Die Nikon D4 und ihre Weiterentwicklung, die Nikon D4S, sind Kameras, die eine Ära in der professionellen Fotografie geprägt haben. Als Flaggschiffe ihrer Zeit waren sie die Werkzeuge der Wahl für Sportfotografen, Fotojournalisten und alle, die unter anspruchsvollsten Bedingungen arbeiten mussten. Auch wenn neuere Modelle auf dem Markt sind, haben die D4 und D4S nichts von ihrer Faszination verloren. Viele Fotografen nutzen sie noch heute oder suchen sie auf dem Gebrauchtmarkt. In diesem Artikel beleuchten wir einige häufige Fragen zu diesen beeindruckenden Kameras, von ihrer Verfügbarkeit bis hin zu grundlegenden Bedienelementen wie Blende und Verschlusszeit.

Nikon D4S: Wann wurde die Produktion eingestellt?
Die Nikon D4S wurde am 25. Februar 2014 angekündigt und trat die Nachfolge der bereits sehr erfolgreichen D4 an. Sie brachte eine Reihe bedeutender Verbesserungen mit sich, die sie noch leistungsfähiger machten. Dazu gehörten ein neuer Bildsensor, ein verbesserter Bildprozessor, ein leistungsfähigerer Akku, eine verfeinerte Ergonomie und ein erweiterter ISO-Bereich. Darüber hinaus wurden die Autofokus-Algorithmen verbessert, ein neuer AF-Tracking-Modus eingeführt und die Möglichkeit geschaffen, RAW-Bilder entweder in voller Auflösung (16 MP) oder als kleinere Datei (4 MP) aufzunehmen.

Die D4S wurde für ihre Leistung und Zuverlässigkeit hoch gelobt und erhielt mehrere renommierte Auszeichnungen, darunter den TIPA Award 2014 als „Best Digital SLR Professional“ und den EISA Award 2014-2015 als „European Professional DSLR Camera“. Diese Auszeichnungen unterstrichen ihre Position als Top-Kamera für professionelle Anwender.
Wie es in der schnelllebigen Welt der Kameratechnologie üblich ist, wurde auch die D4S schließlich von einem Nachfolgemodell abgelöst. Am 6. Januar 2016 stellte Nikon die Nikon D5 vor, die neue Speerspitze im Profi-Segment. Mit der Einführung des Nachfolgers wurde die Produktion der D4S schrittweise eingestellt.
Die Produktion der Nikon D4S wurde im Dezember 2016 eingestellt. Seitdem wird die Kamera nicht mehr neu hergestellt und ist nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich. Dies ist ein normaler Zyklus für professionelle Kameras, die in der Regel alle paar Jahre durch leistungsfähigere Modelle ersetzt werden.
Wie alt ist eine Nikon D4?
Die Nikon D4 ist das Modell, das der D4S vorausging. Sie wurde am 6. Januar 2012 von der Nikon Corporation angekündigt. Damit löste sie die Nikon D3S ab und setzte neue Maßstäbe im professionellen DSLR-Segment.
Zum Zeitpunkt ihrer Einführung war die D4 ein technologisches Highlight. Sie verfügte über einen 16,2-Megapixel-Vollformatsensor, verbesserte Autofokus- und Belichtungsmesssysteme und bot einen beeindruckend erweiterten ISO-Bereich, der bis zu 204.800 reichte. Sie war zudem die erste Kamera, die das damals neue XQD-Speicherkartenformat unterstützte, was für hohe Schreibgeschwindigkeiten bei Serienaufnahmen entscheidend war.
Mit einer beeindruckenden Serienbildgeschwindigkeit von 10 Bildern pro Sekunde (mit voller Belichtungs- und Autofokusnachführung) und sogar 11 Bildern pro Sekunde (bei fester Belichtung und Fokus) war die D4 klar auf die Bedürfnisse von Sport- und Actionfotografen sowie Fotojournalisten zugeschnitten. Ihre robuste Bauweise und hohe Zuverlässigkeit machten sie zum idealen Werkzeug für den Einsatz unter härtesten Bedingungen.
Berechnet man das Alter ab dem Ankündigungsdatum, so ist die Nikon D4 ein Modell, das Anfang 2012 das Licht der Welt erblickte. Sie ist somit ein gestandener Klassiker der digitalen Fotografie, der zwar nicht mehr dem allerneuesten Stand der Technik entspricht, aber immer noch über beeindruckende Fähigkeiten verfügt.

