Es heißt oft, die beste Kamera sei die, die man immer dabei hat. In einer Welt, in der Smartphones zu unseren ständigen Begleitern geworden sind, rückt die Qualität ihrer Kameras immer stärker in den Fokus. Viele suchen nach einem handlichen Gerät, das die kleinen, persönlichen Momente des Lebens festhalten kann – Schnappschüsse für soziale Medien, die nicht unbedingt den Anspruch professioneller Arbeit erfüllen müssen. In diesem Kontext hat sich das LG G4, einst ein hochkarätiges Flaggschiff-Smartphone, als durchaus fähig erwiesen, die Rolle der stets bereiten Kamera zu übernehmen, auch wenn es natürlich keine vollwertige Spiegelreflexkamera ersetzen kann.

Das LG G4 wurde als Nachfolger des erfolgreichen LG G3 im Jahr 2015 auf den Markt gebracht und positionierte sich sofort in der Oberklasse der Smartphones. Es war nicht nur mit der neuesten Android-Software und leistungsstarken Hardware-Komponenten ausgestattet, sondern legte auch einen besonderen Fokus auf seine Kamerafunktionen und ein einzigartiges Design. Betrachten wir die Details, die dieses Gerät für Fotografie-Enthusiasten und Technikinteressierte gleichermaßen interessant machten.

Die Kamera des LG G4: Technische Details im Fokus
Eine der herausragenden Eigenschaften des LG G4 war zweifellos seine Kamera. Während viele Smartphone-Kameras primär auf einfache Bedienung und Automatikfunktionen ausgelegt waren, bot das G4 fortgeschrittene Spezifikationen und vor allem umfangreiche manuelle Steuerungsmöglichkeiten, die es von der Masse abhoben.
Im Herzen der Hauptkamera auf der Rückseite des LG G4 arbeitete ein größerer Sensor als bei vielen damaligen Konkurrenten: Ein 1/2.6 Zoll Sensor mit einer Auflösung von 16 Megapixeln. Dieser Sensor wurde mit einer lichtstarken Linse gepaart, die eine Blendenöffnung von f/1.8 besaß. Eine weite Blende wie f/1.8 ist besonders vorteilhaft, da sie mehr Licht auf den Sensor lässt. Dies ermöglicht kürzere Belichtungszeiten bei gegebenen Lichtverhältnissen oder bessere Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen, wie etwa in der Dämmerung oder in Innenräumen, da weniger Rauschen entsteht.
Für eine schnelle und präzise Fokussierung setzte LG auf einen sogenannten „Laser-Autofokus“. Diese Technologie nutzt einen Laser, um die Entfernung zum Motiv zu messen und so schnell scharfstellen zu können. Dies war besonders nützlich für Schnappschüsse, bei denen es auf Geschwindigkeit ankommt. Darüber hinaus verfügte die Kamera über einen speziellen Sensor, den Farb-Spektrum-Sensor. Dieser Sensor analysierte das Umgebungslicht vor der Aufnahme, um den Weißabgleich genauer einzustellen und so natürlichere Farben zu erzielen.
Ein weiteres wichtiges Merkmal für verwacklungsfreie Aufnahmen war der optische Bildstabilisator (OIS). Dieser glich leichte Bewegungen der Hand aus, was insbesondere bei längeren Belichtungszeiten, wie sie bei schlechtem Licht erforderlich sind, oder beim Filmen von Videos von großem Vorteil war.
Auf der Softwareseite bot das LG G4, im Gegensatz zu vielen anderen Smartphone-Kameras seiner Zeit, eine Fülle von manuellen Kontrollmöglichkeiten. Nutzer konnten Einstellungen wie den Weißabgleich, die Belichtungszeit, den ISO-Wert und den Fokus manuell anpassen. Dies eröffnete kreative Freiheiten, die man sonst nur von dedizierten Kamerasystemen kannte, und erlaubte es ambitionierten Fotografen, mehr Kontrolle über das Endergebnis zu haben.

