Wie weit ging die Strahlung von Tschernobyl?

Tschernobyl: Das Ausmaß der Strahlung

Rating: 4.91 (2030 votes)

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl im April 1986 war ein Ereignis von beispielloser Schwere und Tragweite. Was mit einer Reihe von heftigen Explosionen begann, setzte eine unvorstellbare Menge an radioaktive Strahlung frei, deren Auswirkungen die Region für Jahrhunderte prägen sollten. Die unmittelbare Zerstörung des Reaktors war nur der Anfang einer Katastrophe, die die Welt auf schockierende Weise mit den Gefahren der Kernenergie konfrontierte und die Frage aufwarf: Wie weit reichte die unsichtbare Gefahr der Strahlung?

Bei den verheerenden Explosionen wurde fast das gesamte Inventar des Reaktors Nummer vier herausgeschleudert. Augenzeugen berichteten von einer rötlich-braunen Flamme, die fast 100 Meter hoch in den Nachthimmel schoss, begleitet von starker Russentwicklung. Das Dach der Reaktorhalle wurde weggerissen, und Trümmer, Reaktorgraphit, Brennstofffragmente und schwere Maschinenteile fielen im Umkreis von mehreren Hundert Metern auf das Gelände. Das Maschinenhaus ging in Flammen auf, und zahlreiche Brände brachen auf umliegenden Gebäuden aus, darunter auch auf dem benachbarten Reaktorblock drei und dem Zwischengebäude mit dem Schornstein. Eine heiße Rauchsäule stieg fast einen Kilometer hoch in den zu dieser Zeit nahezu windstillen Himmel.

Wie weit ging die Strahlung von Tschernobyl?
Die Strahlenfelder waren nach der Katastrophe unvorstellbar hoch. Selbst in der zirka drei Kilometer entfernten Stadt Pripjat betrug die direkte Gammastrahlung kurz nach der Explosion mehrere Millisievert pro Stunde. Der Normalwert in der Natur ist etwa 10.000 Mal kleiner. Er beträgt zirka 0,1 Mikrosievert pro Stunde.

Das Ausmaß der Katastrophe vor Ort

Die Werksfeuerwehr war innerhalb weniger Minuten im Einsatz, doch ihre Versuche, die Brände zu löschen und das rote Glühen im Reaktorsaal mit Wasser zu bekämpfen, blieben erfolglos. Der 1.700 Tonnen schwere Reaktorgraphit hatte sich durch die extrem hohe Temperatur der Leistungsexkursion entzündet und glühte wie ein riesiges Kohlebrikett, durchsetzt mit Reaktorbrennstoff. Obwohl die Kettenreaktion weitgehend zum Erliegen gekommen war, wurde weiterhin immense Wärme durch den Graphitbrand und die Nachzerfallswärme der radioaktiven Spaltprodukte freigesetzt.

Bereits nach wenigen Stunden zeigten die ersten Einsatzkräfte, vor allem Feuerwehrmänner, schwere Symptome der Strahlenkrankheit: Übelkeit, Erbrechen und rotbraun verbrannte Haut – oft nicht durch das Feuer, sondern durch die intensive radioaktive Strahlung.

Die radiologische Situation in der Nähe des Unglücksortes

Die Strahlenfelder nach der Katastrophe waren schlichtweg unvorstellbar hoch. Selbst in der etwa drei Kilometer entfernten Stadt Pripjat betrug die direkte Gammastrahlung kurz nach der Explosion mehrere Millisievert pro Stunde. Zum Vergleich: Der normale Hintergrundwert in der Natur liegt bei etwa 0,1 Mikrosievert pro Stunde – das ist 10.000 Mal kleiner. Diese direkte Strahlung stammte sowohl aus der radioaktiven Wolke, die sich über dem Reaktor gebildet hatte, als auch aus dem ausgeworfenen Reaktormaterial, das sich im Umkreis des Blocks verteilt hatte.

Noch weit höher als in Pripjat war die direkte Strahlung am Kühlkanal des Kraftwerks. Nächtliche Angler, die sich nur wenige Hundert Meter vom Katastrophenort entfernt aufhielten, erlitten schwerste innere und äußere Verbrennungen durch die vom Block ausgehende Gammastrahlung. Zudem hatten sie große Mengen radioaktiver Gase inhaliert, die sich bereits auszubreiten begannen.

