Der Audi A4 ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Mittelklasse und hat sich als Synonym für Premium-Qualität, Komfort und fortschrittliche Technik etabliert. Seit 2015 prägt die Generation B9 (Typ 8W) das Bild, die 2020 eine umfassende Modellpflege erhielt. Doch nun steht eine bedeutende Zäsur bevor, die nicht nur eine neue Generation, sondern auch eine Namensänderung mit sich bringt. Der Nachfolger des Audi A4 Avant wird als Audi A5 Avant an den Start gehen.

Diese Umbenennung ist Teil einer strategischen Neuausrichtung bei Audi, die vorsieht, ungerade Ziffern für Modelle mit Verbrennungsmotoren und gerade Ziffern (mit dem Zusatz "E-Tron") für reine Elektrofahrzeuge zu verwenden. So wird aus der A4 Limousine der A5, und die beliebte Kombiversion, der A4 Avant, firmiert künftig als A5 Avant. Dieses Modell wird eines der letzten sein, das Audi noch mit den neuesten Verbrennungsmotoren auf den Markt bringt, bevor das Unternehmen seinen Fokus fast vollständig auf die Elektromobilität legt.
Der Nachfolger kommt: Wann startet der neue Audi A5 Avant?
Die Spannung steigt, denn Audi hat bereits ein konkretes Datum für die Premiere des A4-Nachfolgers bekannt gegeben: Der neue Audi A5 wird am 16. Juli 2024 enthüllt. Dies ist ein wichtiger Termin im Kalender der Automobilbranche, da er den Beginn einer neuen Ära für Audis Mittelklasse markiert und gleichzeitig die Verbrenner-Ära in dieser Baureihe einläutet, die voraussichtlich bis 2033 auslaufen wird.
Der kommende A5 Avant wird auf einer Weiterentwicklung des bewährten Modularen Längsbaukastens (MLB-Evo) aufbauen, der auch schon die Basis für den aktuellen A4 bildet. Diese Plattform ermöglicht den Längseinbau der Motoren und bietet standardmäßig Vorderradantrieb, während der renommierte Quattro-Allradantrieb optional verfügbar sein wird. Der MLB-Evo ist bekannt für seine Flexibilität, die Integration verschiedenster Antriebsarten und die Möglichkeit, fortschrittliche Fahrwerks- und Assistenzsysteme zu beherbergen.
Ein erster Blick: Design und Interieur des kommenden A5 Avant
Auch wenn der neue Audi A5 Avant noch unter Tarnung gesichtet wurde, lassen sich bereits klare Designmerkmale erkennen, die eine dynamischere Formensprache versprechen. Die Frontpartie wirkt flacher, der Kühlergrill präsentiert sich breit und niedrig mit einem markanten Rautenmuster – ein Element, das wir bereits von anderen neuen Audi-Modellen kennen. Flankiert wird der Grill von schmalen Scheinwerfereinheiten, die leicht in die Kotflügel hineinreichen und der Front einen entschlossenen Blick verleihen.
In der Seitenansicht fallen die starken Sicken an den Türen ins Auge, die dem Fahrzeug mehr Struktur und Spannung geben. Die untere Fensterlinie steigt leicht an, was zusammen mit der stark zum Heck geneigten Dachlinie und der integrierten Reling dem A5 Avant eine coupéhafte, dynamische Silhouette verleiht. Zum Heck hin verjüngt sich die Karosserie elegant. Den Abschluss bilden ein Dachkantenspoiler mit der dritten Bremsleuchte und eine breite Heckklappe, in die schmale Heckleuchten integriert sind. Für die sportliche Topversion, den Audi S5 Avant, wurden bereits Prototypen mit den typischen doppelflutigen Auspuffendrohren links und rechts gesichtet. Insgesamt scheinen die äußeren Abmessungen im Vergleich zum aktuellen A4 Avant nahezu unverändert zu bleiben.
Auch das Interieur des neuen A5 wurde bei Testfahrten in den Alpen bereits fotografiert. Auffällig ist das unten und oben abgeflachte Lenkrad mit einem kleinen Pralltopf, dessen Design an den aktuellen Audi A8 erinnert. Hinter dem Lenkrad war bei den Prototypen ein freistehendes Display für das Cockpit zu sehen, es wird jedoch erwartet, dass die Serienversion ein Cockpitdach erhält, das das Display besser abschirmt. Das zentrale Infotainmentsystem wird auf einem freistehenden Screen in der Mitte des Armaturenträgers dargestellt. Die Mittelkonsole erhält ein neues Layout, behält aber ihre breite Form und verjüngt sich nach hinten. Moderne Features wie ein Head-up-Display und Augmented-Reality-Funktionen werden im Angebot sein und das Fahrerlebnis digital und intuitiv gestalten.

Motoren und Technik: Was steckt unter der Haube?
