Wie kann ich die Infrarotlichter in Ring ausschalten?

Infrarotlicht bei Kameras verstehen & steuern

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Überwachungskameras sind ein wichtiger Bestandteil moderner Sicherheitssysteme. Oft verfügen sie über eine Nachtsichtfunktion, die es ihnen ermöglicht, auch bei Dunkelheit klare Bilder zu liefern. Diese Fähigkeit verdanken sie dem Einsatz von Infrarotlicht. Doch was genau ist Infrarotlicht, wie funktioniert die Nachtsichttechnologie und, vielleicht am wichtigsten für manche Anwendungsfälle, wie kann man dieses Licht kontrollieren oder sogar ausschalten?

Was ist Infrarotlicht und warum nutzen Kameras es?

Infrarotstrahlung, oft auch als Infrarotlicht bezeichnet, ist wie sichtbares Licht eine Form der elektromagnetischen Strahlung. Der entscheidende Unterschied liegt in der Wellenlänge: Infrarot hat längere Wellenlängen als sichtbares Licht. Diese längeren Wellenlängen sind für das menschliche Auge unsichtbar, da unser Sehvermögen nur einen kleinen Teil des elektromagnetischen Spektrums erfasst.

Die Entdeckung des Infrarotlichts gelang im Jahr 1800 dem britischen Astronomen Sir William Herschel. Er leitete Sonnenlicht durch ein Prisma und platzierte ein Thermometer knapp außerhalb des roten Endes des sichtbaren Spektrums. Dabei stellte er eine deutlich höhere Temperatur fest. Diesen Effekt spüren wir auch, wenn die Sonne auf unsere Haut scheint: Die Infrarotstrahlung regt die Bindungen zwischen Molekülen an, was Energie freisetzt, die wir als Wärme empfinden.

Wie schalte ich das IR-Licht meiner Überwachungskamera aus?
Gehen Sie zu Geräteeinstellungen > Licht. Schritt 2: Gehen Sie zu Infrarotlichter und tippen Sie auf „Auto“, um die IR-Lichter zu aktivieren. Alternativ können Sie „Aus“ auswählen, um die IR-Lichter dauerhaft zu deaktivieren .

Das Prinzip, das Kameras zur Erfassung von Infrarot nutzen, basiert auf der Tatsache, dass alle Objekte über dem absoluten Nullpunkt (also so gut wie alle Objekte im Alltag) Wärmeenergie aussenden. Je heißer ein Objekt ist, desto mehr Wärmeenergie strahlt es ab. Diese abgestrahlte Energie wird als thermische Signatur oder Wärmesignatur des Objekts bezeichnet. Selbst ein Eiswürfel strahlt Wärmeenergie ab, wenn auch sehr wenig im Vergleich zu wärmeren Objekten.

Objekte wie Tiere, Motoren oder Maschinen erzeugen biologisch oder mechanisch eigene Wärme. Materialien wie Boden, Felsen und Pflanzen absorbieren tagsüber Wärme von der Sonne und geben diese nachts wieder ab. Da unterschiedliche Materialien Wärme unterschiedlich schnell absorbieren und abgeben, besteht selbst ein Bereich, der für das menschliche Auge eine einheitliche Temperatur zu haben scheint, tatsächlich aus einem Mosaik verschiedener Temperaturen.

Das Infrarotspektrum lässt sich in verschiedene Bereiche unterteilen, deren genaue Grenzen je nach Anwendung leicht variieren können. Die für die Infrarot-Thermografie genutzte Spektralregion liegt typischerweise zwischen 0,9 µm und 16 µm, insbesondere in den Bereichen von 2 µm bis 5 µm und 7 µm bis 15 µm. Man unterscheidet häufig:

  • NIR = Near Infrared (Nah-Infrarot)
  • SWIR = Short Wave Infrared (Kurzwellen-Infrarot)
  • MWIR = Medium Wave Infrared (Mittelwellen-Infrarot)
  • (V)LWIR = (Very) Long Wave Infrared ((Sehr) Langwellen-Infrarot)

Überwachungskameras mit Nachtsicht nutzen meist aktive Infrarotbeleuchtung im NIR-Bereich (typischerweise um 850 nm oder 940 nm), um die Szene zu beleuchten. Die Kamera empfängt dieses reflektierte Licht, das für Menschen unsichtbar ist, und erzeugt daraus ein Bild. Thermografiekameras, die Wärmestrahlung erfassen, arbeiten hingegen in den längeren Wellenlängenbereichen (MWIR, LWIR) und benötigen keine zusätzliche Beleuchtung, da sie die Eigenstrahlung der Objekte messen.