Wie ändere ich die Blende einer Nikon D4?
Die Kontrolle über die Blende ist eines der wichtigsten kreativen Werkzeuge in der Fotografie. Sie beeinflusst maßgeblich die Tiefenschärfe – also den Bereich im Bild, der scharf abgebildet wird – sowie die Lichtmenge, die auf den Sensor trifft. An der Nikon D4 gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Blende einzustellen, abhängig vom gewählten Aufnahmemodus.
Die D4 verfügt über einen Moduswähler, mit dem Sie zwischen verschiedenen Belichtungsmodi wählen können:
- AUTO (b): Die Kamera steuert alle Einstellungen automatisch. Eine manuelle Blendenwahl ist hier nicht möglich.
- P (Programmautomatik): Die Kamera wählt automatisch eine passende Kombination aus Verschlusszeit und Blende für eine korrekte Belichtung. Durch Drehen des Haupteinstellrads können Sie jedoch verschiedene Kombinationen von Zeit und Blende auswählen, die zur gleichen Belichtung führen (genannt „Flexible Programmautomatik“). Dabei wird eine Anzeige (U) im Display und Sucher eingeblendet.
- S (Zeitautomatik): Sie wählen die Verschlusszeit, und die Kamera wählt automatisch die passende Blende für eine korrekte Belichtung. Sie können die Blende hier nicht direkt manuell einstellen, da die Kamera sie vorgibt.
- A (Blendenautomatik): Dies ist einer der Hauptmodi, um die Blende manuell zu steuern. Sie wählen die gewünschte Blende, und die Kamera wählt automatisch die passende Verschlusszeit für eine korrekte Belichtung. Dieser Modus ist ideal, um die Tiefenschärfe gezielt zu steuern.
- M (Manuell): In diesem Modus haben Sie die volle Kontrolle über Blende und Verschlusszeit. Sie stellen beide Werte manuell ein und können die Belichtungsanzeige im Sucher oder auf dem Monitor nutzen, um zu sehen, ob Ihre Einstellungen zu einer korrekten Belichtung führen oder ob das Bild über- oder unterbelichtet wird.
Um die Blende an der Nikon D4 manuell zu ändern, insbesondere in den Modi A und M, verwenden Sie das sekundäre Einstellrad (Sub-Kommandorad). Dieses Rad befindet sich typischerweise an der Vorderseite der Kamera, in der Nähe des Auslösers, so dass es bequem mit dem Zeigefinger bedient werden kann. Durch Drehen dieses Rades können Sie den Blendenwert (z. B. f/2.8, f/8, f/16) erhöhen oder verringern.
Der verfügbare Bereich für die Blendeneinstellung hängt vom verwendeten Objektiv ab. Jedes Objektiv hat eine minimale (größte Blendenöffnung, z. B. f/1.4 oder f/2.8) und eine maximale Blende (kleinste Blendenöffnung, z. B. f/16 oder f/22).
Auch im Videomodus kann die Blende gesteuert werden. In den Modi A (Blendenautomatik) und M (Manuell) für Videoaufnahmen können Sie die Blende ebenfalls über das sekundäre Einstellrad einstellen, um die Tiefenschärfe während der Aufnahme zu beeinflussen.
Verschlusszeiten an der Nikon D4: Von Millisekunden bis Minuten
Neben der Blende ist die Verschlusszeit ein weiterer fundamentaler Parameter für die Belichtung und die Bildgestaltung. Sie bestimmt, wie lange der Sensor dem Licht ausgesetzt ist, und beeinflusst somit, wie Bewegungen im Bild dargestellt werden – ob sie eingefroren oder verwischt werden.
Die Nikon D4 bietet einen sehr weiten Bereich an einstellbaren Verschlusszeiten, um unterschiedlichsten Aufnahmesituationen gerecht zu werden. Im Wesentlichen können Sie die Verschlusszeit auf zwei Arten einstellen:
- Über das Verschlusszeiten-Einstellrad: Dieses dedizierte Rad ermöglicht die schnelle Auswahl gängiger Verschlusszeiten.
- Über das Haupteinstellrad: Wenn das Verschlusszeiten-Einstellrad auf die Position „1/3STEP“ gestellt ist, können Sie die Verschlusszeit feiner abgestuft in Drittel-Blendenstufen über das Haupteinstellrad einstellen.
