Wie lange lief Teleboy?

Teleboy: Erfolgsshow des Schweizer TV

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In den 1970er Jahren schrieb eine Unterhaltungsshow des Schweizer Fernsehens Geschichte: Teleboy. Präsentiert von Kurt Felix, der auch das Konzept entwickelte, avancierte diese Sendung zum Phänomen und zur erfolgreichsten ihrer Art in der Geschichte des Schweizer Fernsehens. Ihre erste Folge wurde am 23. Februar 1974 ausgestrahlt und markierte den Beginn einer Ära, die Millionen von Zuschauern begeistern sollte.

Teleboy war nicht einfach nur eine TV-Sendung; sie war ein nationales Ereignis. Am 13. September 1975 erreichte die Show mit sage und schreibe 2,073 Millionen Zuschauern die höchste je gemessene Zuschauerzahl in der Schweiz. Dieser Rekord unterstreicht den immensen Erfolg und die breite Beliebtheit der Sendung. Doch Teleboy blieb nicht auf die Schweiz beschränkt. Ab 1977 wurde die Show auch in Südwest 3 übertragen, was ihre Reichweite vergrösserte. Ein besonderes Highlight war die Ausstrahlung im Rahmen der Funkausstellung in Berlin im Jahr 1981, bei der Teleboy sogar deutschlandweit zu sehen war.

Wann lief Teleboy?
TeleboyFernsehsendungTitelTeleboyErscheinungsjahre1974–1977, 1980–1981Längeca. 85 MinutenEpisoden36

Die Elemente des Erfolgs

Was machte Teleboy so besonders? Die Sendung setzte sich aus verschiedenen Elementen zusammen, die das Publikum fesselten. Ein fester Bestandteil war die Zuschauerfrage, bei der das Publikum miträtseln konnte. Die Bekanntgabe des Einsendeschlusses wurde von einem wiederkehrenden, humorvollen Moment begleitet: Kurt Felix klebte jeweils ein grosses Kalenderblatt an eine Wand, das – noch während er davorstand – herunterfiel. Zahlreiche Zuschauer sandten daraufhin Vorschläge zur Verbesserung der Haftung ein, unwissend, dass es sich dabei um einen von Kurt Felix inszenierten Running Gag handelte. Erst später gab Felix zu, dass es nie an der Klebekraft gemangelt hatte.

Neben der Zuschauerfrage gab es ein Spiel, bei dem zwei Ehepaare gegeneinander antraten. Sie mussten Alltagsfragen meistern, was oft zu unterhaltsamen Momenten führte. Ein weiterer zentraler und oft zitierter Bestandteil der Sendung waren die eingestreuten Filme mit der Versteckten Kamera.

Unvergessene Streiche der Versteckten Kamera

Die Einspieler der Versteckten Kamera waren oft das Highlight der Sendung und sorgten auch Jahre später noch für Gesprächsstoff. Drei Streiche sind besonders bekannt geworden:

Das Seeungeheuer Urnie

Einer der aufsehenerregendsten Streiche war die Inszenierung des Seeungeheuers Urnie. Dabei handelte es sich um die Attrappe eines Ungeheuers, ähnlich dem Ungeheuer von Loch Ness (Nessie), das auf einem 200 Meter langen Stahlseil durch das Wasser gezogen wurde. Urnie konnte ferngesteuert auf- und abtauchen und war sogar mit einem Lautsprecher ausgestattet, der das Gebrüll eines Ungeheuers simulieren sollte.

Der Streich wurde im Sommer 1976 umgesetzt. Urnie wurde zwei Wochen lang quer durch den Urnersee gezogen, zunächst ohne grosses Aufsehen zu erregen. Erst als die Redaktion von Teleboy Fotos des Ungeheuers an die Zeitung Blick schickte, entwickelte sich Urnie zu einem viel diskutierten Thema. Die Auflösung des Streichs erfolgte im Januar 1977. Dies entlarvte auch Aussagen einzelner Personen als falsch, die behauptet hatten, das Ungeheuer schon 1975 oder sogar früher gesehen zu haben.

Die Bedeutung von Urnie reichte über die TV-Sendung hinaus. Im Rahmen einer Ausstellung des Kunstmuseums Luzern im Jahr 2006 wurden die Fotos von Urnie zusammen mit anderen Bildern des Vierwaldstättersees präsentiert. Dabei wurde kommentiert, dass Kurt Felix mit seiner Inszenierung «ein bleibendes Bild dieses Sees kreiert» habe. Dies zeigt, wie sehr dieser Streich im kollektiven Gedächtnis geblieben ist.

«Söll emal cho!»

Ein weiterer legendärer Streich spielte mit einem ferngesteuerten Modellflugzeug. Ein Mitglied des Filmteams bat einen zufällig vorbeikommenden Mann, kurz die Steuerung zu übernehmen, da er austreten müsse. Der Mann willigte gutgläubig ein und nahm die Steuerung in die Hand. Was er nicht wusste: Das Flugzeug wurde in Wirklichkeit von jemand anderem gelenkt, der sich in einiger Entfernung versteckt hielt.

