Die Sony Alpha 68, eine Kamera, die in der Sony-Produktpalette einen besonderen Platz einnimmt, wurde von vielen Fotografie-Enthusiasten mit Interesse erwartet. Sie gehört zur Riege der DSLT-Kameras von Sony, die sich durch eine spezielle Technologie von traditionellen Spiegelreflexkameras (DSLRs) und modernen spiegellosen Kameras unterscheiden. Aber wann genau kam diese Kamera auf den Markt und was macht sie so einzigartig?
Veröffentlichung und Markteinführung der Sony Alpha 68
Die offizielle Vorstellung der Sony Alpha 68, intern auch als ILCA-68 bezeichnet, fand am 5. November 2015 statt. Diese Ankündigung gab erste Einblicke in die Fähigkeiten und die Positionierung der Kamera im mittleren Segment des Marktes. Für potenzielle Käufer war natürlich das Datum der Verfügbarkeit entscheidend. Die Markteinführung erfolgte in Europa im März 2016, gefolgt von den Vereinigten Staaten im April 2016. Damit war die Kamera rechtzeitig für das Frühjahr und den Sommer des Jahres 2016 verfügbar und konnte ihren Weg in die Hände von Fotografen finden, die eine leistungsfähige Kamera mit A-Mount-Anschluss suchten.

Ist die Sony A68 spiegellos? Die DSLT-Technologie erklärt
Diese Frage führt oft zu Verwirrung, da die Sony Alpha 68 äußerlich einer Spiegelreflexkamera ähnelt, aber nicht das gleiche Innenleben besitzt wie eine traditionelle DSLR oder eine spiegellose Systemkamera. Die klare Antwort lautet: Die Sony Alpha 68 ist nicht spiegellos. Sie ist eine DSLT-Kamera. DSLT steht für "Digital Single-Lens Translucent".
Was bedeutet das? Im Gegensatz zu einer DSLR, die einen beweglichen Spiegel besitzt, der hochklappt, um den Sensor für die Belichtung freizugeben, verwendet eine DSLT-Kamera einen teiltransparenten Spiegel. Dieser Spiegel ist fest montiert und lässt einen Teil des Lichts auf den Hauptbildsensor fallen, während ein anderer Teil des Lichts durch den Spiegel hindurch auf einen separaten Phasen-Autofokussensor gelenkt wird, der sich oberhalb des Hauptspiegels befindet.
Die Vorteile dieser DSLT-Technologie sind signifikant, insbesondere für die Leistung des Autofokus und die Serienbildgeschwindigkeit. Da der Spiegel nicht hochklappen muss, kann der Phasen-Autofokus kontinuierlich arbeiten, selbst während der Videoaufnahme oder bei schnellen Serienbildern. Dies ermöglicht eine sehr schnelle und präzise Schärfenachführung auf bewegte Motive. Bei einer DSLR hingegen ist der Phasen-Autofokus über den optischen Sucher aktiv, schaltet aber während der Belichtung oder im Live-View auf den langsameren Kontrast-Autofokus um (es sei denn, es handelt sich um neuere Hybrid-Systeme). Spiegellose Kameras nutzen Phasen-Detektionspunkte direkt auf dem Hauptsensor, was ebenfalls schnellen AF ermöglicht, aber die DSLT-Technologie bot Sony einen Weg, die Vorteile des Phasen-AF mit dem etablierten A-Mount-Bajonett zu kombinieren und gleichzeitig einen elektronischen Sucher (EVF) zu nutzen, der durch den teiltransparenten Spiegel konstant ein Bild liefert.
Obwohl der teiltransparente Spiegel einen geringen Lichtverlust (typischerweise etwa 1/3 Blendenstufe) mit sich bringt, werden die Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit und AF-Leistung oft als überzeugend angesehen, insbesondere für Action- und Sportfotografie im mittleren Preissegment, wo die A68 positioniert war.
Hauptmerkmale und Spezifikationen
Abgesehen von ihrer einzigartigen DSLT-Bauweise bietet die Sony Alpha 68 eine Reihe von beeindruckenden Spezifikationen für ihre Klasse:
- Sensor: Sie ist mit einem 24-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format ausgestattet. Diese Auflösung ermöglicht detailreiche Bilder und Ausdrucke bis zu einer Größe von etwa 25x16 Zoll bei 240 DPI.
- ISO-Empfindlichkeit: Der Standard-ISO-Bereich liegt bei 100 bis 25600. Dieser Bereich erlaubt das Fotografieren bei unterschiedlichsten Lichtverhältnissen, einschließlich Aufnahmen aus der Hand bei schwachem Licht.
