Die Frage, ob die Kamera des Google Pixel 3 gut ist, lässt sich kurz und bündig beantworten: Ja, sie ist es, besonders im Hinblick auf ihre Fähigkeit, dank eines weiten Dynamikbereichs auch in schwierigen Lichtsituationen solide Ergebnisse zu liefern. Doch mit dem Google Pixel 4 hat der Tech-Riese aus Mountain View die mobile Fotografie auf eine neue Stufe gehoben, nicht nur durch Hardware-Upgrades, sondern vor allem durch fortschrittliche Software. Während die Produktion des Pixel 4 eingestellt wurde – ein Grund, der in den uns vorliegenden Informationen nicht erläutert wird – bleibt es ein faszinierendes Beispiel für Googles Ansatz, Fotografie durch Rechenleistung neu zu definieren.

Das Pixel 4 baut auf dem Fundament des Pixel 3 auf und teilt sich sogar denselben Hauptsensor, den Sony Exmor IMX363 mit 12,2 Megapixeln. Dies unterstreicht Googles Philosophie: Nicht die rohe Sensorgröße oder die Anzahl der Linsen allein machen ein großartiges Kamera-Smartphone aus, sondern die intelligente Verarbeitung der Bilddaten durch leistungsstarke Software-Algorithmen. Lassen Sie uns einen detaillierten Blick auf die Kamerafunktionen und weitere bemerkenswerte Features des Pixel 4 werfen.

Die Kamera-Hardware des Pixel 4: Ein Dual-System
Anders als das Pixel 3, das auf der Rückseite mit einer einzelnen Kamera auskam, spendierte Google dem Pixel 4 ein Dual-Kamera-Setup. Dieses ist prominent in einem quadratischen Modul auf der Rückseite untergebracht und besteht aus:
- Weitwinkelobjektiv: Dies ist die Hauptkamera mit dem bereits vom Pixel 3 bekannten 12,2-Megapixel-Sensor (Sony IMX363). Sie verfügt über eine Blende von f/1.7 und ein Sichtfeld von 77 Grad mit einer Brennweite von 28 mm. Die Beibehaltung dieses Sensors mag auf den ersten Blick unspektakulär erscheinen, doch in Kombination mit Googles Software zeigt er weiterhin sein Potenzial.
- Teleobjektiv: Eine willkommene Ergänzung ist das zweite Objektiv mit einem 16-Megapixel-Sensor. Es hat eine Blende von f/2.4 und eine Brennweite von 48 mm. Dieses Objektiv ermöglicht einen optischen oder zumindest optisch unterstützten Zoom, der über das hinausgeht, was mit digitalem Zoom allein möglich wäre.
Diese Kombination ermöglicht dem Pixel 4 mehr Flexibilität, insbesondere bei der Aufnahme von Porträts und beim Heranzoomen von Motiven. Google behauptete, dass das Pixel 4 einen 8-fach-Zoom in nahezu optischer Qualität liefern kann, was eine beeindruckende Leistung für ein Smartphone ist.
Videofunktionen: Fokus auf 1080p
Bei den Videofunktionen gab es eine interessante Einschränkung: Das Pixel 4 kann Videos in 4K-Auflösung aufnehmen, aber nur mit 30 Bildern pro Sekunde. Viele Konkurrenten boten zu dieser Zeit bereits 4K-Aufnahme mit 60 Bildern pro Sekunde an. Google begründete diese Entscheidung damit, dass die Mehrheit der Nutzer bei 1080p-Auflösung bleibe und man sich daher darauf konzentriert habe, die Qualität in diesem Modus zu verbessern, anstatt einen 4K-60fps-Modus zu ermöglichen, der pro Minute bis zu einem halben Gigabyte Speicherplatz verbrauchen könnte. Dies unterstreicht erneut Googles Fokus auf die Optimierung der Nutzererfahrung für die breite Masse, auch wenn es für ambitionierte Videografen eine Einschränkung darstellen mochte.
Die Software-Magie: Computational Photography
Wo das Pixel 4 wirklich glänzt, ist die Software-Seite der Fotografie, oft als Computational Photography bezeichnet. Das Pixel 4 wird mit Google Camera 7.1 ausgeliefert und bietet eine Reihe von Software-Verbesserungen, die die Grenzen dessen, was mit Smartphone-Kameras möglich ist, verschieben:
- Live HDR+ mit dualer Belichtungssteuerung: HDR+ ist ein Markenzeichen der Pixel-Reihe und verbessert den Dynamikbereich von Fotos erheblich, indem es mehrere Aufnahmen mit unterschiedlichen Belichtungen kombiniert. Live HDR+ ermöglichte es dem Nutzer, das Endergebnis von HDR+ bereits in der Vorschau zu sehen. Die duale Belichtungssteuerung gab dem Nutzer zusätzlich die Möglichkeit, Schatten und Highlights separat anzupassen, was eine präzisere Kontrolle über die Belichtung ermöglichte.