Sobald der nichtsahnende Mann die vermeintliche Kontrolle hatte, begann das Flugzeug wilde Kapriolen zu fliegen, sauste über die Köpfe der Anwesenden hinweg und flog unberechenbare Kurven. Der Mann geriet in Panik, da alles Herumdrücken auf seiner nicht angeschlossenen Steuerung natürlich wirkungslos blieb. Sein verzweifelter und pausenlos ertönender Hilferuf: «Dä söll emal cho!» – was im Schweizer Dialekt bedeutet: «Der soll mal zurück kommen!» – wurde sofort zu einem geflügelten Wort und ging in die Umgangssprache ein.

Die Popularität des Ausrufs war so gross, dass das Trio Eugster bald einen gleichnamigen Schlager-Song daraus machte. In der Generation, die diese Sendung miterlebt hat, ist dieser Ausruf auch heute noch präsent und wird oft zitiert, was die kulturelle Wirkung dieses Streichs unterstreicht.

Gipfelitunken

Ein dritter, ebenfalls sehr bekannter Streich der Versteckten Kamera war das sogenannte «Gipfelitunken». Dabei setzte sich ein Mitglied des Filmteams in einem Restaurant zu einem ahnungslosen Opfer und tunkte demonstrativ sein Gipfeli (ein Schweizer Croissant) in den Kaffee des Opfers. Diese provokante Handlung führte zu den unterschiedlichsten Reaktionen bei den Betroffenen.

Die Reaktionen reichten von teils harschen und verärgerten Protesten bis hin zu erstaunten oder sogar belustigten Reaktionen. Dieser Streich spielte mit alltäglichen Höflichkeitsregeln und Reaktionen auf Grenzüberschreitungen im öffentlichen Raum, was ihn für das Publikum besonders nachvollziehbar und unterhaltsam machte.

Vergleich der bekanntesten Streiche

StreichKurzbeschreibungBesonderheit / Wirkung
Seeungeheuer UrnieAttrappe im Urnersee, per Seil gezogen, fernsteuerbar, mit Lautsprecher.Zwei Wochen unbemerkt, dann medial inszeniert (Blick). Entlarvte falsche Sichtungen. Fotos im Museum ausgestellt.
«Söll emal cho!»Mann übernimmt vermeintlich Steuerung eines Modellflugzeugs, das von jemand anderem gelenkt wird.Hilferuf wurde geflügeltes Wort und Schlager-Song. Noch heute in der Umgangssprache präsent.
GipfelitunkenMitglied des Teams tunkt Gipfeli in den Kaffee des Opfers im Restaurant.Führte zu harschen, erstaunten oder belustigten Reaktionen. Spielte mit sozialen Konventionen.

Häufig gestellte Fragen zu Teleboy

Hier finden Sie Antworten auf einige häufige Fragen zur legendären TV-Show Teleboy, basierend auf den vorliegenden Informationen:

Wann wurde Teleboy erstmals ausgestrahlt?
Die erste Folge von Teleboy lief am 23. Februar 1974 im Schweizer Fernsehen.

Wer moderierte Teleboy?
Die Sendung wurde von Kurt Felix präsentiert, der auch das Konzept für die Show entwickelte.

War Teleboy erfolgreich?
Ja, Teleboy war die erfolgreichste Unterhaltungssendung ihrer Art in der Geschichte des Schweizer Fernsehens und erreichte Zuschauerrekorde.

Wie hoch war die höchste Zuschauerzahl von Teleboy?
Am 13. September 1975 erreichte Teleboy mit 2,073 Millionen Zuschauern die höchste je gemessene Zuschauerzahl in der Schweiz.

Wurde Teleboy nur in der Schweiz gezeigt?
Nein, ab 1977 wurde Teleboy auch in Südwest 3 übertragen und 1981 im Rahmen der Funkausstellung in Berlin sogar deutschlandweit.

Welche Elemente gehörten zur Show?
Teleboy umfasste eine Zuschauerfrage (bekannt durch den Running Gag mit dem herunterfallenden Kalenderblatt), ein Spiel mit Ehepaaren und regelmässige Einspieler der Versteckten Kamera.

Welche Versteckte Kamera-Streiche waren besonders bekannt?
Besonders bekannt wurden die Streiche mit dem Seeungeheuer Urnie im Urnersee, der Vorfall mit dem Modellflugzeug und dem Ausruf «Söll emal cho!», sowie das «Gipfelitunken» im Restaurant.

Teleboy bleibt somit ein prägender Teil der Schweizer Fernsehgeschichte, eine Sendung, die durch ihren Moderator, ihre vielseitigen Inhalte und insbesondere durch ihre kreativen und oft überraschenden Versteckte Kamera-Streiche Millionen von Menschen erreichte und unterhielt. Ihr Erfolg und die bleibende Erinnerung an Momente wie Urnie oder «Söll emal cho!» zeugen von der Qualität und dem Einfallsreichtum dieser legendären Show.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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