Die Welt des Online-Handels ist ständig in Bewegung, und das gilt auch für die Art und Weise, wie Kunden bezahlen. Eine wichtige Änderung betrifft das beliebte Zahlungssystem von PayPal. Das bekannte PayPal Plus, das in vielen deutschen Online-Shops zum Standard wurde, wird nun schrittweise durch PayPal Checkout abgelöst. Diese Umstellung bringt wesentliche Neuerungen mit sich, die sowohl für Händler als auch für Käufer relevant sind. Doch was genau steckt hinter dieser Entwicklung und worin unterscheiden sich die beiden Systeme? Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte und hilft Ihnen zu verstehen, was die Ablösung von PayPal Plus durch PayPal Checkout für Ihr Online-Geschäft bedeutet.

Was war PayPal Plus und warum war es so beliebt?
Bevor wir uns den Neuerungen von PayPal Checkout zuwenden, ist es hilfreich, sich in Erinnerung zu rufen, was PayPal Plus ausmachte und warum es bei Händlern so geschätzt war. Der Hauptvorteil von PayPal Plus gegenüber der Standard-PayPal-Integration lag darin, dass es Kunden ermöglichte, auch ohne eigenes PayPal-Konto über die PayPal-Plattform zu bezahlen. Dies war ein entscheidender Faktor, um Kaufabbrüche zu reduzieren, da nicht jeder Online-Shopper ein PayPal-Konto besitzt oder nutzen möchte.
Besonders hervorzuheben ist der Rechnungskauf über PayPal Plus. Diese Zahlungsart ist in Deutschland äußerst populär. Für Händler bot die Abwicklung des Rechnungskaufs über PayPal Plus einen enormen Vorteil: Das Ausfallrisiko der Zahlung wurde von ihnen auf PayPal übertragen. Das bedeutete mehr Sicherheit und weniger Verwaltungsaufwand bei Nichtzahlung durch den Kunden. PayPal übernahm in diesem Fall das Inkasso.
Darüber hinaus ermöglichte PayPal Plus, verschiedene Zahlungsarten – neben dem klassischen PayPal – wie Lastschrift und Kreditkarte einheitlich im Checkout-Prozess des Shops darzustellen. Dies sorgte für eine konsistente Nutzererfahrung und vereinfachte den Zahlungsvorgang für den Kunden.
PayPal Checkout: Die nächste Generation
Mit PayPal Checkout verspricht PayPal eine Weiterentwicklung des Zahlungserlebnisses. Laut PayPal liegen die Stärken des neuen Systems in technologischen Verbesserungen und einer optimierten, nutzerfreundlicheren Gestaltung des Checkouts. Ein objektiv messbarer Vorteil, der sofort ins Auge sticht, ist die deutlich größere Anzahl unterstützter Zahlungsarten.
Mehr Zahlungsarten für globale Reichweite
Während PayPal Plus typischerweise die Zahlungsarten PayPal, Lastschrift, Kreditkarte und Rechnungskauf anbot, erweitert PayPal Checkout dieses Portfolio erheblich. Neu hinzu kommen diverse Wallets sowie eine breite Palette lokaler Zahlungsarten, die besonders für international agierende Händler von Interesse sind:
| Zahlungsart | Verfügbar mit PayPal Plus | Verfügbar mit PayPal Checkout |
|---|---|---|
| PayPal | Ja | Ja |
| Lastschrift | Ja | Ja |
| Kreditkarte | Ja | Ja |
| Rechnungskauf (via PayPal) | Ja | Ja |
| Wallets (zusätzlich) | Nein | Ja |
| iDEAL (Niederlande) | Nein | Ja |
| Bancontact (Belgien) | Nein | Ja |
| giropay (Deutschland) | Nein | Ja |
| BLIK (Polen) | Nein | Ja |
| Przelewy24 (Polen) | Nein | Ja |
| eps (Österreich) | Nein | Ja |
| MyBank (Italien) | Nein | Ja |
| SOFORT (div. europ. Länder) | Nein | Ja |
Die Integration dieser lokalen und zusätzlichen globalen Zahlungsarten bedeutet für Händler, dass sie ein breiteres Publikum ansprechen können und die Konversionsrate potenziell steigt, da Kunden ihre bevorzugte Zahlungsmethode nutzen können.
