Was symbolisieren Teufelshörner?

Teufelshörner: Symbol gegen das Böse

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Bei Heavy-Metal-Konzerten ist sie ein vertrauter Anblick: eine See von Händen, die die „Teufelshörner“-Geste formen. Oft wird angenommen, dass diese Geste eine Huldigung an das Dämonische, eine Umarmung der aggressiven Riffs oder ein Zeichen der Zugehörigkeit zu einem dunklen Symbol ist – dem Teufel. Doch wie so oft im Leben, liegen wir hier weit daneben. Tatsächlich bedeutet diese Geste genau das Gegenteil von dem, was viele vermuten. Sie dient nicht dazu, den Teufel zu beschwören oder zu feiern, sondern ihn abzuwehren. Klingt überraschend? Tauchen wir tiefer ein.

Die Geste, die fälschlicherweise oft als „Teufelshörner“ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine apotropäische Geste. Was bedeutet das? Apotropäisch beschreibt Handlungen oder Symbole, die dazu dienen, böse Geister, Unheil oder Flüche abzuwehren. Entgegen der landläufigen Meinung soll diese Handhaltung den Teufel und seinen schädlichen Einfluss gerade bekämpfen und fernhalten, nicht ihn herbeirufen oder ehren.

Was symbolisieren Teufelshörner?
Bei der Herstellung der „Teufelshörner“ handelt es sich eigentlich um eine apotropäische Geste, also ein abergläubisches Zeichen zur Abwehr böser Geister, das – entgegen der landläufigen Meinung – den Teufel und seinen schändlichen Einfluss bekämpfen soll.

Diese Geste hat einen Namen, der in der italienischen Kultur verwurzelt ist: die Corna. Das italienische Wort „corna“ bedeutet schlicht „Horn“. Die Geste selbst – das Ausstrecken von Zeigefinger und kleinem Finger – wurde traditionell eingesetzt, um einen Fluch abzuwehren, der durch einen bösen Blick (einen „bösen Zauberblick“) verursacht wurde. Dieser Fluch ist in Italien als Malocchio bekannt. „Malocchio“ setzt sich aus den italienischen Wörtern „mal“ (schlecht, übel) und „occhio“ (Auge) zusammen und bedeutet wörtlich „böses Auge“. Die Corna-Geste war also eine Verteidigung gegen den bösen Blick und das damit verbundene Pech.

Wie kam diese alte italienische Schutzgeste nun in die Welt des Heavy Metal? Allgemein wird angenommen, dass der legendäre Heavy-Metal-Musiker Ronnie James Dio (bekannt durch seine Arbeit mit Black Sabbath, Dio und Rainbow) die Corna-Geste in der Rock- und Metal-Szene populär machte. Er zeigte diese Handhaltung häufig bei Konzerten, und sie wurde schnell zu einem ikonischen Symbol des Genres.

Doch warum nutzte Ronnie James Dio diese Geste? Er tat dies nicht, weil er den Teufel verehrte. Der Grund war zutiefst persönlich und kulturell bedingt. Seine Großmutter war Italienerin und benutzte die Corna-Geste regelmäßig als abergläubisches Zeichen, um Unglück oder den vermuteten Fluch des Malocchio abzuwehren. Für sie war es eine zutiefst verwurzelte Tradition, eine Art Talisman gegen das Böse. Dio übernahm diese Geste von seiner Großmutter als eine Art Tribut an sie und ihre Kultur, und sie fand unerwartet großen Anklang in der Metal-Gemeinschaft, wo ihre ursprüngliche Bedeutung jedoch oft missverstanden wurde.

Die Corna-Geste ist nicht die einzige apotropäische Handlung, die in verschiedenen Kulturen verbreitet ist. Ähnliche abergläubische Gesten, die ebenfalls Unglück abwehren sollen, sind beispielsweise das Daumendrücken (in manchen Kulturen), das Klopfen auf Holz oder das Bekreuzigen (das Zeichen des Kreuzes über der Brust machen). All diese Handlungen sind im Kern apotropäisch; sie dienen dazu, sich vor negativem Einfluss, Pech oder bösen Kräften zu schützen. Die Corna passt perfekt in diese Kategorie.

Wenn Sie also das nächste Mal bei einem Metal-Konzert sind und die „Hörner“-Geste mit Ihren Händen formen, erinnern Sie sich an ihre wahre Herkunft. Sie signalisieren damit nicht die Beschwörung oder Verehrung des Teufels. Stattdessen führen Sie unwissentlich eine alte italienische Tradition fort, die dazu dient, Unglück und den bösen Blick abzuwehren. Es ist eine Geste des Schutzes, nicht der Anbetung des Bösen. Die „Teufelshörner“ sind in ihrer ursprünglichen und von Dio übernommenen Bedeutung ein Symbol gegen das Böse, nicht für es.

Was ist ein Teufelshorn?
Die Teufelshörner können sich beziehen auf: Zeichen der Hörner, eine Geste mit zwei Fingern, auch Teufelshörner, mano cornuta und corna genannt. „Die Teufelshörner“, eine Geschichte aus dem Jahr 1939 aus dem Magazin „The Avenger“. Proboscidea (Pflanze), eine blühende Pflanze, die manchmal als Teufelshorn und unter anderen Namen bekannt ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was bedeutet die Teufelshörner-Geste?
Sie ist eine apotropäische Geste, die dazu dient, böse Geister und Unglück, insbesondere den Malocchio (bösen Blick), abzuwehren.

Bedeutet die Geste, dass man den Teufel verehrt?
Nein, entgegen der verbreiteten Annahme bedeutet sie das Gegenteil: Sie soll den Teufel und seinen Einfluss abwehren.

Woher kommt die Geste ursprünglich?
Sie stammt aus Italien und ist dort traditionell als Corna bekannt.

Wer hat die Geste in den Heavy Metal eingeführt?
Es wird allgemein angenommen, dass der Musiker Ronnie James Dio sie populär gemacht hat.

Was ist der Malocchio?
Der Malocchio ist ein italienischer Begriff für den „bösen Blick“, ein Fluch, der durch einen neidischen oder böswilligen Blick verursacht werden soll.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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