Graubünden, der flächenmässig grösste und am dünnsten besiedelte Kanton der Schweiz, ist eine Region von aussergewöhnlicher Vielfalt, geprägt von einer reichen Geschichte, beeindruckenden Landschaften und einer einzigartigen Verkehrsentwicklung. Von den frühen Siedlern über die Römerzeit bis hin zum modernen Tourismus hat Graubünden eine spannende Entwicklung durchlaufen, die seine heutige Identität formte.

Der Kanton, der heute drei Amtssprachen zählt – Deutsch, Rätoromanisch und Italienisch – blickt auf eine lange und komplexe Vergangenheit zurück, die eng mit seiner geografischen Lage und seiner Bedeutung als Transitland über die Alpenpässe verbunden ist. Diese Geschichte hat nicht nur die politische Struktur, sondern auch die Kultur und das Zusammenleben in Graubünden nachhaltig beeinflusst.
Die Wurzeln Graubündens: Von Rätern zu Römern
Die Ursprünge der Besiedlung im Gebiet des heutigen Graubündens reichen weit in vorrömische Zeit zurück. Eine zentrale Rolle spielte dabei die Siedlung am linken Ufer der Plessur, der Vorläuferin des heutigen Chur. Ihr Name, Curia, könnte lateinischen Ursprungs sein, abgeleitet vom keltischen Wort für Stamm oder Sippe.
Um 15 v. Chr. wurde das Gebiet der Räter gewaltsam durch die Stiefsöhne Kaiser Augustus', Drusus und Tiberius, dem römischen Reich einverleibt und bildete fortan den südöstlichen Teil der Provinz Raetia. Während der römischen Herrschaft wurden die Räter romanisiert.
Zur Sicherung der wichtigen Bündner Alpenpässe wie dem Splügenpass und dem Septimerpass entstand in der Siedlung Curia eine Militärstation. Curia war ein strategischer Knotenpunkt an der Römerstrasse, die von Vindonissa (Windisch) über Turicum (Zürich) und Centum Prata (Kempraten) auf der Alpenroute zwischen Walensee-Zürichsee und dem Rhein verlief. Um 300 n. Chr. wurde die militärische Bedeutung weiter unterstrichen, als hier ein Kastell, Curia Raetorum, errichtet wurde.
Im Zuge der diokletianischen Reichsreformen um 297 n. Chr. wurde die Provinz Raetia geteilt. Curia Raetorum stieg nach 310 n. Chr. zur Hauptstadt der neu geschaffenen Provinz Raetia prima (Curiensis) auf. Diese administrative Bedeutung wurde in der Spätantike, ab dem 4. Jahrhundert n. Chr., durch die Entstehung eines Bischofssitzes weiter gefestigt. Der erste Bischof, Asinio, wurde 452 n. Chr. erwähnt.
Entstehung der Drei Bünde
Nach dem Zerfall des römischen Reiches und der Eingliederung in das merowingische Frankenreich 537 n. Chr. sowie später in das Ostfränkische Reich und das Herzogtum Schwaben, begann im Alpenrheintal die Germanisierung. Das Hochmittelalter war geprägt von der Entstehung lokaler Adelsherrschaften. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts wetteiferten Adelsgeschlechter wie die Wildenberg, Tarasp, Vaz, Rhäzüns und Matsch im Burgenbau und etablierten sich als selbstständige Freiherren oder Vögte des Hochstifts Chur. Sie traten bald in Konkurrenz zum Bischof selbst.
Die Bedrohung durch äussere Mächte und innere Konflikte führte zur Bildung von Zusammenschlüssen. 1367 vereinigten sich die bischöflichen Gemeinden zum Gemeinen Gotteshaus, später auch Gotteshausbund genannt. Ziel war es, den österreichischen Einfluss im Süden zurückzudrängen und am Rhein dem Bischof entgegenzutreten.
Zwischen 1395 und 1424 schlossen die Territorialherren und Gemeinden am Vorder- und Hinterrhein in vier Etappen ein Landfriedensbündnis, den Oberen oder Grauen Bund. Schon im frühen 16. Jahrhundert sprach man allgemein von den Grauen Bünden und den Bündnern (Ligias Grischas und Grischuns).