Wie erfassen Kameras Infrarot?

Thermische, also Infrarot-Erfassungssysteme, verwenden spezielle Sensoren, um die Strahlung im Infrarotbereich des elektromagnetischen Spektrums aufzunehmen. Eine Infrarotkamera detektiert die thermische Energie oder Wärme, die von der beobachteten Szene abgestrahlt wird, und wandelt diese in ein elektronisches Signal um. Dieses Signal wird dann verarbeitet, um ein Bild zu erzeugen.

Die von einer Infrarotkamera erfasste Wärme kann mit hoher Präzision gemessen werden. Dies ermöglicht Anwendungen wie die Überprüfung der thermischen Leistung von Geräten oder die Bestimmung der relativen Schwere von Problemen, die mit Wärme zusammenhängen (z. B. überhitzte Bauteile). Je höher die Temperatur eines Körpers oder Objekts ist, desto mehr Strahlung emittiert es.

Warum erfassen Kameras IR?
Thermische oder Infrarot-Erkennungssysteme nutzen Sensoren, um Strahlung im infraroten Bereich des elektromagnetischen Spektrums zu erfassen. Eine Infrarotkamera erfasst die von der beobachteten Szene abgegebene Wärmeenergie und wandelt sie in ein elektronisches Signal um . Dieses Signal wird dann verarbeitet, um ein Bild zu erzeugen.

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme können Infrarotkameras nicht durch Wände oder andere feste Objekte sehen. Sie können lediglich die Wärme messen, die von der beobachteten Szene abgestrahlt wird. Ein Wärmebild einer Wand zeigt beispielsweise den Wärmefluss durch die Wand, wenn sich dahinter eine Wärmequelle befindet, kann aber die Wärmequelle selbst nicht „sehen“. Allerdings wird im Bereich des elektromagnetischen Spektrums von 0,7 µm bis 4 µm Infrarotstrahlung anhand des von einem Material oder einer Szene reflektierten Lichts gemessen. Diese Fähigkeit ist in der Halbleiter-, Glas- und Stahlindustrie sehr nützlich.

Infrarotkameras werden entweder mit gekühlten oder ungekühlten Infrarotdetektoren gebaut. Gekühlte Detektoren liefern in der Regel eine bessere Bildqualität und Präzision, während ungekühlte Detektoren weniger präzise, aber auch kostengünstiger sind.

Gekühlte Infrarotdetektoren müssen mit kryogenischen Kühlern gekoppelt werden, um die Detektortemperatur auf kryogenische Temperaturen zu senken. Dies reduziert das wärmeinduzierte Rauschen auf ein Niveau, das unter dem Signal liegt, das von der Szene emittiert wird.

Ungekühlte Bilddetektoren benötigen keine kryogenische Kühlung. Sie werden unter Verwendung eines sogenannten Mikrobolometers entwickelt – einer speziellen Art von Bolometer, das empfindlich auf Infrarotstrahlung reagiert. Wenn der Sensor der Kamera Infrarotstrahlung aufnimmt, werden die Daten in eine farbige Darstellung der Szene umgewandelt. Die Einstellungen der Kamera können vor der Aufnahme eines Bildes angepasst werden, um verschiedene Temperaturgradienten anzuzeigen. Je nach erforderlichem Präzisionsgrad kann auch die Auflösung ein wichtiger Faktor sein.