Die Dosisleistung auf dem Werksgelände nahe dem havarierten Block lag in den ersten Stunden zwischen zehn und einigen Hundert Millisievert pro Stunde. Auf dem Dach des Zwischengebäudes und dem Gerüst des Schornsteins, von wo aus manche Feuerwehrmänner verzweifelt versuchten, den Reaktorbrand zu löschen, erreichte die Strahlung extreme Werte. Teilweise betrug die Dosisleistung dort bis zu 200 Sievert pro Stunde. Solche Belastungen kann selbst ein gesunder menschlicher Organismus nur wenige Minuten aushalten. Die Strahlenfelder lagen bis zum Milliardenfachen über der natürlichen Hintergrundstrahlung. Eine absorbierte Dosis von fünf Sievert führt ohne medizinische Behandlung innerhalb von Tagen oder Wochen unweigerlich zum Tod durch akute Strahlenkrankheit. Es gab Berichte, dass manche Feuerwehrmänner oder herbeigerufene Techniker bereits nach wenigen Minuten unter Krämpfen zusammenbrachen.

Die Luft war in den ersten Stunden und Tagen stark mit radioaktiven Gasen angereichert, die aus dem Reaktor und dem herumgeschleuderten Brennstoff entströmten. Verantwortlich für die Dosis waren zunächst vor allem kurzlebige radioaktive Isotope wie Jod 131, Jod 133, Tellur 132 oder Cäsium 134. Erst später blieben die langlebigen Radioisotope wie Cäsium 137 und Strontium 90 übrig, die eine langfristige Kontamination verursachten.

Notfallmaßnahmen und die beginnende Evakuierung

In den ersten Stunden nach der Explosion herrschte große Unsicherheit darüber, was genau geschehen war. Schnell wurde Spezialisten und Aufräumtrupps klar, dass erhebliche Mengen an Radioaktivität in die Umwelt gelangt waren. Doch niemand wagte es zunächst, die volle Bedeutung des Umherliegens von Reaktorgraphitstücken und Druckröhren zu erfassen. Die Experten gingen von einem schwerwiegenden Reaktorschaden aus, nicht aber von der völligen Zerstörung des Reaktorkerns. Die Bedienungsmannschaft suchte nach dem ersten Schock nach Ursachen, einige begaben sich sogar mit Messgeräten in den Zentralsaal, wo der Reaktor gestanden hatte. Ein Problem war, dass die meisten Messgeräte für solch extrem hohe Strahlenfelder gar nicht ausgelegt waren und falsche, zu niedrige Werte anzeigten.

Durch die Reaktorkatastrophe wurden insgesamt etwa 300 Millionen Curie Aktivität freigesetzt. Der größte Anteil davon entwich während der Explosion selbst und innerhalb der ersten beiden Maiwochen. Noch in der Nacht wurden aus Kiew und Moskau erste Anweisungen erteilt, wie mit der sich abzeichnenden apokalyptischen Situation umzugehen sei. Das Hauptproblem war das mangelnde Wissen um die tatsächliche Lage. So kam es zu verzweifelten Versuchen, den Reaktor mit Wasser zu kühlen, um eine Überhitzung und weitere Zerstörung zu verhindern. Erst später bemerkte man, dass das Wasser aus den abgerissenen Verbindungen und zusammen mit dem Löschwasser in die Kellersysteme floss. Da die Keller der Blöcke nicht voneinander getrennt waren, breitete sich das hochradioaktive Wasser dort aus und gefährdete elektrische Systeme anderer Blöcke.

Am Morgen des 26. April erreichte eine Regierungskommission die Unfallstelle. Experten aus der gesamten Sowjetunion wurden zusammengezogen. In der Region wurde der Notstand ausgerufen. Unter enormem Einsatz der Brigaden konnten die konventionellen Brände gelöscht werden. Der Reaktor hatte sich inzwischen so stark erhitzt, dass umliegende Betonträger und Teile des biologischen Schilds weiß glühten.