PayPal Checkout als Payment Service Provider (PSP)
Ein weiterer wesentlicher Punkt bei PayPal Checkout ist, dass PayPal in dieser Konfiguration stärker die Rolle eines Payment Service Provider (PSP) übernimmt. Ein PSP ist ein Dienstleister, der Online-Händlern die technische Anbindung verschiedener Zahlungsarten an ihren Shop ermöglicht und oft auch als zentraler Vertragspartner für diese Zahlungsarten agiert. Für Händler bringt dies eine erhebliche Vereinfachung mit sich: Statt separate Verträge mit Anbietern für Lastschrift, Kreditkarte, Rechnungskauf, giropay etc. abschließen und verwalten zu müssen, können sie dies gebündelt über PayPal Checkout tun.
Diese Bündelung spart Zeit und Aufwand bei Vertragsverhandlungen und der technischen Integration. Das Hinzufügen weiterer Zahlungsarten wird dadurch oft zu einem schnellen und unkomplizierten Prozess. Für viele Händler überwiegt der Komfort eines zentralen Ansprechpartners und die schnelle Verfügbarkeit diverser Zahlungsmethoden.
Allerdings kann die Nutzung eines PSP wie PayPal Checkout auch bedeuten, dass spezielle Sonderangebote einzelner Zahlungsanbieter oder detaillierte Konfliktlösungsmechanismen bei Zwischenfällen nur eingeschränkt verfügbar sind, da die Abwicklung primär über die PayPal-Plattform läuft.
Einkaufen ohne PayPal-Konto bleibt möglich
Eine der Stärken von PayPal Plus, die Bezahlung ohne eigenes PayPal-Konto, wird bei PayPal Checkout fortgeführt. Kunden können weiterhin den Kauf auf Rechnung, Zahlungen per Kreditkarte oder über die neu hinzugekommenen alternativen Zahlungsarten (wie giropay, Sofort etc.) nutzen, ohne sich bei PayPal registrieren zu müssen. Ein PayPal-Konto ist nach wie vor nur für die klassische Bezahlung direkt über das PayPal-Guthaben oder ein verknüpftes Bankkonto/Kreditkarte erforderlich.
Technische Integration: Ist mein Shop-System bereit?
Die Integration von PayPal Checkout ist bereits für eine Reihe gängiger Shop-Systeme möglich. Laut Informationen von PayPal wird das System kontinuierlich ausgerollt und für weitere Plattformen verfügbar gemacht. Zum Zeitpunkt der letzten Information waren unter anderem folgende Shop-Systeme für die Integration vorbereitet:
- Shopware
- Oxid
- Gambio
- modified
- plentymarkets
- JTL
- WooCommerce
- ePages
- Strato
- IONOS
- 1&1
- Telekom
Viele Händler nutzen jedoch auch andere Systeme, beispielsweise Magento. Die Entwicklung für Magento 2 (sowohl Magento Open Source als auch Adobe Commerce) ist laut PayPal in Arbeit. Das bedeutet, dass ein offizielles Modul zur Integration von PayPal Checkout für diese Plattformen noch nicht final verfügbar war, aber erwartet wurde. Für das ältere, nicht mehr offiziell unterstützte Magento 1 (Magento Community Edition und Magento Enterprise Edition) ist von PayPal kein offizielles Modul für PayPal Checkout vorgesehen.
Anreize zum schnellen Wechsel: Konditionen sichern
PayPal hat Händlern einen Anreiz geboten, frühzeitig auf PayPal Checkout umzusteigen. Händler, die bis zu einem bestimmten Stichtag (im vorliegenden Kontext war dies der 31. Dezember 2022) die Umstellung vornahmen, konnten sich die Beibehaltung ihrer bisherigen Konditionen für einen festgelegten Zeitraum sichern (bis Ende Juli 2023). Nach Ablauf dieses Zeitraums (ab dem 1. August 2023) galten dann die neuen, allgemeinen AGB-Preise für PayPal Checkout.
Es war jedoch wichtig, das Kleingedruckte genau zu beachten. Für die Sicherung der alten Konditionen reichte es nicht aus, PayPal Checkout lediglich im Shop zu aktivieren. Es mussten spezifische Kriterien erfüllt sein: Die Aktivierung von PayPal als Zahlungsart *und* mindestens einer weiteren Funktion (z. B. Rechnungskauf) innerhalb von PayPal Checkout war notwendig. Zusätzlich mussten *mindestens drei erfolgreiche Einkäufe* über PayPal Checkout abgewickelt werden, und zwar ebenfalls vor dem Stichtag.