- Verbesserter Night Sight mit Astrofotografie-Modus: Night Sight revolutionierte die Low-Light-Fotografie auf Smartphones. Das Pixel 4 verbesserte diesen Modus weiter und führte den beeindruckenden Astrofotografie-Modus ein. Dieser Modus ist in der Lage, atemberaubende Aufnahmen des Sternenhimmels zu machen, indem er bis zu 16 Belichtungen mit einer Belichtungszeit von jeweils 15 Sekunden kombiniert und diese intelligent verrechnet. Dies war ein Feature, das zuvor spezieller Ausrüstung vorbehalten war und die Fähigkeiten einer Smartphone-Kamera eindrucksvoll demonstrierte.
- Verbesserter Porträtmodus mit realistischerem Bokeh: Der Porträtmodus simuliert eine geringe Schärfentiefe, um das Motiv vom Hintergrund abzuheben. Das Pixel 4 verfeinerte die Software, um ein realistischeres Bokeh (die Qualität der Unschärfe im Hintergrund) zu erzeugen, selbst bei Objekten und nicht nur bei Personen.
Diese Software-Features werden maßgeblich durch den Pixel Neural Core angetrieben, dem Nachfolger des Pixel Visual Core. Dieser Chip ist speziell für die Verarbeitung von Bilddaten und maschinellem Lernen optimiert und ermöglicht die komplexen Berechnungen, die für Features wie Night Sight und HDR+ erforderlich sind.
Die Frontkamera: Ein Schritt zurück?
Bei der Frontkamera gab es eine interessante Änderung im Vergleich zum Pixel 3. Während das Pixel 3 zwei Frontkameras hatte (eine Ultra-Weitwinkel mit 97° und eine Weitwinkel mit 75°, beide 8 MP), verfügt das Pixel 4 nur über eine einzelne Ultra-Weitwinkel-Frontkamera mit 8 Megapixeln und einem Sichtfeld von 90 Grad. Dies mag für einige Nutzer, die die Flexibilität der zwei Linsen beim Pixel 3 schätzten, eine Enttäuschung gewesen sein.
Dynamikbereich: Grenzen und Googles Engagement
Obwohl die Computational Photography des Pixel 4 beeindruckend ist, gibt es physikalische Grenzen. Google selbst demonstrierte dies anhand eines Beispiels einer Szene in San Francisco, bei der der Mond überbelichtet und die Wälder unterbelichtet waren. Die benötigte Dynamikspanne von 19 Blendenstufen war zu diesem Zeitpunkt weder von einem Smartphone noch von einer DSLR-Kamera zu bewältigen. Google betonte jedoch sein Engagement, die Kamera durch Software-Updates kontinuierlich zu verbessern, was ein charakteristisches Merkmal der Pixel-Linie ist.
Mehr als nur die Kamera: Motion Sense und Hardware
Neben der Kamera führte das Pixel 4 auch einige weitere bemerkenswerte Features ein:
- Motion Sense: Dieses auf Radar basierende Gestenerkennungssystem (basierend auf der Project Soli Technologie) ermöglichte es dem Gerät, die Nähe des Nutzers zu erkennen (um das Always-on-Display zu aktivieren oder den Bildschirm einzuschalten) und bestimmte Gesten (wie Winken zum Überspringen von Musiktiteln) zu erkennen. Aufgrund der Nutzung von 60-GHz-Frequenzbändern erforderte diese Funktion spezifische behördliche Genehmigungen und war in einigen Ländern geoblockt, darunter interessanterweise Indien, wo die zivile Nutzung dieser Frequenz verboten ist.
- Design und Hardware: Das Pixel 4 und 4 XL bestanden aus einem Aluminiumrahmen und Gorilla Glass 5 und waren in den Farben Just Black, Clearly White und Oh So Orange erhältlich. Sie verfügten über einen USB-C-Anschluss, Stereo-Lautsprecher (einer nach vorne gerichtet) und verzichteten auf einen Fingerabdrucksensor zugunsten der Gesichtserkennung als einzige biometrische Authentifizierungsmethode. Im Inneren arbeiteten der Qualcomm Snapdragon 855, 6 GB RAM und 64 oder 128 GB nicht erweiterbarer Speicher. Die Akkugrößen unterschieden sich (2800 mAh beim Pixel 4, 3700 mAh beim 4 XL), beide unterstützten 18W Schnellladung und Qi Wireless Charging und waren nach IPX8 wassergeschützt.