Der Audi A5 Avant wird, wie erwähnt, eine der letzten neuen Baureihen sein, die noch mit einer breiten Palette an Verbrennungsmotoren startet. Dank der Weiterentwicklung des MLB-Evo Baukastens dürfen wir modernste Aggregate erwarten, die strengste Abgasnormen erfüllen. Dazu gehört auch eine verbesserte Elektrifizierung.
Die Mildhybrid-Versionen werden von einem optimierten 48-Volt-Bordnetz profitieren, das Effizienz und Komfort steigert. Bei den Plug-in-Hybrid-Varianten (PHEV) ist mit einem größeren Akku zu rechnen, der nicht nur die elektrische Reichweite signifikant erhöht, sondern auch den Gesamtverbrauch senkt. Dieselmotoren werden weiterhin im Angebot bleiben, was für viele Langstreckenfahrer eine wichtige Option darstellt. Selbstverständlich wird es auch wieder die leistungsstarken S- und RS-Modelle geben. Die RS-Varianten, entwickelt von Audi Sport, werden voraussichtlich ebenfalls als PHEV auf Basis der MLB-Plattform angeboten.
Die elektrische Zukunft: Der Audi A4 E-Tron auf PPE-Basis
Parallel zum neuen A5 (mit Verbrennern) wird Audi ab 2024 auch einen rein elektrischen Nachfolger für den A4 auf den Markt bringen: den Audi A4 E-Tron. Dieser wird auf der speziell für Elektrofahrzeuge entwickelten PPE-Architektur (Premium Platform Electric) basieren, die Audi zusammen mit Porsche entwickelt hat. Auf dieser Plattform entstehen auch der Audi Q6 E-Tron und der elektrische Porsche Macan.
Der Audi A4 E-Tron wird sowohl mit Hinterradantrieb als auch mit Quattro-Allradantrieb verfügbar sein. Optisch wird er sich voraussichtlich am größeren Audi A6 E-Tron orientieren, was bedeutet, dass er ein Sportback-Heck, einen geschlossenen Kühlergrill und weitere aerodynamisch optimierte Elemente aufweisen wird. Für die Performance-Enthusiasten ist eine RS-Variante des A4 E-Tron geplant. Diese soll mit zwei Elektromotoren eine Leistung von fast 500 PS und ein Drehmoment von rund 600 Nm auf die Straße bringen. Beeindruckend ist auch die in Aussicht gestellte Reichweite von bis zu 700 Kilometern.
Eine Reise durch die Zeit: Die Geschichte des Audi A4 Avant
Um die Bedeutung des bevorstehenden Generationswechsels zu verstehen, lohnt sich ein Blick zurück auf die reiche Geschichte des Audi A4, der eigentlich als Nachfolger des Audi 80 begann. Der Audi 80, eingeführt 1972, war zwar erfolgreich, aber gegen Anfang der 1990er Jahre wirkte er etwas brav und bieder. Audi wagte daher 1994 einen Neuanfang und ersetzte den Audi 80 nach vier Generationen durch den Audi A4 (intern B5). Dies markierte nicht nur ein grundlegend erneuertes Design, sondern auch einen frischen Namen, um das damalige Spießerimage abzulegen.
Zunächst kam die Limousine auf den Markt, gefolgt vom Kombi, der traditionell den Namen „Avant“ trug, im Jahr 1996. Der B5 A4 war mit einem aufwändigeren Fahrwerk ausgestattet und bot wahlweise Front- oder Quattro-Allradantrieb. Die Motorenpalette reichte anfangs von Vierzylindern bis zu Sechszylindern aus dem größeren A6. Später kamen die sportlichen S4 und RS4 Avant Modelle hinzu. Eine Besonderheit war der Audi Duo von 1997, Europas erstes Serienfahrzeug mit Hybridantrieb (Diesel und E-Motor), das jedoch aufgrund des hohen Preises kein Erfolg wurde.

Pünktlich zur Jahrtausendwende, im Jahr 2000, startete die zweite Generation (intern B6). Sie wuchs in der Länge und übernahm die rundlichere Designlinie des A6. Motorseitig gab es Benziner von 1,6 bis 3,0 Litern (102 PS bis 220 PS) und Diesel von 1,9 bis 2,5 Litern (100 PS bis 280 PS). Eine Innovation war die stufenlose Automatik „multitronic“. Der Avant folgte 2001, und 2002 kam wieder ein Cabrio, das bei Karmann gebaut wurde und erstmals ein voll elektrisches Verdeck hatte. Die Quattro GmbH (heute Audi Sport) legte einen S4 mit 344 PS starkem V8 auf.
Eine tiefgreifende Überarbeitung erfolgte bereits 2004, intern als B7 geführt. Von außen war die wichtigste Neuerung der markante Singleframe-Kühlergrill, der zum neuen Familiengesicht Audis wurde. Im Innenraum gab es nur Detailänderungen. Die Motorenpalette wurde aktualisiert, inklusive eines neuen 3,0-Liter V6-Diesels mit Common-Rail. Die Spitze bildete der RS4 mit einem 4,2-Liter V8 und 420 PS. Obwohl der B7 nur kurz gebaut wurde (bis 2008), lebte seine Konstruktion weiter: Er wurde noch fünf Jahre lang nahezu unverändert als Seat Exeo in Spanien produziert.
