Die Welt der Action-Kameras wird oft von wenigen großen Namen dominiert, doch es gibt auch andere Modelle, die es verdienen, genauer betrachtet zu werden. Die Sony HDR-AS200V ist ein solches Beispiel. Sie positioniert sich als eine leistungsfähige Option für alle, die beeindruckende Aufnahmen machen möchten, ohne dabei das Budget zu sprengen. Mit Features wie digitaler Bildstabilisierung und Live-Streaming-Fähigkeiten scheint sie auf dem Papier viel zu bieten. Aber wie schlägt sie sich in der Praxis? Dieser Artikel beleuchtet die Stärken und Schwächen dieser Kamera und hilft Ihnen zu entscheiden, ob sie die richtige Wahl für Ihre Abenteuer ist.

Auf den ersten Blick fällt die Sony HDR-AS200V durch ihr schlankes Design auf, das sich deutlich von den eher kastenförmigen Konkurrenten unterscheidet. Dieses Design ist nicht nur ästhetisch ansprechend, sondern bietet auch praktische Vorteile. Ohne zusätzliches Gehäuse ist die Kamera bereits spritzwassergeschützt, was sie ideal für den Einsatz bei leichtem Regen oder in der Nähe von Wasser macht, ohne sofort zum wasserdichten Gehäuse greifen zu müssen. Mit den Maßen 3,1 x 1,8 x 0,9 Zoll und einem Gewicht von nur 4 Unzen (ca. 113 Gramm) ist sie bemerkenswert leicht und kompakt.

Design und Verarbeitung
Im Vergleich zu einer GoPro Hero 4 Silver mit Gehäuse, die 2,8 x 2,6 x 1,5 Zoll misst und 5,4 Unzen (ca. 153 Gramm) wiegt, ist die AS200V spürbar kleiner und leichter. Dies macht sie angenehmer zu tragen und zu montieren, insbesondere bei Aktivitäten, bei denen jedes Gramm zählt. Das mitgelieferte wasserdichte Gehäuse (SPK-AS2) ist jedoch nur bis zu einer Tiefe von 6 Fuß (ca. 1,8 Meter) wasserdicht. Dies ist ein deutlicher Unterschied zu den 130 Fuß (ca. 40 Meter), die das Gehäuse einer GoPro bietet, oder den 32 Fuß (ca. 10 Meter) einer Kodak Pixpro SP1 ohne Gehäuse. Für Surfen oder Schnorcheln mag dies ausreichen, für ernsthaftes Tauchen ist die AS200V in ihrem Standardgehäuse jedoch nicht geeignet.
Bedienung und Benutzeroberfläche
Hier offenbart die Sony HDR-AS200V eine ihrer größten Schwächen: die Bedienung. Die Navigation durch die Menüs erfolgt über ein kleines, einfarbiges 1-Zoll-LCD-Display an der rechten Seite und zwei gummiartige Tasten daneben, ergänzt durch die Aufnahme-/Enter-Taste auf der Rückseite. Dieser Prozess wird oft als umständlich und frustrierend beschrieben. Manchmal erfordert es eine Vielzahl von Tastendrücken, um eine einfache Einstellung zu ändern – im Test wurden beispielsweise 30 Tastendrücke benötigt, um die Töne der Tastendrücke zu aktivieren oder zu deaktivieren. Es ist leicht, sich in den Menüs zu verlieren, und manchmal scheint es einfacher, die Batterie herauszunehmen und neu zu starten, als den gewünschten Menüpunkt zu finden.
Die beiden Seitentasten dienen zum Vor- und Zurückbewegen in den Menüs, während die Aufnahme-/Enter-Taste die Auswahl bestätigt. Die Bedienung erfordert oft die Geschicklichkeit beider Hände, um die Kamera zu halten und gleichzeitig die verschiedenen Tasten zu betätigen. Sony bietet zwar die PlayMemories Smartphone-App (für Android und iOS) an, die grundsätzlich gut gestaltet ist. Allerdings fehlen auch hier grundlegende Optionen, wie die Möglichkeit, Videoauflösung und Bildrate (z.B. von 1080p/60 fps auf 720p/30 fps) direkt über die App zu ändern.
Trotz dieser Mängel bei der Bedienung gibt es einen Lichtblick im Bereich der Konnektivität: das Live-Streaming. Diese Funktion ist überraschend einfach zugänglich und gut integriert. Man benötigt lediglich ein Smartphone mit Hotspot-Funktion. Die Ersteinrichtung erfolgt über die kostenlose Sony Action Cam Software auf einem Mac oder PC, wo man die Hotspot-Details und das Ustream-Konto hinterlegt. Danach genügt es, den Smartphone-Hotspot einzuschalten, im Kameramenü 'Live' auszuwählen und die Aufnahmetaste zu drücken. Die Videoübertragung erfolgt mit einer leichten Verzögerung von etwa vier Sekunden. Im Vergleich dazu unterstützten GoPro Hero4 Black und Silver Streaming über Livestream und Meerkat, allerdings nur in Verbindung mit iOS-Geräten.

