Die Nikon F80, in den USA auch als N80 bekannt, trat im Januar 2000 auf den Plan und etablierte sich schnell als eine hoch angesehene Spiegelreflexkamera für ambitionierte Hobbyfotografen und Semi-Profis. Sie positionierte sich als Nachfolgerin der F70 und erbte viele fortschrittliche Technologien von der professionellen F100, auch wenn sie deren extreme Robustheit und Wetterabdichtung vermissen ließ. Diese Kamera war ein wichtiger Schritt in Nikons Entwicklung und diente später sogar als Grundlage für digitale Modelle wie die Nikon D100 sowie für Fujifilm und Kodak.
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Die F80 wurde in verschiedenen Varianten angeboten, um unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht zu werden. Jede Version teilte den Großteil der Kernfunktionen und Spezifikationen, unterschied sich jedoch in einem spezifischen Merkmal, das für manche Fotografen von Bedeutung war: der Möglichkeit, zusätzliche Informationen auf den Film zu drucken.

Die Varianten: F80, F80D und F80S
Grundsätzlich gab es drei Hauptversionen der Nikon F80:
- Nikon F80: Dies ist die Standardversion der Kamera. Sie bot alle grundlegenden Funktionen und Spezifikationen, die die F80 auszeichneten, wie das fortschrittliche Autofokussystem, verschiedene Belichtungsmodi und eine breite Objektivkompatibilität.
- Nikon F80D: Die F80D unterscheidet sich von der Standard-F80 durch ihre speziell gestaltete Rückwand. Diese Rückwand ermöglichte es, Datumsinformationen direkt auf das Bildfeld des Films zu drucken. Das 'D' im Namen steht hierbei für 'Data' oder 'Datum'.
- Nikon F80S: Die F80S war die fortschrittlichste Variante in Bezug auf die Dateneinblendung. Zusätzlich zur Datumsfunktion der F80D konnte die F80S auch Belichtungsdaten zwischen den einzelnen Filmframes einblenden. Dies umfasste Informationen wie die verwendete Verschlusszeit, Blende und den Belichtungskorrekturwert.
Der Hauptunterschied zwischen der Nikon F80 und der F80D liegt also explizit in der Fähigkeit der F80D, das Aufnahmedatum auf den Film zu bannen. Die F80S ging noch einen Schritt weiter und fügte die Einblendung von Belichtungsdaten hinzu. Es ist wichtig zu beachten, dass die Nutzung der Belichtungsdateneinblendung bei der F80S die Filmtransportgeschwindigkeit beeinflussen konnte, abhängig von Filmempfindlichkeit und Temperatur.
Technische Merkmale der Nikon F80-Familie
Die Nikon F80-Familie war mit einer Reihe moderner Funktionen ausgestattet, die sie zu einer leistungsfähigen und vielseitigen Kamera machten. Hier sind einige der wichtigsten Spezifikationen und Merkmale, die allen Varianten gemein waren:
Belichtungsmodi und Messsysteme
Die Kamera bot die klassischen Belichtungsmodi:
- P: Programmautomatik (mit flexibler Programmfunktion)
- S: Blendenautomatik
- A: Zeitautomatik
- M: Manuelle Belichtung
Für die Belichtungsmessung standen drei Systeme zur Auswahl:
- 3D-Matrixmessung: Ein sehr fortschrittliches System, das die Helligkeit über 10 Segmente des Bildfelds analysierte und auch Distanzinformationen von D-Typ-Objektiven berücksichtigte, um eine ausgewogene Belichtung zu erzielen.
- Mittenbetonte Messung: Hier konzentrierte sich ca. 75% der Empfindlichkeit auf einen 12mm großen Kreis in der Bildmitte.
- Spotmessung: Die Messung erfolgte in einem sehr kleinen Bereich von ca. 4mm Durchmesser (ca. 1% des gesamten Bildfelds), ideal für die präzise Belichtungsmessung eines bestimmten Motivteils.
Der Messbereich lag typischerweise zwischen EV 0-21 für Matrix- und Mittenbetonte Messung und EV 3-21 für Spotmessung (bei ISO 100, 50mm f/1.4 Objektiv).
Autofokus-System
Die F80 nutzte ein TTL-Phasendetektionssystem mit dem Nikon Multi-CAM900 Autofokusmodul. Dieses System verfügte über fünf Fokusbereiche, die ausgewählt werden konnten. Der Erfassungsbereich lag zwischen EV -1 und EV 19 (bei ISO 100).
Es gab verschiedene Autofokus-Modi:
- Single Servo AF (S): Der Fokus wird nach dem Erfassen des Motivs gesperrt.
- Continuous Servo AF (C): Die Kamera verfolgt bewegte Motive.
- Manuelle Fokussierung (M).