Der Standardbereich der wählbaren Verschlusszeiten reicht von 1/4000 Sekunde (sehr kurz, um schnelle Bewegungen einzufrieren) bis zu 30 Sekunden (relativ lang für Nachtaufnahmen oder das Verwischtwerden von Wasserläufen etc.).
Darüber hinaus bietet die D4 spezielle Modi für Langzeitbelichtungen:
- Bulb (B): Im Modus M (Manuell) kann das Verschlusszeiten-Einstellrad auf „Bulb“ gestellt werden. Dabei bleibt der Verschluss so lange geöffnet, wie der Auslöser gedrückt gehalten wird. Dies ermöglicht Belichtungen von beliebiger Dauer, ideal für Feuerwerk oder Sterne.
- Time (T): Ebenfalls im Modus M verfügbar. Bei Einstellung auf „Time“ öffnet ein einmaliges Drücken des Auslösers den Verschluss, und ein weiteres Drücken schließt ihn wieder. Auch hier sind sehr lange Belichtungen möglich, ohne den Auslöser permanent gedrückt halten zu müssen.
Für extreme Langzeitbelichtungen bietet die D4 eine zusätzliche Option. Wenn die Individualfunktion d5 [Erw. Verschlusszeiten (M)] im Menü auf „Ein“ gestellt ist und das Verschlusszeiten-Einstellrad auf „1/3STEP“ steht, können im M-Modus Verschlusszeiten von bis zu 900 Sekunden (15 Minuten) direkt über das Haupteinstellrad eingestellt werden. Dies erweitert die Möglichkeiten für Astrofotografie oder extrem lange Belichtungen bei Tageslicht mit starken Graufiltern erheblich.

Die Frage nach der minimalen Verschlusszeit kann auf zwei Arten interpretiert werden: die kürzeste *einstellbare* Zeit oder die längste *automatisch* gewählte Zeit. Die kürzeste einstellbare Zeit, die im Menü oder am Rad direkt gewählt werden kann (ohne Bulb/Time), ist 1/4000 Sekunde. Die längste einstellbare Zeit (ohne Bulb/Time/Erweiterung) ist 30 Sekunden. Mit Bulb, Time oder der erweiterten Funktion sind Belichtungszeiten von mehreren Minuten oder sogar Stunden möglich.
Im Zusammenhang mit der Verschlusszeit wird oft auch die Vibrationsreduktion (VR) diskutiert. Die D4 unterstützt VR mit entsprechenden Objektiven. Die VR-Einstellungen (OFF, Normal, Active, Tripod) dienen dazu, Verwacklungen durch Kamerabewegungen bei längeren Verschlusszeiten zu minimieren. Die Information, dass VR bei Verschlusszeiten von 1/500 Sekunde oder kürzer weniger kritisch ist, bezieht sich auf die *Effektivität* der Vibrationsreduktion, nicht auf eine Begrenzung der Kamera.
Vergleich: Nikon D4 vs. Nikon D4S
Auch wenn die D4S eine Weiterentwicklung der D4 ist, gibt es signifikante Unterschiede, die sie zur leistungsfähigeren Kamera machen. Hier ist ein kurzer Vergleich der wichtigsten Merkmale basierend auf den verfügbaren Informationen:
| Merkmal | Nikon D4 | Nikon D4S |
|---|---|---|
| Ankündigung | Januar 2012 | Februar 2014 |
| Sensor | 16.2 MP | Neuer Bildsensor (ebenfalls 16.2 MP, aber mit Verbesserungen) |
| Bildprozessor | Nicht spezifiziert (im Text) | Neuer Bildprozessor (EXPEED 4) |
| ISO-Bereich | Bis 204.800 (erweitert) | Erweiterter ISO-Bereich (höher als D4) |
| Autofokus (AF) | Verbessert ggü. D3S | Verbesserte AF-Algorithmen, neuer AF-Tracking-Modus |
| Serienbildgeschwindigkeit | 10-11 fps | 10-11 fps (Leistung ggf. stabiler) |
| Akku | Nicht spezifiziert (im Text) | Neuer Akku |
| Ergonomie | Standard D4 | Verbesserte Ergonomie |
| RAW-Optionen | Volle Auflösung | Volle Auflösung (16 MP) oder 'Small' (4 MP) |
| Produktionsstatus | Abgelöst durch D4S | Produktion eingestellt (Dezember 2016), abgelöst durch D5 |
Die D4S baut auf den Stärken der D4 auf und verfeinert sie, insbesondere in Bereichen wie Bildqualität, Autofokusleistung und Bedienbarkeit. Für Fotografen, die das absolut Beste aus dieser Generation suchten, war die D4S die erste Wahl. Heute sind beide Kameras auf dem Gebrauchtmarkt zu finden, wobei die D4S aufgrund ihrer jüngeren Technologie und Verbesserungen oft etwas höher gehandelt wird.