Die räumliche Auflösung (gemessen in Pixeln) beeinflusst, wie detailliert das Wärmebild ist. Bei der industriellen Wartung, wo die zu inspizierenden Teile groß und der thermische Kontrast hoch sein können, reicht oft eine Wärmekamera mit geringer räumlicher Auflösung (ab 60x60 Pixel) aus. Für detailliertere Inspektionen oder zur Beobachtung kleiner Details mit ebenfalls geringen Temperaturunterschieden ist eine höhere räumliche Auflösung (ab 640x480 Pixel) unerlässlich.

Infrarotlicht bei Überwachungskameras ausschalten

Es gibt verschiedene Gründe, warum man das Infrarotlicht einer Überwachungskamera ausschalten möchte. Dazu gehören die Vermeidung von Reflexionen, wenn die Kamera durch ein Fenster filmt, oder die Reduzierung der Sichtbarkeit der Kamera im Dunkeln, da das IR-Licht (auch wenn unsichtbar für Menschen) oft ein leicht rötliches Glühen verursacht, das Tiere oder aufmerksame Personen bemerken könnten.

Wie schalte ich das IR-Licht meiner Überwachungskamera aus?
Gehen Sie zu Geräteeinstellungen > Licht. Schritt 2: Gehen Sie zu Infrarotlichter und tippen Sie auf „Auto“, um die IR-Lichter zu aktivieren. Alternativ können Sie „Aus“ auswählen, um die IR-Lichter dauerhaft zu deaktivieren .

Die Methode zum Ausschalten des IR-Lichts hängt stark vom Hersteller und Modell der Kamera sowie der verwendeten Software oder App ab. Die uns vorliegenden Informationen geben uns Einblicke in die Vorgehensweise bei bestimmten Systemen.

Vorgehensweise bei Reolink Client:

Für Kameras, die mit dem Reolink Client gesteuert werden, sind die Schritte zum Anpassen der Infrarot-Einstellungen klar definiert:

  1. Melden Sie sich bei Ihrem Gerät an und navigieren Sie dann zu den Kamera-Einstellungen (Camera Settings).
  2. Suchen Sie den Unterpunkt Kamera (Camera) und dann Licht (Light).
  3. Hier haben Sie die Möglichkeit, das Verhalten des Infrarotlichts einzustellen. Wählen Sie „Auto“, wenn die IR-Lichter nachts automatisch eingeschaltet werden sollen, oder wählen Sie „Stay Off“, wenn Sie die IR-Lichter dauerhaft ausschalten möchten.

Diese Einstellung ermöglicht es dem Benutzer, die Nachtsichtfunktion entweder automatisch steuern zu lassen oder sie manuell zu deaktivieren, was nützlich ist, um die oben genannten Probleme zu umgehen.

Vorgehensweise bei Ring:

Die uns vorliegenden Informationen zu Ring-Kameras erwähnen lediglich, dass Informationen zum Ausschalten der Infrarotlichter in der öffentlichen Community verfügbar sein könnten. Spezifische Schritte oder Anleitungen sind in den bereitgestellten Daten nicht enthalten. Daher können wir hier keine detaillierte Anleitung für Ring-Kameras geben. Es ist wahrscheinlich, dass die Einstellung ebenfalls über die zugehörige App oder Software erfolgt, aber die genauen Menüpfade sind uns nicht bekannt.

Für andere Marken oder Modelle müssen Sie die spezifische Bedienungsanleitung Ihrer Kamera konsultieren oder die Einstellungen in der zugehörigen mobilen App oder Desktop-Software durchsuchen. Oft finden sich diese Einstellungen in Bereichen, die mit "Licht", "Nachtsicht", "IR-Licht" oder "Bildeinstellungen" beschriftet sind.