Zusätzlich gab es AF-Bereichsmodi wie Single Area AF und Dynamic AF, wobei Dynamic AF mit Priorität auf das nächstgelegene Motiv verfügbar war.
Verschluss und Filmtransport
Die Kamera verfügte über einen elektronisch gesteuerten, vertikal ablaufenden Schlitzverschluss. Die Verschlusszeiten reichten von 30 Sekunden bis zu 1/4000 Sekunde sowie Bulb für Langzeitbelichtungen. Die Synchronzeit für Blitzgeräte betrug bis zu 1/125 Sekunde.
Der Filmtransport erfolgte automatisch mit einem eingebauten Motor. Es gab einen Einzelbildmodus und einen Serienbildmodus mit einer Geschwindigkeit von ca. 2,5 Bildern pro Sekunde (mit 3V Lithiumbatterien, bei Verschlusszeiten von 1/250 Sekunde oder schneller, ohne Dateneinblendung bei der S-Version). Auch das Zurückspulen des Films erfolgte automatisch mit dem eingebauten Motor, mit einer Hochgeschwindigkeitsoption (ca. 15 Sek. für 36 Bilder) und einer leiseren Option (ca. 23 Sek. für 36 Bilder).
ISO-Bereich
Die Nikon F80 unterstützte sowohl die automatische Einstellung der Filmempfindlichkeit über DX-Code als auch die manuelle Einstellung. Der unterstützte ISO-Bereich war:
- DX-Code: ISO 25-5000
- Manuell: ISO 6-6400 (in 1/3 Schritten)
Dies bot eine große Flexibilität bei der Wahl des Films.

Blitzsteuerung
Die F80 besaß einen eingebauten Blitz mit einer Leitzahl von 12/39 (bei ISO 100, m/ft) und deckte den Bildwinkel eines 28mm Objektivs ab. Die Blitzsteuerung erfolgte über einen fünfsegmentigen TTL-Multisensor. Die Kamera unterstützte Nikons renommiertes Automatic Balanced Fill-Flash, inklusive 3D Multi-Sensor Balanced Fill-Flash mit kompatiblen Blitzgeräten und D-Typ-Objektiven.
Verschiedene Blitzsynchronisationsmodi waren verfügbar, darunter Synchronisation auf den ersten Vorhang (Normal), Reduzierung roter Augen, Reduzierung roter Augen mit Langzeitsynchronisation, Langzeitsynchronisation und Synchronisation auf den zweiten Vorhang.
Weitere bemerkenswerte Funktionen
- On-Demand Grid Lines: Die F80 war die erste Nikon-Kamera, die Gitterlinien im Sucher auf Wunsch anzeigen konnte. Diese Linien waren hilfreich für die Bildkomposition, insbesondere bei Architektur- oder Landschaftsaufnahmen.
- Tiefenschärfe-Vorschau: Ein Knopf ermöglichte das Abblenden der Blende, um die Tiefenschärfe vor der Aufnahme zu beurteilen.
- Mehrfachbelichtung: Diese Funktion konnte über das Filmtransportrad aktiviert werden.
- LCD-Anzeige: Ein übersichtliches LCD-Panel auf der Oberseite zeigte alle wichtigen Aufnahmeinformationen an, inklusive Batteriestatus und Bildzähler. Eine Beleuchtung war ebenfalls integriert.
- Benutzerdefinierte Einstellungen: Die F80 und F80D boten 18, die F80S 19 benutzerdefinierte Einstellungen zur Anpassung des Kameraverhaltens.
- Zwei-Tasten-Reset: Eine praktische Funktion, um viele Einstellungen schnell auf die Werkseinstellungen zurückzusetzen.
Objektivkompatibilität
Die F80 nutzte das Nikon F-Bajonett mit AF-Kupplung und AF-Kontakten. Sie war mit einer breiten Palette von Nikkor-Objektiven kompatibel:
- D-Typ AF Nikkor (außer IX-Nikkor): Autofokus und alle Funktionen waren möglich.
- AF Nikkor (andere als D-Typ, außer AF Nikkor für F3AF): Alle Funktionen außer 3D-Matrixmessung waren möglich.
- AI-P Nikkor: Alle Funktionen außer 3D-Matrixmessung und Autofokus waren möglich.
- Nicht-CPU-Objektive (AI und AI-S): Konnten im Modus M (Manuell) verwendet werden, aber der Belichtungsmesser funktionierte nicht. Der elektronische Entfernungsmesser war mit Objektiven ab f/5.6 oder lichtstärker nutzbar.
- IX-Nikkor: Konnten nicht verwendet werden und konnten Schäden verursachen.