Video- und Fotoqualität
Was die Sony HDR-AS200V an intuitiver Bedienung vermissen lässt, macht sie oft durch ihre Videoqualität wett. Die Kamera liefert beeindruckende Full HD-Videos. Standardmäßig ist der 'Vivid'-Farbmodus von Sony aktiviert, der besonders lebendige Farben liefert. Grüne Landschaften erscheinen satt, und der Himmel zeigt ein kräftiges Blau. Die Kamera fügt genügend Kontrast hinzu, um Videos und Fotos scharf aussehen zu lassen, ohne feine Details zu verlieren. Es gibt auch einen 'Natural'-Farbmodus, der gedämpfter ist und eher dem Stil von GoPro entspricht, aber der 'Vivid'-Modus liefert direkt aus der Kamera oft das ansprechendere Ergebnis.
Die AS200V bietet zwei Sichtfelder: 120 und 170 Grad. Das breitere Sichtfeld von 170 Grad wird oft bevorzugt, da es mehr von der Umgebung erfasst und gut zum Ultra-Wide-Modus der GoPro Hero 4 Silver (und Black) passt. GoPro bietet hier insgesamt vier Optionen (Superview, Ultrawide, Medium, Narrow).
In direkten Vergleichen mit der GoPro Hero 4 Black, die identisches 1080p-Video wie die Hero 4 Silver aufnimmt, zeigt die Sony AS200V eine beeindruckende Leistung. Die Farbwiedergabe und der Kontrast im 'Vivid'-Modus sind sehr ansprechend.
Bildstabilisierung
Ein herausragendes Merkmal der Sony HDR-AS200V, das nicht viele Action-Kameras dieser Preisklasse bieten, ist die digitale Bildstabilisierung. Und sie funktioniert gut. Selbst bei Aufnahmen, bei denen die Kamera weniger sicher montiert war als eine vergleichbare GoPro, wirkte das Material der AS200V ruhiger und stabiler. Dies ist ein erheblicher Vorteil, insbesondere bei Aktivitäten mit vielen Erschütterungen wie Mountainbiking oder Laufen.
Leistung bei wenig Licht
Wie die meisten Action-Kameras hat auch die AS200V bei wenig Licht zu kämpfen. Nachtaufnahmen auf einer dunklen Straße waren erwartungsgemäß düster. Allerdings schaffte es die AS200V, die Bilder ausreichend aufzuhellen, um die Straße sichtbar zu machen, was vielen anderen Kameras, einschließlich GoPros, nicht gelang. Dies führte zwar zu einem körnigeren Bild, aber es war ein akzeptabler Kompromiss im Vergleich zu den fast unsichtbaren Aufnahmen der GoPro Hero Silver unter ähnlichen Bedingungen. Für spezielle Nachtaufnahmen bietet die GoPro Hero4 mit ihrem speziellen Nachtmodus jedoch deutlich bessere Ergebnisse als die Sony.

Die Qualität der Fotos bei Tageslicht ist vergleichbar mit der der Videos – gut und detailreich im 'Vivid'-Modus.
Akkulaufzeit und Speicher
Sony gibt die Akkulaufzeit der AS200V mit 1 Stunde und 55 Minuten bei einer Auflösung von 1080p und 60 Bildern pro Sekunde an. Dies ist etwas besser als die 1 Stunde und 40 Minuten der Hero4 Silver. Es gibt keinen internen Speicher, aber die Kamera akzeptiert microSD-Karten mit einer Kapazität von bis zu 64 GB. Dies reicht für etwa 5 Stunden und 38 Minuten Videoaufnahmen in 1080p/60fps. Ein kleiner Kritikpunkt betrifft das Design des microSD-Kartensteckplatzes; es fehlt ein physischer Mechanismus, der das falsche Einsetzen der Karte verhindert. Es ist überraschend, dass dies bei einer modernen Kamera ein Problem darstellt.
Ein zusätzlicher Akku mit externem Ladegerät (ca. 35 $) ist eine sinnvolle Investition, um längere Aufnahmezeiten zu gewährleisten.
Zubehör
Das Basis-Kit der Sony AS200V, das zum Preis von 250 $ angeboten wurde, enthielt das wasserdichte Gehäuse (SPK-AS2), eine Klebehalterung (VCT-AM1) und einen Stativadapter. Je nach geplanter Aktivität werden wahrscheinlich zusätzliche Halterungen benötigt. Sony bietet eine breite Palette von etwa zwei Dutzend Halterungen für verschiedene Einsatzzwecke an, darunter Radfahren, Surfen oder Selfies. Dies ermöglicht eine vielseitige Nutzung der Kamera für nahezu jede Sportart oder Aktivität.