Nach dem Aussterben der Grafen von Toggenburg schlossen sich 1436 die Zehn Gerichte zusammen, um einer territorialen Zersplitterung entgegenzuwirken. Dieser Zehngerichtenbund verbündete sich 1450 mit dem Gemeinen Gotteshaus und 1471 mit dem Oberen Bund.
Diese drei Bünde – der Gotteshausbund, der Obere (Graue) Bund und der Zehngerichtenbund – bildeten ab etwa 1471 das Staatsgebilde, das bis 1798 offiziell als Gemeine Drei Bünde bezeichnet wurde. Der Name Graubünden, abgeleitet vom Grauen Bund, setzte sich im 17. Jahrhundert durch und verdrängte ältere Bezeichnungen wie Alt Fry Rätien oder Hohenrätien.
Turbulente Zeiten: Kriege, Reformation und innere Konflikte
Die institutionelle Ausformung des «Dreibündestaats» blieb zunächst rudimentär. Die bündnerische Führungsschicht bezog einen Grossteil ihrer Einkünfte und ihres Prestiges aus Solddiensten für verschiedene Fürstenstaaten. Die um Oberitalien konkurrierenden Mächte wie Österreich, Frankreich und Spanien-Mailand unterhielten in Graubünden Klientelisten, die für ihre Dienste Pensionen erhielten. Dies führte zu einer starken Abhängigkeit von ausländischen Interessen.
1512 erweiterten die Bündner ihr Hoheitsgebiet nach Süden und machten Chiavenna, das Veltlin und Bormio zu Untertanengebieten. Der Bundesbrief von 1524 ersetzte die bisherigen bilateralen Bündnisse durch ein förmlich dreiseitiges Verhältnis.
Ein wichtiger Einschnitt waren die Ilanzer Artikel von 1524 und 1526. Diese Satzungen schränkten die Wirtschaftsmacht des Klerus ein und übertrugen die Bestimmungsgewalt über die Ortsgeistlichkeit und die Kirchengüter an die Gemeinden. Bis um 1600 hatten sich zwei Drittel der bündnerischen Gemeinden der Reformation angeschlossen, was zu einem konfessionellen Gegensatz innerhalb der Bünde führte.
Dieser Gegensatz verschärfte sich nach 1550, und die Drei Bünde gerieten verstärkt ins Blickfeld der an den wichtigen Passwegen interessierten europäischen Mächte. Ab 1600 waren die inneren Verhältnisse und die äussere Lage Graubündens instabil. Während der sogenannten Bündner Wirren (1620–1639), die Teil des Dreissigjährigen Krieges waren, verschärften militärische Invasionen und Besetzungen den permanenten Parteienkampf zwischen pro-französischen und pro-spanisch-österreichischen Fraktionen.

Trotz der Wirren gelang es den Gemeinden zwischen 1649 und 1652, die österreichischen Herrschaftsrechte innerhalb der Zehn Gerichte und im Unterengadin auszukaufen und so ihre Souveränität zu stärken. 1797 trennte Napoleon die italienischen Untertanengebiete von Graubünden ab.
Graubünden wird Schweizer Kanton
Bereits im Vorfeld des Schwabenkriegs 1497/98 hatten sich die Bündner mit den Eidgenossen verbündet. Dieser Schritt war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Integration in die Eidgenossenschaft. Der endgültige staatsrechtliche Anschluss Graubündens an die Eidgenossenschaft erfolgte jedoch erst mit der Gründung des Kantons im Jahr 1803, initiiert durch Napoleon.
Graubünden erhielt 1803 eine von Napoleon aufoktroyierte Kantonsverfassung. Diese veränderte die Verwaltungsstrukturen nur unwesentlich, da die drei Bünde innerhalb des Kantonsgebiets erhalten blieben und die Gerichtsgemeinden ihre quasisouveräne Stellung behielten.
Eine wesentliche Modernisierung der staatlichen Verhältnisse brachte die 1854 angenommene Kantonsverfassung. Mit ihr wurden die historischen Bünde abgeschafft. Die Gerichtsgemeinden wurden zugunsten von Kreisen und kleinräumigeren Ortsgemeinden aufgelöst, was eine zentralere und modernere Verwaltung ermöglichte.