- G-Typ-Objektive: Obwohl nicht explizit in den alten Spezifikationen erwähnt, sind G-Typ-Objektive (ohne Blendenring) grundsätzlich nutzbar, aber die Blende wird von der Kamera gesteuert, was die Verwendung in den Modi P und S ermöglicht. In A und M sind sie nur mit der kleinsten Blende nutzbar.
Die F80 zeigte sich somit als sehr flexibel in Bezug auf die Objektivauswahl, was ein großer Vorteil für Nikon-Fotografen war, die bereits über eine Sammlung von F-Mount-Objektiven verfügten.
Vergleichstabelle der Nikon F80 Varianten
| Merkmal | Nikon F80 | Nikon F80D | Nikon F80S |
|---|---|---|---|
| Datums-Einblendung auf dem Bild | Nein | Ja | Ja |
| Belichtungsdaten-Einblendung zwischen Frames | Nein | Nein | Ja |
| Grundlegende Funktionen & Spezifikationen | Ja | Ja | Ja |
| Gewicht (ca., ohne Batterien) | 515g | 520g | 525g |
| Abmessungen HxBxT (ca.) | 98.5x141.5x71mm | 98.5x141.5x71.5mm | 98.5x141.5x73.5mm |
Die geringen Unterschiede bei Gewicht und Abmessungen erklären sich durch die modifizierte Rückwand für die Dateneinblendungsfunktionen der D- und S-Modelle.
Die Nikon F80 als Basis für Digitalkameras
Ein Beweis für das durchdachte Design und die Ergonomie der F80 ist die Tatsache, dass Nikon sie als Basis für ihre eigene digitale Spiegelreflexkamera, die Nikon D100, verwendete. Auch andere Hersteller griffen auf das Chassis der F80 zurück, darunter Fujifilm für die FinePix S2 Pro und S3 Pro sowie Eastman Kodak für die DCS Pro 14n und DCS Pro SLR/n. Dies unterstreicht die Qualität und das Potenzial der F80-Plattform.
Häufig gestellte Fragen zur Nikon F80
Was ist der Hauptunterschied zwischen Nikon F80 und F80D?
Der Hauptunterschied ist die Rückwand. Die F80D verfügt über eine Rückwand mit Datumsfunktion, die es ermöglicht, das Aufnahmedatum direkt auf das Bild zu drucken. Die Standard-F80 hat diese Funktion nicht.
Was kann die Nikon F80S zusätzlich zur F80D?
Die F80S kann zusätzlich zur Datums-Einblendung (wie die F80D) auch Belichtungsdaten (Verschlusszeit, Blende, Belichtungskorrektur) zwischen den einzelnen Filmframes einblenden.

Welchen ISO-Bereich unterstützt die Nikon F80?
Die Nikon F80 unterstützt Filme mit DX-Code von ISO 25 bis 5000. Bei manueller Einstellung kann der Bereich von ISO 6 bis 6400 in 1/3 Schritten eingestellt werden.
Wann wurde die Nikon F80 veröffentlicht?
Die Nikon F80 wurde im Januar 2000 weltweit für den Verbrauchermarkt veröffentlicht.
Wann wurde die Nikon F801 veröffentlicht?
Die Nikon F-801 (N8008 in den USA) wurde im Juni 1988 weltweit veröffentlicht. Sie war ein Vorgängermodell in einer früheren Generation von Nikon-Kameras (Nachfolger war die F-801s).
Ist die Nikon F80 wetterfest?
Nein, im Gegensatz zur F100, auf der sie basiert, fehlt der F80 die spezielle Wetterabdichtung und Robustheit.
Kann ich alle Nikon F-Mount Objektive mit der F80 verwenden?
Die meisten modernen F-Mount Nikkor Objektive sind kompatibel. Einschränkungen gibt es bei sehr alten Non-CPU (AI/AIS) Objektiven (keine Belichtungsmessung in A/M) und neueren G-Typ Objektiven (eingeschränkte Blendensteuerung). IX-Nikkor Objektive für APS-Kameras können nicht verwendet werden.
Fazit
Die Nikon F80, F80D und F80S sind herausragende Film-Spiegelreflexkameras, die fortschrittliche Funktionen der damaligen Zeit in einem erschwinglicheren Paket als die professionellen Modelle anboten. Der Unterschied zwischen den Varianten liegt primär in den zusätzlichen Funktionen zur Einblendung von Daten auf dem Film, wobei die F80D Datum und die F80S zusätzlich Belichtungsdaten hinzufügt. Für Fotografen, die Wert auf die Dokumentation ihrer Aufnahmen direkt auf dem Negativ legen, boten die D- und S-Modelle einen klaren Mehrwert. Unabhängig von der Variante bleibt die F80 eine leistungsfähige und beliebte Kamera, die ein breites Spektrum an fotografischen Möglichkeiten bietet und deren Design sogar den Weg für zukünftige digitale Modelle ebnete.
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