Auch die Frontkamera des LG G4 war mit 8 Megapixeln für Selfies und Videoanrufe gut ausgestattet und lieferte für die damalige Zeit hochwertige Ergebnisse.
Mehr als nur Schnappschüsse: Die Stärken der G4-Kamera
Die Kombination aus hochwertiger Hardware und manuellen Software-Optionen machte die Kamera des LG G4 zu einem vielseitigen Werkzeug. Sie eignete sich hervorragend für den Alltag – das Festhalten spontaner Momente, das schnelle Teilen auf sozialen Medien oder das Dokumentieren von Ereignissen. Die schnelle Bereitschaft eines Smartphones, das man immer in der Tasche trägt, ist ein unbestreitbarer Vorteil gegenüber einer sperrigeren DSLR-Kamera, die man erst hervorholen und einsatzbereit machen muss.
Dank der f/1.8 Blende und des optischen Bildstabilisators gelangen auch Aufnahmen bei schwierigen Lichtverhältnissen oft besser als mit vielen Konkurrenzmodellen. Während das LG G4 natürlich nicht die Bildqualität, die Flexibilität durch Wechselobjektive oder die Sensorgröße einer DSLR erreichen konnte, erfüllte es die Rolle einer hochwertigen „Immer-dabei“-Kamera sehr gut. Es war ein Kompromiss, der für viele Nutzer, die Wert auf gute Fotos legten, aber nicht immer eine separate Kamera mit sich führen wollten, ideal war.
Die Möglichkeit, Einstellungen manuell anzupassen, sprach insbesondere Nutzer an, die über grundlegende Fotografiekenntnisse verfügten und experimentieren wollten. Sie konnten beispielsweise Langzeitbelichtungen ausprobieren oder gezielt mit der Schärfentiefe spielen, was bei vielen anderen Smartphone-Kameras nicht möglich war.
Das LG G4: Ein Blick auf die Gesamttechnik
Als Flaggschiff des Jahres 2015 war das LG G4 nicht nur bei der Kamera top ausgestattet. Es verfügte über eine Reihe weiterer Spezifikationen, die es zu einem leistungsfähigen Smartphone machten.
Das Gerät maß 148,9 mm in der Höhe, 76,1 mm in der Breite und war bis zu 9,8 mm dick, bei einem Gewicht von 155 Gramm. Das Herzstück bildete ein 5,5 Zoll großes Display mit einer Diagonale von 13,97 cm. LG setzte hier auf eine beeindruckende Quad HD (QHD) Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln. Dies führte zu einer sehr hohen Pixeldichte von rund 538 ppi, wodurch Inhalte extrem scharf dargestellt wurden. Obwohl die Pixeldichte im Vergleich zum Vorgänger LG G3 gleich blieb, versprach LG dank einer neu entwickelten Display-Technologie eine insgesamt noch bessere Darstellung.

Unter der Haube arbeitete ein Snapdragon 808 Prozessor von Qualcomm. Dies war ein 6-Kern-System-on-a-Chip (SoC), das aus einer Kombination von zwei schnellen ARM Cortex A57 Kernen und vier energieeffizienteren ARM Cortex A53 Kernen bestand. Dieser Hexa-Core-Prozessor war zudem 64-Bit-fähig und wurde von einer Adreno 418 Grafikeinheit unterstützt. Zur Seite standen dem Prozessor 3 GB Arbeitsspeicher (RAM), was für eine flüssige Bedienung und Multitasking sorgte.
Der interne Speicher betrug 32 GB. Ein großer Vorteil des LG G4 war die Möglichkeit, den Speicher per microSDXC-Karte zu erweitern. Dies war besonders für Fotografen wichtig, da hochauflösende Fotos und 4K-Videos viel Speicherplatz benötigen. Die Erweiterung war theoretisch um bis zu 2 TB möglich, was für die meisten Nutzer mehr als ausreichend war.
Die Stromversorgung übernahm ein Akku mit einer Kapazität von 3.000 mAh. Ein bemerkenswertes Merkmal, das zu dieser Zeit bei vielen Flaggschiffen verschwand, war die Austauschbarkeit des Akkus. Nutzer konnten so bei Bedarf einfach einen vollen Ersatzakku einsetzen.
In puncto Konnektivität war das LG G4 ebenfalls gut aufgestellt. Es unterstützte WLAN nach dem Standard 802.11 a/b/g/n/ac, inklusive des modernen ac-Standards, sowie LTE für schnelle mobile Datenverbindungen. NFC (für kontaktloses Bezahlen und Datenübertragung), Bluetooth 4.0, GPS und sogar ein Infrarotsensor, der das Smartphone zur Fernbedienung machen konnte, waren ebenfalls an Bord.
Bei der Markteinführung lief das LG G4 mit Android 5.1, erhielt aber später ein Update auf Android 6.0.1, welches unter anderem Sicherheitslücken schloss.
LG G4 vs. G3: Was hat sich verbessert?
Als direkter Nachfolger des erfolgreichen LG G3 baute das G4 auf dessen Stärken auf und brachte gezielte Verbesserungen. Die auffälligste Verbesserung bei der Kamera war die Erhöhung der Auflösung von 13 MP beim G3 auf 16 MP beim G4. Auch die Display-Technologie wurde weiterentwickelt, auch wenn Auflösung und Pixeldichte gleich blieben, versprach LG eine schärfere Darstellung.