Ende 2007 begann die Ära des B8. Mit dieser Generation trennte Audi erstmals die Karosserievarianten stärker: Der leidenschaftlichere A5 (Coupé, Cabrio, Sportback) entstand, während der A4 (Limousine und Avant ab 2008) den praktischen Part übernahm. Der B8 wuchs auf 4,70 Meter Länge, der Radstand wurde gestreckt, was zu mehr Innenraum und einem größeren Gepäckabteil führte. Technische Highlights waren Xenon-Scheinwerfer mit LED-Tagfahrlicht und fortgeschrittene Assistenzsysteme. Neben Handschaltung, Automatik und Multitronic gab es nun auch ein Doppelkupplungsgetriebe. Erstmals gab es auch einen A4 Allroad (ab 2009) als geländetauglichen Kombi. Die S4-Variante hatte einen 333 PS V6-Kompressor, der RS4 einen 450 PS V8.
Die fünfte Generation, der B9, kam 2015 und basierte nun auf dem weiterentwickelten Modularen Längsbaukasten (MLB). Das Auto wuchs innen, wurde aber gleichzeitig bis zu 120 Kilogramm leichter. Das Design wurde evolutionär weiterentwickelt, aber die Aerodynamik erheblich verbessert. Trotz teils gestiegener Leistung wurden die Motoren bis zu 21 Prozent sparsamer. Der B9 war der erste in seiner Klasse mit einem virtuellen Cockpit und bot eine umfangreiche Liste an Assistenzsystemen. Motoren reichten von Vierzylinder-Benzinern und TDI-Motoren bis hin zu einem V6-Diesel. Es gab auch eine Erdgas-Variante (g-tron) und beim Allroad erstmals einen zuschaltbaren statt permanenten Quattro-Antrieb zur Verbrauchsoptimierung. Diese Generation erhielt 2020 eine umfassende Modellpflege, bevor sie nun 2024 vom A5 abgelöst wird.
Fragen und Antworten zum Audi A4 Avant
Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zum Audi A4 Avant und seinem Nachfolger:
Wann kommt der neue Audi A4 Avant raus?
Der Nachfolger des Audi A4 Avant, der als Audi A5 Avant bezeichnet wird, feiert seine Premiere am 16. Juli 2024.
Wann kam der letzte Audi A4 (Avant) raus?
Die aktuelle Generation des Audi A4 (B9), die nun vom A5 abgelöst wird, kam 2015 auf den Markt. Sie erhielt 2020 eine große Modellpflege.

Welche Audi A4 Avant Modelle gab es bisher?
Die Geschichte des A4 Avant begann 1996 mit dem A4 B5. Es folgten die Generationen B6 (ab 2001), B7 (ab 2004), B8 (ab 2008) und B9 (ab 2015). Neben dem Standard-Avant gab es oft auch sportliche S4 und RS4 Varianten sowie ab dem B8 den A4 Allroad als Geländekombi. Der B5 hatte kurzzeitig auch den seltenen Duo Hybrid.
Warum wird der Audi A4 jetzt Audi A5 genannt?
Audi ordnet seine Modellnamen neu: Ungerade Ziffern (wie A5) sind künftig für Modelle mit Verbrennungsmotoren reserviert, während gerade Ziffern mit dem Zusatz „E-Tron“ (wie A4 E-Tron) für reine Elektroautos stehen.
Wird es auch einen elektrischen Nachfolger für den A4 geben?
Ja, parallel zum A5 Avant (mit Verbrennern) wird Audi ab 2024 den rein elektrischen Audi A4 E-Tron auf einer separaten Elektro-Plattform (PPE) anbieten.
Wann wurde der Audi A4 Avant B8 gebaut?
Die vierte Generation des Audi A4 (B8) kam Ende 2007 als Nachfolger des B7 auf den Markt. Der Audi A4 Avant B8 wurde ab 2008 angeboten und lief bis 2015, als er durch den A4 B9 ersetzt wurde.
Ausblick auf die Zukunft
Mit der Einführung des Audi A5 Avant im Juli 2024 schlägt Audi ein neues Kapitel in seiner Mittelklasse-Geschichte auf. Die Kombination aus bewährter MLB-Evo Plattform, modernen und elektrifizierten Antrieben, dynamischem Design und einem fortschrittlichen Interieur verspricht, die Erfolgsgeschichte des A4 fortzuschreiben – wenn auch unter neuem Namen. Gleichzeitig zeigt der kommende A4 E-Tron auf der PPE-Basis, wie Audi die elektrische Zukunft in diesem Segment gestalten wird. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich diese beiden Stränge – der veredelte Verbrenner und der neue Elektriker – nebeneinander entwickeln werden.
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