Stephan Schmidlin: Künstler & stolzer Vater

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Stephan Schmidlin ist ein Name, der vielen Schweizern noch aus seiner Zeit als Teil des Komikerduos «Die Schmirinskis» in Erinnerung ist. Doch der 52-Jährige hat sich längst neu erfunden und ist heute ein angesehener Holzbildhauer, dessen Werke oft monumentale Ausmasse annehmen. Während seine Skulpturen Bewunderung finden, offenbart Schmidlin, dass sein grösstes Glück und seine wahre «Kunst» fernab von Ateliers und Vernissagen liegt: in seiner Rolle als Vater.

Wie viele Kinder hat Stephan Schmidlin?
Machen ihren Vater mächtig stolz: Die Zwillinge Niels (l.) und Jens (14) mit Stephan Schmidlin.

Die Frage nach Stephan Schmidlins Familie führt direkt zum Kern dessen, was ihm im Leben am wichtigsten ist. Stephan Schmidlin hat zwei Kinder. Es sind Zwillinge, zwei Jungen namens Niels und Jens, die mittlerweile 14 Jahre alt sind. Nach seiner Scheidung vor rund zehn Jahren leben die beiden Teenager bei ihrer Mutter. Doch Stephan Schmidlin legt grossen Wert darauf, so viel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen. Das Band zu seinen Söhnen ist stark, geprägt von gemeinsamen Aktivitäten, wie man sie etwa auf dem Golfplatz antrifft.

Vom Rampenlicht zum Holzspan: Ein ungewöhnlicher Wandel

Bevor Stephan Schmidlin zum Bildhauer wurde, war er ein Star auf der Bühne und im Fernsehen. Zusammen mit seinem Jugendfreund René Rindlisbacher bildete er das äusserst erfolgreiche Komikerduo «Die Schmirinskis». Ihre Mischung aus akrobatischen Einlagen und humorvollen Sketchen zog samstagabends bis zu einer Million Zuschauer vor die Bildschirme. Es war eine Zeit des grossen Erfolgs und der öffentlichen Anerkennung. Schmidlin selbst blickt auf diese Periode als «eine gute Zeit» zurück. Doch nach vielen Jahren im Scheinwerferlicht verspürten beide Künstler den Wunsch nach Veränderung, nach neuen Herausforderungen abseits der Comedy-Bühne.

Parallel zu seiner Karriere als Komiker hatte Schmidlin bereits eine fundierte handwerkliche Ausbildung absolviert: Er ist gelernter Holzbildhauer. Diese ursprüngliche Leidenschaft rückte nach dem Ende der «Schmirinskis» in den Vordergrund. Der frühere Kunstturner und Komiker tauschte das Mikrofon und die Trainingsmatte gegen Meissel und Kettensäge. Sein Atelier in Affoltern am Albis ZH wurde zum neuen Zentrum seines Schaffens. Hier, inmitten Hunderter von Holzskulpturen, die mal athletische Formen annehmen, mal karikaturhafte Züge tragen, findet Schmidlin seine Erfüllung.

Zwischen Athletik und Karikatur: Schmidlins Kunst

Stephan Schmidlins Skulpturen sind vielfältig. Sie spiegeln oft seine eigene Vergangenheit als Sportler wider, indem sie den menschlichen Körper in athletischen Posen darstellen. Gleichzeitig scheut er sich nicht, gesellschaftliche Themen aufzugreifen. Mit seinen Figuren hinterfragt er beispielsweise den in der modernen Gesellschaft weit verbreiteten Schlankheitswahn. Andere Werke beschreiben mit einem Augenzwinkern den sogenannten «sechsten Sinn der Frau». Sein künstlerischer Ausdruck ist direkt und geerdet. Schmidlin betont, dass er kein «verträumter Künstler» sei, dessen Ideen irgendwo in den Wolken schweben. Wenn er einen Baum fällt, habe er bereits eine klare Vorstellung davon, was er aus diesem Naturmaterial erschaffen wird. Diese pragmatische Herangehensweise, gepaart mit handwerklichem Können, zeichnet seine Arbeit aus.

