmal durch dein Objektiv fällt. Da in der Nacht nur wenig Licht von den Sternen kommt, möchtest du so viel Licht wie möglich einfangen. Das bedeutet, du wählst eine möglichst große Blendenöffnung, was einer kleinen Blendenzahl entspricht.

Beginne damit, die größte Blendenöffnung deines Objektivs zu wählen (die kleinste Blendenzahl, z. B. f/2.8, f/3.5 oder f/4). Je kleiner die Zahl, desto mehr Licht kommt herein. Objektive mit einer maximalen Blendenöffnung von f/4 oder größer (kleinere Zahl) sind gut geeignet. Wenn dein Objektiv eine maximale Blende von f/5.6 oder kleiner (größere Zahl) hat, musst du dies durch eine längere Belichtungszeit oder einen höheren ISO-Wert kompensieren.

Der passende ISO-Wert für die Lichtempfindlichkeit

Der ISO-Wert beeinflusst, wie empfindlich dein Kamerasensor auf Licht reagiert. In der Nachtfotografie musst du die Lichtempfindlichkeit in der Regel erhöhen, da nur wenig Licht vorhanden ist. Ein guter Startpunkt für die ISO-Einstellung liegt oft bei ISO 1.600 oder höher.

Allerdings hat ein hoher ISO-Wert einen entscheidenden Nachteil: Er führt zu digitalem Bildrauschen, das sich als störende Körnigkeit im Bild bemerkbar macht. Deshalb ist es wichtig, den ISO-Wert so niedrig wie möglich zu halten, während die Belichtung noch korrekt ist.

Die beste Vorgehensweise ist, zuerst die Belichtungszeit (für punktförmige Sterne) und die Blende (so groß wie möglich) einzustellen. Erhöhe dann schrittweise den ISO-Wert, mache Testaufnahmen und prüfe das Histogramm auf deiner Kamera, bis die Belichtung stimmt und das Bild hell genug ist, ohne zu überbelichten. Versuche, den ISO-Wert nicht unnötig hoch zu treiben.

Manuell fokussieren in der Dunkelheit

Der Autofokus deiner Kamera hat in der Dunkelheit große Probleme, scharfzustellen. Es gibt einfach nicht genug Kontrastpunkte am Himmel, an denen er sich orientieren könnte. Deshalb musst du in der Astrofotografie immer manuell fokussieren.

Stelle dein Objektiv oder deine Kamera auf den manuellen Fokus (MF) um. Eine sehr hilfreiche Technik ist die Verwendung des Live-Views auf dem Kameradisplay. Zoome im Live-View so stark wie möglich in einen hellen Stern hinein (viele Kameras bieten hierfür eine Fokus-Lupe an). Drehe dann am Fokusring deines Objektivs, bis der Stern so klein und scharf wie möglich erscheint. Der Fokuspunkt sollte auf Unendlich liegen, aber verlasse dich nicht blind auf die Unendlich-Markierung am Objektiv; die Live-View-Methode ist präziser.

Spezielle Motive und Techniken

Der Nachthimmel bietet verschiedene faszinierende Motive, die jeweils leicht angepasste Techniken erfordern.

Den Mond fotografieren

Der Mond ist ein beliebtes Motiv für die Astrofotografie, unterscheidet sich aber stark vom Fotografieren der Sterne oder der Milchstraße. Da der Mond sehr hell ist (er reflektiert Sonnenlicht), benötigst du hier ganz andere Einstellungen.

Für detailreiche Aufnahmen des Mondes ist ein Teleobjektiv mit einer Brennweite von mindestens 200 mm (oder mehr) unerlässlich, um ihn groß genug abzubilden. Die Kameraeinstellungen weichen deutlich ab: Wähle eine kurze Belichtungszeit, oft nur Bruchteile einer Sekunde (z. B. 1/125 Sekunde oder kürzer), da der Mond sich relativ schnell über den Himmel bewegt und sehr hell ist. Eine mittlere Blende, etwa f/5.6 bis f/8, ist oft ausreichend und liefert eine gute Schärfe. Der ISO-Wert kann sehr niedrig sein, oft zwischen ISO 100 und ISO 800. Probiere verschiedene Kombinationen aus, um die perfekte Belichtung zu finden. Auch hier ist manuelles Fokussieren und die Verwendung eines Stativs für maximale Schärfe ratsam.

Die Milchstraße gekonnt in Szene setzen

Die Milchstraße ist ein atemberaubendes Motiv. Um sie zu fotografieren, ist die Wahl des Ortes entscheidend. Fahre möglichst weit weg von Städten und deren Lichtverschmutzung. Je dunkler der Himmel, desto deutlicher wird die Milchstraße sichtbar.