In jüngerer Zeit gab es weitere bedeutende administrative Veränderungen. Bis 2022 wurde das Kantonsparlament, der Grosse Rat, in 39 Wahlkreisen im Majorzverfahren gewählt. Nach einer Beschwerde beim Bundesgericht, das das System teilweise als verfassungswidrig einstufte, stimmte das Bündner Stimmvolk am 13. Juni 2021 für die Einführung des Proporzwahlsystems. Seit 2022 wird das Kantonsparlament per doppeltproportionalem Zuteilungsverfahren gewählt.
Auch die Gemeindelandschaft hat sich stark verändert. Das Amt für Gemeinden beaufsichtigt den Finanzhaushalt der Gemeinden und berät sie in Haushalts- und allgemeinen Verwaltungsfragen. Es berät zudem bei Strukturreformen und begleitet Fusionsprojekte. In den letzten Jahren führte dies zu einer grossen Reduktion der Anzahl von Kleingemeinden. Obwohl Gemeinden viele Aufgaben in Eigenregie organisieren müssen (Schulwesen, Feuerwehr, Zivilschutz etc.), führte der Mangel an Ressourcen in abgelegenen Regionen zu den vom Kanton geforderten Gemeindefusionen.
Verkehrsentwicklung: Vom Saumpfad zur modernen Mobilität
Der Verkehr bestimmte seit dem Altertum die Besiedelung des Kantons. Die Kontrolle und Nutzung der Alpenpässe war über Jahrhunderte ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Schon während der Römerzeit querten Karren den Julierpass. 1387 wurde der Septimerpass zu einer befahrbaren Strasse ausgebaut.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfügte Graubünden über ein Strassennetz von rund 1000 Kilometern. Der Aufstieg des motorisierten Individualverkehrs stiess jedoch auf vehementen Widerstand. Am 24. August 1900 erliess der Kleine Rat (Regierungsrat) das Bündner Autoverbot, das Autofahren auf sämtlichen Strassen des Kantons untersagte.
Es gab erste Ausnahmen, beispielsweise 1903 für Ärzte und Sanitätsfahrzeuge. Volksabstimmungen zeigten den Widerstand der Bevölkerung: 1907 stimmten 9110 Stimmbürger gegen die Autozulassung. Trotzdem versuchte der Rat, die Zulassung schrittweise zu ermöglichen, was jedoch durch weitere Volksabstimmungen wieder rückgängig gemacht wurde.
Erst am 21. Juni 1925 stimmte der Bündner Souverän knapp einer Vorlage zu, die das Befahren der Strassen mit Autos bis zu acht Plätzen erlaubte. Die Zulassung von Autos erforderte den Ausbau des Strassennetzes, wofür dem Kanton zunächst die finanziellen Mittel fehlten. 1935 stellte die Eidgenossenschaft den Alpenkantonen 126 Millionen Franken zur Verfügung, wovon Graubünden 35 Millionen erhielt. Damit konnten die vier wichtigsten Alpenstrassen, darunter die «Obere Strasse» über den Julierpass, ausgebaut werden.
Das kantonale Strassennetz umfasst heute 597 Kilometer Hauptstrassen und 826 Kilometer Verbindungsstrassen. Die 166 Kilometer Nationalstrassen, bestehend aus der A13 und der A28 (Prättigauerstrasse), wurden am 1. Januar 2008 in die alleinige Verantwortung des Bundes übergeben. Die Autobahn A13 durchquert den Kanton in Nord-Süd-Richtung und ist eine der wichtigsten Transitachsen. Wichtige Pässe zwischen Nord und Süd sind heute der San Bernardino (zwischen Rheinwald und Misox) und der Julierpass (ins Engadin). Im Jahr 2023 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 582.
Die Rolle der Eisenbahn
Neben dem Strassenverkehr spielt die Eisenbahn eine zentrale Rolle für die Mobilität in Graubünden, insbesondere für den Tourismus und die Anbindung der Täler. Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) erreichen Chur auf Normalspur über die Strecke Sargans–Landquart.
