Werden noch Olympus-Kameras hergestellt?

Olympus Kameras: Übergang zu OM Digital Solutions

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Die Frage, ob Olympus-Kameras noch hergestellt werden, beschäftigt viele Fotografie-Enthusiasten. Die direkte Antwort ist nuanciert: Die Olympus Corporation selbst stellt seit Anfang 2021 keine Kameras, Audiorekorder oder Ferngläser mehr her. Diese Bereiche sind nicht mehr Teil des Produktportfolios des Unternehmens. Stattdessen wurden diese Produktlinien an ein neues Unternehmen namens OM Digital Solutions übertragen, das seitdem für deren Vermarktung, Verkauf und Vertrieb zuständig ist. Die reiche Geschichte und das Erbe der Olympus-Kameras leben somit unter neuer Führung weiter.

Die Anfänge und legendären Systeme

Die Geschichte der Olympus-Kameras reicht weit zurück. Alles begann in den 1930er Jahren mit der Semi-Olympus I, die bereits mit dem ersten Objektiv der Marke Zuiko ausgestattet war. In den Jahren 1948 bis 1956 folgten Serien wie die Olympus Chrome Six, Faltkameras für Mittelformatfilm.

Werden noch Olympus-Kameras hergestellt?
Kameras. * Die Kameras, Audiorecorder und Ferngläser sind nicht mehr Eigentum der Olympus Corporation und gehören nicht mehr zu ihrem Produktportfolio. Seit Januar 2021 wurden diese Produkte an OM Digital Solutions übertragen und werden von diesem Unternehmen vermarktet, verkauft und vertrieben .

Ein entscheidender Wendepunkt war die Einführung des innovativen Pen-Systems im Jahr 1959. Dieses System, maßgeblich vom Designteam unter der Leitung von Yoshihisa Maitani entwickelt, nutzte das Halbformat. Dies bedeutete, dass auf einem Standard-36er-Kleinbildfilm 72 Aufnahmen im Format 18×24 mm gemacht werden konnten. Dies machte die Pen-Kameras für ihre Zeit außergewöhnlich kompakt und tragbar.

Später schuf dasselbe Designteam unter Yoshihisa Maitani das OM-System. Dies war ein professionelles 35-mm-Spiegelreflexsystem (SLR) im Vollformat, das entwickelt wurde, um mit den Bestsellern von Nikon und Canon zu konkurrieren. Das OM-System setzte einen neuen Trend zu kompakteren Kameras und Objektiven. Es war deutlich kleiner als die Konkurrenz und führte innovative Designmerkmale ein, wie die Belichtungsmessung direkt vom Film (OTF-Metering) und die OTF-Blitzautomatik. Das System umfasste schließlich 14 verschiedene Gehäuse, etwa 60 Zuiko-Objektive und zahlreiches Zubehör.

In den 1980er Jahren wagte sich Olympus kurzzeitig in den Bereich der Videoausrüstung für Verbraucher. 1983 brachte Olympus zusammen mit Canon eine Reihe von Videoaufzeichnungsgeräten auf den Markt, die von JVC hergestellt wurden. Dieses System, „Olympus Video Photography“ genannt, wurde sogar von dem renommierten Fotografen Terance Donovan beworben. Eine zweite Version folgte im nächsten Jahr, doch dies war Olympus' letzter Ausflug in die Welt der Consumer-Videoausrüstung, bis digitale Kameras populär wurden.

Der Weg ins Digitalzeitalter und Micro Four Thirds

Tsuyoshi Kikukawa, der später Präsident von Olympus wurde, erkannte früh die Nachfrage nach digitalen Spiegelreflexkameras. Ihm wird die Strategie des Unternehmens im Bereich der Digitalfotografie zugeschrieben. Er setzte sich für das Engagement von Olympus ein, in den Markt für hochauflösende Fotoprodukte einzusteigen. Als Ergebnis seiner Bemühungen brachte Olympus 1996 eine Digitalkamera mit 810.000 Pixeln für den Massenmarkt heraus, zu einer Zeit, als die Auflösung der Konkurrenz weniger als halb so hoch war. Im folgenden Jahr traf Olympus mit einer Kamera mit 1,41 Millionen Pixeln auf den Markt. Bis 2001 überstieg der Jahresumsatz des Unternehmens aus der Digitalfotografie 100 Milliarden Yen.

Olympus stellte Kompaktdigitalkameras her und war der Designer des Four Thirds Systemstandards für digitale Spiegelreflexkameras. Die Flaggschiff-DSLR-Kamera von Olympus im Four Thirds System war die E-5, die 2010 veröffentlicht wurde. Olympus war auch der größte Hersteller von Four Thirds-Objektiven unter der Marke Zuiko Digital. Nach der Einführung des Micro Four Thirds Systems und dem allgemeinen Marktwachstum bei spiegellosen Systemkameras (MILC) wurde das reguläre Four Thirds System vernachlässigt. 2017, nach drei Jahren ohne neues Objektiv und sieben Jahren ohne neues Gehäuse, stellte Olympus das Four Thirds System offiziell ein.

Parallel dazu begannen Olympus und Panasonic eine neue gemeinsame Entwicklung: das Micro Four Thirds System. Dies ist ein System mit austauschbaren Objektiven, das die Four Thirds Sensorgröße beibehält, aber ohne Spiegel auskommt (Mirrorless Interchangeable Lens Camera). Das Fehlen von Spiegeln ermöglichte es, das Kameragehäuse deutlich kleiner als bei einer DSLR zu gestalten, während die Bildqualität und die Austauschbarkeit der Objektive erhalten blieben. Das erste Produkt im Micro Four Thirds System war die Panasonic Lumix DMC-G1, die 2008 auf den Markt kam. Die erste MFT-Kamera unter der Marke Olympus war die Olympus PEN E-P1. Da sie sehr teuer war, wurde eine günstigere Option namens Olympus PEN Lite E-PL1 entwickelt.