Verwende ein Weitwinkelobjektiv (bis 24 mm), um einen großen Teil der Milchstraße einzufangen. Es ist oft reizvoll, ein Stück Landschaft im Vordergrund einzubauen, um einen Bezugspunkt zu schaffen und die Größenverhältnisse zu verdeutlichen. Positioniere die Milchstraße in deinem Bildausschnitt so, dass eine interessante Komposition entsteht.

Für die Kameraeinstellungen orientierst du dich an den Tipps für punktförmige Sterne: Wähle eine möglichst große Blende (z. B. f/3.5 oder größer). Die Belichtungszeit sollte so lang sein wie möglich, um viel Licht einzufangen, aber kurz genug, damit die Sterne als Punkte erscheinen (oft 20 bis 30 Sekunden bei Weitwinkel). Passe dann den ISO-Wert an, um die korrekte Belichtung zu erreichen; dieser liegt meist um ISO 1.600 oder höher.

In Deutschland ist die Milchstraße zwischen Frühjahr und Herbst am besten sichtbar.

Kreative Startrails fotografieren

Startrails entstehen, wenn du den Sternenhimmel über einen längeren Zeitraum belichtest und die Bewegung der Sterne durch die Erdrotation als Lichtspuren festhältst. Dies erfordert eine sehr lange Belichtungszeit.

Im Gegensatz zu punktförmigen Sternen, bei denen die Belichtungszeit auf 30 Sekunden begrenzt ist, belichtest du für Startrails oft 5 Minuten, 30 Minuten oder sogar mehrere Stunden. Dies kann entweder in einer einzigen Langzeitbelichtung geschehen (wenn deine Kamera dies unterstützt und Rauschen kein Problem ist) oder häufiger durch das Aneinanderreihen vieler kürzerer Belichtungen (z. B. 200 Aufnahmen à 30 Sekunden), die später in einer Software gestackt werden.

Für Startrails kannst du eine etwas kleinere Blende wählen als für punktförmige Sterne, etwa f/5.6 bis f/8. Dies erhöht oft die Schärfentiefe und die allgemeine Schärfe im Bild. Da die Belichtungszeit sehr lang ist, benötigst du keinen sehr hohen ISO-Wert. Halte den ISO möglichst niedrig (bis etwa ISO 400), um das Bildrauschen zu minimieren. Ein Stativ ist selbstverständlich absolut Pflicht. Eine Komposition mit einem markanten, unbewegten Vordergrundobjekt (Baum, Gebäude, Berg) verleiht Startrail-Bildern oft zusätzliche Tiefe.

Sternenfotos mit Bildbearbeitung veredeln

Die Nachbearbeitung am Computer ist ein wichtiger Schritt, um das Beste aus deinen Sternenfotos herauszuholen. Fotografiere unbedingt im RAW-Format. RAW-Dateien enthalten deutlich mehr Bildinformationen als JPEGs und bieten dir viel mehr Spielraum bei der Bearbeitung, insbesondere beim Anheben von Lichtern und Schatten oder der Rauschreduzierung.

Auch wenn du die Bearbeitung natürlich nach deinen Vorstellungen gestalten kannst, reichen oft schon wenige gezielte Anpassungen, um einen großen Unterschied zu machen:

  • Belichtung: Korrigiere die Grundhelligkeit des Bildes. Oft müssen Astrofotos leicht aufgehellt werden.
  • Kontrast: Erhöhe den Kontrast, um die Sterne hervorzuheben. Dies kannst du über den allgemeinen Kontrastregler tun oder feiner über die Anpassung von Tiefen (Schatten) und Lichtern.
  • Struktur & Klarheit: Regler wie 'Struktur' oder 'Klarheit' (oder 'Dehaze' in manchen Programmen) können helfen, die Milchstraße oder das Funkeln der Sterne deutlicher hervorzuheben. Sei hier vorsichtig, um das Bild nicht unnatürlich aussehen zu lassen.
  • Farbanpassung: Korrigiere den Weißabgleich, falls nötig, und passe die Farben an, um der Szene den gewünschten Look zu verleihen.
  • Rauschreduzierung: Bei hohen ISO-Werten ist Rauschen unvermeidlich. Nutze die Rauschreduzierungsfunktionen deiner Software, um das Rauschen zu minimieren, aber übertreibe es nicht, damit die Sterne nicht verschwimmen.

Sei insgesamt behutsam bei der Bearbeitung, um einen natürlichen und glaubwürdigen Eindruck des Nachthimmels zu bewahren.

Die besten Orte für die Sternenfotografie

Selbst mit der besten Ausrüstung und den perfekten Einstellungen wirst du in einer Großstadt keine beeindruckenden Sternenfotos machen können. Lichtverschmutzung ist der größte Feind der Astrofotografie. Suche Orte auf, die möglichst weit entfernt von menschlichen Siedlungen mit viel künstlichem Licht liegen.