- Autofokus-System: Ein herausragendes Merkmal ist das fortschrittliche 79-Punkt-Phasen-Autofokus-System. Dieses System umfasst 15 Kreuzsensoren in der Mitte, was die Genauigkeit und Zuverlässigkeit, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen und kontrastarmen Motiven, verbessert.
- 4D FOCUS: Dieses AF-System wird von Sony als "4D FOCUS" vermarktet, was die Fähigkeit beschreibt, nicht nur die Entfernung (Dimension 1), die Breite (Dimension 2) und die Höhe (Dimension 3) des Motivs zu erfassen, sondern auch die Bewegung des Motivs über die Zeit (Dimension 4) zu verfolgen. Dies resultiert in einem schnellen, prädiktiven und sehr genauen Tracking-Autofokus.
- Bildstabilisierung: Die Kamera verfügt über eine eingebaute, sensorbasierte Bildstabilisierung (SteadyShot INSIDE). Dieses 2-Achsen-System kompensiert Kamerabewegungen und funktioniert mit jedem angesetzten A-Mount-Objektiv, was besonders bei längeren Brennweiten oder langsamen Verschlusszeiten von Vorteil ist.
- Verschluss: Der mechanische Verschluss bietet Belichtungszeiten von 1/4000 Sekunde bis 30 Sekunden. Eine Bulb-Funktion für Langzeitbelichtungen ist ebenfalls vorhanden. Die schnelle Verschlusszeit von 1/4000s ermöglicht das Einfrieren schneller Bewegungen.
- Manuelle Steuerung: Die A68 bietet volle manuelle Kontrolle über Belichtungseinstellungen, was erfahrenen Fotografen erlaubt, ihre kreative Vision umzusetzen.
- Objektivanschluss: Die Kamera nutzt das Sony A-Mount Bajonett, das mit einer breiten Palette von Objektiven von Sony und Drittherstellern kompatibel ist, die für diesen Anschluss entwickelt wurden.
Das 4D FOCUS Autofokus-System im Detail
Das 4D FOCUS System der Sony Alpha 68 ist ein zentrales Verkaufsargument und ein direkter Vorteil der DSLT-Technologie. Mit 79 AF-Punkten, von denen 15 als hochpräzise Kreuzsensoren ausgelegt sind, deckt das System einen weiten Bereich des Bildfeldes ab. Die Tatsache, dass der Phasen-Autofokus durch den teiltransparenten Spiegel kontinuierlich arbeiten kann, bedeutet, dass die Kamera sehr effektiv darin ist, bewegte Motive zu verfolgen.
Stellen Sie sich vor, Sie fotografieren einen Sportler, der sich auf Sie zubewegt, oder ein sich schnell bewegendes Tier. Das 79-Punkt-System der A68 kann das Motiv schnell erfassen und die Schärfe kontinuierlich nachführen, sodass auch bei Serienaufnahmen viele Bilder scharf im Kasten sind. Dies ist ein deutlicher Vorteil gegenüber Systemen, die bei Serienaufnahmen oder Video auf Kontrast-AF umschalten oder deren Phasen-AF-Punkte auf dem Sensor weniger dicht oder leistungsfähig sind.
Performance und Handling
Die Kombination aus dem 24MP Sensor, dem schnellen Autofokus und der sensorbasierten Bildstabilisierung macht die A68 zu einer vielseitigen Kamera. Die hohe Auflösung bietet genügend Spielraum für Detailreichtum und spätere Bildausschnitte. Der ISO-Bereich ermöglicht Aufnahmen bei wenig Licht, wobei die integrierte Stabilisierung hilft, längere Belichtungszeiten aus der Hand zu realisieren, ohne die ISO-Empfindlichkeit zu stark erhöhen zu müssen.
Die schnelle Verschlusszeit von 1/4000s ist Standard in dieser Klasse und ausreichend, um die meisten schnellen Aktionen einzufrieren. Die Bulb-Option ist nützlich für extreme Langzeitbelichtungen, beispielsweise in der Nachtfotografie oder für kreative Effekte.
Die volle manuelle Kontrolle spricht ambitionierte Hobbyfotografen an, die lernen möchten, wie Blende, Verschlusszeit und ISO zusammenspielen, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Auch wenn die Quelle keine Details zum Gehäuse oder zur Ergonomie liefert, kann man davon ausgehen, dass die A68 als Kamera im mittleren Segment auf eine gute Balance zwischen Größe, Gewicht und Bedienbarkeit ausgelegt war.