Die wichtigsten Talschaften und Tourismusorte Graubündens werden jedoch von der Rhätischen Bahn auf Meterspur erschlossen. Die RhB ist nicht nur ein unverzichtbares Transportmittel im Alltag, sondern auch ein bedeutender touristischer Leistungsträger. Sie betreibt international bekannte Panoramazüge wie den Bernina Express und zusammen mit der Matterhorn-Gotthard-Bahn den Glacier Express. Diese Strecken sind nicht nur verkehrstechnisch wichtig, sondern auch für ihre spektakuläre Streckenführung durch die alpine Landschaft berühmt.
Einzigartige Tierwelt
Graubünden ist nicht nur landschaftlich vielfältig, sondern auch Heimat einer reichen Tierwelt. Im Kanton sind insgesamt 2264 Tierarten nachgewiesen. Diese Zahl umfasst Gliederfüsser, Weichtiere, Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien sowie Fische. Die tatsächliche Anzahl dürfte jedoch noch deutlich höher liegen, da viele Arten schwer zu erfassen sind.

Der Kanton beheimatet bedeutende Bestände alpiner Wildtiere. Basierend auf den Angaben des Amts für Jagd und Fischerei sowie des Amts für Natur und Umwelt (Stand 2020) leben in Graubünden unter anderem:
| Tierart | Geschätzte Anzahl (2020) |
|---|---|
| Hirsche | 16’500 |
| Rehe | 13’000 |
| Gämse | 23’000 |
| Steinböcke | 6500 |
| Wölfe | 50 |
| Luchse | 10 |
| Bären | 0 (aktuell) |
| Nachgewiesene Arten (gesamt) | 2264 |
Weitere tierische Einwohner sind Murmeltiere, Füchse und Hermelin. In den vergangenen Jahren wurden zudem immer wieder Bären in Graubünden gesichtet, auch wenn sich aktuell kein Bär dauerhaft im Kanton aufhält.
Graubünden und Liechtenstein: Eine besondere Nachbarschaft
Die Geschichte Graubündens ist eng mit der seines nördlichen Nachbarn, des Fürstentums Liechtenstein, verknüpft. In frühgeschichtlicher Zeit gehörten beide Gebiete zum selben Kulturraum. Die Einrichtung einer Grafschaft in Churrätien 806 führte zu einer Teilung in Ober- und Unterrätien, wobei ein Teil Graubündens wie Liechtenstein Unterrätien zugeschlagen wurde. Auch die kirchliche Einteilung der Churer Diözese vereinte beide Gebiete im Kapitel «Unter der Landquart».
Über Jahrhunderte gab es enge personelle Verbindungen, beispielsweise durch Adelsfamilien wie die Werdenberg-Sargans-Vaduz oder die Brandis, die auch Bischöfe von Chur stellten. Territorialpolitische Verbindungen ergaben sich, als die Freiherren von Brandis 1436 die Herrschaft Maienfeld übernahmen, die zu den Zehn Gerichten gehörte. Im Alten Zürichkrieg und im Schwabenkrieg standen sich Bündner und Brandiser, teils auf österreichischer Seite, gegenüber. Nach dem Schwabenkrieg verkauften die Herren von Brandis die Herrschaft Maienfeld 1509 an die Drei Bünde und trennten sie so von Vaduz und Schellenberg.
Im Lauf des 16. Jahrhunderts kühlten die Beziehungen ab, insbesondere aufgrund konfessioneller Gegensätze, da die Grafen von Sulz und später die Grafen von Hohenems, die über Vaduz und Schellenberg herrschten, streng katholisch waren, während sich die Bündner mehrheitlich der Reformation anschlossen. Die Hohenems versuchten wiederholt, gegen die St. Luzisteig vorzugehen. Während der Bündner Wirren kam es zu bündnerischen Aktionen gegen die österreichische Besatzung auf Schloss Gutenberg, die auch Plünderungen in der Grafschaft Vaduz zur Folge hatten.
Spätere Generationen, wie Graf Jakob Hannibal III., betrieben eine Annäherungspolitik. Er heiratete die Tochter eines Bündner Potentaten und nahm bedeutende Darlehen bei Bündner Oligarchen auf. Ein geplanter Verkauf südlicher Gemeinden der Grafschaft Vaduz an die Drei Bünde 1693 kam jedoch nicht zustande.