Beim Prozessor gab es ebenfalls ein Upgrade auf den Snapdragon 808. Während die genauen Spezifikationen des G3-Prozessors hier nicht im Detail vorliegen, repräsentierte der Snapdragon 808 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des G4 den aktuellen Stand der Technik für dieses Segment. Auch das Design erhielt eine signifikante Neuerung durch die optionalen Leder-Rückseiten, die ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal darstellten.
Das Design: Leder oder Kunststoff
Ein Aspekt, der das LG G4 besonders von der Konkurrenz abhob, war die Wahl der Materialien für die Rückseite. Während viele Hersteller auf Metall-Unibody-Gehäuse setzten, bot LG eine Variante mit einer Abdeckung aus echtem Leder an. Diese Leder-Rückseite, oft mit einer markanten Doppel-Naht versehen, verlieh dem Gerät einen edlen und individuellen Look, der an ein Portemonnaie erinnerte.
Käufer hatten die Wahl aus einer Vielzahl von Lederfarben, darunter Schwarz, Braun, Rot, Türkis, Beige und Gelb. Für Nutzer, die ein traditionelleres Aussehen bevorzugten oder Kosten sparen wollten, gab es auch Varianten mit strukturiertem Kunststoff-Gehäuse. Diese waren in Farben wie Gold und Weiß (international) oder Metallic Silber, Metallic Gold und Metallic Weiß (speziell in Deutschland) erhältlich.
Häufig gestellte Fragen zum LG G4
Hier sind Antworten auf einige gängige Fragen zum LG G4:
- Hat das LG G4 eine Kamera?
Ja, das LG G4 ist mit einer hochwertigen Hauptkamera auf der Rückseite und einer Frontkamera ausgestattet. - Welche Hauptspezifikationen hat die Kamera des LG G4?
Die Hauptkamera hat 16 Megapixel, eine Blendenöffnung von f/1.8, Laser-Autofokus, optischen Bildstabilisator (OIS) und einen Farb-Spektrum-Sensor. - Wie alt ist das LG G4?
Das LG G4 wurde im Jahr 2015 veröffentlicht und war damals das Flaggschiff-Modell von LG. - Kann der Speicher des LG G4 erweitert werden?
Ja, der interne Speicher von 32 GB kann per microSDXC-Karte um bis zu 2 TB erweitert werden. - Hat das LG G4 einen austauschbaren Akku?
Ja, der Akku des LG G4 mit 3.000 mAh Kapazität ist austauschbar. - Welche Betriebssystemversion lief auf dem LG G4 bei Markteinführung?
Bei Markteinführung lief das LG G4 mit Android 5.1, später gab es ein Update auf Android 6.0.1. - Gibt es verschiedene Designvarianten des LG G4?
Ja, das LG G4 war mit Rückseiten aus echtem Leder in verschiedenen Farben oder aus strukturiertem Kunststoff erhältlich.
Fazit
Das LG G4 war zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung ein beeindruckendes Smartphone, das besonders in den Bereichen Kamera und Design Akzente setzte. Seine 16-Megapixel-Kamera mit f/1.8 Blende, Laser-Autofokus und optischem Bildstabilisator bot zusammen mit den umfangreichen manuellen Steuerungsmöglichkeiten eine Flexibilität, die bei Smartphones nicht alltäglich war. Es erfüllte die Rolle der „Immer-dabei“-Kamera mit Bravour und lieferte für den alltäglichen Gebrauch, persönliche Fotos und soziale Medien sehr gute Ergebnisse.
Neben der Kamera überzeugte das LG G4 mit einem gestochen scharfen QHD-Display, einem leistungsfähigen Hexa-Core-Prozessor, 3 GB RAM, erweiterbarem Speicher und einem austauschbaren Akku. Die optionalen Leder-Rückseiten verliehen dem Gerät zudem eine einzigartige ästhetik. Auch wenn es nicht als vollwertiger Ersatz für eine DSLR gedacht war, zeigte das LG G4, wie leistungsfähig Smartphone-Kameras im Jahr 2015 bereits waren und bot eine attraktive Kombination aus Technik und Design für anspruchsvolle Nutzer.
Hat dich der Artikel LG G4: Die Kamera & Technische Details im Fokus interessiert? Schau auch in die Kategorie Ogólny rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!