Langsam erkannte man die Tragweite der Katastrophe. Das Koordinationszentrum wurde zunächst in der Notstandswarte in den Kellerräumen am anderen Ende des Kraftwerks untergebracht. Aufgrund der enormen Radioaktivität musste es jedoch nach Pripjat und später, etwa 15 Kilometer weiter, in den Ort Tschernobyl verlegt werden. Spezialeinheiten des Militärs, technische Abteilungen großer Industriewerke, Sanitätshelfer, wissenschaftliche Experten und sogar das KGB wurden zum Einsatz gerufen. Parallel dazu liefen die Evakuierungsmaßnahmen für die Zivilbevölkerung an. In mehreren konzentrischen Kreisen um das Kernkraftwerk wurde das Gebiet weiträumig abgeriegelt.

Die großangelegte Evakuierung

In drei Etappen wurden bis zum fünften Mai alle über 115.000 Menschen im 30-Kilometer-Gebiet um das Kraftwerk evakuiert. Zusammen mit den Städten Pripjat und Tschernobyl wurden 76 Ortschaften vollständig geräumt und der Kontrolle von Miliztruppen übergeben. Die Evakuierung erfolgte mit Bussen. Um Panik zu vermeiden, wurden die Vorbereitungen nachts getroffen. Die radioaktive Verseuchung nahm ständig zu, da der Wind Gase und kontaminierten Staub weitertrug.

Der Evakuierung war eine Ausgangssperre vorausgegangen. Die Menschen wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und sich ins Innere ihrer Wohnungen zurückzuziehen, um sich nicht der direkten Strahlung auszusetzen. Über Lautsprecherwagen, Durchsagen von Helikoptern sowie über Fernsehen und Radio wurden die Einwohner aufgefordert, sich innerhalb einer festgesetzten Frist mit dem Nötigsten versorgt, abfahrtbereit zu sammeln. Milizionäre regelten das rasche und geordnete Einsteigen in die Busse. Haustiere mussten zurückgelassen werden – ein schmerzlicher Aspekt der Räumung.

Die über 50.000 Einwohner von Pripjat, der Stadt der Kraftwerksarbeiter, wurden bereits am Abend des 27. April innerhalb von nur drei Stunden mit 1.200 Bussen evakuiert. Darunter befanden sich 17.000 Kinder und 80 bettlägerige Patienten. Die Fahrzeugkolonne, die die eingerichtete Kontrollzone verließ, erstreckte sich über 15 Kilometer. Währenddessen rollten unaufhörlich Lastwagen, Busse, Spezialtransporter und Kettenfahrzeuge in die Gegenrichtung, um das benötigte Gerät zur Eindämmung der Nuklearkatastrophe heranzuschaffen.

Die „Liquidatoren“ und der erste Sarkophag

Die Sowjetunion versuchte mit aller Kraft, die Reaktorkatastrophe ungeschehen zu machen und zu „liquidieren“. Dabei wurden fast keine Anstrengungen gescheut, um dieses schier unmögliche Ziel zu erreichen. Der Einsatz an Menschenleben und Material stand oft in keinem ausgewogenen Verhältnis zum erzielten Effekt. Insgesamt waren schätzungsweise 600.000 Menschen als Liquidatoren an den Aufräumarbeiten beteiligt. Diese Arbeiten standen unter enormem Zeitdruck und mussten unter extrem gefährlichen, hochradioaktiven Bedingungen durchgeführt werden.

Wie weit reichte die radioaktive Wolke von Tschernobyl?
Wie groß war das vom radioaktiven Niederschlag betroffene Gebiet? Rund 150.000 Quadratkilometer in Weißrussland, Russland und der Ukraine sind kontaminiert und erstrecken sich nördlich des Kraftwerksgeländes bis zu 500 Kilometer .

Eine der schwierigsten und dringendsten Aufgaben war die Errichtung eines Schutzmantels um den offen liegenden Reaktor und das zertrümmerte Gebäude von Block vier. Zwischen Mai und Oktober 1986, also unter den Bedingungen höchster radioaktiver Strahlung, errichtete man in Rekordzeit den sogenannten Sarkophag. Er ist eine massive Schutzhülle aus Stahl, Beton und Schutt, die den zerstörten Reaktor umschließen sollte. Beim Bau kamen unter anderem ferngesteuerte Bagger und Planierraupen, Schwerlastkräne, Betonpumpen und schwere Militärhubschrauber zum Einsatz. Die Arbeiten wurden Tag und Nacht vorangetrieben, um die Freisetzung weiterer Radioaktivität so schnell wie möglich einzudämmen.