Vergleich mit der GoPro Hero 4 Silver
Der Vergleich mit der GoPro Hero 4 Silver ist naheliegend, da sie oft als direkter Konkurrent gesehen wurde, wenn auch in einer höheren Preisklasse. Hier ist eine Gegenüberstellung der wichtigsten Punkte:
| Merkmal | Sony HDR-AS200V | GoPro Hero 4 Silver |
|---|---|---|
| Preis (Basis-Kit) | ca. 250 $ | ca. 400 $ (150 $ mehr) |
| Größe (ohne Gehäuse) | 3.1 x 1.8 x 0.9 Zoll | - (benötigt Gehäuse für Schutz) |
| Größe (mit Standard-Gehäuse) | 3.2 x 1.9 x 1.0 Zoll (geschätzt mit Gehäuse) | 2.8 x 2.6 x 1.5 Zoll |
| Gewicht (ohne Gehäuse) | 4 Unzen (ca. 113g) | - |
| Gewicht (mit Standard-Gehäuse) | ca. 5 Unzen (geschätzt mit Gehäuse) | 5.4 Unzen (ca. 153g) |
| Wasserdichtigkeit (mit Standard-Gehäuse) | 6 Fuß (ca. 1.8m) | 130 Fuß (ca. 40m) |
| Akkulaufzeit (1080p/60fps) | 1 Stunde 55 Minuten | 1 Stunde 40 Minuten |
| Bildstabilisierung | Digital | Nicht vorhanden (bei Hero 4 Silver) |
| Bedienung | Kompliziert, unintuitiv | Intuitiveres Menüsystem, Touchscreen (bei Silver) |
| Videoqualität (Tageslicht) | Exzellent, lebendige Farben (Vivid Modus) | Exzellent, natürliche Farben |
| Videoqualität (wenig Licht) | Besser aufgehellt, aber körnig | Dunkler, aber weniger körnig; spezieller Nachtmodus |
| Live-Streaming | Einfach über Ustream | Über Livestream/Meerkat (nur iOS) |
Diese Tabelle verdeutlicht, dass die AS200V in puncto Preis, Gewicht, Akkulaufzeit und digitaler Bildstabilisierung Vorteile bietet. Die GoPro punktet hingegen bei der Wasserdichtigkeit des Standardgehäuses, der Bedienung und speziellen Features wie dem Nachtmodus.
Fazit
Die Sony HDR-AS200V ist zweifellos eine hervorragende Kamera, die mit ihrer beeindruckenden Videoqualität und nützlichen Funktionen wie der digitalen Bildstabilisierung und der Windgeräuschreduzierung glänzt. Die Möglichkeit zum einfachen Live-Streaming ist ein weiteres Plus. Ihr schlankes Design und das geringe Gewicht machen sie zu einem angenehmen Begleiter für viele Aktivitäten. Das größte Manko ist jedoch die umständliche und wenig intuitive Benutzeroberfläche, die die Bedienung erschwert und frustrierend machen kann, insbesondere im Vergleich zu Konkurrenten wie der GoPro Hero 4 Silver.
Angesichts des deutlich niedrigeren Preises – die AS200V war bei Markteinführung 150 $ günstiger als die GoPro Hero 4 Silver – könnte die exzellente Bildqualität und die solide Leistung viele Nutzer über die Designschwächen bei der Bedienung hinwegsehen lassen. Wenn Sie bereit sind, sich mit der etwas kniffligen Steuerung auseinanderzusetzen, erhalten Sie mit der Sony HDR-AS200V eine leistungsstarke Action-Kamera, die großartige Ergebnisse liefert und eine preislich attraktive Alternative darstellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir einige häufige Fragen zur Sony HDR-AS200V:
- Wie hoch war der Preis der Sony AS200V?
Das Basis-Kit der Sony HDR-AS200V wurde zu einem Preis von etwa 250 US-Dollar angeboten. Dies war deutlich günstiger als das vergleichbare Modell von GoPro zu dieser Zeit. - Wie lange hält der Akku der AS200V?
Die geschätzte Akkulaufzeit der Sony AS200V beträgt laut Hersteller etwa 1 Stunde und 55 Minuten bei Aufnahme in 1080p und 60 Bildern pro Sekunde. Die tatsächliche Laufzeit kann je nach Nutzung und Einstellungen variieren. - Ist die Sony HDR-AS200V wasserdicht?
Die Kamera selbst ist spritzwassergeschützt. Mit dem mitgelieferten Standard-Gehäuse (SPK-AS2) ist sie bis zu einer Tiefe von 6 Fuß (ca. 1,8 Meter) wasserdicht. Für tiefere Tauchgänge ist dieses Gehäuse nicht ausgelegt. - Wie einfach ist die Bedienung der AS200V?
Die Bedienung der AS200V wird oft als kompliziert und unintuitiv beschrieben. Die Navigation durch die Menüs mittels kleiner Tasten und eines monochromen Displays erfordert Übung und Geduld. Die Smartphone-App kann einige Funktionen erleichtern, ersetzt aber nicht die gesamte Steuerung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Sony HDR-AS200V eine Kamera für Enthusiasten ist, die Wert auf Bildqualität und Preis legen und bereit sind, Abstriche bei der Benutzerfreundlichkeit hinzunehmen. Ihre Stärken in der Videoaufnahme und bei der Bildstabilisierung machen sie zu einer überzeugenden Option in ihrem Preissegment.
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