Schmidlins Karriere als Bildhauer hat bereits beachtliche Höhepunkte erreicht. Vor zehn Jahren enthüllte kein Geringerer als Fürst Albert von Monaco persönlich eine seiner Skulpturen, das Werk «Lothar», im Fürstentum. Dies war ein wichtiger Meilenstein, der internationale Aufmerksamkeit auf seine Kunst lenkte. Doch Schmidlin ruht sich nicht auf vergangenen Erfolgen aus. Kürzlich erreichte er einen weiteren «Gipfelpunkt» mit der Fertigstellung seines bisher monumentalsten Werks. Diese Skulptur ziert seit Kurzem die Neubausiedlung «Sihlbogen» im Zürcher Sihltal. Die Dimensionen sind beeindruckend: Acht Meter hoch, zwölf Meter breit und ein Gewicht von 26 Tonnen. Geschaffen hat er dieses gewaltige Werk aus zwei Mammutbäumen – ein Projekt, das sowohl logistisch als auch künstlerisch eine immense Herausforderung darstellte.

Auch für die Zukunft ist Schmidlins Terminkalender gefüllt. Seine Auftragsbücher sind auf Jahre hinaus voll. Momentan arbeitet er beispielsweise an einem weiteren Mammutbaum, der dereinst eine Seniorenresidenz in Oetwil am See ZH schmücken wird. Die Nachfrage nach seinen einzigartigen Holzskulpturen ist gross, was den Erfolg seines künstlerischen Weges unterstreicht.

Ein eigener Weg im Kunstmarkt

Interessanterweise sucht man Stephan Schmidlins Werke vergeblich auf den grossen internationalen Kunstmessen wie der Art Basel oder in den schicken Vernissagen der etablierten Galerien. Schmidlin verfolgt bewusst einen anderen Weg. Er erklärt, dass er früher zwar in Galerien vertreten war, aber aufgrund seiner Ungeduld und dem Wunsch, das Zepter selbst in der Hand zu halten, einen eigenen Vertriebsweg finden musste. Er verkauft seine Kunst auf seine eigene Art und Weise, direkt an Kunden oder im Rahmen spezifischer Projekte. Er räumt jedoch ein, dass er gerne einmal bei der Art Basel ausstellen würde. Doch er vermutet, dass der «Ruf des Komikers» ihm in der Kunstszene noch anhaftet und es wohl noch Zeit braucht, bis er dort voll akzeptiert wird. Diese Offenheit zeigt, dass Schmidlin sich der Wahrnehmung seiner Person bewusst ist, aber seinen eigenen Weg dennoch konsequent weitergeht.

Stephan Schmidlin sieht sich selbst als eine Kombination aus Künstler und Unternehmer. Den Geschäftssinn hat er nach eigener Aussage von seinem Vater geerbt, der die Schmidlin AG, ein Unternehmen in der Lüftungsbranche mit 300 Mitarbeitern, aufgebaut hat. Diese Mischung aus kreativem Schaffen und unternehmerischem Denken ermöglicht es ihm, seine Kunst erfolgreich am Markt zu platzieren und von ihr zu leben. Diese Werte – Geschäftssinn und Bescheidenheit – versucht er auch seinen Söhnen zu vermitteln.

Das Wichtigste im Leben: Die Söhne Niels und Jens

Trotz aller künstlerischen Erfolge und monumentalen Werke, die Stephan Schmidlin erschafft, bleibt für ihn das Wichtigste im Leben seine Familie, insbesondere seine beiden Söhne Niels und Jens. Die 14-jährigen Zwillinge sind eine Quelle des Stolzes für ihren Vater. Schmidlin sieht sie so oft es geht und verfolgt mit Freude ihre Entwicklung. Er erzählt, dass er beim Golfspielen kaum eine Chance gegen sie habe. Jens sei supersportlich, und Niels strebe sogar eine Karriere als Profigolfer an und sei kaum zu schlagen. Diese gemeinsamen Momente und die Fortschritte seiner Söhne erfüllen ihn mit grossem Stolz.

Was macht Stefan Schmidlin heute?
Nach seiner Komiker-Zeit widmete er sich der Holzschnitzerei und gestaltete unter anderem für Fürst Albert von Monaco, den Weltfussballverband oder Credit Suisse, welche den Pokal für die Sportler des Jahres gestaltet haben wollte, und das ESAF 2019 in Zug Skulpturen und Schnitzereien.