Umgang mit dem radioaktiven Abfall und Dekontamination

Der größte Teil des Reaktorinventars ist heute entweder im Sarkophag eingebunkert oder an der Westwand zu einer radioaktiven Deponie aufgehäuft. Doch die Katastrophe hinterließ weit mehr kontaminiertes Material. In der Sperrzone entstanden zahlreiche weitere Lagerstätten für radioaktive Abfälle.

Beispiele für diese Lagerstätten sind:

  • Das Lager „Komplexnuj“ an der ehemaligen Baustelle der Blöcke fünf und sechs, wo in einer überdeckten Stahlbetonwanne 11.500 Behälter mit festen radioaktiven Stoffen lagern.
  • Das Lager „Burakowka“, etwa zwölf Kilometer vom Kraftwerk entfernt, das 200.000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Abfälle in 30 Gräben beherbergt.
  • Die Moduldeponie „Podlesnuj“, etwa 1,5 Kilometer vom Kraftwerk entfernt, ausgelegt für fünf Millionen Kubikmeter hoch- und mittelaktive Stoffe.

Auf zahlreichen weiteren Deponien wurden radioaktiv verseuchtes Erdreich, kontaminierter Asphalt, verseuchte Fahrzeuge, Hubschrauber und Baumaschinen sowie flüssige Betriebsabfälle von den Kernkraftwerksblöcken eins bis drei abgelagert. Ein großes Problem stellen die in der Eile unzureichend dokumentierten Grabendeponien dar. Hier lagern 1,1 Millionen Kubikmeter Abfälle, teils im Grundwasserbereich, wo vor allem Strontium 90 ausgewaschen wird. Dies führte dazu, dass die Grenzwerte für Trinkwasser an manchen Grundwassermessstellen im Jahr 1996 um mehr als das 100-fache überschritten wurden. In der Zukunft sollen diese Deponien in einen sicheren Zustand überführt und neue Deponien zur Einlagerung der Stoffe errichtet werden.

Innerhalb der Zone wurden zudem umfangreiche Erdarbeiten zur Dekontamination durchgeführt. Stark verseuchtes Erdreich wurde schichtweise abgetragen oder mit Schotter und Sand überdeckt. Wälder, die radioaktive Strahlung absorbiert hatten, wurden abgeholzt und die Biomasse vergraben. Weniger stark kontaminiertes Gelände wurde untergepflügt, um die radioaktiven Stoffe von der Erdoberfläche zu entfernen und zu binden. Dadurch sollte eine weitere Ausbreitung verhindert werden.

Zustand des Sarkophags und zukünftige Sicherheit

Der 1986 unter extremen Bedingungen errichtete Sarkophag war als temporäre Lösung konzipiert. Tausende von Liquidatoren arbeiteten unter höchster Strahlenbelastung, um dieses massive Bauwerk aus Beton und Stahl in weniger als sechs Monaten fertigzustellen. Diese „ausgestreckte Arm“-Methoden und die Eile beim Bau führten dazu, dass der Sarkophag über die Jahre hinweg verfiel und eine potenziell gefährliche Situation schuf. Es wurden zwar mehrere Reparaturen durchgeführt, darunter die Stabilisierung des Belüftungsschachts und die Verstärkung des Daches. Doch die Notwendigkeit einer dauerhafteren und sichereren Struktur wurde offensichtlich.

Es wurde ein Plan für den Bau einer neuen, sichereren und permanenten Struktur entwickelt, die um den bestehenden Sarkophag herum errichtet werden sollte. Dieser Plan, bekannt als „Shelter Implementation Plan“, ist ein Projekt des Tschernobyl Shelter Fund. Die Arbeiten an der Infrastruktur für diese neue Schutzhülle haben bereits begonnen. Beide Bemühungen, deren kombinierte Kosten sich über acht bis neun Jahre auf über 765 Millionen US-Dollar belaufen, werden von der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) verwaltet. Diese neue Struktur, oft als New Safe Confinement bezeichnet, soll den alten Sarkophag und den zerstörten Reaktorblock sicher umschließen und so die langfristige Eindämmung der verbleibenden Radioaktivität gewährleisten.