Kit-Optionen und das A-Mount System
Die Sony Alpha 68 wurde oft im Kit mit Objektiven angeboten. Gängige Kit-Varianten waren Pakete mit dem 18-55mm Zoomobjektiv (oft als 'K'-Kit bezeichnet) oder dem vielseitigeren 18-135mm Zoomobjektiv. Diese Kits boten einen guten Einstieg in das System und deckten gängige Brennweitenbereiche ab.
Der Sony A-Mount war das ursprüngliche Bajonett-System von Sony für Kameras, das auf der Technologie und den Objektiven von Minolta aufbaute, nachdem Sony deren Kamerasparte übernommen hatte. Obwohl Sony später stark in das spiegellose E-Mount-System investierte, bot der A-Mount zur Zeit der A68 und davor eine große Auswahl an Objektiven, von Weitwinkel bis Tele, von Festbrennweiten bis Zooms, sowohl von Sony selbst als auch von Drittherstellern wie Sigma oder Tamron. Die A68 ermöglichte es Besitzern bestehender A-Mount-Objektive, ihre Ausrüstung weiterhin zu nutzen und von den modernen Funktionen der Kamera zu profitieren.

Für wen war die Sony Alpha 68 gedacht?
Die Sony Alpha 68 richtete sich an ambitionierte Einsteiger und Hobbyfotografen, die eine leistungsfähige Kamera suchten, insbesondere mit einem schnellen und zuverlässigen Autofokus für bewegte Motive. Ihre DSLT-Technologie und das fortschrittliche AF-System machten sie zu einer interessanten Option für Sport-, Action- oder Tierfotografie in einem zugänglicheren Preissegment als High-End-Kameras.
Auch für bestehende Nutzer des Sony A-Mount-Systems, die ihre Ausrüstung aufrüsten wollten, stellte die A68 eine attraktive Wahl dar, da sie ihre vorhandenen Objektive weiternutzen konnten.
Häufig gestellte Fragen zur Sony Alpha 68
Hier beantworten wir die am häufigsten gestellten Fragen zur Sony Alpha 68:
Wann wurde die Sony Alpha 68 veröffentlicht?
Die Sony Alpha 68 wurde am 5. November 2015 angekündigt und war ab März 2016 in Europa sowie ab April 2016 in den USA erhältlich.
Ist die Sony A68 eine spiegellose Kamera?
Nein, die Sony Alpha 68 ist keine spiegellose Kamera. Sie ist eine DSLT-Kamera (Digital Single-Lens Translucent) mit einem feststehenden, teiltransparenten Spiegel.
Welchen Sensortyp und welche Auflösung hat die A68?
Sie verfügt über einen 24-Megapixel-CMOS-Sensor im APS-C-Format.
Welchen Objektivanschluss verwendet die Sony A68?
Die Kamera nutzt das Sony A-Mount Bajonett.
Was ist das Besondere am Autofokus der A68?
Die A68 besitzt ein 79-Punkt-Phasen-Autofokus-System mit 15 Kreuzsensoren und der von Sony als 4D FOCUS bezeichneten Technologie, die besonders gut für die Verfolgung bewegter Motive geeignet ist.
Verfügt die Sony A68 über Bildstabilisierung?
Ja, sie hat eine eingebaute, sensorbasierte 2-Achsen-Bildstabilisierung (SteadyShot INSIDE).
Was bedeutet DSLT?
DSLT steht für Digital Single-Lens Translucent. Es beschreibt Kameras, die einen fest montierten, teiltransparenten Spiegel verwenden, der Licht gleichzeitig zum Hauptsensor und zu einem separaten Phasen-Autofokussensor leitet.
Fazit
Die Sony Alpha 68 war bei ihrer Einführung eine interessante Option im mittleren Kamerasegment. Ihre DSLT-Technologie bot eine einzigartige Kombination aus den Vorteilen des Phasen-Autofokus und der Kompatibilität mit dem etablierten Sony A-Mount. Mit einem hochauflösenden 24MP-Sensor, einem leistungsstarken 79-Punkt-Phasen-Autofokus inklusive 4D FOCUS und der praktischen sensorbasierten Bildstabilisierung war sie gut ausgestattet, um eine Vielzahl von fotografischen Aufgaben zu bewältigen, insbesondere dort, wo es auf schnellen und zuverlässigen Autofokus ankommt. Auch wenn Sony sich später stärker auf das spiegellose System konzentrierte, bleibt die Alpha 68 ein Zeugnis der innovativen Ansätze, die Sony im Kameramarkt verfolgte.
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