Es ist in diesen Momenten, abseits des Ateliers und der Öffentlichkeit, dass Stephan Schmidlin das, was ihm wirklich am Herzen liegt, klar benennt. Er sagt: «Wenn ich meine Jungs so anschaue, bin ich wirklich extrem stolz.» Und er fügt hinzu, mit einer Tiefe, die über die materielle Welt der Kunst hinausgeht: «Da kann ich ein noch so monumentales Werk erschaffen. Die Kinder bleiben meine grösste Kunst!» Diese Aussage bringt auf den Punkt, dass für Stephan Schmidlin die Erziehung und Begleitung seiner Söhne ein Werk ist, das alle Skulpturen in den Schatten stellt. Es ist ein fortlaufendes, lebendiges Kunstwerk, das ihm mehr bedeutet als jeder Erfolg im Kunstmarkt.

Häufig gestellte Fragen zu Stephan Schmidlin

Hier beantworten wir einige häufige Fragen zu Stephan Schmidlin, basierend auf den verfügbaren Informationen:

Wie viele Kinder hat Stephan Schmidlin?

Stephan Schmidlin hat zwei Kinder. Es handelt sich um Zwillinge namens Niels und Jens.

Wie alt sind Stephan Schmidlins Kinder?

Seine Söhne Niels und Jens sind 14 Jahre alt.

Was hat Stephan Schmidlin vor seiner Karriere als Bildhauer gemacht?

Bevor er sich voll auf die Holzbildhauerei konzentrierte, war Stephan Schmidlin ein erfolgreicher Komiker als Teil des Duos «Die Schmirinskis» und früher auch Kunstturner.

Welche Art von Kunst schafft Stephan Schmidlin?

Stephan Schmidlin ist Holzbildhauer. Er schafft Skulpturen, die oft athletische oder karikaturhafte Formen haben und manchmal gesellschaftliche Themen aufgreifen. Seine Werke reichen von kleineren Stücken bis hin zu monumentalen Skulpturen aus grossen Bäumen.

Wo kann man Stephan Schmidlins Kunst sehen?

Seine Kunst wird nicht primär in Galerien oder auf grossen Kunstmessen ausgestellt. Einige seiner monumentalen Werke sind im öffentlichen Raum zu finden, wie zum Beispiel im Sihltal (Zürich). Er verkauft seine Kunst auf seinen eigenen Wegen, oft direkt oder im Rahmen von Projekten.

Warum haben sich «Die Schmirinskis» getrennt?

Laut Stephan Schmidlin wollten er und sein Partner René Rindlisbacher nach einer guten und erfolgreichen Zeit beide eine Veränderung und neue Wege gehen.

Stephan Schmidlins Leben und Karriere sind ein faszinierendes Beispiel für Wandel und die Verfolgung unterschiedlicher Leidenschaften. Vom gefeierten Komiker zum anerkannten Holzbildhauer hat er seinen eigenen Weg gefunden. Doch inmitten all seiner künstlerischen und unternehmerischen Bemühungen bleibt die Rolle als Vater seiner Söhne Niels und Jens unbestreitbar die wichtigste und erfüllendste Aufgabe in seinem Leben. Sie sind seine grösste Inspiration und sein wertvollstes Vermächtnis.

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Andenmatten Soltermann

Hallo! Ich bin Andenmatten Soltermann, ein Schweizer Fotograf, der leidenschaftlich die Essenz der Welt durch seine Linse einfängt. Geboren und aufgewachsen in den majestätischen Schweizer Alpen, haben die deutsche Sprache und atemberaubende Landschaften meine kreative Vision geprägt. Meine Liebe zur Fotografie begann mit einer alten analogen Kamera, und seitdem widme ich mein Leben der Kunst, visuelle Geschichten zu erzählen, die berühren und verbinden.In meinem Blog teile ich praktische Tipps, Techniken und Erfahrungen, um dir zu helfen, deine fotografischen Fähigkeiten zu verbessern – egal, ob du ein neugieriger Anfänger oder ein erfahrener Profi bist. Von der Beherrschung des natürlichen Lichts bis hin zu Ratschlägen für wirkungsvolle Bildkompositionen ist es mein Ziel, dich zu inspirieren, die Welt mit neuen Augen zu sehen. Mein Ansatz verbindet Technik mit Leidenschaft, immer auf der Suche nach dem Funken, der ein Foto unvergesslich macht.Wenn ich nicht hinter der Kamera stehe, findest du mich auf Bergpfaden, auf Reisen nach neuen Perspektiven oder beim Genießen der Schweizer Traditionen, die mir so am Herzen liegen. Begleite mich auf dieser visuellen Reise und entdecke, wie Fotografie die Art und Weise, wie du die Welt siehst, verändern kann.

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