Vergleich: Gekühlte vs. ungekühlte IR-Detektoren

Wie bereits erwähnt, unterscheiden sich Infrarotkameras je nach Art ihres Detektors. Hier ist ein vereinfachter Vergleich basierend auf den uns vorliegenden Informationen:

MerkmalGekühlte IR-DetektorenUngekühlte IR-Detektoren
BildqualitätBesserWeniger präzise
PräzisionHöherGeringer
KostenTeurerGünstiger
Kühlung erforderlichJa (Kryogenische Kühler)Nein
TechnologieReduzierung des wärmeinduzierten Rauschens durch KühlungBasierend auf Mikrobolometern
Typische AnwendungenHochpräzise Messungen, wissenschaftliche Forschung, anspruchsvolle ÜberwachungIndustrielle Wartung, Sicherheitskameras, kostengünstigere Lösungen

Überwachungskameras für den Heimgebrauch oder die meisten gewerblichen Anwendungen verwenden in der Regel ungekühlte Detektoren, da diese kostengünstiger sind und für die meisten Nachtsichtanforderungen ausreichende Leistung liefern. Gekühlte Detektoren finden sich eher in spezialisierten oder professionellen Thermografieanwendungen, wo höchste Genauigkeit erforderlich ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Hier beantworten wir einige gängige Fragen zum Thema Infrarotlicht und Kameras:

Warum können Kameras Infrarot sehen?
Kameras können Infrarot sehen, weil sie mit speziellen Sensoren ausgestattet sind, die auf die längeren Wellenlängen der Infrarotstrahlung reagieren können, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Diese Sensoren wandeln die Infrarotenergie (entweder reflektiertes Licht oder abgestrahlte Wärme) in ein elektronisches Signal um, das dann zu einem sichtbaren Bild verarbeitet wird.

Warum können Kameras Infrarot sehen?
Sowohl eine in die Kamera integrierte als auch eine unabhängige Beleuchtung verwenden in der Regel Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von 850 nm. Da die IR-LEDs so nahe an den Wellenlängen des sichtbaren Lichts liegen, erzeugen sie ein schwaches rotes Leuchten, das sichtbar sein kann.

Was ist der Unterschied zwischen gekühlten und ungekühlten IR-Kameras?
Der Hauptunterschied liegt in der Notwendigkeit einer Kühlung des Detektors. Gekühlte Kameras verwenden kryogenische Kühler, um den Sensor auf sehr niedrige Temperaturen zu bringen, was das Rauschen reduziert und eine höhere Empfindlichkeit und Präzision ermöglicht. Ungekühlte Kameras verwenden Detektoren wie Mikrobolometer, die keine externe Kühlung benötigen, aber in der Regel weniger präzise und empfindlich sind.

Kann eine IR-Kamera durch Wände sehen?
Nein, Infrarotkameras können nicht durch Wände oder andere feste, undurchsichtige Objekte sehen. Sie messen lediglich die Wärme, die von der Oberfläche des Objekts abgestrahlt wird. Wenn sich hinter einer Wand eine Wärmequelle befindet, kann die Kamera den Wärmefluss durch die Wand auf deren Oberfläche sichtbar machen, aber sie kann nicht das Objekt selbst auf der anderen Seite der Wand erkennen.

Was bedeutet Infrarot im elektromagnetischen Spektrum?
Infrarot ist ein Bereich des elektromagnetischen Spektrums mit Wellenlängen, die länger sind als die von sichtbarem Licht, aber kürzer als die von Mikrowellen. Es liegt direkt neben dem roten Ende des sichtbaren Spektrums. Infrarotstrahlung wird oft mit Wärme assoziiert, da Objekte bei Raumtemperatur Infrarotstrahlung aussenden, die wir als Wärme spüren können.

Warum möchte man das IR-Licht einer Überwachungskamera ausschalten?
Gründe dafür können sein, Reflexionen zu vermeiden, wenn die Kamera hinter Glas platziert ist, die Kamera weniger auffällig zu machen (das IR-Licht kann ein schwaches rotes Leuchten verursachen) oder um Probleme mit Überbelichtung in sehr nahen Bereichen bei Nacht zu vermeiden. Manchmal ist auch nur die Verwendung von Umgebungslicht oder einer externen IR-Quelle gewünscht.

Das Verständnis der Funktionsweise von Infrarotlicht und seiner Erfassung durch Kameras hilft nicht nur bei der Fehlersuche, sondern auch bei der optimalen Nutzung und Platzierung von Überwachungssystemen. Die Möglichkeit, das IR-Licht zu steuern, bietet zusätzliche Flexibilität für spezifische Anforderungen.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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