Sternenfotografie in Deutschland

Auch in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland gibt es Orte mit ausreichend dunklem Himmel. Du musst oft nur ein paar Kilometer aus der Stadt fahren, um eine deutliche Verbesserung zu sehen. Einige Regionen bieten aber besonders gute Bedingungen:

  • Schwarzwald: Abgelegene Regionen im Schwarzwald bieten oft sehr dunkle Nächte und gleichzeitig interessante Landschaftselemente für die Komposition.
  • Eifel (Sternenpark): In der Eifel gibt es einen offiziell ausgewiesenen Sternenpark. Hier wurden Maßnahmen ergriffen, um die Lichtverschmutzung zu minimieren, was optimale Bedingungen für die Astrofotografie schafft.
  • Müritz (Mecklenburgische Seenplatte): Auch diese Region gehört zu den dunkelsten in Deutschland. Die vielen Seen bieten zusätzlich spannende Möglichkeiten, mit Spiegelungen zu arbeiten.

Zusätzlich gibt es viele nützliche Apps für dein Smartphone (z. B. Sky Guide für iPhone, Star Tracker für Android), die dir helfen können, Sternbilder zu identifizieren, die Position der Milchstraße zu finden und die besten Zeiten für die Beobachtung zu planen.

Globale Hotspots für Sternenfotografen

Wenn du bereit bist, weiter zu reisen, gibt es weltweit Orte, die für ihre außergewöhnlich dunklen Himmel bekannt sind:

  • Atacama-Wüste, Chile: Eine der trockensten Regionen der Welt, die extrem klare und dunkle Nächte bietet. Ein Paradies für Astrofotografen.
  • Kanarische Inseln, Spanien: Besonders La Palma ist bekannt für seine Observatorien und den Schutz des Nachthimmels. Eine zugängliche Option mit fantastischen Bedingungen.
  • Neuseeland: Insbesondere die Südinsel bietet einige der dunkelsten und unberührtesten Himmel weltweit, ideal für die Fotografie der südlichen Milchstraße.

Häufig gestellte Fragen zur Sternenfotografie

Hier beantworten wir einige häufig gestellte Fragen, die sich Einsteiger in der Astrofotografie stellen:

Kann ich jede Kamera für Sternenfotos nutzen?

Ja, grundsätzlich jede Kamera, die manuelle Einstellungen für Belichtungszeit, Blende und ISO bietet. Spiegelreflex- und Systemkameras sind wegen ihrer Flexibilität und Sensorgröße oft die beste Wahl.

Was sind die wichtigsten Einstellungen für punktförmige Sterne?

Wähle den manuellen Modus (M), eine möglichst große Blende (kleine f-Zahl), eine Belichtungszeit, die die Sterne als Punkte abbildet (meist 2-30 Sekunden je nach Brennweite), und passe den ISO-Wert so an, dass die Belichtung stimmt (oft um ISO 1.600).

Warum muss ich manuell fokussieren?

Der Autofokus funktioniert in der Dunkelheit nicht zuverlässig, da es an Kontrast fehlt. Manuelles Fokussieren über den Live-View und die Fokus-Lupe ist notwendig, um die Sterne scharf abzubilden.

Ist ein Stativ wirklich nötig?

Ja, ein Stativ ist absolut unverzichtbar. Aufgrund der notwendigen langen Belichtungszeiten führt jede kleinste Bewegung ohne Stativ zu Unschärfe.

Was ist der Unterschied zwischen punktförmigen Sternen und Startrails?

Der Hauptunterschied liegt in der Belichtungszeit. Kurze Belichtungszeiten (bis ca. 30 Sek.) zeigen Sterne als Punkte. Sehr lange Belichtungszeiten (mehrere Minuten oder Stunden) lassen die Sterne durch die Erdrotation zu Strichen werden (Startrails).

Fazit

Die Fotografie des Nachthimmels ist ein lohnendes Hobby, das Geduld und Übung erfordert, aber mit spektakulären Ergebnissen belohnt. Mit der richtigen Kamera, einem geeigneten Objektiv und einem stabilen Stativ bist du gut ausgerüstet. Das Beherrschen der manuellen Einstellungen – insbesondere Belichtungszeit, Blende und ISO – sowie das manuelle Fokussieren sind entscheidend. Experimentiere mit verschiedenen Motiven wie dem Mond, der Milchstraße oder Startrails und suche dir dunkle Orte fernab der Lichtverschmutzung.

Mit etwas Übung wirst auch du in der Lage sein, die Magie des Nachthimmels in beeindruckenden Fotos festzuhalten. Trau dich, in die Nacht hinauszugehen und die Sterne zu entdecken!

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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