Fazit: Das Erbe der Flaggschiffe
Die Nikon D4 und D4S sind zweifellos Meilensteine in der Geschichte der digitalen Spiegelreflexkameras. Sie wurden für den harten professionellen Einsatz konzipiert und haben sich in unzähligen Reportagen, Sportveranstaltungen und anspruchsvollen Shootings bewährt.
Obwohl die Produktion der D4S bereits im Dezember 2016 endete und die D4 noch älter ist (Ankündigung Januar 2012), bleiben beide Kameras beeindruckende Werkzeuge. Ihre robuste Bauweise, die hohe Bildqualität des 16-Megapixel-Sensors (insbesondere bei höheren ISO-Werten für ihre Zeit) und das zuverlässige Autofokussystem machen sie auch heute noch für viele Anwendungen attraktiv, insbesondere wenn das Budget keine aktuelle Top-Kamera zulässt.
Für Anwender, die von älteren Modellen umsteigen oder eine zuverlässige Zweitkamera suchen, bieten D4 und D4S immer noch eine exzellente Leistung. Die Bedienung, insbesondere das Einstellen von Blende und Verschlusszeit über die Einstellräder, ist intuitiv und auf den schnellen professionellen Workflow ausgelegt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Nikon D4 und D4S zwar nicht mehr neu hergestellt werden, aber als Gebrauchtmodelle eine interessante Option für Fotografen darstellen, die Wert auf professionelle Leistungsfähigkeit und Robustheit legen. Das Verständnis ihrer Funktionen, wie der Blendensteuerung über das sekundäre Einstellrad oder des weiten Bereichs der Verschlusszeiten von 1/4000s bis hin zu langen Minutenbelichtungen, hilft dabei, das volle Potenzial dieser legendären Kameras auszuschöpfen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Hier beantworten wir einige der häufigsten Fragen zur Nikon D4 und D4S:
Wird die Nikon D4S noch hergestellt?
Nein, die Produktion der Nikon D4S wurde im Dezember 2016 eingestellt. Sie ist nur noch auf dem Gebrauchtmarkt erhältlich.
Wie alt ist eine Nikon D4?
Die Nikon D4 wurde am 6. Januar 2012 angekündigt. Sie ist somit ein Modell, das über ein Jahrzehnt alt ist.
Wie ändere ich die Blende an einer Nikon D4?
Die Blende wird hauptsächlich über das sekundäre Einstellrad an der Vorderseite der Kamera geändert. Dies ist in den Modi Blendenautomatik (A) und Manuell (M) möglich.
Was ist die kürzeste und längste Verschlusszeit an der Nikon D4?
Die kürzeste einstellbare Verschlusszeit beträgt 1/4000 Sekunde. Die längste einstellbare Zeit (ohne Sondermodi) beträgt 30 Sekunden. Mit den Modi Bulb (B) und Time (T) sowie der erweiterten Funktion im M-Modus sind Belichtungen von mehreren Minuten (bis zu 900 Sekunden direkt wählbar) oder Stunden möglich.
Sind die Nikon D4 und D4S noch gute Kameras für die professionelle Fotografie?
Ja, absolut. Obwohl sie nicht mehr dem allerneuesten Stand entsprechen, bieten sie immer noch eine hohe Bildqualität, exzellente Robustheit und Leistungsfähigkeit, insbesondere für Sport-, Action- und Reportagefotografie. Sie sind oft eine preisgünstigere Alternative auf dem Gebrauchtmarkt.
Welche Speicherkarte benötigt die Nikon D4/D4S?
Die Nikon D4 war die erste Kamera, die das XQD-Format unterstützte. Beide Kameras verfügen über Steckplätze für XQD-Karten und CompactFlash (CF) Karten.
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