Wichtige Fakten zur Strahlung und den Folgen

Die radioaktive Strahlung aus Tschernobyl hatte unmittelbare und langfristige Folgen. Hier sind einige wichtige Aspekte:

AspektDetails
Höhe Flamme/RauchsäuleFlamme: ca. 100 Meter
Rauchsäule: fast 1 Kilometer
Strahlung am Werksgelände (erste Stunden)10s bis 100s Millisievert/h
Auf Dach/Schornstein: bis zu 200 Sievert/h
Strahlung in Pripjat (3 km)Mehrere Millisievert/h
Vergleich zur natürlichen StrahlungPripjat: ~10.000x höher
Dach/Schornstein: bis zu Milliardenfach höher
Tödliche Dosis5 Sievert (führt in Tagen/Wochen zum Tod ohne Behandlung)
Dominante Isotope (Anfang)Kurzlebige: Jod 131, Jod 133, Tellur 132, Cäsium 134
Dominante Isotope (Später)Langlebige: Cäsium 137, Strontium 90
Anzahl Evakuierte (30 km Zone)Über 115.000 Menschen
Evakuierung PripjatAbend 27. April, 3 Stunden, 1.200 Busse, über 50.000 Menschen
Anzahl LiquidatorenSchätzungsweise 600.000
Bauzeit SarkophagMai bis Oktober 1986
Problem AbfalldeponienSchlecht dokumentiert, teils im Grundwasser (Auswaschung von Strontium 90)
Zustand SarkophagVerfallen, repariert, neue Schutzhülle (New Safe Confinement) in Bau

Häufig gestellte Fragen

Wie hoch war die anfängliche radioaktive Belastung direkt am Reaktor?
In den ersten Stunden betrug die Dosisleistung auf dem Werksgelände nahe Block 4 zwischen zehn und einigen Hundert Millisievert pro Stunde. Auf dem Dach und am Schornstein, wo Löscharbeiten stattfanden, wurden Werte von bis zu 200 Sievert pro Stunde gemessen, ein Vielfaches der tödlichen Dosis.

Welche Strahlungswerte wurden in der nahegelegenen Stadt Pripjat gemessen?
Selbst im etwa drei Kilometer entfernten Pripjat betrug die direkte Gammastrahlung kurz nach der Explosion mehrere Millisievert pro Stunde. Das ist etwa 10.000 Mal höher als die natürliche Hintergrundstrahlung.

Welche radioaktiven Stoffe wurden freigesetzt?
Zunächst wurden vor allem kurzlebige Isotope wie Jod 131 freigesetzt. Später wurden langlebige Radioisotope wie Cäsium 137 und Strontium 90 dominant, die für die langfristige Kontamination verantwortlich sind.

Wie viele Menschen wurden aus der unmittelbaren Umgebung evakuiert?
Insgesamt wurden über 115.000 Menschen aus der 30-Kilometer-Zone um das Kraftwerk in mehreren Etappen bis zum 5. Mai 1986 evakuiert.

Was ist der Sarkophag und wozu diente er?
Der Sarkophag ist eine 1986 errichtete Schutzhülle aus Stahl, Beton und Schutt, die den zerstörten Reaktor Block 4 umschließen sollte, um die weitere Freisetzung von Radioaktivität zu verhindern. Er war als temporäre Lösung gedacht.

Wer waren die Liquidatoren?
Liquidatoren waren die rund 600.000 Einsatzkräfte, die unter extrem gefährlichen, hochradioaktiven Bedingungen an den Aufräumarbeiten und der Eindämmung der Katastrophe beteiligt waren.

Was passiert heute mit dem alten Sarkophag?
Der alte Sarkophag ist verfallen und wurde durch eine neue, größere und stabilere Schutzhülle, bekannt als New Safe Confinement, umschlossen, die eine langfristige Sicherheit gewährleisten soll.

Gibt es langfristige Probleme mit radioaktivem Abfall in der Zone?
Ja, es gibt zahlreiche Deponien für kontaminiertes Material. Ein Problem sind schlecht dokumentierte Deponien, bei denen Radioisotope wie Strontium 90 ins Grundwasser gelangen können.

Hat dich der Artikel Tschernobyl: Das Ausmaß der Strahlung interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar photo

Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

Go up