Die Einbindung konnte dabei entweder direkt über die PayPal-API oder über eines der damals bereits unterstützten Shop-Systeme erfolgen.
Rechtliche Aspekte bei der Umstellung
Eine Umstellung des Zahlungssystems im Online-Shop ist nicht nur eine technische Angelegenheit, sondern hat auch rechtliche Implikationen. Sobald PayPal Checkout integriert ist, müssen die Rechtstexte des Shops entsprechend angepasst werden. Dies betrifft in erster Linie die Informationsseite zu den verfügbaren Zahlungsarten. Aber auch die Datenschutzerklärung und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) können Anpassungen erfordern, um die Nutzung und Datenverarbeitung im Zusammenhang mit dem neuen System korrekt abzubilden. Es ist ratsam, hierfür rechtlichen Rat einzuholen oder auf spezialisierte Anbieter für Rechtstexte zurückzugreifen.
Häufig gestellte Fragen zu PayPal Checkout
Bei der Umstellung auf ein neues Zahlungssystem ergeben sich oft Fragen. Hier sind Antworten auf einige typische Anliegen:
Frage: Müssen meine Kunden ein PayPal-Konto haben, um über PayPal Checkout zu bezahlen?
Antwort: Nein, das ist einer der Hauptvorteile, der von PayPal Plus übernommen wurde. Kunden können für viele Zahlungsarten, wie Rechnungskauf, Kreditkarte oder lokale Methoden wie giropay, bezahlen, ohne ein eigenes PayPal-Konto zu besitzen.
Frage: Welche Zahlungsarten sind mit PayPal Checkout verfügbar?
Antwort: PayPal Checkout bietet eine breitere Palette als PayPal Plus. Dazu gehören PayPal selbst, Lastschrift, Kreditkarte, Rechnungskauf sowie zahlreiche weitere lokale und internationale Zahlungsarten wie iDEAL, Bancontact, giropay, SOFORT und viele mehr.
Frage: Ist PayPal Checkout für mein Shop-System verfügbar?
Antwort: PayPal Checkout wird schrittweise für viele gängige Shop-Systeme ausgerollt (siehe Liste oben). Die Verfügbarkeit für spezifische Systeme wie Magento 2 war zum Zeitpunkt der Informationen noch in Arbeit. Es ist immer ratsam, die offizielle PayPal-Dokumentation für den aktuellen Stand der unterstützten Systeme zu prüfen.
Frage: Was sind die Hauptvorteile von PayPal Checkout für Händler?
Antwort: Die Hauptvorteile umfassen die größere Auswahl an Zahlungsarten, die potenziell zu höheren Konversionsraten führt, die Vereinfachung der Anbindung und Verwaltung von Zahlungsarten durch die PSP-Funktion von PayPal, sowie die Beibehaltung des risikominimierenden Rechnungskaufs.
Frage: Gab es einen Anreiz, schnell zu wechseln?
Antwort: Ja, PayPal bot Händlern, die bis zu einem bestimmten Stichtag (Ende 2022) auf PayPal Checkout umstellten und spezifische Kriterien erfüllten, die Möglichkeit, ihre bisherigen Konditionen für einen begrenzten Zeitraum (bis Ende Juli 2023) zu behalten, bevor die neuen Preise galten.
Fazit
PayPal Checkout ist mehr als nur ein Update; es ist die strategische Weiterentwicklung von PayPals Angebot für Online-Händler, das PayPal Plus ablöst. Mit einer deutlich erweiterten Palette an Zahlungsarten und einer stärkeren Positionierung als Payment Service Provider (PSP) zielt PayPal darauf ab, den Checkout-Prozess für Kunden zu optimieren und die Verwaltung für Händler zu vereinfachen. Die Beibehaltung wichtiger Funktionen wie dem Rechnungskauf und der Möglichkeit, ohne PayPal-Konto zu bezahlen, sorgt für Kontinuität. Während die Umstellung technische und rechtliche Anpassungen erfordert, bieten die neuen Funktionen potenziell signifikante Vorteile für das Wachstum und die internationale Ausrichtung von Online-Shops.
Hat dich der Artikel PayPal Checkout: Das Ende von PayPal Plus? interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