Das Marktwachstum der spiegellosen Systemkameras veranlasste Olympus, eine neue Serie in sein Sortiment aufzunehmen: die moderne, digitale Implementierung der legendären OM-Serie, die OM-D. Sie behielt das Micro Four Thirds System bei, fügte aber einen integrierten elektronischen Sucher und ein ergonomischeres Tastenlayout hinzu, verpackt in einem Gehäuse im Retro-Stil. Das erste Modell dieser Familie war die E-M5, die 2012 veröffentlicht wurde. Seitdem hat Olympus seine beiden Linien (PEN und OM-D) und das Micro Four Thirds System, weiterhin zusammen mit Panasonic, weiterentwickelt. Die letzte erwähnte Olympus-Kamera ist die Olympus OM-D E-M10 Mark IV (Stand 20. August 2020).

Olympus Kameras verwendeten zeitweise ausschließlich die proprietäre xD-Picture Card als Speichermedium. Diese Speicherlösung war weniger populär als gängigere Formate, und neuere Kameras konnten auch SD- und CompactFlash-Karten verwenden. Eine weitere Besonderheit war die Verwendung spezieller proprietärer USB-Kabel, wie das CB-USB8, anstatt Standards zu folgen.

Im Bereich Audio führte Olympus die Microkassette ein. Der Olympus Pearlcorder L400 aus den 1980er Jahren war der kleinste und leichteste jemals verkaufte Microkassetten-Sprachrekorder.

Was ist mit Olympus passiert?
Im Jahr 2020 gab Olympus bekannt, dass die Kameraabteilung Ende des Jahres an Japan Industrial Partners verkauft wird . Im Oktober 2020 übertrug Olympus seine Imaging-Abteilung an die neu gegründete OM Digital Solutions.

Im Jahr 2012 kündigte das Unternehmen an, dass Sony und Fujifilm eine Kapitalallianz angeboten hätten, und dass das Unternehmen sich auf spiegellose Systemkameras (MILC) konzentrieren werde.

Die Übergabe an OM Digital Solutions

Im Jahr 2020 kündigte Olympus an, dass die Kameradivision bis zum Ende des Jahres an Japan Industrial Partners verkauft werden würde. Im Oktober 2020 übertrug Olympus seine Imaging-Sparte an die neu gegründete OM Digital Solutions. Am 1. Januar 2021 wurden 95% der Anteile an OM Digital Solutions an OJ Holdings, Ltd., eine eigens dafür gegründete Tochtergesellschaft von Japan Industrial Partners, übertragen. Olympus behielt die restlichen 5% der Anteile. Dies bedeutet, dass die Kameras, die heute unter dem Namen Olympus oder OM System verkauft werden, nicht mehr direkt von der Olympus Corporation hergestellt und vertrieben werden, sondern von diesem neuen Unternehmen.

Die Olympus Corporation konzentriert sich seitdem auf ihre anderen Geschäftsbereiche, insbesondere im medizinischen und wissenschaftlichen Bereich, wo sie beispielsweise Endoskope, Mikroskope und industrielle Prüfgeräte herstellt.

Fragen und Antworten

Wer stellt heute Olympus Kameras her?

Seit dem 1. Januar 2021 werden die ehemaligen Kamerageschäfte von Olympus von einem neuen Unternehmen namens OM Digital Solutions geführt. Dieses Unternehmen ist für die Entwicklung, Herstellung, den Vertrieb und die Vermarktung der Kameras zuständig.

Warum hat Olympus die Kamerasparte verkauft?

Die genauen Gründe sind komplex, aber die Entscheidung im Jahr 2012, sich auf spiegellose Systemkameras zu konzentrieren, deutete bereits auf eine strategische Neuausrichtung hin. Der Verkauf an Japan Industrial Partners im Jahr 2020 ermöglichte es der Olympus Corporation, sich auf ihre profitableren Geschäftsbereiche wie Medizin und Wissenschaft zu konzentrieren.

Gibt es noch neue Kameras mit dem Namen Olympus oder OM System?

Ja, OM Digital Solutions führt das Erbe fort und bringt weiterhin Kameras und Objektive unter den Namen Olympus und der neuen Marke OM System auf den Markt. Die Technologie und das Design basieren auf der langjährigen Erfahrung von Olympus im Bereich der Fotografie.

Was ist das Micro Four Thirds System, auf das sich OM Digital Solutions konzentriert?

Das Micro Four Thirds System ist ein von Olympus und Panasonic gemeinsam entwickeltes System für spiegellose Systemkameras. Es zeichnet sich durch kompakte Gehäuse und Objektive bei gleichzeitig hoher Bildqualität aus, dank der Four Thirds Sensorgröße und dem Wegfall des Spiegelmechanismus einer traditionellen DSLR.

Fazit

Auch wenn die Olympus Corporation die Kamerasparte verkauft hat, ist die Marke nicht vom Markt verschwunden. Unter der Führung von OM Digital Solutions, einem Unternehmen, das zu 95% Japan Industrial Partners gehört, wird die Entwicklung und Produktion von Kameras fortgesetzt. Fans der Marke können sich also weiterhin auf innovative Kameras und Objektive freuen, die das Erbe der legendären Olympus-Systeme wie Pen, OM und Micro Four Thirds weitertragen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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