- Display: Beide Modelle verfügten über ein OLED-Display von Samsung mit HDR-Unterstützung und einer Bildwiederholrate von bis zu 90 Hz, die sich dynamisch an den Inhalt anpasste, um die Akkulaufzeit zu schonen. Das Pixel 4 hatte ein 5,7-Zoll-1080p-Display, das 4 XL ein größeres 6,3-Zoll-1440p-Display, wobei letzteres im Gegensatz zum Pixel 3 XL keine Notch aufwies.
- Software: Das Pixel 4 wurde mit Android 10 und Google Camera 7.1 ausgeliefert. Der Pixel Neural Core und der Knowles 8508A Audioprozessor ermöglichten neue Funktionen wie die Recorder-App mit Live-Transkription und durchsuchbaren Sounds sowie eine verbesserte Google Assistant-Version, die mehr Befehle direkt auf dem Gerät verarbeiten konnte.
Vergleich: Pixel 3 vs. Pixel 4 Kamera (Basierend auf den vorliegenden Infos)
| Merkmal | Google Pixel 3 | Google Pixel 4 |
|---|---|---|
| Hauptsensor (MP) | 12.2 MP (Sony IMX363) | 12.2 MP (Sony IMX363) |
| Anzahl Rückkameras | 1 | 2 (Weitwinkel & Teleobjektiv) |
| Teleobjektiv | Nein | Ja (16 MP, f/2.4) |
| Video 4K | Ja (Details zu fps nicht gegeben) | Ja (max 30 fps) |
| Night Sight | Ja | Verbessert (mit Astrofotografie) |
| Porträtmodus | Ja | Verbessert (realistischeres Bokeh) |
| Frontkameras | 2 (Ultra-Weitwinkel & Weitwinkel, beide 8 MP) | 1 (Ultra-Weitwinkel, 8 MP) |
| Computational Photography Chip | Pixel Visual Core | Pixel Neural Core |
Häufig gestellte Fragen zum Pixel 4
Basierend auf den Informationen, die uns vorliegen, lassen sich einige häufige Fragen beantworten:
Verfügt das Google Pixel 4 über einen Fingerabdrucksensor?
Nein, das Pixel 4 verzichtet auf einen Fingerabdrucksensor. Die einzige biometrische Authentifizierungsmethode ist die Gesichtserkennung.

Warum kann das Pixel 4 4K-Videos nur mit 30 fps aufnehmen?
Laut Google konzentriert sich das Unternehmen darauf, die Qualität des 1080p-Modus zu verbessern, da die meisten Nutzer diesen bevorzugen. Ein 4K-60fps-Modus würde zudem sehr viel Speicherplatz beanspruchen.
Was ist Motion Sense?
Motion Sense ist ein radarbasiertes System im Pixel 4, das Gesten erkennt (z.B. Winken zum Überspringen von Titeln) und die Nähe des Nutzers wahrnimmt. Es basiert auf der Project Soli Technologie.
Was ist neu an der Kamera des Pixel 4 im Vergleich zum Pixel 3?
Das Pixel 4 fügt ein Teleobjektiv hinzu, verbessert den Night Sight Modus um Astrofotografie, bietet Live HDR+ mit dualer Belichtungssteuerung und einen verbesserten Porträtmodus. Allerdings reduziert es die Anzahl der Frontkameras von zwei auf eine.
Kann das Pixel 4 Astrofotografie betreiben?
Ja, das Pixel 4 verfügt über einen speziellen Astrofotografie-Modus im verbesserten Night Sight, der beeindruckende Aufnahmen des Sternenhimmels ermöglicht.
Fazit
Das Google Pixel 4 mag in Bezug auf die reine Hardware der Hauptkamera auf dem Papier keine riesigen Sprünge gemacht haben, da es denselben Sensor wie das Pixel 3 verwendet. Doch die Stärke des Pixel 4 liegt, wie bei Google üblich, in der Software. Features wie der revolutionäre Astrofotografie-Modus, das verbesserte Night Sight und die präzisere Kontrolle durch Live HDR+ mit dualer Belichtungssteuerung demonstrieren eindrucksvoll, wie Computational Photography die Grenzen der mobilen Fotografie verschieben kann. Die Ergänzung eines Teleobjektivs erhöht die Vielseitigkeit, während innovative Features wie Motion Sense und die fortschrittliche Software-Integration das Pixel 4 zu einem spannenden und leistungsfähigen Smartphone machen, auch wenn die Produktion eingestellt wurde und der Grund dafür hier nicht dargelegt ist. Für Fotografie-Enthusiasten, die Wert auf intelligente Bildverarbeitung legen, bleibt das Pixel 4 ein bemerkenswertes Gerät in der Geschichte der Smartphone-Kameras.
Hat dich der Artikel Google Pixel 4 Kamera: Mehr als nur Hardware interessiert? Schau auch in die Kategorie Fotografie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