Im 18. Jahrhundert gab es Grenzstreitigkeiten, die schliesslich 1735 durch ein Abkommen beigelegt wurden. Ein Streit um das Güterzugrecht im Fläscher Ried wurde erst 1773 geklärt.
Im 19. und 20. Jahrhundert verbesserten sich die Beziehungen. 1821 trafen Liechtenstein und Graubünden ein Übereinkommen gegenseitiger Freizügigkeit. Der liechtensteinisch-schweizerische Zollanschlussvertrag von 1923 förderte den Austausch weiter. Vereinbarungen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, zur Aufnahme von Patienten im Kantonalen Frauenspital Fontana in Chur und zum Besuch bündnerischer Ausbildungsstätten durch Liechtensteiner Schülerinnen folgten. Es gibt regelmässige Besuchskontakte zwischen den Regierungen.
Wirtschaftlich und kulturell gab es ebenfalls enge Verbindungen. Walser Siedler aus Davos und dem Prättigau liessen sich am Triesenberg nieder. Die St. Luzisteig war eine wichtige Handelsroute. Bündner Familien waren wichtige Kreditgeber in Liechtenstein, und viele Liechtensteiner dienten als Söldner in Bündner Kompanien. Der Liechtensteiner Peter Kaiser leistete wichtige Impulse für das Bündner Bildungswesen und die Geschichtsschreibung.
Fragen und Antworten zu Graubünden
Wie alt ist Graubünden?
Das Gebiet des heutigen Graubündens blickt auf eine sehr lange Geschichte zurück. Die Einverleibung ins römische Reich erfolgte 15 v. Chr. Das Staatsgebilde der Gemeinen Drei Bünde existierte offiziell von ca. 1471 bis 1798. Der Name Graubünden erscheint in dieser Form seit dem 17. Jahrhundert. Als Kanton der Schweizerischen Eidgenossenschaft besteht Graubünden seit 1803.
Wieso heisst Graubünden Graubünden?
Der Name Graubünden leitet sich vom Oberen oder Grauen Bund (Liga Grisa auf Rätoromanisch, Lega Grisa auf Italienisch) ab, einem der drei Bünde, die sich im Spätmittelalter im Gebiet des heutigen Kantons zusammenschlossen. Schon im frühen 16. Jahrhundert sprach man allgemein von den Grauen Bünden und den Bündnern. Der Name Graubünden verdrängte im 17. und 18. Jahrhundert ältere Bezeichnungen.
Wie viele Tiere und Tierarten gibt es im Kanton?
Im Kanton Graubünden sind insgesamt 2264 Tierarten nachgewiesen. Dies umfasst Gliederfüsser, Weichtiere, Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische. Die tatsächliche Anzahl dürfte höher sein. An grösseren Wildtieren leben dort unter anderem rund 16’500 Hirsche, 13’000 Rehe, 23’000 Gämse, 6500 Steinböcke, 50 Wölfe und 10 Luchse (Stand 2020). Aktuell hält sich kein Bär dauerhaft im Kanton auf.
Wie hiess Chur zur Römerzeit?
Zur Römerzeit hiess die Siedlung im Süden des heutigen Chur Curia Raetorum. Ursprünglich ein römischer Vicus, entwickelte sie sich um 300 n. Chr. zu einem Kastell. Nach 310 n. Chr. wurde Curia Raetorum die Hauptstadt der Provinz Raetia Prima.
Was heisst Graubünden auf Rätoromanisch?
Der Name Graubünden leitet sich, wie erwähnt, vom Grauen Bund ab. Dieser Bund wurde auf Rätoromanisch als Liga Grisa bezeichnet. Die Bewohner des Kantons werden auf Rätoromanisch Grischuns genannt. Der Kanton als Ganzes wird oft als Chantun Grischun bezeichnet, in Anlehnung an den Namen der Bündner.
Graubünden ist somit nicht nur ein Kanton mit beeindruckender Natur, sondern auch ein Ort reicher Geschichte, vielfältiger Kulturen und spannender Entwicklungen im Bereich Verkehr und Verwaltung. Der Tourismus ist heute der dominierende Wirtschaftszweig, der die Bedeutung der Region als attraktives Reiseziel unterstreicht.
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